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Techno - Die Jugendprotestbewegung der 90er?

Title: Techno - Die Jugendprotestbewegung der 90er?

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Quapp (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit geht der Frage nach, ob man die Techno-Szene in Europa und vor
allem in Deutschland als Jugendprotestbewegung bezeichnen kann. Dazu soll die
Szene sowohl auf einen evtl. vorhandenen politischen Hintergrund als auch auf
ihre spezifischen Werte und ihre Selbstdarstellung hin untersucht werden.
Im Rahmen eines Referates während des Seminars „Jugendprotest und Musik“
wurde die These aufgestellt, dass subkulturelle Protestbewegungen seit den
1990er Jahren kaum noch eine Chance auf Erfolg oder auch nur Beachtung hätten,
da die Kulturindustrie spätestens seit dieser Zeit die entsprechenden Strömungen
schnell aufnimmt, kommerziell ausnutzt und ihrer Inhalte beraubt. An dieser Stelle
soll zusätzlich untersucht werden, ob diese Vermutung für das Phänomen
Techno zutrifft.
Die Kapitel eins bis vier zeichnen die Entstehung und Entwicklung besonders der
deutschen Szene nach. Die hier verwendeten Informationen stammen im Wesentlichen
aus dem Werk „Die Techno-Szene“ von Erik Meyer.
Kapitel fünf versucht, soweit möglich, die sozialen Hintergründe von Techno-
Fans aufzuzeigen, um herauszufinden, ob sich Parallelen zu früheren, an ein bestimmtes
soziales Milieu gebundenen, Protestbewegungen finden lassen.
Kapitel sechs beschäftigt sich mit den Besonderheiten, die Techno-
Veranstaltungen von den Konzerten, Discotheken und Veranstaltungen anderer
Szenen oder des „Mainstream“ unterscheiden, und die einen wesentlichen Teil der
Anziehungskraft der Szene ausmachen.
Kapitel sieben behandelt die in der Öffentlichkeit stark beachtete Diskussion über
einen politischen oder sogar dezidiert apolitischen Hintergrund der Techno-
Bewegung und damit die Frage, ob Techno als Beispiel für ein generelles Desinteresse
der Jugend an der Politik gelten kann.
Kapitel acht schließlich geht der Frage nach, ob der Einfluß von Sponsoren und
großen Plattenfirmen den Techno seiner innovativen Ansätze und seiner Ideale
beraubt hat.
Das Thema Techno und Drogen taucht in dieser Arbeit nur am Rand auf. Zum
einen würde eine ausführliche Behandlung dieser Thematik den Rahmen der vorliegenden
Arbeit sprengen, zum anderen scheinen die Nutzer der sogenannten
Techno-Drogen diese vornehmlich zur Leistungssteigerung zu nutzen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Techno / Vorläufer und Ursprünge des Techno

2.1 Definition von Techno

2.2 Die Vorläufer in Europa

2.3 Vorläufer und parallele Entwicklungen in den USA

3. Entwicklung der Techno-Szene in Europa

3.1 Die Erfindung des „Rave“ in Großbritannien

3.2 Die Entstehung der deutschen Techno-Szene

4. Veranstaltungsformen

4.1 Die Club-Szene

4.2 Großveranstaltungen

4.2.1Die Love Parade

4.2.2 „Mayday“ als Beispiel für kommerzielle Großraves

5. Wer sind die Raver? (soziale Herkunft, Bildung, Einkommen)

6. „Einfach nur feiern“ - Das Lebenskonzept der Techno-Szene

7. Techno als Indikator für politischen und gesellschaftlichen Wandel?

7.1 Politikverdrossenheit als politisches Statement

7.2 Techno und die Spaßgesellschaft

8. Kommerzialisierung: Schluckt die Kulturindustrie die Szene?

9. Fazit

10. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Techno-Szene der 1990er Jahre als Jugendprotestbewegung klassifiziert werden kann, indem sie ihren politischen Hintergrund, ihre soziokulturellen Werte und ihre Abgrenzung zum Mainstream analysiert.

