Die Neuordnung der Wirtschaft Japans (1945-1952)


Seminararbeit, 2001

19 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1
1.1. Die Wirtschaft zur Kriegszeit
1.2. Die Nachkriegszeit

Kapitel 2
Die Veränderungen in der Wirtschaft
2.1. Die Reformperiode
2.2. Die Gegenkurs-Periode
2.3. Die Dodge-Line-Periode
2.4. Die Korea-Krieg-Periode

Schluß

Literaturverzeichnis.

Einleitung

Die Neuordnung der Wirtschaft. Was bedeutet das?

Schlägt man in einem Wörterbuch unter dem Begriff „Neuordnung“ nach, so steht dort: „die: neue, andersartige Ordnung“ (Duden 2001). Aber was bedeutet dies in Bezug auf die Wirtschaft?

Nun, zu erst einmal ist nicht die Wirtschaft allgemein gemeint, sondern nur die Japan und auch nur in den Jahren von 1945 bis 1952.

Trotzdem bleibt die Frage, warum sie neu geordnet werden sollte und vor allem, von wem?

Diesen beiden Fragen möchte in nun in meiner Arbeit auf den Grund gehen und versuchen sie eingehend zu erläutern.

Kapitel 1

1.1. Die Wirtschaft zur Kriegszeit

Ein Land, das sich im Kriegszustand befindet, hat andere Bedarfsgüter als zu Friedenszeiten. Nun werden Kriegsgerätschaften in einem hohen Ausmaß benötigt, weshalb die Wirtschaft auf diese Bedürfnisse umgestellt werden muß. Arbeitskräfte, Kapital und Rohstoffe müssen in Wirtschaftsbereichen konzentriert werden, die für den Krieg den größten Nutzen darstellen.

Weder im Ersten noch im Zweiten Weltkrieg überließen kriegführende Regierungen diese Umstellung den Regeln und Kräften staatsfreier Märkte (Hentschel 1986: 39).

Das bedeutet, daß die japanische Regierung maßgeblich in die Wirtschaft eingriff und diese dadurch im Verlaufe des Krieges mehr und mehr zu einer „militärischen Kontrollwirtschaft“ (Hammitzsch 1984: 2071) machte. Die Grundlage dazu verschaffte sich die Regierung mit dem „Gesetz über die Aktivierung aller nationalen Kräfte“ vom April 1938. Jenes war ein allgemeines Ermächtigungsgesetz, welches der Regierung die uneingeschränkte Lenkung der gesamten Industrie zugestand. Die Maßnahmen, die von da ab folgten ebneten den Weg der japanischen Wirtschaft in den Abgrund; am Ende des Krieges war Japans Wirtschaft stark zerrüttet.

1.2. Die Nachkriegszeit

Der Krieg hatte für das Land katastrophale Folgen. 2,3 Millionen Soldaten und etwa 800 000 Zivilisten waren als Opfer zu beklagen, über 20 japanische Großstädte waren zur Hälfte oder mehr zerstört, 2,5 Millionen Wohnhäuser und damit 3,7 Millionen Wohnungen waren vernichtet. Aufgrund der vielen Soldaten und Zivilisten, die ins Land zurückströmten, nahm die Arbeitslosigkeit immer enormere Ausmaße an (mehr als 13 Millionen Arbeitslose). Die Landwirtschaft war weniger denn je in der Lage, die Massen zu ernähren, weshalb überall Hunger herrschte. Die Anlagen der Konsumgüterindustrie waren weitestgehend zerstört, die der Schwer- und Rüstungsindustrie lagen brach. Japan mußte seine Kolonien abtreten, womit es lebenswichtige Rohstoffquellen und Absatzgebiete verlor. Es war importunfähig und der Handel wurde von den Siegermächten kontrolliert (Hartmann 1996: 211; Hentschel 1986: 59).

