Mitte Dezember letzten Jahres kam es in Argentinien, das jahrelang als „Musterland“ der neoliberalen Wirtschaftspolitik galt und alle Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bereitwillig umgesetzt hatte, zu tagelangen Unruhen in der Bevölkerung. Der wachsende Unmut der Menschen über Korruption und Verarmung des Mittelstandes schlug um in offenen Aufstand. Unter dem Druck der Bevölkerung trat der damalige Präsident Fernando de la Rua am 20. Dezember 2001 zurück. Innerhalb von wenigen Wochen betraten vier weitere Präsidenten den „Schleudersitz“. Erst Eduardo Dualde kann sich nun seit einiger Zeit im Amt halten. Wie und weshalb sich die politische und vor allem wirtschaftliche Situation in Argentinien derart zuspitzen konnte, möchte ich im zunächst im ersten Kapitel genauer erläutern. Dabei konzentriere ich mich vor allem auf die Rolle, welche der IWF gespielt hat. Anschliessend soll in dieser Arbeit die Entwicklung der sogenannten Argentinienkrise 1 anhand zweier Theorien der Internationalen Beziehungen betrachtet werden. Im dritten Teil folgt eine Auswertung der Resultate beider Theorien und die damit verbundene Schlussfolgerung und Kritik. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Relevanz der Argentinienkrise
- Daten und Fakten
- Fragestellung
- Theorieansätze
- Spieltheoretischer Ansatz
- Grundannahmen der Spieltheorie
- Anwendung auf den Fall
- Verhandlungstheoretischer Ansatz
- Grundannahmen der Verhandlungstheorie
- Anwendung auf den Fall
- Schlussfolgerung und Kritik
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die argentinische Wirtschaftskrise Ende 2001 unter dem Fokus der Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Fokus liegt auf der Frage, welche Motive den IWF und die argentinische Regierung in ihren Massnahmen zur Entschärfung der Wirtschaftskrise leiteten.
- Die Rolle des IWF in der Argentinienkrise
- Die Entwicklung der argentinischen Wirtschaftskrise
- Anwendung von Spiel- und Verhandlungstheorie auf die argentinische Krise
- Analyse der Handlungsmöglichkeiten und Motive der Akteure
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Das Kapitel präsentiert die Relevanz der Argentinienkrise und stellt die Frage, welche Motive den IWF und die argentinische Regierung in ihren Massnahmen zur Entschärfung der Wirtschaftskrise leiteten.
- Theorieansätze: Dieses Kapitel erläutert die Spieltheorie und die Verhandlungstheorie als theoretische Grundlagen für die Analyse der argentinischen Krise. Es beleuchtet die Grundannahmen beider Theorien und zeigt deren Anwendbarkeit auf den Fall Argentinien.
Schlüsselwörter
Argentinienkrise, Internationaler Währungsfonds (IWF), Spieltheorie, Verhandlungstheorie, Wirtschaftskrise, Staatsverschuldung, Kapitalflucht, Dollarisierung, Sparmassnahmen, Handlungsmöglichkeiten, Motive, Akteure.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die Ursachen der Argentinienkrise 2001?
Die Krise wurde durch eine hohe Staatsverschuldung, Kapitalflucht, Korruption und die starre Bindung des Peso an den Dollar (Dollarisierung) ausgelöst, was die Wettbewerbsfähigkeit lähmte.
Welche Rolle spielte der IWF in der Krise?
Der IWF forderte strikte neoliberale Reformen und Sparmaßnahmen als Bedingung für Kredite. Diese Maßnahmen verschärften jedoch die soziale Not und führten schließlich zu massiven Unruhen.
Warum wird die Spieltheorie zur Analyse der Krise genutzt?
Die Spieltheorie hilft zu verstehen, wie der IWF und die argentinische Regierung als strategische Akteure agierten und welche Motive hinter ihren Entscheidungen standen.
Was geschah am 20. Dezember 2001?
Nach tagelangen Unruhen und Protesten gegen die wirtschaftliche Lage trat der argentinische Präsident Fernando de la Rúa zurück. Es folgte eine Phase extremer politischer Instabilität.
Welche Bedeutung hat der verhandlungstheoretische Ansatz hier?
Er analysiert die Machtverhältnisse und Verhandlungsprozesse zwischen Argentinien und internationalen Geldgebern, um die Kompromisse oder das Scheitern von Vereinbarungen zu erklären.
Galt Argentinien vor der Krise als „Musterland“?
Ja, lange Zeit wurde Argentinien als Vorbild für die Umsetzung neoliberaler Wirtschaftspolitik und IWF-Auflagen in Lateinamerika gefeiert, bevor das System kollabierte.
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- Anina Vontobel (Author), 2003, Die Argentinienkrise und die Rolle des IWF, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71659