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Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Ziele & Elemente der Bahnreform sowie Problemfelder

Title: Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Ziele & Elemente der Bahnreform sowie Problemfelder

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Eisele (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Seit ihrer Erfindung vor fast 200 Jahren hat die Eisenbahn als wegweisende Innovation
des Industriezeitalters den Menschen zu vorher ungeahnter individueller Mobilität und
zu neuen Transportmöglichkeiten verholfen. Doch ausgelöst durch die Erfindungen des
Automobils und der zivilen Luftfahrt im 20. Jahrhundert folgte ein Strukturwandel im
Verkehrsmarkt sowohl für den Individual- als auch für den Güterverkehr, was zu einer
verstärkten Abkehr vom Transportmittel Eisenbahn zugunsten des Automobil- und
Luftverkehrs führte.
Dies hatte in den letzten Jahrzehnten verstärkt auch für die Deutsche Bahn strukturelle
Implikationen. So entstand in der Zeit von 1960 bis 1992 ein Investitionsvolumen von
ca. 450 Mrd. DM für den Bau neuer Automobilinfrastruktur, während nur 50 Mrd. DM
für den Ausbau des Schienenverkehrs ausgegeben wurde.
Die Deutsche Bahn mit ihrer damaligen öffentlichen Rechtsform stand während dieser
Zeit stets im Spannungsfeld zwischen einerseits politischen Vorgaben zu öffentlicher
Aufgabenerfüllung und andererseits wachsendem Handlungsbedarf in wirtschaftlicher
Hinsicht. Dieser ergab sich bereits durch die Tatsache, dass die Bahn alljährlich hohe
Verluste erwirtschaftete (die Schulden betrugen 1993 bereits rund 67 Mrd. DM1) und
aufgrund ihrer schwerfälligen behördlichen Struktur den neuen Anforderungen im
Verkehrsmarkt nicht gewachsen erschien. Eine dringende Reformierung der
Bahnstrukturen wurde somit unumgänglich. Infolge dessen wurden die Deutsche Bahn
(DB) und die Deutsche Reichsbahn (DR) zum 01.01.1994 privatisiert und verschmolzen
im privatwirtschaftlichem Unternehmen Deutsche Bahn AG.
Nachfolgend wird dieser Privatisierungsprozess unter besonderer Berücksichtigung
seiner Ausgangslage, der wesentlichen Ziele und Elemente sowie seiner Probleme bei
der Umsetzung dargestellt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

1.2. Gang der Untersuchung

2. Ziele und Elemente der Bahnreform

2.1 Ausgangslage der Deutschen Bundesbahn

2.2 Zielsetzungen der Bahnreform

2.3 Praktische Umsetzung

2.4 Aktueller Stand und Umsetzungsprobleme

3. Spezielle Problemfelder im Zuge der Privatisierung

3.1 Marktöffnung und Konkurrenz

3.2 Personalpolitische Probleme

3.3 Regelung des SPNV

3.4 Zukunftsperspektiven

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Fokus der Arbeit

Diese Arbeit analysiert den Privatisierungsprozess der Deutschen Bahn AG. Das primäre Ziel ist es, die Ausgangslage, die wesentlichen Ziele und Elemente der Bahnreform sowie die auftretenden Probleme bei der praktischen Umsetzung kritisch zu untersuchen und zu bewerten.

  • Historische Entwicklung und Strukturwandel im Verkehrsmarkt.
  • Ziele der Bahnreform: Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Entlastung des Bundeshaushalts.
  • Herausforderungen der Personalüberleitung von Beamten in die privatrechtliche AG.
  • Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs und dessen Auswirkungen.
  • Zukunftsperspektiven und notwendige Investitionen zur Stärkung der Marktposition.

Auszug aus dem Buch

2.1 Ausgangslage der Deutschen Bundesbahn

„Die Bahn darf um ihrer Zukunft willen nie wieder zwischen die politischen und behördlichen Mühlsteine geraten.“ Dieses Zitat beschreibt bereits eines der Hauptprobleme der damaligen Bundesbahn, die vor der Privatisierung bestanden haben. Einerseits wurde die Institution Bundesbahn entsprechend ihrer öffentlichen Rechtsform wie eine Behörde geführt, die einer staatlichen Regulierung durch das Bundesministerium für Verkehr unterlag. Andererseits sollten die steuerfinanzierten Zuschüsse des Bundes möglichst gering gehalten werden und die DB gemäß § 28 Bundesbahngesetz wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Doch tatsächlich war die DB als öffentlich-rechtliche Verkehrsanstalt ohne eigene Rechtspersönlichkeit ein Instrument der staatlichen Daseinsvorsorge und somit ein Objekt des öffentlichen Interesses sowie der Bundespolitik. Die fortwährenden politischen Einflussnahmen und Vorgaben standen somit immer öfter im Missverhältnis zur angestrebten unternehmerischen Führung und brachten der DB das Image einer schwerfälligen „Behördenbahn“ ein.

