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Demographischer Wandel und geringe Fertilität. Handlungsmöglichkeiten deutscher Familienpolitik

Title: Demographischer Wandel und geringe Fertilität. Handlungsmöglichkeiten deutscher Familienpolitik

Diploma Thesis , 2006 , 119 Pages , Grade: gut

Autor:in: Diplom Sozialwissenschaftlerin Stefanie Prins (Author)

Politics - Miscellaneous
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In Deutschland, so wie in anderen europäischen Staaten, gibt es immer weniger Kinder. Aufgrund dieser Beobachtung ist in den Medien sogar gelegentlich vom „Aussterben der Deutschen“ zu lesen. Ob diese provokante Aussage zutrifft, mag dahin gestellt sein. Tatsache ist aber, dass die Fertilitätsraten seit den 1970er Jahren, zumindest in Westdeutschland, immer niedriger geworden sind. Ich untersuche in dieser Arbeit daher den demographischen Wandel mit seinen Folgen und Ursachen und wie die Familienpolitiker in Deutschland damit umgehen sollten. Wie im Titel der Arbeit angesprochen, werde ich dabei versuchen, Handlungsempfehlungen für die deutschen Familienpolitiker aufzustellen.
Es werden folgende Forschungsfragen untersucht:
1.Warum sind die deutschen Geburtenraten so niedrig?
2. Wie ist es möglich, diese wieder zu erhöhen?
Auch mit umfassenden Reformen innerhalb der Familienpolitik kann eine Erhöhung der Geburten nur mit gesellschaftlicher Akzeptanz der Maßnahmen erreicht werden. Das heißt, dass es trotz umfassender, staatlicher Maßnahmen möglich ist, keine nennenswerten Effekte auf die Geburtenraten zu erhalten. Dies ist dann der Fall, wenn die den Maßnahmen zugrunde liegenden Werte und Normen in der Bevölkerung nicht oder erst nach langer Gewöhnungsphase angenommen werden. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Die Vätermonate bei der Elternzeit sollen dafür sorgen, dass mehr Väter die Erziehungsverantwortung übernehmen als es bis zum jetzigen Zeitpunkt der Fall ist. Ob mit Einführung des Elterngeldes die Väter in verstärktem Maße dazu gebracht werden das Angebot der Elternzeit anzunehmen, wird auch davon abhängig sein wie ein Hausmann gesellschaftlich akzeptiert wird. Werden Elternzeit nehmende Männer als „Pantoffelhelden“ abgestempelt oder dafür bewundert, dass sie den Beruf unterbrechen, um sich ihrem Nachwuchs zu widmen? Zum Zeitpunkt der Arbeit kann darüber noch keine Aussage gemacht werden, weil gesellschaftliche Normen und Veränderungen einen langen Prozess durchmachen, um sich in der Gesellschaft zu verfestigen. Es wird aber die Frage beantwortet, wie bestehende gesellschaftliche Normen und Werte auch die Fertilitäten eines Landes beeinflussen können. Dies wird besonders an einem internationalen Vergleich zwischen Frankreich, Schweden, Italien und Deutschland deutlich.







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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil 1 Demographie

Kapitel 1 Demographische Situation

1.1 Definition Demographie

1.2 Demographische Daten

1.3 Internationaler Vergleich

1.4 Effekte des demographischen Wandels

Kapitel 2 Auswirkungen

2.1.1 Auswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

2.1.2 Auswirkungen auf die gesetzliche Rentenversicherung (GRV)

2.1.3 Auswirkungen auf die gesetzliche Pflegeversicherung (GPV)

2.2 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft

2.3 Auswirkungen auf die Kommunen

Zwischenfazit 1

Teil 2 Forschungsfrage 1: Wieso sind die deutschen Geburtenraten so niedrig?

