Megacities spielen in den letzten Jahren auch in der öffentlichen Wahrnehmung eine immer größere Rolle. In letzter Zeit gab es eine Vielzahl von Berichten, sowohl in den Printmedien als auch im Fernsehen über Megacities mit all ihren Facetten und Problemen.
In der wissenschaftlichen Literatur bezeichnet der Begriff Megacity oder Megastadt die größte Form urbaner Agglomeration, wobei die Autoren sich uneinig sind ab welcher Bevölkerungszahl vom genannten Begriff gesprochen werden kann. Einige Autoren fassen Großstädte ab 5 Millionen (Mio.). Einwohner schon als Megacity auf, andere ziehen die Untergrenze bei 8 Mio. MERTINS (1992) und die Vereinten Nationen sprechen von Megacities ab einer Schwelle von 10 Mio. Einwohnern. Einig sind sich die Autoren jedoch größtenteils beim Kriterium der Bevölkerungsdichte, die BRONGER (1996) auf 2000 Einwohner/km² festlegte. Zudem ist ein weiteres Kriterium der Definition die monozentrische Struktur und eine enorme, oft unkontrollierte Flächenausdehnung. Auffällig ist, dass sich der Begriff ´Megacity´ fast ausschließlich auf urbane Agglomerationen in Schwellen- beziehungsweise Entwicklungsländern bezieht. Zwar gibt es auch in Industrieländern Großagglomerationen mit den Merkmalen einer Megacity, diese werden jedoch aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in der Literatur meist als Global City benannt. (Ganzer Abschnitt: Vergl. Zehner: 2001, 183)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Megacities
2.1. Definition Megacities
2.2. Entstehung und Entwicklung
3. Probleme der Megacities in Entwicklungsländern
3.1 Soziale und strukturelle Probleme
3.1.1. Funktionale Primacy
3.1.2. Vermögensgefälle und Segregation
3.1.3. Beschäftigungsmangel und informeller Sektor
3.1.4. Marginalsiedlungen
3.1.5. Verkehr
3.1.6. Gesundheitsprobleme
3.2. Umweltprobleme
3.2.1 Wasser Ver- und Entsorgung
3.2.2 Luftverschmutzung
3.2.3 Abfallentsorgung
4. Lösungsansätze
5. Beispiel einer Megacity: Jakarta
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gegenwärtige Urbanisierung in Entwicklungsländern und analysiert die spezifischen Herausforderungen, die mit der Entstehung von Megacities einhergehen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche sozialen, strukturellen und ökologischen Probleme diese Ballungszentren prägen und welche Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung existieren.
- Dynamik und Definition von Megacities
- Soziale Disparitäten, Segregation und informeller Sektor
- Infrastrukturelle Defizite in den Bereichen Verkehr und Gesundheit
- Ökologische Krisen durch Wasser-, Luft- und Müllbelastung
- Fallstudie: Jakarta als Beispiel für Bewältigungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.1.4. Marginalsiedlungen (Squattersiedlungen und Slums)
Das Ausmaß der Binnenmigration in Megastädte war bei weitem höher und geschah bei weitem schneller in Entwicklungsländer als in Industrieländern. Brauchte London 140 Jahre um 7,5 Mio. Einwohner zu erreichen (1800-1940), geschah dies in Seoul in gerade einmal 20 Jahren (1940-1960). Sechsstellige Zuwachsraten mit deutlich über 200.000 Einwohnern pro Jahr waren bei Megacities in Entwicklungsländern keine Seltenheit. Dieser Massenzustrom stellte die Städte vor erhebliche Probleme. Es mangelte nicht nur an der erforderlichen Infrastruktur, wie Verkehrswege, Wasserver- und -entsorgung, Wohneinheiten et cetera (etc.). Aber auch und vor allem mangelte es den Megastädten an finanziellen Mitteln. Daraus ergibt sich eine Kette von Folgewirkungen, welche fast ausschließlich in Megastädten der Entwicklungsländer zu finden ist. (vgl. BRONGER 1997a, S. 4)
Da:
a) „Ein Arbeitsplatz- und Wohnungsmangel somit überall existiert,
b) die Chancen auf einen, wenn auch noch so geringen Verdienst gerade im informellen, dem Überlebenssektor, in erster Linie nur in den Verdichtungsgebieten bestehen, umgekehrt aber,
c) von den Außenbezirken dorthin wiederum zusätzlich Transportkosten anfallen, die einen nennenswerten Anteil des mühsam erworbenen Tagesverdienstes verschlingen würden, zieht es die Mehrzahl der Einwanderer in die Kernstädte oder zumindest in die Kerngebiete der Megastädte.“ (BRONGER 1997a, S. 4)
Innerhalb der soeben genannten Kernbereiche bilden sich für Metropolen der Entwicklungsländer typische Marginalsiedlungen (Squattersiedlungen und Slumgebiete) aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Kurze Hinführung zur Problematik des rasanten Wachstums von Megacities in Entwicklungsländern und der daraus resultierenden globalen Relevanz.
