„Die Deutschen bleiben Reiseweltmeister“. Derlei Überschriften in Zeitungen sind wohl bekannt. Aber nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt erfreut sich das Reisen immer größerer Beliebtheit. Wer das nötige Kleingeld zum Reisen und Interesse an anderen Ländern und Kulturen hat, der reist.
Leider wird in den Medien auch immer häufiger von Terroranschlägen berichtet. Die Terroranschläge des 11.September 2001 in New York und Washington trafen die gesamte Weltöffentlichkeit völlig überraschend. Danach häuften sich terroristische Anschläge in der Welt und der Terrorismus rückte stärker in das Interesse der Medien und der Menschen. Dabei gehört der Terrorismus zu den am wenigsten verständlichen Gewalttaten von Menschen gegen Menschen.
Doch wie kommen diese beiden Themen, Terrorismus und Tourismus, die auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun haben, zusammen?
Internationale Untersuchungen haben gezeigt, dass Terrorismus zwangsläufig immer einen Einbruch der Tourismuswirtschaft mit sich bringt. Dabei hat der Reisende immerhin noch die Wahl Reisen in das vom Terrorismus betroffene Gebiet zu meiden, doch die Folgen für das betroffene Land sind oftmals katastrophal und können sich je nach Ausmaß des terroristischen Anschlags über mehrere Wochen, Monate und Jahre hinziehen.
Im Zuge dieser Diplomarbeit soll der Themenkomplex „Interdependenzen zwischen internationalem Terrorismus und Tourismus“ untersucht werden. Dabei gliedert sich die Arbeit in vier Hauptteile. Im ersten Teil wird der Begriff des Terrorismus und seine Erscheinungsformen näher betrachtet. In diesem Teil wird auch der Tourismus und die Auswirkungen des Terrorismus auf den Tourismus beleuchtet und wie der Terrorismus die Reiseentscheidung der Urlauber beeinflusst. In dem sich anschließenden zweiten und dritten Teil wird das Luftsicherheitsgesetz und das Passagierdaten-Abkommen zwischen der EU und den USA untersucht, welche kurz nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 zur Prävention und Bekämpfung des Terrorismus kurzzeitig in Kraft getreten sind, und auf ihre Vereinbarkeit mit höher rangigen Recht hin überprüft. Des Weiteren werden im vierten Teil weitere Bekämpfungsmaßnahmen von Terrorismus aufgezeigt.
Abschließend werden die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit noch einmal zusammengefasst dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Einfluss des internationalen Terrorismus auf den Tourismus
I. Darstellung der Terrorismussituation
1. Definitorische Abgrenzung
2. Erscheinungsformen des Terrorismus
II. Darstellung der Tourismussituation
1. Tourismus
2. Der Tourismus im Focus des Terrors
a. Die Situation der Tourismusbranche vor dem 11. September 2001
aa. Tourismus weltweit
bb. Tourismus in Deutschland
b. Die Situation der Tourismusbranche nach dem 11. September 2001
aa. Tourismus in den USA und weltweit
bb. Tourismus in Deutschland
cc. Nebeneffekt und Prognosen
3. Veränderung der Risikowahrnehmung und Reiseentscheidungen
III. Zwischenergebnis
C. Luftsicherheitsgesetz
I. Historischer Hintergrund
II. Gesetzlicher Hintergrund und Regelungen des LuftSiG
III. Nichtigerklärung des § 14 LuftSiG durch das Bundesverfassungsgerichts – Rechtliche Diskussion
IV. Zwischenergebnis
D. Passagierdaten-Abkommen zwischen EU und USA
I. Hintergrund, Inhalt und Entstehung des Abkommens
1. Hintergrund
2. Entstehung und Inhalt
II. Nichtigerklärung des Passagierdaten-Abkommens zwischen EU und USA
1. Einzelheiten der Klageschrift
a. Angemessenheitsentscheidung
b. Abkommen
III. Zwischenergebnis
E. Ideen zur Bekämpfung des Terrorismus
I. Wirksamkeit terroristischer Gewalt
II. Ursachen von Terrorismus
III. Strategien und Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Terrorismus
IV. Zwischenergebnis
F. Endresumé
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die komplexen Interdependenzen zwischen internationalem Terrorismus und dem Tourismussektor. Im Fokus steht die Frage, wie terroristische Anschläge das globale Reiseverhalten, die wirtschaftliche Stabilität der Tourismusbranche sowie die Sicherheitspolitik durch staatliche Maßnahmen beeinflussen.