Kapitel 3 Gründe für geringe Fertilitäten

3.1 Sozialer Wandel

3.2 Wirtschaft

3.3 Schlechte Kinderbetreuungsmöglichkeiten

3.4 Kinder als öffentliches Gut durch Einführung der GRV

3.5 „Hotel Mama“

3.6 Mehrdimensionale Kontextgebundenheit und Wunschbiographie

Zwischenfazit 2

Teil 3 Forschungsfrage 2: Wie können die Geburtenraten wieder erhöht werden?

Kapitel 4 Definitionen

4.1 Definition von Familie

4.2 Definition von Politik

4.3 Definition von Familienpolitik

Kapitel 5 Notwendigkeit, Aufgaben und Ziele von Familienpolitik

Kapitel 6 Maßnahmendarstellung

6.1 Normen des Ehe-, Familien-, Jugend- und Mutterschutzrechts

6.2 Familienlastenausgleich (FLA), Familienleistungsausgleich

6.2.1 Steuerliche Absetzbarkeit

6.2.2 Kindergeld

6.2.3 Kinderzuschlag

6.3 Erziehungsgeld

6.4 Erziehungsurlaub/ Elternzeit

6.5 Erziehungsjahre

6.6 Bereich sozialer Sicherung

6.6.1 Hinterbliebenenrente

6.6.2 Familienleistungen im Rahmen der GKV

6.7 Bereich Wohnen

6.7.1 Wohngeld

6.7.2 Eigenheimzulage

6.7.3 Kinderzuschuss bei der Eigenheimzulage

6.7.4 Bausparförderung/Wohnungsbauprämiengesetz

6.7.5 Soziale Wohnraumförderung

6.8 Bereich Erziehungshilfen, Ausbildungsförderung

6.8.1 Erziehungshilfen

6.8.2 Ausbildungsförderung

6.9 Sonstige

6.9.1 Das Unterhaltvorschussgesetz

6.9.2 Preis- und Tarifermäßigung

6.9.3 Förderung der Familienerholung

6.10 Zusammenfassung der Maßnahmen

Kapitel 7 Akteure und Kompetenzen der Familienpolitik

7. 1 Bund, Länder und Kommunen als öffentliche Träger

7. 1. 1 Kommunen

7. 1. 2 Länder

7. 1. 3 Bund

7. 2 Nichtöffentliche Träger

Kapitel 8 Bundesdeutsche Familienpolitik in der Chronologie

8.1 Ära Wuermeling

8.2 Familienminister Heck- leichtes Umdenken

8.3 Familienpolitik in der sozial- liberalen Koalition

8.4 Christlich- liberale Familienpolitik

8.5 Rückblick auf 50 Jahre Familienpolitik

Kapitel 9 Evaluation der Reichweite der Maßnahmen- die Problematik der Familienpolitik

