1. Einordnung der Mitarbeiterbesprechung in die Unternehmenskommunikation
Der Begriff der Unternehmenskommunikation umfasst sowohl die betriebliche interne Kommunikation, als auch die externe Kommunikation, d.h. zum Beispiel die Kommunikation mit externen betrieblichen Partnern und Kunden. Der für diese Hausarbeit relevante Bereich stellt die interne Kommunikation dar, die sich wiederum als Instrument der Unternehmenskommunikation in zwei wesentliche Teilbereiche untergliedern lässt. Es handelt sich hierbei um die Informationsvermittlung und die Dialogführung. Die Mitarbeiterbesprechung lässt sich dem Teilbereich der Dialogführung zuordnen und stellt im Wesentlichen den sprachlichen Austauschprozess zwischen Führungskraft und unterstellten Mitarbeitern dar.
Die Bedeutung der Unternehmenskommunikation verdeutlicht Dieter Herbst, der definiert, dass eine gut organisierte und funktionierende Unternehmenskommunikation Orientierung gibt, aktiv erklärt statt passiv zu verteidigen und eine Prozess- statt Ergebniskommunikation ist. Sie bezieht alle Kommunikationspartner mit ein, ist widerspruchsfrei, systematisch, dauerhaft, flexibel, anpassbar und bedürfnisorientiert.
Inwiefern eine Mitarbeiterbesprechung diese Kriterien erfüllen kann, soll anhand verschiedener Merkmale überprüft werden, in denen vor allem die Vorbereitung und der Ablauf einer Mitarbeiterbesprechung fokussiert werden.
2. Abgrenzung der Mitarbeiterbesprechung
Häufig ist eine eindeutige Trennung synonymer Begriffe schwierig, da in der betrieblichen Praxis entsprechende Bezeichnungen unterschiedlich definiert und verwendet werden. Hier soll vor allem eine Abgrenzung zum Mitarbeitergespräch und der Sitzung durchgeführt werden.
Wesentliche Kriterien, die eine Einteilung in die verschiedenen Instrumente der Unternehmenskommunikation ermöglichen, sind die Anzahl der Teilnehmer und deren Stellung im Unternehmen, der Anlass bzw. das Ziel, die Häufigkeit und die Zeitdauer der Zusammenkunft .
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung der Mitarbeiterbesprechung in die Unternehmenskommunikation
2. Abgrenzung der Mitarbeiterbesprechung
2.1. Mitarbeiterbesprechung
2.2. Mitarbeitergespräch
2.3. Sitzung
3. Die Mitarbeiterbesprechung im Harzburger Modell
4. Strukturelle Analyse einer Mitarbeiterbesprechung
4.1. Besprechungstypen
4.2. Organisatorische Vorbereitungen
4.3. Durchführung
4.4. Nachbereitung
5. Erfolgskriterien der Besprechungsleitung
6. Auswertung der Kriterien einer Mitarbeiterbesprechung
6.1. Vorteile und Risiken einer Mitarbeiterbesprechung
6.2. Praxisprobleme und neue Anwendungen
6.3. Eignung einer Mitarbeiterbesprechung als Instrument struktureller Kommunikation
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der Arbeit ist es, die Mitarbeiterbesprechung als zentrales Instrument der strukturellen internen Unternehmenskommunikation zu analysieren und deren effiziente Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus auf der Abgrenzung zu anderen Kommunikationsformen, der strukturellen Planung sowie der Rolle der Führungskraft als Moderator.
- Einordnung der Mitarbeiterbesprechung in den Kontext der internen Unternehmenskommunikation
- Abgrenzung der Mitarbeiterbesprechung von Mitarbeitergesprächen und Sitzungen
- Strukturelle Analyse der Phasen: Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung
- Erfolgskriterien der Besprechungsleitung und Anwendung des kooperativen Führungsstils
- Identifikation von Praxisproblemen und Ableitung von Optimierungspotenzialen
Auszug aus dem Buch
4.2 Organisatorische Vorbereitungen
Um einen reibungslosen Ablauf der Mitarbeiterbesprechung aus organisatorischer Sicht zu gewährleisten sind zahlreiche Entscheidungen bereits vor Beginn der eigentlichen Besprechung zu treffen.
