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Europa als Idee - Konzept und Identität?

Title: Europa als Idee - Konzept und Identität?

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Petzold (Author)

Politics - Topic: European Union
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Vor dem Hintergrund aktueller Debatten beispielsweise um die europäische Verfassung oder einen möglichen EU-Beitritt der Türkei, stellen sich Europäer, meist jene, die an das Projekt Europa glauben oder diesem kritisch gegenüber stehen, Fragen. Fragen, die es, so scheint es, zu beantworten gilt, wenn man eine Position innerhalb der verschiedenen Diskussionen beziehen will. Die einen wollen Europa verteidigen, die Anderen wollen versuchen zu zeigen, warum Europa an der einen oder anderen Stelle, politisch oder geographisch, zu weit geht oder begrenzt werden sollte. 1 Aber was ist überhaupt Europa? Worüber sprechen wir bzw. jene Diskutanten wenn sie Europa meinen? Geht es um die Europäische Union als politische Organisation, oder um eine Idee, eine Vision? Verschiedene Autoren sprechen davon, dass dies die entscheidenden Fragen sind, die es zu beantworten gilt, wollen wir aktuelle Probleme lösen bzw. uns ihnen sinnbringend nähern. 2 Es ginge darum, eine gemeinsame Identität der Europäer zu bestimmen, ihre gemeinsame Geschichte, Kultur und Religion zu einem umfassenden europäischen Selbstverständnis zu formen um eine Orientierungshilfe, einen Wertekompass zu erhalten, um sich in krisenhaften Situationen der eigenen Wurzeln bewusst werden zu können. Es sind die immer aktuellen Fragen nach Selbstvergewisserung: „Die Fragen sind geblieben. Von der Stunde der ersten Bezeichnung bis zum heutigen Tag sind Begriff und Bild von Europa keine selbstverständlich vorgegebenen Größen.“ [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Idee Europa

2.1 Geographie Europas

2.2 Mythos Europa

2.3 Das Erbe des Karolingischen Reiches

2.4 Einheit in der Vielfalt

2.5 Europäische Union

2.6 Zusammenfassung

3. Europäische Identität?

4. Abschlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die historische Konstruktion eines europäischen Selbstverständnisses. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob es jenseits politischer Institutionen eine gewachsene, vorpolitische europäische Identität gibt oder ob Identität eher durch soziale Interaktion und aktuelle politische Kontexte konstituiert wird.

  • Konzeptualisierung von Europa zwischen Mythos, Geographie und Geschichte
  • Die Bedeutung der Einheit in der Vielfalt als europäisches Strukturprinzip
  • Kritische Analyse der Rolle der Europäischen Union als identitätsstiftendes Gebilde
  • Der Zusammenhang zwischen Identität, politischem Willen und kollektiven Traditionen

Auszug aus dem Buch

2.1 Geographie Europas

Zunächst kann eine Bestimmung was Europa ist, womöglich durch die Geographie geleistet werden. Wenn man Europa als einen Kontinent begreift, sollte es möglich sein, genaue Grenzen zu bestimmen, in denen sich eine europäische Identität, eine europäische Kultur entwickelt hat. Ein begrenzter Raum Europa also, deren Inhalt sich leicht füllen lassen sollte.

Geographisch wird Europa oft als das „Anhängsel der großen asiatischen Landmasse“ bezeichnet. Genauso schnell wie man auf die geographische Definition Europas stößt, stößt man aber auch auf dessen Widersprüchlichkeit bzw. Ungenauigkeit.