Nachdem am 14. August mit der Anerkennung der Potsdamer Deklaration[1] die Waffen niedergelegt und am 2. September die Kapitulationsurkunde unterzeichnet worden war, befand sich Japan in amerikanischer Hand. Es war besetzt und entmündigt. Wie Japans weiterer politischer sowie wirtschaftlicher Werdegang aussehen würde, lag allein in dem Ermessen Amerikas. Dies war aber sicherlich auch ein Vorteil für Japan, wurde es nämlich nicht wie Deutschland in mehrere Besatzungszonen aufgeteilt, sondern eben ausschlieβlich von den USA okkupiert. Ein weiterer Vorteil war, daß Japan seine Zentralregierung behalten durfte, während Deutschland der direkten Militärverwaltung der vier Besatzungsmächte[2] unterstellt wurde. Zwar hatte die japanische Regierung keine Entscheidungsfreiheit mehr und mußte den Anweisungen der Besatzungsmacht Folge leisten, dennoch hatte sie, wenn auch ein geringes, Mitspracherecht.

Was Japan aber zum Nachteil gereichte, war, daß die USA wenig daran interessiert waren, der japanischen Wirtschaft auf die Füße zu helfen. Im Gegenteil wollten sie Japan nicht nur als militärische Macht in Asien, sondern auch als ökonomischen Konkurrenten ausschalten.

So erhielt der amerikanische General Douglas MacArthur[3] die Weisung, „sich weder für die Wiederbelebung und Stärkung der japanischen Wirtschaft, noch für den Lebensstandard der japanischen Bevölkerung verantwortlich zu fühlen“ (Hentschel 1986: 60). Diese Einstellung blieb für die nächsten drei Jahre bestehen und stellte die Grundlage der amerikanischen Besatzungspolitik dar.

2. Kapitel

Die Veränderungen in der Wirtschaft

Die Besatzungszeit, welche 80 Monate dauerte (14. August 1945 – 28. April 1952), läßt sich in 4 Zeitabschnitte unterteilen:

1. August 1945 – Februar 1947: Reformperiode
2. Februar 1947 – Dezember 1948: Gegenkurs-Periode
3. Dezember 1948 – Juni 1950: Dodge-Line-Periode
4. Juni 1950 – April 1952: Korea-Krieg-Periode.[4]

2.1. Die Reformperiode

Während also die wirtschaftliche Erholung und die Beseitigung des sozialen Elends den Japanern überlassen wurde, begann die Besatzungsmacht schon bald nach der Okkupation, eine Reihe wichtiger Reformen in Angriff zu nehmen. Diese liefen unter dem Motto „Demokratisierung und Wirtschaft“.

Die drei wichtigsten dieser Reformen waren die Landreform, die Auflösung der zaibatsu[5] und die Veränderung der recht- und wehrlosen Stellung der Arbeiter.

Die Landreform

Diese Reform sollte „die ökonomische Hörigkeit, die Japans Bauern jahrhundertelang feudaler Unterdrückung ausgeliefert habe“ (Hentschel 1986: 60), beseitigen. Sie begann im Februar 1946.

[...]


[1] Die Potsdamer Deklaration vom 26. Juli 1945 war ein von den USA, Groβbritannien und China gestelltes Ultimatum an Tôkyô, in welchem diese die “sofortige und bedingungslose Kapitulation” Japans forderten (Hartmann 1996: 206).

[2] Dies sind die USA, Frankreich, Groβbritannien und Ruβland.

[3] 1880-1964. Der meistdekorierte Soldat in der Geschichte der US-amerikanischen Streitkräfte; nahm am Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie dem Koreakrieg teil. Er hatte das Oberkommando über die alliierten Streitkräfte und bezog nach der Kapitulation Japans in Tôkyô Posten, von Washington beauftragt, die Entscheidungen, die dort getroffen wurden, in Japan umzusetzen.

[4] Kodansha Encyclopedia of Japan, 1983.

[5] Ungefähr: “Finanzclique”; riesige Familien-AGs, deren Kapital entscheidende Positionen in Handel, Bergbau, in der Industrie und im Bankwesen innehatte. Insbesondere zu nennen sind hier Mitsui, Mitsubishi, Sumitomo und Yasuda.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Neuordnung der Wirtschaft Japans (1945-1952)
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Japanologisches Seminar)
Veranstaltung
Japanologisches Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2001
Seiten
19
Katalognummer
V71800
ISBN (eBook)
9783638696043
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuordnung, Wirtschaft, Japans, Japanologisches, Seminar
Arbeit zitieren
Diana Bettig (Autor:in), 2001, Die Neuordnung der Wirtschaft Japans (1945-1952), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71800

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