Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Children and Youth

Inwiefern beeinflusst Armut während der Kindheit die Sozialisation betroffener Kinder in der heutigen Zeit

Title: Inwiefern beeinflusst Armut während der Kindheit die Sozialisation betroffener Kinder in der heutigen Zeit

Research Paper (undergraduate) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Bettina Mendel (Author)

Sociology - Children and Youth
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

“Despite half a century of considerable economic growth and large increases in per capita income, child poverty is still prevalent in the world’s most advanced countries. […] While there are more than a million children in Germany depending on social transfer benefit payments (BMA 2001), little is known about child poverty and its dynamics. There is a growing literature dealing with poverty among the German population at large, […] but only a few studies specifically addressing children.” Dieses Zitat, welches aus einer Anfang März 2006 veröffentlichten Studie der UNICEF stammt, macht deutlich, welch defizitäre Umstände momentan in der Bundesrepublik Deutschland herrschen, und dies nicht nur bezogen auf die allgemeine Armutslage. Es ist kennzeichnend für eine typische Haltung der heutigen Gesellschaft, die dazu neigt, Randthemen zu verdrängen oder sie erst gar nicht als thematisierenswert anzusehen. Zwar werden häufig offen ersichtliche Problemlagen mit den zur Verfügung stehenden (vorwiegend materiellen) Mitteln bekämpft; allerdings wird dabei leicht übersehen, dass diese meist nur die Auswirkungen ursprünglicher Probleme darstellen. Der Fall der stetig wachsenden Kinderarmut stellt ein aktuelles Beispiel dar. Wie bereits im Zitat aufgegriffen, werden in Deutschland viel Geld und Interessen in das immer brisanter werdende Thema Armut investiert - nicht zuletzt aufgrund der letzten Gesetzesänderung in bezug auf das SGB (Hartz IV). Das scheinbar neue Problem der Kinderarmut im Speziellen rückt stark in den Hintergrund: „’Kindheit in Deutschland’, sagte noch 1998 die damalige Bundesfamilienministerin Claudia Nolte (CDU), ’ist eine gute Kindheit.’ Ihr Parteikollege Friedrich Bohl hielt es gar für unverantwortlich, überhaupt von Kinderarmut in Deutschland zu sprechen.“ 2 Es wird nicht ausreichend genug beachtet, um nicht zu sagen vernachlässigt, was die Ergebnisse der UNICEF-Studie eindrücklich belegen. Nach ihr hat sich die Zahl der Kinder in Deutschland, die in Armut leben müssen, seit 1990 verdoppelt, und auch die Zukunftsprognosen sagen einen rasanten Anstieg voraus. Wie aus der folgenden Grafik deutlich wird, beziehen Kinder in der sogenannten mittleren Kindheit am häufigsten Sozialhilfe, weshalb sich die folgende Arbeit vorwiegend auf diese Altersphase (das Grundschulalter und darüber hinausgehend bis 14 Jahre) bezieht. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Begriffsbestimmungen

3.1. Verschiedene Konzepte der Armut

3.1.1. Der Ressourcen-Ansatz (monetäre Dimension)

3.1.2. Der Lebenslagen-Ansatz (nicht-monetäre Dimension)

3.2. Kindheit in ihrem heutigen Kontext

3.2.1. Subjekt- bzw. lebensweltorientierte Kinderforschung

3.2.2. Sozialisationsinstanzen und psychosoziales Befinden

4. Kindliche Benachteiligung – die Ursachen

4.1. Lebenslagen und Risikofaktoren

4.2. Altersspezifische Entwicklungsaufgaben

4.3. Strukturen kindlicher Benachteiligung

4.3.1. Benachteiligung und Kompensation

4.3.2. Stark- und Mehrfachbenachteiligungen

5. Kindliche Sozialisation – die Auswirkungen

5.1. Sozialisatorische Grundlagen

5.2. Direkte Auswirkungen und psychosoziale Folgen

6. Kindliche Bewältigung – die Strategien

6.1. Elterliche Strategien: reduktiv, adaptiv, konstruktiv

6.2. Anforderungen an den Umgang

6.3. Auf Bewältigung zielende Strategien

6.3.1. Substrategien

6.3.2. Problembezogene Bewältigungsmuster

6.4. Schutzfaktoren

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Studienarbeit untersucht den Einfluss von Armutsverhältnissen während der Kindheit auf die Sozialisation und die gesellschaftliche Entwicklung betroffener Kinder in Deutschland, mit dem Ziel, Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit abzuleiten.

