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Rodin und der Torso. Fragmentierung des Körpers

Title: Rodin und der Torso. Fragmentierung des Körpers

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 27 Pages , Grade: 2

Autor:in: Karoline Kmetetz-Becker (Author)

Art - Sculpture / Plastics
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Summary Excerpt Details

Zuerst vermittle ich in dieser Arbeit einen kleinen Einblick in Rodins künstlerische Werke. Darin spreche ich die allgemeinen Erneuerungen an, die er in die Plastik einführte, denn Rodin hat nicht ausschließlich Torsi angefertigt, wenn er auch auf diesem Gebiet als der erste Künstler gefeiert wird, der diesen Stil propagierte. Dann wende ich mich dem Thema der Arbeit zu: Rodin und der Torso und die Fragmentierung des Körpers im Hinblick auf das Menschenbild in der Kunst und in den heutigen Medien.

Wenn wir nach der Fragmentarisierung in Rodins Werk fragen, stellt sich zuallererst die Frage: Was ist ein Fragment? Im konventionellen Sinne versteht man darunter einen abgebrochenen oder nicht vollendeten Teil eines größeren Ganzen. Als Torsi wurden ursprünglich nur Trümmer antiker Standbilder bezeichnet. Seit der Renaissance dienten sie als Studienmaterial der Künstler. Die Bezeichnung wird nun auch auf alle Fragmente der Plastik angewandt, so auf Teile von Köpfen, Bruchstücken von Beinen, Armen, Händen, obwohl im engen Sprachgebrauch der Rumpf einer Figur gemeint ist. Das Fragment, wie Rodin es verstanden und verwendet hat, nimmt dagegen eine Bedeutung an, die so vor ihm nicht existierte. Ein Bein kann zum Beispiel eine volle Figur sein, und da sein Thema die menschliche Figur, das Leben der Menschen und die Geschichte der Menschheit ist, geht es bei ihm nicht nur darum, neue Gesetze in der Plastik aufzustellen, sondern auch einen neuen Begriff von der Existenz des Menschen zu prägen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Zur Rezeption der Karyatiden und des Apollo Belvedere bei Rodin

3. Das Erwachen der Menschheit

4. An der Schwelle zum Fragment: „L’Homme au nez cassé“

5. Das Fragment als „Ding“

6. Der fragmentisierte Körper als Sinnbild der Seele

7. Die Höllenpforte

8. Rodin und die Moderne

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Rodins Torsos und die Fragmentierung des menschlichen Körpers als Ausdruck eines neuen Menschenbildes in der Kunst sowie dessen Fortwirken in der Moderne.

  • Die ästhetische Neuerung des Fragments als "Kernsubstanz des Lebendigen" bei Auguste Rodin.
  • Die Analyse der Formensprache unter Einbeziehung der Rezeption von Antike und Michelangelo.
  • Die Rolle der Höllenpforte als zentrales Werk für die Entwicklung des modernen Menschenbildes.
  • Der Übergang von der anthropozentrischen Gestaltung hin zur Abstraktion und der dinghaften Auffassung des Körpers.
  • Die Rezeption von Rodins Fragmentierungskonzept durch moderne Künstler wie Duchamp und Kirkeby.

Auszug aus dem Buch

1. Einführung

Zuerst vermittle ich einen kleinen Einblick in Rodins Œuvre. Darin spreche ich die allgemeinen Erneuerungen an, die er in die Plastik einführte, denn Rodin hat nicht ausschließlich Torsi angefertigt, wenn er auch auf diesem Gebiet als der erste Künstler gefeiert wird, der diesen Stil propagierte. Dann wende ich mich dem Thema der Arbeit zu: Rodin und der Torso und die Fragmentierung des Körpers im Hinblick auf das Menschenbild in der Kunst und in den heutigen Medien.

Auguste Rodin wurde 1840 in Paris geboren und verstarb 1917. Dreimal wurde ihm der Zugang zur Kunstakademie verwehrt. Als Novize war er bei den Vätern des Hl. Sakraments. Nach einem halben Jahr verließ er den Orden, um sich ganz der Bildhauerei zuzuwenden. Er arbeitete in der Porzellanmanufaktur Sèvres und danach vier Jahre in Belgien. 1875 unternahm er seine Italienreise. 1880 erhielt er eine erste Würdigung für Das eherne Zeitalter und Johannes der Täufer, sowie den Auftrag für das Höllentor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung umreißt die künstlerische Entwicklung Rodins und führt in das zentrale Thema der Fragmentierung des menschlichen Körpers ein.

