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Zur Sprache der literarischen Übersetzung "Povest' o Petre zlatych kljucej"

Title: Zur Sprache der literarischen Übersetzung "Povest' o Petre zlatych kljucej"

Term Paper , 2004 , 34 Pages , Grade: gut

Autor:in: Anna Bolshukhina (Author)

Russian / Slavic Languages
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Summary Excerpt Details

Das 17. Jahrhundert stellt eine wichtige Epoche in der Entwicklung der russischen Literatur dar, eine Epoche, die - literarhistorisch gesehen - durch Säkularisierungsprozesse, d.h. durch Verweltlichung der Literatur geprägt war. Seit dieser Zeit steht die Literatur nicht mehr ausschließlich im Dienste von Kirche und Staat, sondern sie unterhält ein breiteres Lesepublikum. In der zweiten Hälfte des 17. Jhs. entsteht die sog. Unterhaltungsliteratur: Zeitungsübersetzungen wie z.B. „Vesti- Kuranty“, Satiren, originelle russische Prosa wie „Povest’ o gore zlosčastii“ und mannigfache Übersetzungsprosa. Den Veränderungsprozessen unterlag nicht nur die Literatur selbst, sondern auch ihre Sprache. Und nicht zuletzt deshalb steht die Sprache der verschiedenen literarischen Gattungen aus dem 17. Jh., das oft als Jahrhundert des Übergangs zur russischen Literatursprache des „neuen Typs“ (Uspenskji 2002:472; Maier 1997: 13) bezeichnet wird, schon seit Jahrzehnten im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses einiger Linguisten (Kuz'mina 1964; Pennington 1980; Maier 1997). In den oben genannten Veröffentlichungen wird das Hauptinteresse entweder der linguistischen Analyse der Sprache eines aus dem 17. Jh. stammenden Textes als ganzer gewidmet, wie z.B. in der Monographie von Pennington (1980), wo man eine sehr ausführliche Beschreibung der Sprache des von Grigorij Kotošichin 1666/7 verfassten Berichtes „O Rossii v carstvovanie Alekseja Michajloviča“ findet, oder es wird auf der Grundlage von Textmaterial aus dem 17. Jh. nach Entwicklungstendenzen auf einer der Sprachebenen, z.B. auf der Ebene der Syntax (Maier 1997), geforscht. Daneben gibt es ein Buch von Kuz’mina (1964), in dem die Autorin ihr Augenmerk mehr auf die Übersetzungsproblematik und auf den Vergleich von verschiedenen Fassungen der zwei aus dem 17. Jh. stammenden Texten richtet.

Im Mittelpunkt der hier vorliegenden Arbeit steht die Sprache des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Übersetzungsromans „Povest’ o Petre zlatych klučej“. Das Ziel dabei ist es, eine möglichst ausführliche Beschreibung der Sprache der „Povest’“ anhand von Beispielen aus dem Textkorpus zu liefern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DIE UNTERSUCHTE ÜBERSETZUNG

2. ZUR LEXIK DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG

2.1 POLONISMEN

2.2 KIRCHENSLAVISMEN

2.2.1 Kirchenslavische Lautverbindungen –ра-; -ре -; -ла -; -ле - im Text der „Povest’“

2.2.2 Kirchenslavische Lautverbindungen –жд- und –шт-

2.2.3 E- im Anlaut

3. ZUR MORPHOLOGIE DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG

3.1 DEKLINATION DER SUBSTANTIVE

3.1.1 Buchsprachliche Formen

3.1.2 Vokativ

3.1.3 Variabilität der Deklinationsendungen innerhalb einiger Paradigmen

3.2 DEKLINATION DER ADJEKTIVE

3.2.1 Langformen

3.2.1.1 Genitiv des Singulars

3.2.1.2 Nominativ und Akkusativ Singular

3.2.1.3 Nominativ und Akkusativ Plural

3.2.2 Kurzformen

3.3 PRONOMINA

3.3.1 Personalpronomina

3.3.2 Enklitika

3.4 VERBALMORPHOLOGIE

3.4.1 Imperfekt

3.4.2 Der Aorist

3.4.3 Plusquamperfekt

3.4.4 Der Infinitiv

3.4.4 Partizipien des Aktivs

3.4.5 Partizipien des Passivs

4. ZUR SYNTAX DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG

4.1 KIRCHENSLAVISCHE SYNTAKTISCHE STRUKTUREN

4.1.1 Der dativus absolutus

4.1.2 Relativsätze mit den Relativpronomina иже, яже, еже

4.1.3 Kirchenslavische Konjunktion яко

4.1.4 Die kirchenslavische Konjunktion ибо

4.1.5 Die kirchenslavische Partikel бо

4.1.6 Finalsätze mit дабы

4.2 EINIGE SPEZIFISCH RUSSISCHE SYNTAKTISCHE KONSTRUKTIONEN

4.2.1 Wiederholung von Präpositionen und Konjunktionen

4.2.2 Satzverbindungen

4.2.3 Gerundialkonstruktionen

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, eine möglichst ausführliche Beschreibung der Sprache des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Übersetzungsromans „Povest’ o Petre zlatych klučej“ zu liefern. Dabei wird untersucht, welche Merkmale kirchenslavischer Natur sind oder aus der lebendigen russischen Sprache des 17. Jahrhunderts stammen und auf welchen Sprachebenen diese am stärksten im Text vertreten sind.