Die Unternehmensleitung sollte Ihre Unternehmensgrundsätze klar formuliert haben. Die Führungskraft soll diese in der eigenen Zielformulierung für die einzelne Mitarbeiterbesprechung übertragen und präsentieren (Besprechungsziele). Eine Zielvereinbarung mit den Mitarbeitern ist unabdingbar und hilft operative Ziele im Voraus zu klären und somit die Erwartungen der Führungskraft an die Mitarbeiter bereits zu Beginn der Besprechung zu vermittelt. Sie stellt ein wesentliches Instrument des Management by objectives dar, in dem konkret dargestellt wird, weshalb etwas Bestimmtes, auf welche Weise, mit welchem messbaren Ergebnis und bis wann erreicht werden soll. Es werden somit Prioritäten gesetzt, die nutzlose Aktivitäten in der Hektik des Tagesgeschäfts vermeiden. Festgelegt werden sollte auch, in welchem Entscheidungsrahmen sich die Besprechung bewegt, d.h. welche Entscheidungen bereits unwiderruflich getroffen wurden und welche im Beeinflussungsgrad der Mitarbeiter wieder zu finden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Mitarbeiterbesprechung in die Unternehmenskommunikation: Das Kapitel verortet die Mitarbeiterbesprechung innerhalb der internen Kommunikation als wichtiges Werkzeug der Dialogführung zwischen Führungskraft und Mitarbeitern.
2. Abgrenzung der Mitarbeiterbesprechung: Hier werden präzise Definitionsunterschiede zwischen der Mitarbeiterbesprechung, dem Mitarbeitergespräch und der Sitzung hinsichtlich Teilnehmerzahl, Zweck und Dauer erarbeitet.
3. Die Mitarbeiterbesprechung im Harzburger Modell: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Ursprung des Modells und dessen Einfluss auf die heutige Bedeutung der Delegation von Verantwortung in Besprechungen.
4. Strukturelle Analyse einer Mitarbeiterbesprechung: Ein zentraler Abschnitt, der die Phasen von der organisatorischen Vorbereitung über die Durchführung bis zur Nachbereitung detailliert beschreibt.
5. Erfolgskriterien der Besprechungsleitung: Hier wird die Rolle der Führungskraft analysiert, wobei besonders der kooperative Führungsstil und das Prinzip der neutralen Moderation hervorgehoben werden.
6. Auswertung der Kriterien einer Mitarbeiterbesprechung: Dieses Kapitel reflektiert Vor- und Nachteile, analysiert häufige Praxisprobleme und bewertet die Eignung der Methode als Instrument struktureller Kommunikation.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachquellen zur Erarbeitung des Themas.
Schlüsselwörter
Mitarbeiterbesprechung, Unternehmenskommunikation, Dialogführung, Führungskraft, Delegation, Harzburger Modell, Besprechungskultur, Management by objectives, Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung, Moderation, Kooperativer Führungsstil, Strukturelle Kommunikation, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Mitarbeiterbesprechung als ein wesentliches Instrument innerhalb der betrieblichen internen Kommunikation und beleuchtet, wie diese strukturell korrekt und effizient durchgeführt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung von Besprechungsformen, die organisationstechnische Vorbereitung, den prozessorientierten Ablauf sowie die Anforderungen an die Führungskraft im Rahmen des kooperativen Führungsstils.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Führungskräften eine Orientierungshilfe zu geben, damit sie Mitarbeiterbesprechungen nicht nur als Informationsinstrument, sondern als motivierende und effiziente Form der strukturellen Kommunikation nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung empirischer Studien (z.B. durch das Hernstein Institut), um die Bedeutung und aktuelle Trends der Delegations- und Besprechungspraxis zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, eine strukturelle Phasenanalyse (Vorbereitung bis Nachbereitung) und eine kritische Auswertung von Erfolgskriterien und Praxisproblemen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Mitarbeiterbesprechung, Dialogführung, Delegation, kooperativer Führungsstil und Prozesskommunikation.
Welche Bedeutung hat das Harzburger Modell für die heutige Praxis?
Obwohl das Modell heute als teilweise überholt gilt, bildet es den Ursprung für das moderne Verständnis der Verantwortungsdelegation und betont die Notwendigkeit von Mitarbeiterbesprechungen als Instrument der vertikalen Kommunikation.
Warum wird die Durchführung von Besprechungen im Stehen erwähnt?
Dies dient als praktisches Beispiel, wie Unternehmen wie HP versuchen, die Effizienz zu steigern und Langatmigkeit zu vermeiden, um eine strikte Ergebnisorientierung zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt das Protokoll in der Mitarbeiterbesprechung?
Das Protokoll dient als wichtige Planungsbasis und Informationsgrundlage für Teilnehmende sowie Abwesende, wobei der Autor empfiehlt, die Protokollführung von der Besprechungsleitung zu trennen.
- Quote paper
- Volker Küpper (Author), 2007, Die Mitarbeiterbesprechung als Instrument struktureller Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71778