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Alte Menschen gestern und heute - Zum Wandel der Altersbilder

Title: Alte Menschen gestern und heute - Zum Wandel der Altersbilder

Term Paper , 2005 , 42 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Jessica Polzyn (Author)

Sociology - Old Age
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Wenn ich über alte Menschen in unserer Gesellschaft nachdenke, gehen mir viele Fragen durch den Kopf. Wie ist es, wenn ich selbst einmal alt bin? Werde ich von der Gesellschaft ausgegrenzt werden und was fange ich mit der ganzen freien Zeit an, wenn ich nicht mehr erwerbstätig bin? Werde ich überhaupt bis zu meinem Renteneintritt Arbeit haben und wird es später überhaupt noch Rente geben? Bis ich einmal alt sein werde, vergehen noch viele Jahre. Doch ab wann ist man denn eigentlich alt? Wer bestimmt, ab wann ich zu den „Alten“ gehöre und was ist, wenn ich mich dann noch gar nicht alt fühle? All diese Fragen werden sich im Laufe meines Lebens irgendwann von selbst beantworten, doch aus soziologischer Sicht, möchte ich schon heute wissen, was später auf mich zukommt, wie die Situation von alten Menschen früher ausgesehen hat und wie sich die aktuelle Altersproblematik heute darstellt. Auf einige meiner Überlegungen, die ich mir im Vorfeld gemacht habe, sollen im Folgenden Antworten gefunden werden. Ich habe meine Arbeit an diesen Leitfragen orientiert und in drei thematische Abschnitte untergliedert. Zunächst einmal sollen grundlegende Merkmale des Alters in unserer heutigen Gesellschaft geklärt werden, wie zum Beispiel: Was verstehen wir heute unter „Alter“? Ist Alter ein modernes Phänomen? Was charakterisiert alte Menschen und sprechen wir nun von einer oder mehrerer Phasen im Alter? Der zweite Teil meiner Arbeit orientiert sich am historischen Wandel von Alternsbeschreibungen. Ich werde also genauer herausarbeiten wie sich die Altersfrage historisch entwickelt hat. Sind früher wirklich nur wenige Menschen alt geworden? Sind Ruhestand und wohlfahrtstaatliche Einrichtungen moderne Erfindungen und waren auch in früheren Gesellschaften schon verschiedene Lebenssituationen älterer und alter Menschen sichtbar? Wie sah die Stellung von alten Menschen in der stratifizierten, also geschichteten Gesellschaften aus, wie in der funktional differenzierten Gesellschaft und welche Aussagen lassen sich über die Alternsverläufe zu verschiedenen historischen Zeiten machen. Hier werde ich einige der bekanntesten Altersstufenmodelle in Hochkulturen vorstellen, um deutlich zu machen, wie sich das Verständnis von Alter bis in unsere heutige Zeit verändert hat. Natürlich muss jeder Mensch altern, aber nicht nur der Zeitraum, der ihm zugestanden wird, kann variieren, auch die gesellschaftliche Deutung dieser biologischen Veränderung differiert. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Hinführung zum Thema

1. Grundlegendes zur Altersphase

2. Was ist das „Alter“ – eine oder mehrere Lebensphasen?

3. Die Differenzierung der Lebensphase Alter

4. Soziale Kriterien zur Abgrenzung der Lebensphase Alter

II. Alternsbeschreibungen im historischen Wandel

1. Die stratifizierte (Schichten-) Gesellschaft und ihre Lebensaltersstufen

1.1 Alternsverläufe in Hochkulturen

1.2 Altersstufenmodelle in Hochkulturen

2. Die funktional differenzierte Gesellschaft

III. Der demographische Wandel: Zur Entwicklung von Altersstrukturen und Altersgruppen

IV. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und gesellschaftlichen Wandel der Altersbilder und erforscht, inwieweit das Alter als eigenständige, homogene Lebensphase soziologisch definierbar ist oder ob es sich zunehmend auflöst.

  • Historische Entwicklung von Altersbeschreibungen und Stufenmodellen
  • Einfluss der Industrialisierung und Sozialstaatlichkeit auf den Ruhestand
  • Die demographische Transition und ihre Auswirkungen auf die Altersstruktur
  • Soziologische Analyse des Altersbegriffs zwischen gesellschaftlicher Zuschreibung und individueller Variabilität

Auszug aus dem Buch

1. Grundlegendes zur Altersphase

Alter ist als Begriff inzwischen vielschichtiger und unbestimmter denn je. Er wird in sehr unterschiedlichen Kontexten benutzt und beinhaltet eine Vielzahl gesellschaftlicher und kultureller Deutungen. In unserer „Leistungsgesellschaft“ bedeutet der Begriff „Alter“ für viele Menschen eine Abgrenzung zur oder auch das Gegenteil von „Jugend“. Dabei wird der Altersbegriff von den verschiedenen Gesellschaftsmitgliedern sowohl positiv als auch negativ besetzt. Zum einen herrscht bei uns das negativ besetze Bild von Alter, als Phase der eingeschränkten Leistungsfähigkeit, des Nicht - mehr - mithalten - Könnens oder des Ausrangiert - Werdens. Andererseits versteht man Alter aber auch als Phase des Zurückblickens auf die erbrachte Lebensleistung, des verdienten Lebensabends und der „späten Freiheit“ (vgl. Rosenmayr 1978).

