Zu: Friedrich Schiller - "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"


Seminararbeit, 1997
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

Einleitung

1. Begriffsbestimmung: Ästhetik, ästhetische Erziehung, ästhetische Bildung

2. Der Inhalt der Briefe
2.1 Der 12. Brief
2.2 Der 13. Brief
2.3 Der 14. Brief

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die von Hermann Röhrs ausgewählten Textstellen ‘Über die ästhetische Erziehung des Menschen’ von Friedrich Schiller unter dem Bildungsphilosophischem Aspekt, beschränken sich auf den Zwölften, Dreizehnten und Vierzehnten Brief von insgesamt 27 Briefen. In diesem Rahmen bleibt auch die vorliegende Arbeit.

Zuerst wird der Begriff Ästhetik geklärt. Nach einer kurzen Inhaltsangabe wird im 12. Brief die Triebtheorie Schillers dargelegt. Im 13. Brief findet Schiller zu einer Synthese der Triebe und darauf aufbauend seine Zielvorstellung des ästhetischen Bildungsideals. Im 14. Brief greift er nochmals die Wechselwirkung der Triebe auf und führt zu dem Begriff Spieltrieb hin, der die Synthese von sinnlichem Trieb und Formtrieb bilden soll.

1.0 Begriffsbestimmung: Ästhetik, ästhetische Erziehung, ästhetische Bildung

Wir haben uns heute daran gewöhnt, Ästhetik mit Kunsttheorie gleichzusetzen. Wollten wir jedoch mit diesem Verständnis an Schillers ästhetische Schriften herangehen, so würden dabei sicherlich Mißverständnisse auftreten. So ist zunächst einmal der Begriff der Ästhetik zu klären.

Jürgen-Eckardt Pleines verweist darauf, daß das Wort aisthesis vorerst noch in eine ganz andere Richtung, nämlich die der “sinnlichen Wahrnehmung” oder einfach “Erkenntnis”, ging. Diese Wahrnehmung hatte noch nichts mit “der Gefälligkeit, der Formschönheit oder der inneren Gliederung ihres Gegenstandes zu tun”, denn darüber entscheidet der Geschmack, welcher damals noch gar kein Uteilskriterium war. Erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts, führt Alexander Gottlieb Baumgartner in seiner Schrift Aesthetica, den uns geläufigen Begriff ein.[1]

Gerhard Blum stellt fest, das Ästhetik als ‘die Lehre vom Schönen’ definiert wurde, und da Kunst damals notwendig mit Schönheit verbunden war, so kann man Kunsttheorie als Teilgebiet der Ästhetik ansehen. Die klassische Kunsttheorie von der Einheit in der Mannigfaltigkeit geht von dem Glauben aus, daß in der unendlichen Vielfalt der Naturerscheinungen dennoch ein Einheit stiftendes Prinzip herrscht, das in letzter Instanz Gott ist. Der Künstler sollte nach dem Muster der Natur seine eigene Welt schaffen.[2]

Lutz Koch interpretiert den Begriff des Ästhetischen doppeldeutig. Einerseits geht er auf die bereits oben beschriebene Bedeutung ein. Zweitens jedoch bezieht sich Ästhetik auch auf die Wahrnehmung der Schönheit der bloßen Form. So gewinnt im ersten Fall der Sinn des Ästhetischen an Bedeutung und im zweiten die Einbildungskraft, welche die Empfindungen des Sinnes miteinander zum Verschmelzen bringt.

“Insofern sie das Mannigfaltige der sinnlichen Empfindungen zur Einheit einer Anschauung, zur Einheit eines Bildes synthetisiert oder formt, ist sie wahrhaft bildend.“[3]

Wenn Ästhetik bildend ist, dann hat sie auch eine erzieherische Komponente, denn Erziehung zielt immer auf Formgebung ab, ganz gleich welcher erzieherischen Richtlinien man sich bedient.