9.1 Das familiale Handlungsumfeld als Entscheidungsindikator

9.2 Mangelndes Zusammenwirken von Ziel, Maßnahme und Wirkung

9.3 Föderalismus als Reformbremse

9.4 Evaluation der Maßnahmen im Hinblick auf Geburtensteigerung

9.4.1 Bereich der Rechtsnormen

9.4.2 Leistungen des FLAs

9.4.3 Maßnahmenpaket Erziehungsgeld, Erziehungsurlaub und Erziehungsjahre

9.4.4 Bereich der sozialen Sicherung

9.4.5 Bereich Wohnen

9.4.6 Bereich Erziehungshilfen/ Ausbildungsförderung

9.4.7 Bereich Sonstiges

Kapitel 10 Familienpolitik und ihre Leistungen im europäischen Vergleich

10.1 Kindergeld

10.2 Erziehungsgeld und Erziehungsurlaub

10.3 Ehe- und/oder familienbezogene Besteuerung

10.4 Kinderbetreuung und Frauenerwerbstätigkeit

Kapitel 11 Schweden, Frankreich und Italien im Blickpunkt

11.1 Schweden- die Leidenschaft zur Gleichstellung

11.2 Frankreich- der Blick auf Kinder

11.3 Italien- ein Blick in den Spiegel

11.4 Vergleich

11.5 Zusammenfassung

Kapitel 12 Reformvorschläge

12.1 Hohe finanzielle Unterstützung bei Erwerbsunterbrechung

12.2 Ausbau der Kinderbetreuung

12.3 Qualitätskontrollen

12.4 Einbindung der Kinderbetreuung in den Bildungszweig

12.5 Einführung einer Familienkasse

Kapitel 13 Erörterung der Forschungsfragen

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht den demographischen Wandel in Deutschland, insbesondere die Problematik der geringen Fertilitätsraten, und analysiert die Handlungsmöglichkeiten der deutschen Familienpolitik, um diese Entwicklung durch geeignete Maßnahmen positiv zu beeinflussen.

  • Analyse der demographischen Situation und ihrer Auswirkungen auf Sozialversicherung, Wirtschaft und Kommunen
  • Untersuchung der soziologischen und ökonomischen Ursachen für geringe Geburtenraten
  • Evaluation bestehender familienpolitischer Maßnahmen in Deutschland
  • Internationaler Vergleich der Familienpolitik (insb. Frankreich, Schweden, Italien)
  • Ableitung von Reformvorschlägen für eine zukunftsfähige Familienpolitik

Auszug aus dem Buch

1. 4 Effekte des demographischen Wandels

Mäding (2004, 86) unterscheidet acht Effekte des demographischen Wandels, die sich durch die Veränderungen der Verhältnisse von Geburten, Todesfällen und Wanderungen ergeben. Der erste Wandel betrifft das nationale Bevölkerungsvolumen. Die Geburtenraten sind seit Jahrzehnten zu niedrig, um die Reproduktion der Bevölkerung gewährleisten zu können. Folglich ist die Sterberate höher als die Geburtenrate. Der zweite Effekt betrifft die Migration. Zwischen 1960 und 2000 lag der durchschnittliche jährliche Wanderungssaldo bei rund 250.000 Personen. Das heißt, dass eine Gesellschaft, die konstant genauso viele Geburten- wie Todesfälle verzeichnet, jährlich um durchschnittlich 250.000 Menschen wächst (Vgl. Mäding, 2004, 86).

Aus den ersten beiden Trends ergibt sich der dritte Trend des stetigen Anstiegs der Gesamtbevölkerung aufgrund der hohen Zuwanderungsraten. Die Schrumpfung der deutschen Bevölkerung als Konsequenz der niedrigen Geburtenraten wird durch sie verschleiert (siehe Abbildung 5). Allerdings wird die Bevölkerung zwischen 2010 und 2020 zu schrumpfen beginnen, da die Wanderungen ins Inland abnehmen. Das Statistische Bundesamt (2003) geht in der mittleren Variante der „10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung“ davon aus, dass sich die Bevölkerung ab 2012 dezimieren wird (Vgl. Mäding, 2004, 86).

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 Demographische Situation: Definition der demographischen Grundlagen und Darstellung der Bevölkerungsentwicklung sowie der aktuellen Fertilitätsdaten in Deutschland.

Kapitel 2 Auswirkungen: Analyse der Folgen des demographischen Wandels für die Sozialversicherungssysteme, den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und die Kommunen.

Kapitel 3 Gründe für geringe Fertilitäten: Erörterung der Ursachen für den Geburtenrückgang, darunter sozialer Wandel, wirtschaftliche Faktoren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Kapitel 4 Definitionen: Klärung der Begriffe Familie, Politik und Familienpolitik als theoretische Basis für die Untersuchung.

Kapitel 5 Notwendigkeit, Aufgaben und Ziele von Familienpolitik: Untersuchung der staatlichen Verantwortung und der Ziele familienpolitischer Interventionen.

Kapitel 6 Maßnahmendarstellung: Umfassende Aufarbeitung der bestehenden familienpolitischen Instrumente in Deutschland, von Steuervorteilen bis zu Erziehungshilfen.