In der Regel werden heute Merkmale menschlichen Daseins bereits nach der Lebensmitte mit „älter“ oder „alt“ gekennzeichnet. Als kulturelles Muster des Eintritts in die „Lebensphase Alter“ hat sich aber seit etwa 100 Jahren der Übergang in den Ruhestand, nach Beendigung des Erwerbslebens, herausgebildet. Begründet wurde die Lebensphase Alter durch sozialstaatliches Handeln. Hierzu zählten zunächst die Pensionssysteme der Beamten, zu Beginn der Bismarckschen Rentenversicherung, am Ende des 19. Jahrhunderts. Zu einer „Volksversicherung“, die der breiten Masse der Altersbevölkerung einen sozial gesicherten Ruhestand ermöglichte, kam es in der Bundesrepublik Deutschland allerdings erst Mitte des 20. Jahrhunderts, aber dazu weiter unten mehr.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel erläutert die Leitfragen der Arbeit und führt in die soziologische Auseinandersetzung mit dem Alter als gesellschaftliches Konstrukt ein.

1. Grundlegendes zur Altersphase: Hier werden die Begriffsvielfalt des Alters und die Bedeutung des Ruhestands als historisch gewachsene soziale Konstruktion analysiert.

2. Was ist das „Alter“ – eine oder mehrere Lebensphasen?: Dieses Kapitel untersucht die Schwierigkeiten bei der Abgrenzung des Alters als Lebensphase und stellt verschiedene differenzierende Teilphasenmodelle vor.

3. Die Differenzierung der Lebensphase Alter: Es wird die historische Entstehung des Alters als eigenständige, sozialstrukturell bestimmbare Gruppe durch die Industrialisierung aufgezeigt.

4. Soziale Kriterien zur Abgrenzung der Lebensphase Alter: Dieses Kapitel beleuchtet gesellschaftliche Normen und generationelle Austauschprozesse als Bestimmungsgrößen für die Zuschreibung des Alters.

II. Alternsbeschreibungen im historischen Wandel: Hier werden die stratifizierte und die funktional differenzierte Gesellschaft hinsichtlich ihrer spezifischen Altersbilder und Stufenmodelle verglichen.

1. Die stratifizierte (Schichten-) Gesellschaft und ihre Lebensaltersstufen: Analyse der schichtspezifischen Altersabsicherung und der Bedeutung von Rangordnungen in Hochkulturen.

1.1 Alternsverläufe in Hochkulturen: Untersuchung der Lebensbedingungen und der begrenzten Datenlage zu alten Menschen vor dem 14. Jahrhundert.

1.2 Altersstufenmodelle in Hochkulturen: Darstellung dominanter Modelle wie der Hepdomadenlehre, vierstufiger Modelle und physiologischer Theorien.

2. Die funktional differenzierte Gesellschaft: Erörterung des Wandels vom „menschlichen Maß“ hin zur wissenschaftlichen Komprimierung und Flexibilisierung der Altersbilder.

III. Der demographische Wandel: Zur Entwicklung von Altersstrukturen und Altersgruppen: Analyse der Bevölkerungsentwicklung mittels Alters- bzw. Urnenpyramiden und der Rolle sinkender Geburtenraten.

IV. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einschätzung, dass der Begriff „Alter“ aufgrund zunehmender Variabilität und demographischer Verschiebungen als homogene Kategorie kaum noch tragfähig ist.

Schlüsselwörter

Altersbilder, Lebensphase Alter, Ruhestand, Sozialstaat, demographischer Wandel, Altersstufenmodelle, Soziologie, Industrialisierung, Lebenslauf, Alterssicherung, Bevölkerungsstruktur, Generationen, Stratifizierte Gesellschaft, Funktional differenzierte Gesellschaft, Lebenserwartung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Wandel der gesellschaftlichen Altersbilder vom historischen Kontext bis zur heutigen Zeit und hinterfragt die Definition des Alters als eigenständige Lebensphase.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung von Altersstufenmodellen, die Bedeutung der Sozialstaatlichkeit, soziologische Konstruktionen des Lebenslaufs und die demographische Alterung der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den historischen Wandel der Wahrnehmung „alter Menschen“ zu analysieren und zu prüfen, ob die Kategorie „Alter“ als homogene Lebensphase aus soziologischer Sicht noch Bestand hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit verwendet eine historisch-soziologische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Untersuchung zeitgeschichtlicher Stufenmodelle und der Interpretation demographischer Prognosen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Altersstufenmodellen in stratifizierten Gesellschaften, die Rolle des Ruhestands in der funktional differenzierten Gesellschaft und die Analyse demographischer Wandlungsprozesse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Alterskonstruktion, Lebensphase, demographischer Wandel, Industrialisierung und sozialstaatliche Altersvorsorge.

Warum ist der Begriff „Ruhestand“ für das Verständnis des Alters so wichtig?

Der Ruhestand markierte historisch den Übergang zur institutionell gesicherten Lebensphase Alter, wird jedoch heute durch prekäre Erwerbsbiographien und Frühverrentungen zunehmend widersprüchlich.

Wie unterscheidet sich die Sicht auf das Alter in der stratifizierten Gesellschaft von der Moderne?

Während früher die Zugehörigkeit zum sozialen Stand und die „Rangordnung“ im Vordergrund standen, wird Alter heute stärker durch institutionelle Normen des Arbeitsmarktes und statistische demographische Faktoren definiert.

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Details

Title
Alte Menschen gestern und heute - Zum Wandel der Altersbilder
College
University of Augsburg
Course
Hauptseminar
Grade
2,3
Author
Jessica Polzyn (Author)
Publication Year
2005
Pages
42
Catalog Number
V71654
ISBN (eBook)
9783638633666
Language
German
Tags
Alte Menschen Wandel Altersbilder Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Polzyn (Author), 2005, Alte Menschen gestern und heute - Zum Wandel der Altersbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71654
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