Die vorliegende Erarbeitung beschäftigt sich mit Gender Mainstreaming als Aufgabe für die Qualitätsentwicklung in personenbezogenen Dienstleistungen. Um sich diesem Thema systematisch zu näheren, wird zunächst ein Gesamtüberblick über Gender Mainstreaming gegeben werden. In diesem ersten Teil wird die Bedeutung von Gender Mainstreaming untersucht, der rechtliche Rahmen beleuchtet und die Ziele erörtert. Des Weiteren werden einige wichtige Methoden von diesem Konzept vorgestellt, wobei die „3-R-Methode“ genauer betrachtet werden soll um an einer Arbeitsweise genauer zu erklären, wie eine Methode von Gender Mainstreaming arbeiten kann. Eine kritische Betrachtung dieses Konzepts wird den ersten Teil der Ausarbeitung abrunden, denn kritikfähige Aspekte des Konzeptes sollen nicht verschwiegen werden und sind wichtig, um sich mit diesem Thema sorgfältig auseinanderzusetzen.
Der zweite Teil befasst sich, um der Systematik treu zu bleiben, mit der Qualitätsentwicklung in personenbezogenen Dienstleistungen. Dabei soll es u. a. darum gehen, inwieweit und wieso bei personenbezogenen Dienstleistungen und deren Qualität Schwierigkeiten vorliegen im Gegensatz zu z.B. „produktiver Arbeit“ und wieso gerade in diesem Bereich eine Qualitätsentwicklung wichtig ist. Dazu wird es auch bedeutsam sein, sich den Begriff der Lebensqualität genauer anzusehen, welcher in einem engen Zusammenhang mit der Qualität am Arbeitsplatz und im Privatleben steht und somit auch eine enorme Bedeutung für Gender Mainstreaming hat.
Der dritte Teil führt dann die ersten beiden erarbeiteten Aspekte zusammen und befasst sich mit der Qualitätssteigerung durch Gender Mainstreaming. Hierzu wird zunächst das Humankapital als potentieller Erfolgsfaktor untersucht und anschließend hinterfragt, ob eine Chancengleichheit Wettbewerbsvorteile verspricht. Danach werden Vorteile eines weiblichen Führungsstils dargestellt bzw. geprüft, ob es einen solchen Vorteil überhaupt gibt. Darauf folgend wird der Frage nachgegangen, ob mit Gender Mainstreaming eine Erhöhung der Gleichstellungskompetenz und -motivation von Führungskräften realisierbar ist. Der letzte, aber mindestens ebenso wichtige Aspekt, ob mittels Gender Mainstreaming eine Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für beide Geschlechter erreichbar ist, schließt diesen Erarbeitungsteil ab.
Eine persönliche Zusammenfassung als Resümee und Fazit der Auseinandersetzung mit diesem Thema beendet diese Arbeit. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gender Mainstreaming: Ein Überblick
2.1 Die Bedeutung von Gender Mainstreaming
2.2 Rechtlicher Hintergrund
2.3 Ziele
2.4 Methoden des Gender Mainstreaming
2.4.1 Die 3-R-Methode
2.5 Kritik
3. Qualitätsentwicklung in personenbezogenen Dienstleistungen
3.1 Lebensqualität
4. Qualitätssteigerung durch Gender Mainstreaming
4.1 Humankapital als Erfolgsfaktor
4.2 Chancengleichheit verspricht Wettbewerbsvorteile
4.3 Vorteile eines neuen (weiblichen) Führungsstils?
4.4 Die Erhöhung der Gleichstellungskompetenz und –motivation von Führungskräften
4.5 Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für beide Geschlechter
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz von Gender Mainstreaming als Instrument zur Qualitätsentwicklung im Bereich personenbezogener Dienstleistungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie durch die gezielte Berücksichtigung geschlechterspezifischer Aspekte die Effizienz und Produktivität von Organisationen gesteigert und gleichzeitig eine reale Chancengleichheit sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Frauen und Männer erreicht werden kann.
- Grundlagen und theoretischer Rahmen von Gender Mainstreaming
- Qualitätsentwicklung in personenbezogenen Dienstleistungssektoren
- Humankapitalmanagement als Hebel für Wettbewerbsvorteile
- Kritische Analyse von Führungskonzepten und Gleichstellungskompetenz
- Strategien zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Die 3-R-Methode
Bei der 3-R-Methode wird unter den 3 Kategorien Realität, Ressourcen und Repräsentation jede politische Maßnahme geprüft. Anhand dieser Methode erfolgt eine Bestandsaufnahme, eine Analyse der Geschlechtsstrukturen, die Aufdeckung von Gleichstellungsdefiziten und die Bestimmung des zukünftigen Handlungsbedarfs.
