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Liberalismus. John Stuart Mill 'Über die Freiheit': Stellenwert und kritisches Potential für moderne Demokratien

Title: Liberalismus.  John Stuart Mill 'Über die Freiheit': Stellenwert und kritisches Potential für moderne Demokratien

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: cand. paed. Martin Johannes Gräßler (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Im Jahre 1859 veröffentlichte der spätere Parlamentsabgeordnete des britischen Unterhauses, John Stuart Mill, eines seiner Hauptwerke „On Liberty“, welches eine Grundlage darstellt für seinen Platz in der Geschichte der politischen Denker. Er versuchte darzulegen, wie bürgerliche und soziale Freiheit in einer Gesellschaft beschaffen sein muss, um dem Begriff der Freiheit überhaupt gerecht zu werden. Zudem versuchte er nachzuvollziehen, unter welchen Bedingungen der Eingriff der Gesellschaft bzw. des Staates in die Lebenswelt des Einzelnen seiner Meinung nach gerechtfertigt ist. Nicht zuletzt auch, warum der Gemeinschaft enge Grenzen für derartige Eingriffe auferlegt sein sollten. Da sein Werk bis heute in der Tradition des Liberalismus eine große Bedeutung besitzt, ist es nur gerechtfertigt, sich mit diesem auseinanderzusetzen, was in der vorliegenden Arbeit geschehen soll.

Im ersten Teil der Arbeit soll erläutert werden, wie Mill den Begriff der Freiheit überhaupt definiert, welchen Nutzen die Freiheit der Gedanken und des Handelns überhaupt bringt und welche Beschränkungen und Gefahren ihr in einer Gemeinschaft von Menschen drohen. Dieser Freiheitsbegriff hat unmittelbare Folgen für das Verständnis, das Mill vom Begriff des Staates entwickelte. Hierzu soll erläutert werden, wer überhaupt Mitglied der staatlichen Gemeinschaft ist, wer in einem Staat herrscht und wie weit die Kompetenzen eben jener Herrschenden gehen dürfen, um Freiheit nicht zu gefährden. Als Abschluss des erstens Teils werden die Thesen Mills in die Tradition des Liberalismus eingeordnet und in ihrem Stellenwert erläutert.

Im weiterführenden Teil der Arbeit werden der Stellenwert und das kritische Potential einiger ausgewählter Thesen in Bezug auf moderne Demokratien erläutert. Im Vordergrund steht dabei, ob sich durch die Veränderungen der Rahmenbedingungen im Laufe der eineinhalb Jahrhunderte die Richtigkeit der Thesen in einigen Aspekten bewahrt hat oder ob die Zeit sie zur Gänze überholt hat. Dabei soll zum einen die Gefahr der „Tyrannei der vorherrschenden Meinung“ in heutigen Demokratien erörtert werden und ob sich Mills Befürchtungen bewahrheitet haben. Des Weiteren soll geklärt werden, ob sich die Vorstellung, die Mill von Demokratie im Bezug auf Wahlrecht und Repräsentation entwickelte, in der heutigen Ausführung von Volksherrschaft wieder findet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Begriffe „Freiheit” und „Staat” in „Über die Freiheit“

II. 1. Die Freiheit

II. 2. Der Staat

II. 3. Einordnung in die Tradition des Liberalismus

III. Das kritische Potential in modernen Demokratien

III. 1. Pluralismus und die Gefahren der vorherrschenden Meinung

III. 2. Repräsentation und Wahlrecht

IV. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Hauptwerk „Über die Freiheit“ von John Stuart Mill, analysiert dessen Freiheits- und Staatsverständnis sowie dessen Einordnung in die liberale Tradition und prüft kritisch das Potential seiner Thesen für moderne demokratische Gesellschaften.

  • Definition bürgerlicher und sozialer Freiheit bei Mill
  • Verhältnis zwischen dem Individuum und staatlichen Eingriffen
  • Die Rolle von Bildung und politischer Repräsentation
  • Gefahren der „Tyrannei der Mehrheit“ in modernen Demokratien
  • Aktualität des Schadensprinzips (harm principle)

Auszug aus dem Buch

II. 1. Die Freiheit

Freiheit im Sinne von John Stuart Mill ist keine Eigenschaft, die Menschen von Natur aus gegeben ist, wie z.B. die Freiheit des eigenen Willens. Mill setzt sich mit einer Erscheinung auseinander, die er mit der Begrifflichkeit der sozialen bzw. bürgerlichen Freiheit genauer eingrenzen möchte. Diese Freiheit verlangt sowohl von den Individuen, die sie besitzen wollen, als auch von der Gesellschaft, in der sie vorhanden ist, einen gewissen Stand zivilisatorischer und kultureller Entwicklung.

Das bedeutet, dass der Mensch erstens ein gewisses Alter und zweitens eine gewisse innere Reife haben muss, um, gleichgültig, ob Mann oder Frau, mündig zu sein. Die innere Reife muss soweit fortgeschritten sein, dass der Mensch die Fähigkeit besitzt, sich selbst eigene Ziele zu setzen sowie autonome Entscheidungen zu treffen, also er muss ein aktiver Charakter sein. Diese Fähigkeit ist kein Resultat, sondern eine notwendige Vorrausetzung für Freiheit.