2. Megacities: Erläuterung der Begriffsbestimmung von Megastädten und deren historischer Entstehung im Kontext der Industrialisierung.
3. Probleme der Megacities in Entwicklungsländern: Detaillierte Analyse der sozialen, strukturellen und umweltrelevanten Defizite in Metropolen der Schwellen- und Entwicklungsländer.
4. Lösungsansätze: Diskussion von Strategien zur Entschärfung der funktionalen Primacy und zur Verbesserung der infrastrukturellen Lebensbedingungen.
5. Beispiel einer Megacity: Jakarta: Konkrete Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das Fallbeispiel der indonesischen Hauptstadt und die Planungseinheit JABOTABEK.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Problematik als langwierige Herausforderung für das 21. Jahrhundert und Plädoyer für individualisierte Lösungsansätze.
Schlüsselwörter
Megacities, Urbanisierung, Entwicklungsländer, Marginalsiedlungen, Slums, Squattersiedlungen, informeller Sektor, funktionale Primacy, Segregation, Jakarta, JABOTABEK, Umweltprobleme, Bevölkerungsdichte, Binnenmigration, globale Herausforderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die mit der rasanten Urbanisierung und dem Wachstum von Megastädten in Entwicklungsländern einhergehen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Schwerpunkte liegen auf sozialen und strukturellen Problemen wie Armut und Segregation sowie auf ökologischen Belastungen wie Müll- und Abwasserentsorgung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Probleme von Megacities aufzuzeigen und Strategien für einen besseren Umgang mit diesen Risikoräumen zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze der Stadtgeographie zusammenführt und anhand von Fallbeispielen konkretisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition, eine detaillierte Auflistung der strukturellen und sozialen Probleme sowie eine Analyse von Lösungsansätzen.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Kernbegriffe sind Urbanisierung, Megacities, Marginalsiedlungen, informeller Sektor und funktionale Primacy.
Wie unterscheidet sich die Entwicklung von Megacities in Industrie- und Entwicklungsländern?
Während in Industrieländern die Industrialisierung vor der Metropolisierung abgeschlossen war, erfolgt das Wachstum in Entwicklungsländern deutlich dynamischer und oft ohne die notwendige wirtschaftliche Basis.
Welche Rolle spielt die "funktionale Primacy" in der Fallstudie Jakarta?
Jakarta dient als Beispiel für eine Stadt, die aufgrund ihrer Hauptstadtfunktion einen enormen Sog auf Zuwanderer ausübt, was die Infrastruktur überlastet und zur Bildung der Planungseinheit JABOTABEK führte.
Was besagt die 1-3-6-Regel in den Satellitenstädten Jakartas?
Es ist eine Auflage für private Investoren, bei jedem Wohnbauprojekt für die Oberschicht zusätzlich für die mittlere und untere Schicht sozialen Wohnraum zu schaffen.
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- Nink Mario (Author), Christian Cartarius (Author), 2005, Megacities als Problemfeld der gegenwärtigen Urbanisierung in Entwicklungsländern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72198