Innerhalb der Repräsentation wird das Verhältnis von Männern und Frauen auf Entscheidungsebenen untersucht. Durch eine Generalstatistik über die Verteilung der Geschlechter auf allen Ebenen wird analysiert, ob Männer oder Frauen in einem Bereich über- oder unterrepräsentiert sind und welche Funktionen sie bekleiden. Antworten auf Fragen, wie Frauen und Männer auf den Hierarchiestufen verteilt sind, können so beantwortet und ausgewertet werden.
Bezüglich der Ressourcenverteilung wird z.B. überprüft, wie viele Mittel wem zur Verfügung stehen. Die Erstellung einer genderbasierten Ressourcenstatistik zielt damit auf die geschlechtstypische Verteilung und die Verfügbarkeit von Ressourcen in Form von Zeit, Geld, Raum, Sachmitteln usw. Eine Ressourcenstatistik beantwortet z.B. die Frage danach, wie das Geld/Gehälter zwischen Männern und Frauen verteilt ist.
Der Realia- Aspekt befasst sich mit qualitativen Aspekten, um die Ursachen der Ergebnisse aus Repräsentation und Ressourcen zu analysieren und Veränderungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Damit wird eine geschlechtsdiffenzierte Analyse über die Unternehmenskultur in einer Organisation erstellt. Fragen wie, „Welche Normen und Werte herrschen in der Organisation und welche Ungleichheiten resultieren daraus?“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themenkomplexes Gender Mainstreaming im Kontext der Qualitätsentwicklung und Skizzierung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Gender Mainstreaming: Ein Überblick: Definition des Konzeptes sowie Erläuterung der Bedeutung, der rechtlichen Grundlagen, Ziele, Methoden und der Kritik am Ansatz.
3. Qualitätsentwicklung in personenbezogenen Dienstleistungen: Analyse der spezifischen Problematiken bei der Definition und Qualitätssicherung in diesem Sektor sowie die Bedeutung des Lebensqualitätsbegriffs.
4. Qualitätssteigerung durch Gender Mainstreaming: Darstellung des Nutzens von Gender Mainstreaming für Unternehmen, insbesondere durch Humankapitalnutzung, Wettbewerbsvorteile, Führungskultur und Vereinbarkeitsmodelle.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die notwendigen gesellschaftlichen sowie organisatorischen Entwicklungsprozesse.
Schlüsselwörter
Gender Mainstreaming, Qualitätsentwicklung, Personenbezogene Dienstleistungen, Chancengleichheit, Humankapital, Lebensqualität, 3-R-Methode, Arbeitsorganisation, Vereinbarkeit, Führungskräfte, Personalmanagement, Gleichstellungskompetenz, Wettbewerbsvorteile, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung von Gender Mainstreaming als Strategie zur Qualitätssteigerung und Organisationsentwicklung im Dienstleistungssektor.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Humankapital, die Chancengleichheit, moderne Führungsstile sowie die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine konsequente Gender-Perspektive die Effizienz von Organisationen gesteigert und diskriminierende Strukturen abgebaut werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die systematische Betrachtung von Instrumenten wie der "3-R-Methode" zur Bestandsaufnahme und Analyse von Geschlechterstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Gender Mainstreaming, die Besonderheiten personenbezogener Dienstleistungen und die konkreten ökonomischen Vorteile durch Diversität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gender Mainstreaming, Qualitätssicherung, Humankapital, Vereinbarkeit und Chancengleichheit.
Warum wird speziell das Humankapital als Erfolgsfaktor hervorgehoben?
Da in personenbezogenen Dienstleistungen Wissen und Können des Personals die Hauptressource darstellen, führt deren optimale, geschlechtergerechte Nutzung direkt zu Wettbewerbsvorteilen.
Wie bewertet die Autorin das Konzept des "weiblichen Führungsstils"?
Die Autorin betrachtet die Hypothesen dazu kritisch und betont, dass der Fokus eher auf der Beseitigung von Diskriminierung und der Förderung von Potenzialen unabhängig vom Geschlecht liegen sollte.
Welche Rolle spielen Männer in dieser Untersuchung?
Männer werden nicht nur als Akteure, sondern auch als Leidtragende traditioneller Geschlechterrollen thematisiert, wobei betont wird, dass Gender Mainstreaming auch ihre Lebensqualität erhöhen kann.
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- Fanny Reimann (Author), 2007, Gender Mainstreaming als Aufgabe für die Qualitätsentwicklung in personenbezogenen Dienstleistungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71835