2. Zur Rezeption der Karyatiden und des Apollo Belvedere bei Rodin: Dieses Kapitel beleuchtet die kunsthistorischen Grundlagen und die Rückführung antiker Formen auf Rodins Verständnis des Torsos.

3. Das Erwachen der Menschheit: Fokus auf der Skulptur "Das Eherne Zeitalter" und der Suche nach einer neuen Materialität und Körperlichkeit in der Bildhauerei.

4. An der Schwelle zum Fragment: „L’Homme au nez cassé“: Analyse der Maske des Mannes mit zerbrochener Nase als ein Frühwerk, das den Bruch mit konventionellen Idealen markiert.

5. Das Fragment als „Ding“: Untersuchung der soziologischen und ästhetischen Entfremdung, bei der der Mensch in Rodins Werk zu materiellen Gütern in Bezug gesetzt wird.

6. Der fragmentisierte Körper als Sinnbild der Seele: Betrachtung der geistigen Dimensionen des Verstümmelungsaspekts, etwa bei "Voix intérieure" oder dem "Schreitenden".

7. Die Höllenpforte: Die monumentale Arbeit wird als komplexer Raum der Verwandlung und der Spiegelung menschlicher Leiden interpretiert.

8. Rodin und die Moderne: Untersuchung des Einflusses Rodins auf Künstler der Moderne wie Marcel Duchamp und Per Kirkeby.

9. Resümee: Fazit der Untersuchung, das die Bedeutung von Rodin als Wegbereiter für ein nicht-anthropozentrisches Weltbild der Kunst des 20. Jahrhunderts hervorhebt.

Schlüsselwörter

Auguste Rodin, Torso, Fragmentierung, Menschenbild, Höllenpforte, Bildhauerei, Moderne, Körperlichkeit, Das Eherne Zeitalter, Assemblage, Antike, Formensprache, Kunstgeschichte, Abstraktion, Existenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Werk von Auguste Rodin mit einem spezifischen Fokus auf die Fragmentierung des Körpers und die Bedeutung des Torsos für das moderne Menschenbild.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des modernen Skulpturbegriffs, die Auseinandersetzung mit der Tradition der Antike, das "Ding"-Konzept und die Wirkung von Rodin auf die zeitgenössische Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rodin den Körper nicht mehr als geschlossene Einheit, sondern als Fragment begreift, das als Metapher für die menschliche Existenz und das Schicksal in einer sich wandelnden Welt dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt kunsthistorische Analysen von Werkbeispielen, bezieht sich auf kunsttheoretische Konzepte (wie die von Rilke, Anders oder Jung) und setzt diese in den Kontext der Entstehungsgeschichte der Werke.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Genese der Fragmentierung, die Symbolik der Höllenpforte, die Bedeutung der Bewegung in der Plastik und die Rezeption durch moderne Künstler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rodin, Torso, Fragment, Menschenbild, Moderne, Höllenpforte, Körperlichkeit und künstlerische Form.

Welche Bedeutung kommt der "Höllenpforte" in der Argumentation zu?

Die Höllenpforte fungiert als zentraler Bezugspunkt, da sie fast alle von Rodin bearbeiteten Themen des menschlichen Leidens, der Bewegung und der Transformation vereint.

Wie unterscheidet sich Rodins Verständnis des Fragments von der antiken Tradition?

Während in der Antike Torsi oft zufällige Überreste darstellten, nutzt Rodin das Fragment bewusst als ästhetisches Ausdrucksmittel und "Kernsubstanz", um das menschliche Wesen in seiner Komplexität darzustellen.

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Details

Title
Rodin und der Torso. Fragmentierung des Körpers
College
State Academy of Design Karlsruhe  (Institut für Kunstwissenschaft und Medientheorie)
Course
Das Menschenbild in der Kunst und in den heutigen Medien
Grade
2
Author
Karoline Kmetetz-Becker (Author)
Publication Year
2000
Pages
27
Catalog Number
V7177
ISBN (eBook)
9783638145145
ISBN (Book)
9783638639835
Language
German
Tags
Rodin Torso Fragmentierung Körpers Menschenbild Kunst Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Kmetetz-Becker (Author), 2000, Rodin und der Torso. Fragmentierung des Körpers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7177
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