  • Lexikalische Analyse des Einflusses durch Polonismen und Kirchenslavismen
  • Morphologische Untersuchung von Deklinations- und Verbalformen
  • Syntaktische Analyse kirchenslavischer Strukturen und spezifisch russischer Konstruktionen
  • Einordnung der Übersetzung in den Kontext der Diglossie des 17. Jahrhunderts

Auszug aus dem Buch

2.1 Polonismen

Da eine polnische Version des Romans von Peter und Magilene die unmittelbare Vorlage für die russische Version war, ist zu vermuten, dass ein relativ starker polnischer Einfluss auf der lexikalischen Ebene der Sprache der literarischen Übersetzung bemerkbar sein muss. Tatsächlich es kommen einige polnische Entlehnungen, die sog. Polonismen, im russischen Übersetzungstext der ersten Fassung vor.

Allerdings ist es bei der Bestimmung der Polonismen fraglich, ob die heute als Polonismen empfundenen Wörter auch zu dem Zeitpunkt der Übersetzung als solche empfunden wurden. Denn es ist aus der Geschichte des moskowitischen und des polnisch-litauischen Staates bekannt, dass das Polnische vom 14. bis zum 17. Jh. einen sehr starken Einfluss auf das Russische ausübte. Und gerade zu diesen Zeiten waren gute Polnischkenntnisse in den Kreisen der höheren Moskauer Gesellschaft, zu der ein Teil des Adels, Kirchenmänner, Gelehrte und Schreiber gehörten, keine Seltenheit (vgl. Maier 1997:84). Vinogradov (1963) betont sogar, dass „... знание польского языка к концу XVII в. является принадлежностью образованного дворянина...“5. Es ist noch zu bemerken, dass gerade um diese Zeit ein großer Teil der Wörter polnischen Ursprungs durch die dem gesprochenen Russischen recht nahe stehende Kanzleisprache des polnisch-litauischen Staates, die sog. prosta mova, ins Russische geschleust wurde. Deshalb können die polnischen Entlehnungen zum Zeitpunkt der Übersetzung des Romans im Russischen schon so gewesen integriert sein, dass sie vom Schreiber nicht mehr als Wörter polnischen Ursprungs empfunden wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Säkularisierungsprozesse der Literatur im 17. Jahrhundert und skizziert das Ziel der sprachwissenschaftlichen Analyse des Übersetzungsromans.

1. DIE UNTERSUCHTE ÜBERSETZUNG: Dieses Kapitel behandelt den historischen Hintergrund, die Vorlage und die Entstehungsgeschichte der Übersetzung von „Povest’ o Petre zlatych klučej“.

2. ZUR LEXIK DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG: Hier werden Lehnwörter aus dem Polnischen sowie genetische Kirchenslavismen und deren Funktion im Text untersucht.

3. ZUR MORPHOLOGIE DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG: Das Kapitel analysiert die Vermischung von kirchenslavischen und russischen Formen bei Substantiven, Adjektiven, Pronomina und Verben.

4. ZUR SYNTAX DER LITERARISCHEN ÜBERSETZUNG: Diese Sektion untersucht sowohl verbliebene kirchenslavische Konstruktionen als auch spezifisch russische syntaktische Eigenheiten im Text.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden These über den hybriden Charakter der Übersetzungssprache, die zwischen buchsprachlichen und lebendigen russischen Elementen vermittelt.

Schlüsselwörter

Russische Literatursprache, 17. Jahrhundert, Povest’ o Petre zlatych klučej, Polonismen, Kirchenslavismen, Morphologie, Syntax, Diglossie, Übersetzung, Buchsprache, Sprachgeschichte, Altrussisch, Kanzleisprache, Gerundialkonstruktionen, Lehnwörter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die sprachlichen Merkmale des russischen Übersetzungsromans „Povest’ o Petre zlatych klučej“ aus dem 17. Jahrhundert.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die lexikalische Herkunft (Polonismen, Kirchenslavismen), morphologische Besonderheiten der Wortformen und syntaktische Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist eine detaillierte linguistische Beschreibung, wie das Werk zwischen der kirchenslavischen Buchsprache und der lebendigen russischen Volkssprache des 17. Jahrhunderts vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine linguistische Textanalyse durchgeführt, die den Textkorpus anhand historischer Grammatiken und Fachliteratur auf spezifische Sprachebenen hin untersucht.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert strukturiert die Lexik, die Morphologie der Substantive, Adjektive und Verben sowie die Syntax der Übersetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf Begriffe wie kirchenslavische Buchsprache, Polonismen, historische Grammatik und die syntaktische Entwicklung des Russischen im 17. Jahrhundert.

Warum spielt die polnische Sprache bei der Untersuchung eine Rolle?

Da die polnische Fassung des Romans als direkte Vorlage für die russische Übersetzung diente, werden zahlreiche polnische Lehnwörter (Polonismen) analysiert.

Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich des Sprachstils?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es sich um eine „hybride“ Sprache handelt, die sowohl archaische buchsprachliche Elemente als auch Tendenzen der neuen russischen Syntax vereint.

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Details

Title
Zur Sprache der literarischen Übersetzung "Povest' o Petre zlatych kljucej"
College
University of Göttingen  (Slavisches Seminar)
Course
Die Vorgeschichte der modernen russischen Standard-(Literatur)sprache
Grade
gut
Author
Anna Bolshukhina (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V72052
ISBN (eBook)
9783638628693
Language
German
Tags
Sprache Povest Petre Vorgeschichte Standard-(Literatur)sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Bolshukhina (Author), 2004, Zur Sprache der literarischen Übersetzung "Povest' o Petre zlatych kljucej", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72052
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