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Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Externalismus

Titel: Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Externalismus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sebastian Feller (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Sprache ist zweifelsohne das herausragende Instrument
zwischenmenschlicher Kommunikation. Sie befähigt den Menschen, sich in der Alltagspraxis vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Zusammenlebens sinnvoll zu betätigen. Soziale Gefüge bestehen wesentlich aus kommunikativen Prozessen, die auf die wechselseitige Anteilnahme von Gesprächspartnern angewiesen sind.
Menschen tauschen sich aus und sind somit vermehrt in der Lage, gemeinsame Ziele zu formulieren und zu verfolgen. Wir gestalten unser Alltagsgeschäft kontinuierlich über sprachliche Mittel und sind uns dessen oftmals kaum bewusst. Doch scheint gerade die Selbstverständlichkeit unseres Sprachgebrauchs die
linguistischen Untersuchungen im Bezug auf die sprachliche Funktionsweise in ein wissenschaftliches Dilemma zu stürzen. Denn auf den ersten Blick ist Sprache banal und funktioniert. Wozu nützen also die Anstrengungen, sprachliche Mechanismen, vorausgesetzt, es gibt sie, zu erforschen? Doch gerade die oben erwähnte Kernfunktion der Sprache für die menschliche Existenz erweist sich als ausgezeichneter Grund für eine Disziplin im Sinne der
Sprachphilosophie. Wenn sich die Wissenschaft die Ergründung und Erforschung der Welt und des Universums auf die Fahnen schreibt, dann spielt die Sprache insbesondere eine tragende Rolle. Die Perspektivisierung wissenschaftlicher Arbeit funktioniert letztendlich auch größtenteils via sprachlicher Mittel. Ob
Wissenschaft oder Alltag – Sprache nimmt ohne Zweifel eine Kernposition ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Der Antiindividualismus

2.2 Der Individualismus

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Sprachbegriff Ludwig Wittgensteins, insbesondere im Kontext der Debatte um die Möglichkeit einer Privatsprache. Ziel ist es, die Positionen des semantischen Externalismus (Antiindividualismus) und des Individualismus einander gegenüberzustellen und Wittgensteins Thesen in den Philosophischen Untersuchungen als Prüfstein für diese Theorien zu nutzen.

  • Analyse der Regelbefolgung bei Wittgenstein
  • Gegenüberstellung von Individualismus und Antiindividualismus
  • Untersuchung des Interpretationsparadoxons
  • Reflektion über die Rolle der Sprechergemeinschaft
  • Kritische Würdigung der Möglichkeit einer Privatsprache

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Antiindividualismus

Der Antiindividualist entfernt sich ausdrücklich von der konventionellen Theorie der Regelbefolgung. Diese geht in ihren Grundzügen davon aus, dass die Regel an sich bereits als objektiver Standard für die Richtigkeit ihrer Anwendungen bürgt. Daraus würde folgen, dass der Anwender einer Regel zur Rechtfertigung seiner Handlungen auf eben dieselbe Regel, die Ausgangspunkt seiner Handlungen ist, verweisen kann. Laut der klassischen Theorie ist die Regel selbst in der Lage, ihr epistemisches Fundament zu legen, und darauf ihre Normativität zu gründen.

Wittgenstein sieht in der oben dargestellten Sichtweise einen fatalen Irrtum. Er formuliert insbesondere in den Paragraphen 139- 242 die Beobachtung, dass eine Regel verschiedene Interpretationen erlaubt. Die Würfelanalogie aus den unmittelbar vorhergehenden Paragraphen liefert die Grundsubsubstanz für seine Annahme in Bezug auf den Interpretationsregress. So heißt es in §141: „Ich will sagen: Es gibt hier einen normalen Fall und abnormale Fälle“ (Wittgenstein: S. 311). Der vorliegende Fall im Sinne einer Regelinterpretation führt wiederum zu einer mehrdeutigen Situation: Es bedarf einer erneuten Interpretation. Dieser Rekurs der Interpretationskette setzt sich zwangsläufig ad infinitum fort.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die zentrale Rolle der Sprache für die menschliche Existenz und führt in die philosophische Fragestellung ein, die sich aus Wittgensteins unkonventioneller Sicht in den Philosophischen Untersuchungen ergibt.

2. Hauptteil: Dieser Teil analysiert detailliert die beiden gegensätzlichen philosophischen Lager, den Antiindividualismus und den Individualismus, im Hinblick auf Wittgensteins Thesen zur Regelbefolgung.

3. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Privatsprachen apriori möglich sind, sofern eine erstmalige sprachliche Sozialisierung als Grundlage integriert wird.

Schlüsselwörter

Sprachphilosophie, Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen, Regelbefolgung, Privatsprache, Antiindividualismus, Individualismus, semantischer Externalismus, Interpretationsparadoxon, Sprechergemeinschaft, Sprachpraxis, Normativität, Grammatik, Bedeutung, Regelinterpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Wittgensteins Sprachbegriff und der Frage, ob eine sogenannte Privatsprache möglich ist, wobei sie sich auf die Debatte zwischen Antiindividualismus und Individualismus bezieht.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Natur der Regelbefolgung, das Verhältnis des Individuums zur Sprechergemeinschaft und die Bedeutung von Sprache innerhalb gesellschaftlicher Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Positionen des Antiindividualismus und des Individualismus zu erläutern und Wittgensteins Thesen aus den Paragraphen 183-293 der Philosophischen Untersuchungen als Prüfstein für diese Theorien zu verwenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, indem sie primärliterarische Quellen von Wittgenstein sowie komplementäre Forschungsliteratur zur Regelproblematik interpretiert und gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Interpretationsparadoxon, der Interpretationsregress und die unterschiedlichen Ansätze zur Erklärung von Regelbefolgung, sowohl durch die Gesellschaft als auch durch das Individuum, detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Regelbefolgung, Privatsprache, Antiindividualismus, Individualismus und Wittgensteins Philosophische Untersuchungen charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Möglichkeit einer Privatsprache?

Der Autor kommt in der Schlussbetrachtung zu dem Ergebnis, dass Privatsprachen apriori möglich sind, sofern sie eine sprachliche Sozialisierung als Grundlage anerkennen.

Was bedeutet es, einer Regel "blind" zu folgen?

Das "blinde" Folgen beschreibt Wittgensteins Auffassung, dass die Regelanwendung in der Praxis geschieht, ohne dass es einer vorherigen bewussten Interpretation der Regel bedarf.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Externalismus
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Sebastian Feller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
12
Katalognummer
V72321
ISBN (eBook)
9783638623643
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wittgensteins Sprachbegriff Zwischen Privatsprache Externalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Feller (Autor:in), 2005, Wittgensteins Sprachbegriff: Zwischen Privatsprache und sozialem Externalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72321
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Leseprobe aus  12  Seiten
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