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Die Syntax der Han- und Tangzeit

Title: Die Syntax der Han- und Tangzeit

Presentation (Elaboration) , 2005 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anja Rusche (Author)

Orientalism / Sinology - Chinese / China
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Bei dieser Arbeit stütze ich mich auf die Untersuchungen des Yuzhi Shi: „The Estabhlishment of Modern Chinese Grammar“. Die erste Schwierigkeit erweist sich darin, eine geeignete zeitliche Einteilung zu finden, da die Veränderungen des Chinesischen nach unterschiedlichen Kriterien untersucht wurden.
Die Periodisierung nach Yuzhi Shi sieht folgendermaßen aus:

Old Chinese 700 v. Chr. - 200 v. Chr.
Middle Chinese 201 v. Chr. – 900 n. Chr.
Pre-Modern Chinese 901 n. Chr. – 1500 n. Chr.
Modern Chinese 1501 - Present

Wie diese Einteilung erkennen lässt, überschneidet sich das Alt- und Mittelchinesische mit der Han- und Tang-Zeit, so dass ich beiden Beachtung zukommen lasse beim Untersuchen der Syntax.

Um die morphosyntaktischen Veränderungen zu untersuchen, eignen sich am besten die Quellen, die die Volkssprache reflektieren. Allerdings ist dies eine weitere Schwierigkeit, da solche Texte zu diesem Zeitpunkt nur schwer zu finden sind und stattdessen häufig einen Mix von Geschriebenem und Gesprochenen vorweisen. Zu vermeiden bei den Untersuchungen sind Poesie und Prosa, weil diese nur das geschriebene Chinesisch repräsentieren, dafür hat man sich an folgende Texte gehalten:

Aufgezeichnete Dialoge/Reden von wichtigen Personen; das wichtigste ist das berühmte „Lunyu“, das Gespräche zwischen Konfuzius und seine Schüler enthält Religiöse Bücher, die meistens vom Buddhismus, da Buddhisten die Umgangssprache benutzten, damit auch ungebildete Menschen die Glaubenslehre verstanden Dramen, die bei dem gewöhnlichen Volk (während der Yuan-Dynastie) sehr beliebt wurden und die Umgangssprache widerspiegeln.
Umgangssprachliche Dichtung (die allerdings erst in der Song-Dynastie auftrat) In den letzten 2000 Jahren haben sich einige grammatikalische Veränderungen in den folgenden Bereichen ergeben:

Komplement des Resultats
把 – Konstruktion
Vergleich mit 比
Verbverdopplung
Topic-Konstruktion
Aspektpartikel 了,着, 过
Verneinung mit 没
Genitivkonstruktion mit 的

Die Veränderung des Komplements des Resultats war die fundamentalste syntaktische Veränderung, was Konsequenzen für andere grammatikalische Bereiche mit sich zog.
In den nachfolgenden Kapiteln möchte ich detaillierter auf diese Veränderungen eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung:

2.) Methodologie:

3.) “Resultative Construction” des modernen Chinesisch

3.1.) Syntax

3.2.) Transitivität:

4.) Der Ursprung der „Resultative Construction“:

5.) Die Zusammenschmelzung von V und R:

6.) Weitere Aspektmarkierer:

7.) Genitivpartikel 的:

8.) Der 是-Fall:

9.) Zusammenfassung:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die morphosyntaktischen Veränderungen der chinesischen Sprache während der Han- und Tang-Zeit, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung der sogenannten "Resultative Construction" und deren grammatikalischer Transformation liegt.

  • Analyse der Periodisierung des Chinesischen nach Yuzhi Shi
  • Untersuchung der Mechanismen Grammatikalisierung, Reanalysis und Analogy
  • Syntaktische Klassifikation der Resultativkonstruktionen
  • Entwicklungsprozesse von Verb-Resultativ-Verbindungen (VR)
  • Untersuchung von Aspektmarkierern und Genitivpartikeln in historischen Texten

Auszug aus dem Buch

3.) “Resultative Construction” des modernen Chinesisch

In der allgemeinen Linguistik lassen sich „resultative“ folgendermaßen definieren: „Verben, die sich auf ein Ereignis beziehen, welches zu einem Ergebnis führt.“ Die Resultative müssen hier in keiner Konstruktion stehen, sondern können auch alleine stehen.

Dies ist nicht zutreffend auf das Chinesische, da im modernen Chinesisch das Verb aus zwei Elemente (+ evtl. einem Objekt) besteht. Es entsteht eine Verbindung zwischen dem Verb und dem Resultativ: 看完书,吃饱,吃胖,叫醒

3.1.) Syntax

Die Syntax der „resultative construction“ kann aufgeteilt werden in drei Stufen, die von 1-3 eine immer größere Fusion aufweist:

1) Syntactic collocation: Zwei Elemente treten in einem Satzmuster auf und haben eine Beziehung zum Ergebnis. Dieses Satzmuster ist mehr eine „lose“ Anordnung, als ein verbundenes Verb. Hierbei können Objekte normalerweise nicht vorangehen.