- Analyse der Terrorismussituation und verschiedene Formen des Terrors
- Einfluss terroristischer Anschläge auf die Tourismuswirtschaft und das Reiseverhalten
- Untersuchung der nationalen Luftsicherheitsmaßnahmen (LuftSiG) und deren rechtlicher Grenzen
- Bewertung internationaler Sicherheitsabkommen, wie das PNR-Abkommen zwischen EU und USA
- Diskussion langfristiger Bekämpfungsstrategien zur Beseitigung der Ursachen von Terrorismus
Auszug aus dem Buch
2. Der Tourismus im Focus des Terrors
Die Tourismusindustrie ist eine starke Wirtschaftsbranche in der ganzen Welt, welche viele Menschen beschäftigt und den einzelnen Ländern ein Wirtschaftswachstum beschert. Doch leider bringen terroristische Anschläge immer wieder negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Tourismusbranche mit sich, die den Tourismus in den betroffenen Ländern kurz- oder auch langfristig zum Einbrechen bringen können.
a. Die Situation der Tourismusbranche vor dem 11. September 2001
aa. Tourismus weltweit
Reisen hat eine lange Tradition. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Reisen zu einer Selbstverständlichkeit geworden, so dass die Tourismusindustrie in vielen Ländern zu einer der wichtigsten Wirtschaftszweige geworden ist. Seit Jahrzehnten gehört die Tourismusbranche zu den stabilsten und dynamischsten Branchen in der europäischen Wirtschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor ein und skizziert die Problematik, dass terroristische Anschläge zunehmend die globale Tourismusbranche und das Sicherheitsgefühl der Reisenden belasten.
B. Einfluss des internationalen Terrorismus auf den Tourismus: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Formen des Terrorismus, beleuchtet die wirtschaftlichen Folgen für den Tourismus vor und nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und analysiert die veränderte Risikowahrnehmung von Reisenden.
C. Luftsicherheitsgesetz: Hier wird der historische und gesetzliche Kontext des deutschen Luftsicherheitsgesetzes (LuftSiG) behandelt, insbesondere die rechtliche Diskussion um die Nichtigerklärung der sogenannten Abschussbefugnis durch das Bundesverfassungsgericht.
D. Passagierdaten-Abkommen zwischen EU und USA: Dieses Kapitel analysiert das Abkommen zur Übermittlung von Fluggastdaten an US-Behörden, die damit verbundenen datenschutzrechtlichen Bedenken sowie die rechtlichen Konsequenzen durch den Europäischen Gerichtshof.
E. Ideen zur Bekämpfung des Terrorismus: Hier werden die Wirksamkeit terroristischer Gewalt und die sozioökonomischen Ursachen von Terrorismus diskutiert, um daraus langfristige Strategien und Bekämpfungsmaßnahmen abzuleiten.
F. Endresumé: Das abschließende Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont, dass neben kurzfristigen Sicherheitsgesetzen vor allem die Bekämpfung der Ursachen von Terrorismus notwendig ist.
Schlüsselwörter
Internationaler Terrorismus, Tourismus, Luftsicherheitsgesetz, Passagierdaten, PNR-Daten, Bundesverfassungsgericht, Abschussbefugnis, Risikowahrnehmung, Reiseverhalten, Sicherheitsabkommen, Terrorismusbekämpfung, Reisebranche, Datenschutz, Wirtschaftsauswirkungen, Ursachenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen dem internationalen Terrorismus und der Tourismuswirtschaft sowie die staatlichen Sicherheitsmaßnahmen, die als Reaktion auf terroristische Bedrohungen ergriffen wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von Terroranschlägen auf Tourismusströme, der rechtlichen Bewertung nationaler und internationaler Gesetze zur Luftsicherheit sowie der Ursachenforschung zur Bekämpfung von Terrorismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Terror auf die Reiseentscheidungen und die Tourismuswirtschaft aufzuzeigen und zu prüfen, ob staatliche Sicherheitsgesetze, insbesondere in Bezug auf Luftverkehr, den Grundrechten gegenüberstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse unter Auswertung von Statistiken, Fachliteratur, offiziellen Regierungsdokumenten, Gerichtsurteilen und aktuellen Studien zum Tourismus und Terrorismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Einflusses des Terrorismus auf den Tourismus, die kritische Analyse des Luftsicherheitsgesetzes, das EU-USA Passagierdatenabkommen und die Erörterung allgemeiner Ursachen und Bekämpfungsstrategien von Terrorismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Terrorismus, Tourismus, Sicherheit, Luftsicherheitsgesetz, Passagierdaten, Datenschutz und Reiseverhalten.
Warum wurde das Luftsicherheitsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt?
Die Verhandlung fokussierte sich auf die Vereinbarkeit des § 14 Abs. 3 LuftSiG mit den Grundrechten auf Leben und der Menschenwürde, da dieser Paragraph unter bestimmten Bedingungen den Abschuss ziviler Flugzeuge erlaubte.
Welche Rolle spielt das Passagierdaten-Abkommen?
Es zeigt die Konfliktlinie zwischen dem Bedürfnis der USA nach maximaler Sicherheit bei der Einreise und dem europäischen Datenschutzrecht auf, was letztlich zu einer Nichtigerklärung durch den EuGH führte.
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- Stephanie Koch (Author), 2006, Interdependenzen zwischen internationalem Terrorismus und Tourismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72249