Die Grenzen Europas sind seit vier Jahrtausenden permanent verschoben worden. War lange Zeit der Don die östliche Grenze Europas, so galt dies spätestens seit der Westöffnung Russlands im 18. Jahrhundert durch Zar Peter I. nicht mehr. Europa hat keine natürliche Ostgrenze. Heute bilden Ural und Kaukasus die Grenzposten. Unveränderbar sind sie indes nicht. Weidenfeld meint, dass „man geneigt sein könnte zu sagen: Europa endet nicht nach Osten, es verwischt sich.“

Auch im Süden, so Münkler, ist die EU-Grenze Mittelmeer kein Hinweis auf einen einheitlichen Europa-Begriff. Diese Südgrenze entstand erst mit der Kappung der überseeischen Verbindungen in der Zeit der Entkolonialisierung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Zuvor, und vor allem in der gern zur europäischen Geburtsstunde deklarierten Antike, war das Mittelmeer ein verbindendes statt trennendes Element. Südeuropäische Nationen bzw. Völker dehnten von je her ihren Einflussbereich über das Mittelmeer hinaus aus. Doch auch gerade die Antike war mittelmeerisch (mediterran), hatte also das Mittelmeer als Zentrum.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um die europäische Verfassung und die Suche nach einer gemeinsamen Identität als Basis für ein europäisches Selbstverständnis.

2. Die Idee Europa: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Traditionsquellen Europas, von geographischen Bestimmungen und Mythen bis hin zum Erbe des Karolingischen Reiches und dem Prinzip der Einheit in der Vielfalt.

3. Europäische Identität?: Hier wird die Frage erörtert, ob vorpolitische Bedingungen für eine europäische Identität existieren und wie soziale Prozesse zur Identitätsbildung beitragen.

4. Abschlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtungen verknüpfen die theoretischen Analysen und betonen die starke Kontextabhängigkeit des Europa-Begriffs sowie die Rolle politischer Realität bei der Konstruktion von Identität.

Schlüsselwörter

Europa, Europäische Union, Identität, Einheit in der Vielfalt, Karolingisches Reich, Politische Kultur, Mythos, Geographie, Konstruktivismus, soziale Interaktion, Tradition, Gemeinschaftsbewusstsein, politische Integration, Selbstverständnis, Anschlussfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wesen Europas und die Frage, ob eine kollektive europäische Identität existiert oder ob diese eher eine historisch sowie politisch konstruierte Größe darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Herleitung des Europa-Begriffs, der Mythos Europa, die geographische Definition, das christliche Erbe des Karolingischen Reiches sowie das Spannungsfeld zwischen Nationalstaat und supranationaler Integration.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor möchte aufzeigen, dass Europa kein festes, vorpolitisch definiertes Gebilde ist, sondern seine Bedeutung aus einem stetigen sozialen und politischen Konstruktionsprozess bezieht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literatur- und Konzeptanalyse, die sich auf theoretische Ansätze zur Identitätsbildung, insbesondere von Autoren wie Münkler, Utzinger und Weidenfeld, stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den verschiedenen Dimensionen Europas – geographisch, mythologisch und historisch-kulturell –, um zu prüfen, ob diese als Basis für eine einheitliche europäische Identität taugen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Begriffe „Einheit in der Vielfalt“, „Identitätskonstruktion“, „Anschlussfähigkeit“ und „Kontextabhängigkeit“ stehen im Zentrum der Argumentation.

Welche Rolle spielt die Europäische Union für das europäische Identitätsverständnis?

Die EU wird als politisch-administratives Gebilde gesehen, das zwar identitätsstiftend wirken kann, aber nicht die alleinige Grundlage für das kulturelle und historische Selbstverständnis Europas bildet.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Geschichte auf das heutige Europa?

Der Autor bewertet historische Anhaltspunkte als nützliche Anknüpfungspunkte, warnt aber davor, Identität als statische, aus der Vergangenheit abgeleitete Essenz zu betrachten, da sie im stetigen Wandel begriffen ist.

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Details

Title
Europa als Idee - Konzept und Identität?
College
University of Leipzig  (Lehrbereich: Analyse und Vergleich politischer Systeme)
Course
Politische Kultur und Europa
Grade
1,7
Author
Sebastian Petzold (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V71711
ISBN (eBook)
9783638633154
Language
German
Tags
Europa Idee Konzept Identität Politische Kultur Europa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Petzold (Author), 2007, Europa als Idee - Konzept und Identität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71711
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