Bsp: Wenn eine Person ein Bild an die Wand hängt und eine zweite Person benötigt um zu beurteilen, ob dieses Bild in der richtigen Position hängt, so dass die Person mit der Konstruktion 看歪 = kann wai – „es hängt schief“ antworten würde.

2) Verb + bound resultative: Das Verb tritt mit dem „resultative“ so häufig auf, dass es als eine Einheit angesehen und wie ein eigenständiges Verb gesehen wird. Objekte können in diesem Satzmuster enthalten sein. Die Bedeutung kann vom Bestandteil + „resultative“ abgeleitet werden, z.B. 吃饱,看完,洗净

3) Compound Verb: Diese Verben wirken wie eigenständige Verben und sofern man kein Wissen vom Alt und Mittelchinesisch hat, kann man die VR-Struktur nicht ableiten, stattdessen sind Eintragungen im Wörterbuch zu finden. Die Bedeutung kann nicht vom Bestandteil + dem action result abgeleitet werden, z.b.: 砍开 = verstehen,说明 = erklären

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit definiert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung basierend auf Yuzhi Shis Periodisierung und erläutert die methodische Auswahl historischer Quellentexte.

2.) Methodologie: Es werden die zentralen theoretischen Konzepte der Grammatikalisierung, Reanalysis und Analogy definiert, die als Grundlage für die sprachwissenschaftliche Untersuchung dienen.

3.) “Resultative Construction” des modernen Chinesisch: Dieses Kapitel klassifiziert Resultativkonstruktionen in drei Stufen der syntaktischen Fusion und beleuchtet deren Transitivitätsregeln.

4.) Der Ursprung der „Resultative Construction“: Der Ursprung wird historisch bis in das Altchinesische zurückverfolgt und die Entwicklung von losen Verbindungen zu festen Resultativformen analysiert.

5.) Die Zusammenschmelzung von V und R: Hier wird der Prozess beschrieben, wie Verben und Resultative durch grammatikalische Fusion (z. B. bei "liao") zu festen Einheiten verschmelzen.

6.) Weitere Aspektmarkierer: Das Kapitel behandelt die historische Grammatikalisierung von Aspektpartikeln wie "guo" und "zhe" und deren syntaktische Integration.

7.) Genitivpartikel 的: Es wird die Entstehung und grammatikalische Funktion der Genitivpartikel "de" seit dem 8. Jahrhundert erläutert.

8.) Der 是-Fall: Die Entwicklung von "shi" von einem anaphorischen Demonstrativpronomen zu einer Kopula wird historisch nachvollzogen.

9.) Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese über den Einfluss von Reanalysis und Analogy auf die strukturelle Entwicklung der chinesischen Syntax.

Schlüsselwörter

Chinesische Sprachwissenschaft, Syntax, Han-Zeit, Tang-Zeit, Resultativkonstruktion, Grammatikalisierung, Reanalysis, Analogy, Morphosyntax, Aspektmarkierer, historische Linguistik, VR-Struktur, Sprachgeschichte, chinesische Grammatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel der chinesischen Syntax, insbesondere mit der Entstehung komplexer Resultativkonstruktionen während der Han- und Tang-Dynastien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Grammatikalisierung von Verb-Resultativ-Kombinationen, die Entwicklung von Aspektmarkierern und die historische Entstehung von grammatikalischen Partikeln wie dem Genitiv-Marker "de".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die morphosyntaktischen Veränderungen des Chinesischen anhand der Theorie von Yuzhi Shi zu analysieren und zu erklären, wie aus losen syntaktischen Verbindungen feste grammatikalische Strukturen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf der linguistischen Analyse von Quellentexten (Volkssprache, religiöse Texte) unter Anwendung der Konzepte der Grammatikalisierung, Reanalysis und Analogie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die syntaktischen Stufen der Resultativkonstruktionen, die Fusion von Verben, die Rolle von Aspektmarkierern, die Genitivpartikel und die Kopula "shi" detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Syntax, Grammatikalisierung, Resultativkonstruktion, Reanalysis, Analogy und historische Sprachgeschichte charakterisiert.

Welche Bedeutung hat die "Reanalysis" in dieser Arbeit?

Sie gilt als fundamentaler Prozess, der dazu führte, dass Verb-Resultativ-Phrasen ihre ursprüngliche lose Struktur verloren und sich zu eigenständigen, lexikalisierten Verb-Einheiten entwickelten.

Warum spielt die Unterscheidung von Parataxe, Hypotaxe und Integrity bei "liao" eine Rolle?

Diese Unterscheidung verdeutlicht die unterschiedlichen Grade der syntaktischen Abhängigkeit und Integration, die der Grammatikalisierungsprozess von "liao" durchlaufen hat.

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Details

Title
Die Syntax der Han- und Tangzeit
College
Ruhr-University of Bochum  (Universität )
Course
Einführung in die Sprachwissenschaften des Chinesischen
Grade
1,7
Author
Anja Rusche (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V72381
ISBN (eBook)
9783638732765
Language
German
Tags
Syntax Han- Tangzeit Einführung Sprachwissenschaften Chinesischen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Rusche (Author), 2005, Die Syntax der Han- und Tangzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72381
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