Zugleich muss sich die Gesellschaft in einem Stadium befinden, welche die Anfangsschwierigkeiten von Zivilisation bereits überwunden hat, da in dieser Anfangsphase politische Führung in Form eines aufgeklärten Despotismus legitim und notwendig ist und zwingender Weise Freiheit in der Mill´schen Bedeutung noch keine Anwendung findet. Die Gesellschaft musste auf diesem Wege den Zustand der Barbarei überwinden, weswegen diese Formen der politischen Führung zulässig waren, um dieses Ziel zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von John Stuart Mills „On Liberty“ ein und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.

II. Die Begriffe „Freiheit” und „Staat” in „Über die Freiheit“: Hier wird Mills Verständnis von Freiheit als soziale Errungenschaft und seine Ablehnung des klassischen Vertragstheoretiker-Modells zugunsten eines entwicklungsfördernden Staatskonzepts erläutert.

II. 1. Die Freiheit: Dieses Unterkapitel analysiert das Schadensprinzip und die notwendige Bedingung der inneren Reife sowie Zivilisation für die Ausübung von Freiheit.

II. 2. Der Staat: Es wird untersucht, welche Aufgaben der Staat im Sinne von Mills Menschenbild übernehmen soll, insbesondere in Bezug auf Bildung und die begrenzte Repräsentation durch Intellektuelle.

II. 3. Einordnung in die Tradition des Liberalismus: Das Kapitel verortet Mill als Vertreter eines „sozial abgefederten“ Liberalismus, der über den klassischen Minimalstaat hinausgeht.

III. Das kritische Potential in modernen Demokratien: Das Kapitel bewertet die zeitgenössische Relevanz von Mills Thesen zur Gedanken- und Meinungsfreiheit unter den Bedingungen heutiger Mediengesellschaften.

III. 1. Pluralismus und die Gefahren der vorherrschenden Meinung: Hier wird die „Tyrannei der Mehrheit“ auf die moderne Kommunikationsforschung und die Theorie der Schweigespirale übertragen.

III. 2. Repräsentation und Wahlrecht: Die Untersuchung befasst sich kritisch mit Mills Forderung nach Bildungsbürgertum und Gewichtung der Stimmen im Vergleich zu heutigen demokratischen Standards.

IV. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Mills Analysen trotz veränderter Rahmenbedingungen weiterhin wesentliche Denkanstöße für moderne gesellschaftliche Debatten bieten.

Schlüsselwörter

John Stuart Mill, Über die Freiheit, Liberalismus, Schadensprinzip, Tyrannei der Mehrheit, Staatstheorie, Repräsentative Demokratie, Bildungsauftrag, Individualität, Soziale Freiheit, Utilitarismus, Politische Philosophie, Meinungsfreiheit, Bürgerrechte, Aufgeklärter Despotismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Freiheits- und Staatsverständnis von John Stuart Mill in seinem Werk „Über die Freiheit“ und dessen Anwendung auf moderne politische Strukturen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Schadensprinzip, das Spannungsfeld zwischen staatlichem Handeln und individueller Freiheit sowie die Bedeutung von Bildung für die Demokratiefähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Mills Thesen zu Freiheit und Repräsentation zu analysieren und kritisch zu prüfen, ob sie in der modernen Mediengesellschaft noch Bestand haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Primärliteratur Mills unter Einbeziehung relevanter politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Freiheit und Staat, die liberale Einordnung Mills sowie eine kritische Hinterfragung seiner Thesen zu Pluralismus und Repräsentation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Autor John Stuart Mill sind dies Begriffe wie Liberalismus, Schadensprinzip, Tyrannei der Mehrheit und repräsentative Demokratie.

Wie definiert Mill die notwendige Vorraussetzung für Freiheit?

Mill verknüpft Freiheit eng mit einer gewissen geistigen Reife und dem Stand der zivilisatorischen Entwicklung der Gesellschaft, da in einem „barbarischen“ Zustand Freiheit nach seinem Verständnis noch nicht sinnvoll angewendet werden könne.

Inwiefern hat sich Mills Vorstellung vom passiven Wahlrecht heute verändert?

Mills ursprüngliche Idee, dass nur eine intellektuelle Elite das Recht zur Führung haben sollte, ist in heutigen westlichen Demokratien weitgehend überholt, da die Wählbarkeit eines Bürgers vom Bildungsstand entkoppelt ist.

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Details

Title
Liberalismus. John Stuart Mill 'Über die Freiheit': Stellenwert und kritisches Potential für moderne Demokratien
College
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät / Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in das Studium der politischen Theorie
Grade
1.0
Author
cand. paed. Martin Johannes Gräßler (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V72015
ISBN (eBook)
9783638632461
ISBN (Book)
9783638758598
Language
German
Tags
John Stuart Mill Freiheit Einführung Studium Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
cand. paed. Martin Johannes Gräßler (Author), 2007, Liberalismus. John Stuart Mill 'Über die Freiheit': Stellenwert und kritisches Potential für moderne Demokratien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72015
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