Thomas Schütze stellt ein spezifisches Bildungsverständnis bei Schiller fest, denn unter Bildung des Menschen wird ein Gestaltungsprozeß des Menschen selbst oder seiner Welt verstanden, der von der eigenen freien Selbstbestimmung des Menschen ausgeht. Die Grundlagen sind die sinnlichen und geistigen Anteile des Menschen die dialektisch ineinander verschränkt sind.[4]

2.0 Der Inhalt der Briefe

Schiller war zweifellos von den Erlebnissen der französischen Revolution von 1789 stark beeinflußt, die ihn dazu veranlaßte, über die zukünftige Entwicklung der Menschheit nachzudenken.

In der vorliegenden Form erschienen die ästhetischen Briefe 1795 in drei Gruppen in Schillers Zeitschrift ‘Die Horen’. Ihren Ursprung haben sie in Briefen aus den Jahren 1793-94, die Schiller an den dänischen Prinzen von Augustenburg schrieb. Diese Briefe gingen jedoch am 24.2.94 bei einem Brand im Kopenhagener Schloß verloren. Schiller besaß allerdings Abschriften, die er für eine Neufassung benutzen konnte.[5]

1791 studierte er die ‘Kritik der Urteilskraft’ und das war dann zweifellos das für Schillers ästhetische Überlegungen einflußreichste Werk.[6]

“Er legte brieflich dar, wie Kants Ethik und Ästhetik umformend weiterzuführen seien, wenn das große politische Problem der Zeit - aus dem physisch-machtmäßigen einen moralischen Staat zu schaffen - gelöst werden solle. Kants Entgegensetzung von Pflicht und Neigung könne, so Schiller, in ihrer Unversöhnlichkeit nur entweder den von Trieben beherrschten “Wilden” oder den moralistischen “Barbaren” hervorbringen. Aufgabe und Möglichkeit “ästhetischer Erziehung” bestünde aber gerade darin, die beiden entgegengesetzten Tendenzen in einem “dritten Charakter”, einem “dritten, fröhlichen Reiche “der Schönheit, des Spiels und des Scheins zu vereinigen.”[7]

Kurzgefaßt sieht Schiller zunächst die wichtigste Aufgabe darin, die Menschen zu einer idealen Menschheit zu erziehen. Dieser ideale Mensch lebt harmonisch in einem Vernunftstaat, den er sich selbst geschaffen hat. Welche Rolle dabei das Schöne spielen könnte, sollen die Briefe darlegen.

Wie baut Schiller sein ästhetisches Bildungsideal auf und wie sieht er den idalen Menschen? Bevor darauf eingegangen werden kann, ist der Begriff “Mensch” im Sinne von Schiller zu klären, weil der Mensch das zentrale Thema ist.

[...]


[1] vgl. Pleines, Jürgen-Eckhardt, in: Pädagogik und Ästhetik, Weinheim 1994, S. 26.

[2] vgl. Blum, Gerhard, Fulda, 1988, S.15.

[3] Koch, Lutz, Weinheim, 1994, S. 16.

[4] vgl. Schütze, Thomas, Weinheim, 1993, S. 59.

[5] Floß, Ulrich, Köln, 1989, S. 17.

[6] ebd. S. 19

[7] Die Pädagogik der Moderne, München, 1992, S. 93.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Zu: Friedrich Schiller - "Über die ästhetische Erziehung des Menschen"
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Allgemeine Pädagogik)
Veranstaltung
Einführung in die Allgemein Pädagogik
Note
1,3
Autor
Jahr
1997
Seiten
12
Katalognummer
V7176
ISBN (eBook)
9783638145138
ISBN (Buch)
9783638798822
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich, Schiller, Erziehung, Menschen, Einführung, Allgemein, Pädagogik
Arbeit zitieren
Karoline Kmetetz-Becker (Autor), 1997, Zu: Friedrich Schiller - "Über die ästhetische Erziehung des Menschen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7176

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