Zudem wurde die Leistungserbringung der Bahn durch weitreichende Monopole für das Schienennetz und durch weitere Regulierungen des Transportbereichs vor Konkurrenz geschützt, was eine marktorientierte Effizienzbeurteilung erheblich erschwerte. Doch die Liberalisierung der Verkehrsmärkte führte zu einer strukturellen Änderung der Marktverhältnisse. So sank der Marktanteil der Eisenbahn bis Anfang der neunziger Jahre im Güterverkehr auf unter 20 Prozent bei einer drastisch ansteigenden Verschuldung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Strukturwandel im Verkehrssektor, der die Deutsche Bahn unter massiven wirtschaftlichen Druck setzte, und beschreibt die Zielsetzung der Arbeit.

2. Ziele und Elemente der Bahnreform: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage der Bundesbahn, die zentralen Ziele der Bahnreform – insbesondere die Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit – sowie die konkrete praktische Umsetzung der Reformschritte.

3. Spezielle Problemfelder im Zuge der Privatisierung: Hier werden die kritischen Hürden der Reform, wie die Marktöffnung für Dritte, die komplexen personalpolitischen Umstellungen, die Neuordnung des SPNV und die strategischen Zukunftsperspektiven des Unternehmens untersucht.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet den Privatisierungsprozess als notwendigen Schritt zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Bahn, weist aber gleichzeitig auf den anhaltend hohen Investitionsbedarf und die Risiken einer rein gewinnorientierten Ausrichtung hin.

Schlüsselwörter

Bahnreform, Deutsche Bahn AG, Privatisierung, Schienenpersonennahverkehr, SPNV, Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaftsunternehmen, Infrastruktur, Personalüberleitung, Bundeseisenbahnvermögen, Marktöffnung, Trassenpreissystem, Regionalisierung, Daseinsvorsorge, Investitionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die grundlegende Strukturreform der deutschen Eisenbahn, die mit der Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994 eingeleitet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Ziele der Bahnreform, die Transformation von einer Behörde zu einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, die Personalumgestaltung sowie die Herausforderungen bei der Netzöffnung und Regionalisierung.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Privatisierung die Effizienz der Bahn verbessern sollte und welche ökonomischen sowie politischen Probleme diesen Transformationsprozess maßgeblich beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Geschäftsberichten sowie offiziellen Regierungsdokumenten zur Bahnreform und Eisenbahnpolitik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Reformziele, die Untersuchung der praktischen Umsetzung der Reformstufen und die Analyse spezifischer Problemfelder wie Marktöffnung und Personalpolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Zentrale Begriffe sind hierbei Wettbewerbsfähigkeit, Besteller-Prinzip, Trassenagentur, Beamtenstatus und die Trennung von Netz und Betrieb.

Warum war eine „Vorruhestandsregelung“ für Beamte notwendig?

Die Regelung war notwendig, um bei einem bestehenden Personalüberhang im Rahmen der Rationalisierung der Bahn ein sozialverträgliches Ausscheiden aus dem Dienst zu ermöglichen und so die Akzeptanz der Reform in der Belegschaft zu sichern.

Welchen Einfluss hatte die Regionalisierung auf die DB AG?

Die Regionalisierung entlastete die Bahn von der Verpflichtung, unrentable Nahverkehrsstrecken aus Eigenmitteln zu bedienen, da nun die Länder als Besteller für die Finanzierung der Verkehrsleistungen zuständig wurden.

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Details

Title
Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Ziele & Elemente der Bahnreform sowie Problemfelder
College
University of Hamburg  (Institut für öffentliche Wirtschaft und Personalwirtschaft (IÖP), Arbeitsbereich öffentliche Wirtschaft)
Course
Seminar Effizienz- und Effektivitätssteigerung im öffentlichen Sektor, SoSe 2002
Grade
1,7
Author
Stefan Eisele (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V7230
ISBN (eBook)
9783638145503
ISBN (Book)
9783656476245
Language
German
Tags
Privatisierung Bahn Effizienzsteigerung Öffentliche Wirtschaft Verwaltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Eisele (Author), 2002, Privatisierung der Deutschen Bahn AG. Ziele & Elemente der Bahnreform sowie Problemfelder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7230
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