  • Soziologische Analyse von Armutskonzepten in Bezug auf Kindheit
  • Ursachen und Auswirkungen von kindlicher Benachteiligung
  • Strategien zur elterlichen und kindlichen Armutsbewältigung
  • Bedeutung von Schutzfaktoren und sozialer Unterstützung

Auszug aus dem Buch

6.1. Elterliche Strategien: reduktiv, adaptiv, konstruktiv

Um kindliche Bewältigung in ihrem Kontext betrachten zu können, ist es wichtig, auch die Strategien der Eltern mit einzubeziehen, da sie die eigenen Handlungsräume der Kinder begrenzen und teilweise als Richtlinie für sie gelten, weil sich Kinder an den Handlungsschemata der Eltern orientieren. Zur Bewältigung der Eltern lassen sich drei Hauptstrategien ausmachen, die wiederum den Kategorien reduktiv, adaptiv und konstruktiv angehören.

Von einer reduktiven Bewältigung lässt sich dann sprechen, wenn als Reaktion auf gegenwärtig herrschende Armutsverhältnisse die allgemeinen Bedürfnisse der Familienmitglieder sowohl auf quantitativer als auch auf qualitativer Ebene reduziert werden. Miteingeschlossen sind hier sowohl die Erfüllung dieser Bedürfnisse als auch das Bedürfnis an sich. In der Konsequenz bedeutet dies eine Anpassung an die gegebene Lage nicht nur in der materiellen, sondern auch der ideellen Dimension. Was zunächst als vernünftig erscheint, hat jedoch oft noch weitergehende Folgen, die sich auf das Familienleben zusätzlich negativ auswirken und die Bewältigung belasten.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Kinderarmut in Deutschland und begründet die Wahl des Themas sowie den Fokus auf die mittlere Kindheit.

3. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert Armut durch den Ressourcen- und Lebenslagen-Ansatz und analysiert Kindheit im soziologischen Kontext.

4. Kindliche Benachteiligung – die Ursachen: Es werden Risikofaktoren und Strukturen benannt, die zu kindlicher Benachteiligung führen, sowie entwicklungspsychologische Aufgaben betrachtet.

5. Kindliche Sozialisation – die Auswirkungen: Hier wird der Prozess der Sozialisation in Bezug auf familiäre und gesellschaftliche Problemlagen sowie die psychosozialen Folgen für Kinder beschrieben.

6. Kindliche Bewältigung – die Strategien: Das Kapitel analysiert elterliche Bewältigungsstrategien und kindliche Reaktionen auf Armut sowie die Bedeutung von Schutzfaktoren.

7. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert notwendige Ansätze für Politik und soziale Hilfsangebote zur Linderung von Kinderarmut.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Sozialisation, Lebenslagen, Armutsverhältnisse, Benachteiligung, Bewältigungsstrategien, Soziale Arbeit, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Kindheit, Mittlere Kindheit, Soziologie, Sozialhilfe, materielle Unterversorgung, psychosoziales Befinden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Perspektive auf Kinderarmut in Deutschland und analysiert deren Einfluss auf die Sozialisation der betroffenen Kinder.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition von Armut, die Ursachen für kindliche Benachteiligung, die Auswirkungen auf die Sozialisation sowie Strategien zur Bewältigung der Armutssituation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen von Armut auf Kinder zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten für das Feld der Sozialen Arbeit aufzuzeigen, um den Problemlagen besser zu begegnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischer Fachliteratur, Studien (z.B. UNICEF) und statistischen Daten zur Armutslage.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Begriffsdefinitionen, die Ursachen der Benachteiligung, die Auswirkungen auf die Sozialisation sowie Strategien zur elterlichen und kindlichen Bewältigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kinderarmut, Sozialisation, Bewältigungsstrategien, Benachteiligung und Soziale Arbeit definiert.

Wie unterscheiden sich reduktive, adaptive und konstruktive elterliche Strategien?

Reduktive Strategien setzen auf den Verzicht von Bedürfnissen, adaptive Strategien nutzen zusätzliche interne/externe Ressourcen für Kompromisse, und konstruktive Strategien fördern die Eigeninitiative und die aktive Erschließung neuer Hilfsnetzwerke.

Warum ist laut der Arbeit der Übergang in die Schule eine kritische Phase für arme Kinder?

Aufgrund sozialer Ausgrenzung durch Äußerlichkeiten und ungleicher Startchancen entstehen oft Integrationsprobleme, die sich negativ auf das Wohlbefinden und die weitere Bildungsbiografie auswirken können.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Inwiefern beeinflusst Armut während der Kindheit die Sozialisation betroffener Kinder in der heutigen Zeit
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,8
Author
Bettina Mendel (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V71702
ISBN (eBook)
9783638633710
Language
German
Tags
Inwiefern Armut Kindheit Sozialisation Kinder Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Mendel (Author), 2006, Inwiefern beeinflusst Armut während der Kindheit die Sozialisation betroffener Kinder in der heutigen Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71702
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint