El español de América - Zur Sprachensituation in Mexiko: Das mexikanische Spanisch, die Indianersprachen und deren gegenseitige Beeinflussung


Hausarbeit, 2006

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die linguistischen Unterschiede des mexikanischen Spanisch zum Castellano
2.1 Lexik
2.2 Phonetik/Phonologie
2.2.1 Auffälligkeiten in der mexikanischen Aussprache
2.2.2 Seseo
2.2.3 Yeísmo
2.2.4 Žeísmo
2.3 Morphosyntax
2.3.1 Wegfall der 2. Person Plural
2.3.2 Loísmo

3. Die linguistischen Unterschiede des mexikanischen Spanisch zu den anderen sprachlichen Varietäten der spanischen Sprache in Lateinamerika
3.1 Tuteo/ Voseo
3.2 Veraltete/ Konservative Ausdrucksformen
3.3. Neuerungen

4. Sprachen und Kulturen im Kontakt

5. Die Sprachen Mexikos

6. Anmerkung zur Erforschung der indigenen Sprachen

7. Einfluss der Indiosprachen auf das Spanische
7.1 Lexik
7.1.1 Die Untersuchungen von Lope Blanch innerhalb der Lexik
7.2 Phonetik/Phonologie
7.2.1. Vokalschwächung
7.2.2. Konsonantismus
7.2.3. Morphosyntax

8. Einfluss des Spanischen Mexikos auf die Indiosprachen

9. Zusammenfassung

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ethnien, Völker, Kulturen traten im Laufe ihrer Geschichte immer wieder in Kontakt miteinander. Schon Humboldt schreibt, dass keine Nation unvermischt geblieben ist. Es ist wichtig, diesem Kontakt für sich und den bei den verschiedenen Formen des Kontaktes auftretenden Prozessen Aufmerksamkeit zu schenken und ihn als etwas Konstitutives für die Seinsweise der heutigen Kulturen zu begreifen, und nicht als etwas Marginales.[1]

In Mexiko steht das Spanische in Kontakt mit den Indiosprachen. Spanisch ist die offizielle Landessprache und wird von etwa 97% der Bevölkerung gesprochen. Von den Indios (9% der Bevölkerung) werden etwa 70% als bilingual klassifiziert.[2]

Der mexikanisch-indoamerikanische Sprachkontakt soll Thema dieser Arbeit sein. Es stellt sich die Frage, inwieweit das mexikanische Spanisch von den Indiosprachen (und umgekehrt) beeinflusst wurde und immer noch wird. Klasohm schreibt hierzu: „Die durch einen solchen Kontakt geförderten oder darauf beruhenden Veränderungen der spanischen Sprache sind geringer als die Veränderungen in den indigenen Sprachen.“[3]

Die Arbeit wird von dieser Feststellung ausgehen und sie zum Schluss entweder widerrufen, in Frage stellen oder bestätigen.

Am Anfang der Arbeit werden die Besonderheiten des mexikanischen Spanisch und seine Unterschiede zum „Standardkastillisch“ herausgestellt. Danach sollen die Unterschiede des mexikanischen Spanisch zu den anderen Varietäten des Spanisch in Lateinamerika erläutert werden.

Zuletzt soll sich der Thematik des Kontaktes von Sprachen und Kulturen im Allgemeinen gewidmet werden, wobei der mexikanisch-indoamerikanische Kontakt von Hauptinteresse sein wird. Die gegenseitigen sprachlichen Beeinflussungen sollen beispielhaft dokumentiert werden.

2. Die linguistischen Unterschiede des mexikanischen Spanisch zum Castellano

Bei der Beschreibung des mexikanischen Spanisch sollen zunächst die wichtigsten Merkmale und Eigenschaften aufgeführt werden, die sich nicht in derjenigen Variante des Spanischen finden, die man als das Hochspanische, das Castellano, bezeichnet.[4]

2.1 Lexik

Die Unterschiede in der Lexik sind in erster Linie regionaler Natur, d.h. die Unterschiede zwischen Spanien und Mexiko sind nicht geringer als diejenigen zwischen Mexiko und Chile oder Paraguay.

Charakteristisch für die Lexik des mexikanischen Spanisch sind vor allem eigene lexikalische Elemente, diese sind zum Teil Archaismen, also Sprachelemente, die im europäischen Spanisch nicht mehr benutzt werden. So verwendet man in Mexiko den Ausdruck dizque anstatt des sonst gebräuchlichen se dice que. Ein weiteres Beispiel für solch einen Archaismus ist das Lexem donde, das anstatt si in Konditionalsätzen gebraucht wird. Luego entspräche in Mexiko inmediatamente. Außerdem gibt es viele Eigenentwicklungen wie z. B. der Fragepartikel qué (Qué, no lo hace?). Lope Blanch behauptet außerdem, dass sich das Adverb siempre in der Bedeutung von finalmente von Mexiko aus über ganz Lateinamerika verbreitet habe.[5] Die geographische Nähe zu den USA lässt einen starken Einfluss des Englischen auf das mexikanische Spanisch vermuten. In der Tat dringen Anglizismen in verstärktem Maße in das Spanische Mexikos ein, logischerweise weist Mexiko durch die geographische Nähe einen höheren Anteil an Anglizismen auf als z. B. das Spanische Südamerikas oder Spaniens[6], nach Zimmermann jedoch ist der Einfluss des Englischen auf die mexikanische Sprache geringer als die geographische Situation tatsächlich vermuten lässt.[7] Beispiele für Anglizismen wären: la computadora, checar, elevador.

2.2 Phonetik/Phonologie

2.2.1 Auffälligkeiten in der mexikanischen Aussprache

Auffallend ist die unterschiedliche Aussprache der Vokale. Die Vokale des Zentralmexikanischen sind kürzer als die des Kastillischen. Mexikaner lassen sich häufig an diesem Merkmal erkennen. Im Zusammenhang mit der Schwächung der unbetonten Vokale ist ein weiteres Kennzeichen Mexikos anzusprechen: Die Sprecher der meisten lateinamerikanischen Länder tendieren zum Ausfall des /-s/, in Mexiko bleibt /-s/ jedoch erhalten[8], ein Vergleich mit dem Spanischen Argentiniens soll dieses Phänomen erläutern: „Argentinien tendiert zur offenen Silbe und spricht diez pesos als [`dje `peso], in Zentralmexiko heißt es hingegen [ `djess `pess].“[9]

2.2.2 Seseo

Ein Hauptmerkmal des mexikanischen Spanisch ist sicherlich der so genannte „Seseo“, wie der Entfall der interdentalen Aussprache der Buchstaben z und c (vor e, i) genannt wird. Anhand eines Beispiels soll der seseo im Folgenden erläutert werden: Die beiden Lexeme cima „Gipfel“ und sima „Abgrund“ würden demnach in Mexiko identisch ausgesprochen werden, da eine Unterscheidung zwischen den Lauten /θ/ und /s/ nicht stattfindet. Im Castellano allerdings sind diese beiden Lexeme phonetisch eindeutig zu unterscheiden, da das c in cima als /θ/ ausgesprochen werden würde und das s in sima als /s/. Der seseo ist jedoch nicht nur für Mexiko charakteristisch, sondern findet sich in fast ganz Lateinamerika.[10]

2.2.3 Yeísmo

In fast ganz Lateinamerika, und somit auch in Mexiko, verbreitet ist der yeísmo, d.h. die Aussprache von /ll/ als [y], des stimmhaften palatalen Seitenlautes als stimmhaften palatalen Reibelaut. Die Opposition zwischen den Phonemen /ll/ und /y/ wird damit aufgehoben.[11]

2.2.4 Žeísmo

Als letztes phonetisches Merkmal soll der žeísmo genannt werden. Dieser tritt in der gesamten Südhälfte Mexikos, beginnend mit der Hauptstadt, auf. Der žeísmo meint eine lautliche Erscheinung, bei der der Laut [ž] als Allophon des Phonems /ll/ oder /y/ auftritt. Es lassen sich drei Varianten unterscheiden, von denen zwei in Mexiko aufzufinden sind, die am weitesten verbreitete ist folgende: [ž] ist eine lautliche Variante des Phonems /y/, das mit dem Phonem /ll/ zusammengefallen ist. Beispiel: cuyo – [cužo]; gallo - [gažo].[12]

2.3 Morphosyntax

2.3.1 Wegfall der 2. Person Plural

Vosotros wird durch ustedes ersetzt, was ein Gleichlauten der zweiten Pluralform der Verben mit der dritten Person zur Folge hat. Dies ist jedoch kein spezielles Phänomen Mexikos, sondert findet sich in ganz Lateinamerika.[13]

2.3.2 Loísmo

Das direkte Objektpronomen im Singular Maskulinum ist sowohl für Sachen als auch für Personen lo. Im Kastillischen verwendet man dagegen für Personen le oder lo. Der loísmo ist für fast ganz Lateinamerika (Ausnahmen: Ecuador und Paraguay) charakteristisch, er kann wie viele Erscheinungen in Amerika, auf südspanischen Einfluss zurückgeführt werden.[14]

[...]


[1] Vgl. Klaus Zimmermann, Sprachkontakt, ethnische Identität und Identitätsbeschädigung: Aspekte der Assimilation der Otomí-Indianer an die hispanophone mexikanische Kultur, Frankfurt (Main) : Vervuert, 1992, S. 47.

[2] Vgl. Hartmut Klasohm, Sprachkontakte in Mexiko: Das Spanische und die Indiosprachen, Kiel, 1989, S. 5.

[3] Ebd. S. 78.

[4] Eine Beschreibung des mexikanischen Spanisch geschieht hier in Abgrenzung zum Castellano, um nicht eine Sprache in ihrer Gesamtheit darstellen zu müssen. Hierbei wird nicht davon ausgegangen, dass das Castellano das korrektere unter den verschiedenen Varianten und Dialekten des Spanischen ist.

[5] Vgl. Hugo Kubarth, Das lateinamerikanische Spanisch: ein Panorama, München: Hueber, 1987, S. 75.

[6] Vgl. Klasohm S. 25.

[7] Vgl. Klaus Zimmermann, Die Sprachensituation in Mexiko, in: Dietrich Briesemeister, Mexiko heute, Frankfurt (Main): Vervuert, 1996, S .330.

[8] Vgl. Kubarth S. 69.

[9] Ebd. S. 69.

[10] Vgl. Klasohm S. 22.

[11] Ebd. S .21.

[12] Ebd. S. 22.

[13] Ebd. S. 22.

[14] Vgl. Kubarth S. 40f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
El español de América - Zur Sprachensituation in Mexiko: Das mexikanische Spanisch, die Indianersprachen und deren gegenseitige Beeinflussung
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V72416
ISBN (eBook)
9783638634014
ISBN (Buch)
9783638756143
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Besonderheiten des mexikanischen Spanisch. Es wird zunächst mit dem "Standardcastellano" und danach mit den anderen sprachlichen Varietäten Lateinamerikas verglichen. Außerdem wird untersucht, inwieweit das mexikanische Spanisch von den co-existierenden Indianersprachen beeinflusst wurde und ob auch eine Beeinflussung in die andere Richtung stattgefunden hat.
Schlagworte
América, Sprachensituation, Mexiko, Spanisch, Indianersprachen, Beeinflussung, Proseminar
Arbeit zitieren
Nicole Zanger (Autor), 2006, El español de América - Zur Sprachensituation in Mexiko: Das mexikanische Spanisch, die Indianersprachen und deren gegenseitige Beeinflussung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72416

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