Kapitel 7 Akteure und Kompetenzen der Familienpolitik: Analyse der Zuständigkeiten von Bund, Ländern und Kommunen sowie nichtöffentlicher Akteure.

Kapitel 8 Bundesdeutsche Familienpolitik in der Chronologie: Historischer Rückblick auf 50 Jahre familienpolitischer Entwicklung in Deutschland.

Kapitel 9 Evaluation der Reichweite der Maßnahmen- die Problematik der Familienpolitik: Untersuchung der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen im Hinblick auf Geburtensteigerung.

Kapitel 10 Familienpolitik und ihre Leistungen im europäischen Vergleich: Vergleichende Analyse der Familienförderung in ausgewählten europäischen Staaten.

Kapitel 11 Schweden, Frankreich und Italien im Blickpunkt: Detaillierter Blick auf unterschiedliche familienpolitische Modelle und ihre Erfolge bei der Geburtenrate.

Kapitel 12 Reformvorschläge: Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Familienpolitik.

Kapitel 13 Erörterung der Forschungsfragen: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfragen der Diplomarbeit.

Schlüsselwörter

Demographischer Wandel, Familienpolitik, Fertilitätsraten, Geburtenrückgang, Kinderbetreuung, Sozialversicherung, Elterngeld, Familienleistungsausgleich, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehungsgeld, Europa-Vergleich, Bevölkerungsentwicklung, Alterssicherung, Bildungsförderung, Reformmaßnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den demographischen Wandel in Deutschland, die Ursachen für die niedrigen Geburtenraten und die Möglichkeiten einer effektiven Familienpolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die demographische Analyse, die Folgen für Sozialsysteme und Wirtschaft sowie die Evaluation staatlicher familienpolitischer Maßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für die deutsche Familienpolitik zu erarbeiten, um die Geburtenraten nachhaltig zu erhöhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine umfangreiche Literaturanalyse, die durch Vergleiche mit europäischen Nachbarländern ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Demographie, eine Ursachenanalyse für geringe Fertilitäten, eine detaillierte Darstellung der Instrumente der Familienpolitik sowie eine Evaluation und Reformdiskussion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Demographischer Wandel, Fertilitätsrate, Familienleistungsausgleich, Kinderbetreuung und Generationenvertrag.

Warum ist das Drei-Phasen-Modell für Frauen heute oft problematisch?

Das Modell setzt voraus, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit für eine lange Zeit unterbrechen, was angesichts heutiger Karriereanforderungen und Lebensentwürfe oft zum Karriereverlust führt.

Warum ist eine zentralisierte Familienkasse ein Reformvorschlag?

Da Deutschland föderal geprägt ist, führt die Kompetenzverteilung auf verschiedene Ebenen zu Reibungsverlusten; eine zentrale Stelle nach französischem Vorbild könnte mehr Transparenz und Effizienz schaffen.

Welche Rolle spielt die Kinderbetreuung im internationalen Vergleich?

Länder mit erfolgreicher Familienpolitik, wie Schweden oder Frankreich, setzen stark auf ein breites, staatlich unterstütztes Angebot an ganztägigen Betreuungseinrichtungen, was Deutschland in dieser Form fehlt.

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Details

Title
Demographischer Wandel und geringe Fertilität. Handlungsmöglichkeiten deutscher Familienpolitik
College
Ruhr-University of Bochum  (Ruhr-Universität Bochum)
Grade
gut
Author
Diplom Sozialwissenschaftlerin Stefanie Prins (Author)
Publication Year
2006
Pages
119
Catalog Number
V71762
ISBN (eBook)
9783638623346
ISBN (Book)
9783638717878
Language
German
Tags
Demographischer Wandel Beispiel Fertilitäten Handlungsmöglichkeiten Familienpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Sozialwissenschaftlerin Stefanie Prins (Author), 2006, Demographischer Wandel und geringe Fertilität. Handlungsmöglichkeiten deutscher Familienpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71762
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