In der Arbeit wird die PISA- Diskussion der vergangenen Jahre diskutiert und der Textgattung Gebrauchstest besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Untersucht wird vor allem die Nützlichkeit von Sach- und Informationstexten für den Erwerb von Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Überlegungen zur begrifflichen Klärung
1.1 Was ist ein Gebrauchstext?
1.2 Der Lesekompetenz- Begriff
1.2.1 Der kompetente Leser / die kompetente Leserin nach PISA
2. Gebrauchstexte im Deutschunterricht
2.1 Kulturelle Rahmenbedingungen
2.1.1 Abriss zur Geschichte des Lesens
2.1.2 Gebrauchstexte als fester Bestandteil der Lesesozialisation
2.2 Chancen und Möglichkeiten einer Didaktik der Gebrauchstexte
2.2.1 Mögliches Curriculum und Lernziele
2.2.2 Zur besonderen Stellung von Sach- und Informationstexten
2.3 Gebrauchstext vs. Literatur – Von der Schwierigkeit klarer Grenzziehung
3. Weiterführende Überlegungen im Zuge der modernen (Schul-)kultur
3.1 Printmedien im Kampf mit der Technik
3.1.1 Wie verändern die „Neuen Medien“ das Leseverhalten?
3.1.2 Gebrauchstexte im Medienzeitalter
3.2 Didaktik der Gebrauchstexte als (inter)disziplinäre Aufgabe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Gebrauchstexten beim Erwerb von Lesekompetenz, mit dem Ziel, diese Textsorten stärker im Deutschunterricht zu verankern und deren didaktische Potenziale für die moderne (Schul-)kultur aufzuzeigen.
- Definition und Differenzierung von Gebrauchstexten gegenüber literarischen Texten.
- Analyse des Lesekompetenz-Begriffs, insbesondere unter Berücksichtigung der PISA-Studie.
- Die Rolle von Gebrauchstexten im Prozess der Lesesozialisation und im Deutschunterricht.
- Didaktische Möglichkeiten und Curricula für den Umgang mit Sach- und Gebrauchstexten.
- Herausforderungen durch neue Medien und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Didaktik.
Auszug aus dem Buch
1.1 Was ist ein Gebrauchstext?
Wie die Bezeichnung bereits erahnen lässt, handelt es sich bei Gebrauchstexten um Texte, die für den Gebrauch bestimmt sind. Damit ist sicherlich nicht allein der Selbstzweck des Lesens gemeint, der sicherlich auch eine Art von Gebrauch darstellt, sondern eine darüber hinausführende Intention. Jedoch kann als Unterscheidungsmerkmal unterschiedlicher Textarten nicht ausschließlich der Inhalt gelten, da auch Gebrauchstexte gemeinhin nicht frei von ästhetischen Anteilen sein müssen (z.B. Werbetexte). Ebenso erschöpfen sich auch Texte, die als literarisch angesehen werden (Zum Problem der genauen Unterscheidung siehe 2.3), inhaltlich nicht auf der rein literarästhetischen Ebene. Als klare Unterscheidungsmerkmale der Gebrauchstexte von so genannten literarästhetischen Texten nimmt man viel mehr die zugrundeliegende Intention der Texte an.
So dienen Gebrauchstexte im Allgemeinen einem bestimmten Zweck und weisen einen unmittelbaren Bezug zur Realität auf, was von anderen Texten als Intention nicht behauptet werden kann, selbst wenn sich diese Merkmale bei der Rezeption einstellen sollten. Als weiteres spezifisches Merkmal von Gebrauchstexten wurde lange Zeit auch deren Öffentlichkeitscharakter angenommen. Diese Zuordnung konnte jedoch auf Dauer nicht aufrechterhalten werden, weil auch Texte aus dem privaten Bereich, wie beispielsweise Briefe oder auch Tagebucheinträge, den funktionalen Charakter von Gebrauchstexten erfüllen. (vgl. Lieberum (1998), S. 853 f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Überlegungen zur begrifflichen Klärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Gebrauchstext und Lesekompetenz und grenzt sie voneinander ab, um eine Grundlage für die weitere Untersuchung zu schaffen.
2. Gebrauchstexte im Deutschunterricht: Der Hauptteil beleuchtet die Rolle von Gebrauchstexten in der Lesesozialisation und im Deutschunterricht, inklusive der didaktischen Potenziale und der Auseinandersetzung mit der Literatur.
3. Weiterführende Überlegungen im Zuge der modernen (Schul-)kultur: Das Abschlusskapitel diskutiert den Einfluss moderner Medien auf das Leseverhalten und fordert eine interdisziplinäre Didaktik für die Förderung von Lesekompetenz.
Schlüsselwörter
Gebrauchstexte, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Deutschunterricht, Sachtexte, Medienkompetenz, literarästhetische Texte, PISA-Studie, Informationslesen, interdisziplinäres Lernen, Textrezeption, Textproduktion, Sprachreflexion, neue Medien, Basiskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle Gebrauchstexte beim Erwerb von Lesekompetenz spielen und wie diese im Deutschunterricht didaktisch sinnvoll eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Zentrum stehen die Definition und funktionale Bestimmung von Gebrauchstexten, das Konzept der Lesekompetenz, die Einbettung dieser Texte in die Lesesozialisation sowie die didaktischen Anforderungen im modernen Medienzeitalter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Gebrauchstexte eine wesentliche Voraussetzung für Lesekompetenz darstellen und als interdisziplinäre Aufgabe im Schulunterricht stärker berücksichtigt werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, in der er verschiedene didaktische Ansätze und Forschungsergebnisse zur Lesesozialisation und Textdidaktik zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Einordnung von Gebrauchstexten in die Lesesozialisation, erörtert Chancen und Möglichkeiten für einen didaktischen Einsatz und thematisiert die Abgrenzung zur Literatur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Gebrauchstexte, Lesekompetenz, Lesesozialisation, interdisziplinäres Lernen und die Rolle von Sach- und Informationstexten.
Welchen Stellenwert räumt der Autor der PISA-Studie ein?
Die PISA-Studie dient als Ausgangspunkt für die Erkenntnis, dass Deutschland im Bereich der Lesekompetenz Nachholbedarf hat, insbesondere hinsichtlich der stärkeren Einbeziehung von Sachtexten im Unterricht.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Lesefertigkeit und Lesekompetenz?
Während Lesefertigkeit lediglich die Fähigkeit umfasst, Texte technisch zu entziffern, beinhaltet Lesekompetenz darüber hinaus die kognitive Verarbeitung, das Reflektieren und die zielgerichtete Nutzung von Informationen.
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- Ingo Stechmann (Author), 2003, Gebrauchstexte und ihre Funktion beim Erwerb von Lesekompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71609