Thema dieser Arbeit ist die deutsche Auswanderungsbewegung des 19. Jahrhunderts, wobei ihr Zweck weniger der detaillierten Beschreibung von Einzelphänomenen beziehungsweise Kategorien dient, als vielmehr der Vermittlung eines Überblicks über sozialgeschichtliche Interessenschwerpunkte. Verschiedene Historiker werden auf den folgenden Seiten zu Wort kommen, deren Ansichten und Argumente mit einander verglichen und analysiert sowie präsentiert werden.
Inhaltsverzeichnis
2. Sozialstruktur des Phänomens I Massenexodus – Motive - Demografische Transition
3. Sozialstruktur des Phänomens II Statistische Probleme – Kettenwanderung – Agenturen und Vereine
4. Aus Cottbus in die Neue Welt - Exkurs: Niederlausitz
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit bietet einen sozialgeschichtlichen Überblick über die deutsche Auswanderungsbewegung des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, die zentralen Phasen, Motive und Strukturen der Emigration sowie regionale Besonderheiten zu analysieren und gängige Makro-Thesen anhand von Fallbeispielen zu verifizieren.
- Phasen und Bestimmungsfaktoren der Massenauswanderung
- Sozialstrukturelle Analyse der Auswanderer (Demografie, Beruf)
- Mechanismen der Kettenwanderung und Rolle von Auswanderungsagenturen
- Regionaler Exkurs: Die Auswanderung aus dem Kreis Cottbus
Auszug aus dem Buch
Sozialstruktur des Phänomens I Massenexodus – Motive - Demografische Transition
Das Erkenntnisinteresse des Sozialhistorikers ist verbunden mit Probleme wie: Wer verließ seine Heimat? Warum, was sind die Ursachen für die Auswanderung? Wohin gingen sie? Wie viele waren es? Waren Frauen und Männer gleichmäßig an diesem Phänomen beteiligt oder gingen mehr allein stehende Menschen oder waren mehr Familien auf der Suche nach neuem Glück? Diese und ähnliche Fragen stehen im Kontext der folgenden zwei Kapitel und sollen mit Hilfe verschiedener Autoren und statistischen Ausgaben untersucht und diskutiert werden.
Horst Rößler charakterisiert das Phänomen der deutschen Auswanderung als Massenexodus in die Neue Welt. Etwa 5,9 Millionen Deutsche verließen im Zeitraum 1820 bis 1930 ihre Heimat und emigrierten in die USA. Das sind etwa 90% der gesamten deutschen Auswanderer im langen 19. Jahrhundert. Die restlichen 10 % verteilten sich auf Kanada, Lateinamerika, Australien und Neuseeland. Mit Blick auf die gewählten Zielorte der Emigranten lässt sich feststellen, dass der Massenexodus überseeisch-transkontinental organisiert war. Somit wurde eine zehn Jahrhunderte alte Tradition gebrochen, da sich seit dem Mittelalter die große Mehrheit der deutschen Migranten in Osteuropa und auf dem Balkan niederließen. Michael Hubert weißt darauf hin, dass „in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts noch etwa 100.000 deutsche Auswanderer zu verzeichnen sind, die in den Osten gingen. Hauptsächlich an die Küste des Schwarzen Meeres und in den Kaukasus. Aber bereits zu Beginn der 1820er Jahre wird die Neue Welt, und insbesondere die USA, zum Lieblingsziel der deutschen Emigranten.“
Zusammenfassung der Kapitel
2. Sozialstruktur des Phänomens I Massenexodus – Motive - Demografische Transition: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Ausmaß der Massenauswanderung im 19. Jahrhundert, diskutiert die demografische Entwicklung und analysiert verschiedene Push- und Pull-Faktoren wie wirtschaftliche Krisen und das Bevölkerungswachstum.
3. Sozialstruktur des Phänomens II Statistische Probleme – Kettenwanderung – Agenturen und Vereine: Der Fokus liegt hier auf den Schwierigkeiten der statistischen Erfassung sowie den sozialen Mechanismen der Wanderung, einschließlich organisierter Anwerbung durch Agenturen und der Rolle von Vereinen.
4. Aus Cottbus in die Neue Welt - Exkurs: Niederlausitz: Anhand einer Mikroanalyse der Auswanderung aus dem Kreis Cottbus werden allgemeine theoretische Annahmen zum Massenexodus auf regionaler Ebene überprüft und veranschaulicht.
5. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Struktur der Auswanderungsbewegung zusammen und betont die Bedeutung des Themas für die transnationale Geschichtsschreibung.
Schlüsselwörter
deutsche Auswanderung, 19. Jahrhundert, Massenexodus, Sozialgeschichte, Demografie, Kettenwanderung, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Niederlausitz, USA, Auswanderungsagenturen, Pauperismus, Industrialisierung, Migration, Wirtschaftsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die deutsche Auswanderungsbewegung des 19. Jahrhunderts mit dem Ziel, einen sozialgeschichtlichen Überblick über deren Verlauf, Strukturen und Ursachen zu geben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die Phasen der Auswanderung, demografische Aspekte, berufliche Hintergründe der Emigranten sowie die Rolle von Kommunikationsnetzwerken und Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll ein fundierter Überblick vermittelt werden, wobei theoretische Annahmen auf Makroebene durch sozialhistorische Forschung und eine spezifische Fallstudie verifiziert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener historischer Ansätze, ergänzt durch eine Mikroanalyse regionaler Daten aus dem Kreis Cottbus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Massenauswanderung und deren Ursachen, eine Untersuchung statistischer Probleme und Wanderungsmechanismen sowie einen regionalen Exkurs zur Niederlausitz.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Massenexodus, demografische Transition, Kettenwanderung, Push- und Pull-Faktoren sowie die sozialökonomische Struktur der Auswanderer.
Welche Bedeutung hatte der Kreis Cottbus für die Studie?
Der Kreis Cottbus dient als konkretes Fallbeispiel (Mikroebene), um allgemeine Thesen zur Auswanderung aus dem 19. Jahrhundert anschaulich zu überprüfen und regionale Besonderheiten aufzuzeigen.
Wie bewerten die untersuchten Historiker die Rolle der Auswanderung für Deutschland?
Die Arbeit greift Thesen wie die von Hans-Ulrich Wehler auf, wonach die Auswanderung als soziales Sicherheitsventil wirkte, das den Druck auf den heimischen Arbeitsmarkt entlastete.
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- Erik Buder (Author), 2007, Die deutsche Auswanderungsbewegung des 19. Jahrhunderts - ein Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72373