  • Entwicklung und Ursprünge der Techno-Szene in Europa und den USA
  • Soziale Struktur der Anhängerschaft und Identitätsbildung
  • Die politische Dimension von Großveranstaltungen wie der Love Parade
  • Die Rolle der Spaßgesellschaft und die Distanz zu klassischen politischen Institutionen
  • Einfluss der Kulturindustrie und Sponsoring auf die Kommerzialisierung der Subkultur

Auszug aus dem Buch

Die Entstehung der deutschen Techno-Szene

In Deutschland gelten Berlin und Frankfurt als die Geburtsorte der Techno-Szene. Der in der Frankfurter Flughafendisco „Dorian Grey“ angesiedelte „Technoclub“ war seit Mitte der 80er Jahre etabliert und ursprünglich auf die Stilrichtungen EBM und Industrial spezialisiert. Der dortige DJ „Talla 2XLC“ spielte und produzierte früh auch Technotitel. Größere Aufmerksamkeit erregte allerdings Sven Väth, der den Techno endgültig im Großraum Frankfurt etablierte und mit der Diskothek „Omen“ in der Frankfurter Innenstadt einen Anlaufpunkt von überregionaler Bedeutung schuf.

Im Vergleich zu den eher europäischen Wurzeln der Frankfurter Szene war die Berliner Szene schon früh von amerikanischen Stilen geprägt, besonders die Dj´s „Westbam“ und „Dr. Motte“ etablierten verschiedene Formen des „House“. Der rasanten Ausbreitung der Berliner Szene kam die Immobiliensituation nach dem Fall der Mauer zugute. Mitten in der wiedervereinigten Stadt standen diverse Gebäude leer, die sich für die Einrichtung kleiner Clubs oder für die spontane Durchführung größerer Raves anboten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob die Techno-Szene als Protestbewegung zu verstehen ist, und skizziert den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. Definition von Techno / Vorläufer und Ursprünge des Techno: Dieses Kapitel definiert Techno als elektronisch erzeugte Tanzmusik und verortet ihre musikalischen Wurzeln in den europäischen und amerikanischen Entwicklungen der 70er und 80er Jahre.

3. Entwicklung der Techno-Szene in Europa: Hier wird die Etablierung des Raves in Großbritannien sowie die parallele Genese der deutschen Szene in Frankfurt und Berlin beleuchtet.

4. Veranstaltungsformen: Das Kapitel differenziert zwischen der clubbasierten Keimzelle der Szene und der zunehmenden Kommerzialisierung durch Massenveranstaltungen wie die Love Parade und den Mayday-Rave.

5. Wer sind die Raver? (soziale Herkunft, Bildung, Einkommen): Die Untersuchung der sozialen Zusammensetzung der Szene zeigt eine hohe Heterogenität, die ein breites gesellschaftliches Spektrum umfasst.

6. „Einfach nur feiern“ - Das Lebenskonzept der Techno-Szene: Die Analyse des Lebenskonzepts fokussiert auf das Bedürfnis nach einer familiären, friedfertigen Gegenwelt als Ausgleich zu einer zunehmend leistungsorientierten Gesellschaft.

7. Techno als Indikator für politischen und gesellschaftlichen Wandel?: Das Kapitel diskutiert, inwiefern die Ablehnung etablierter politischer Institutionen eine bewusste politische Haltung oder lediglich Politikverdrossenheit innerhalb der Spaßgesellschaft widerspiegelt.

8. Kommerzialisierung: Schluckt die Kulturindustrie die Szene?: Es wird untersucht, wie Sponsoring und Major-Labels die ursprüngliche Subkultur prägen und teilweise in den Mainstream überführen.

9. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Techno zwar keine klassische politische Protestbewegung darstellt, aber dennoch eine Form der jugendkulturellen Selbstbehauptung und Abgrenzung gegen gesellschaftliche Anforderungen bietet.

10. Literatur: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für die vorliegende Arbeit.

Schlüsselwörter

Techno, Jugendprotestbewegung, Love Parade, Clubkultur, Spaßgesellschaft, Politikverdrossenheit, Kommerzialisierung, Musikindustrie, Sven Väth, Elektronische Tanzmusik, Subkultur, Rave, Massenkultur, Identitätsbildung, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Techno-Szene der 90er Jahre als Jugendprotestbewegung eingestuft werden kann, indem sie deren politische Ambitionen und soziale Hintergründe hinterfragt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Genres, der Soziologie der Anhänger, der Rolle von Großevents versus Clubkultur sowie der kritischen Diskussion über Kommerzialisierung.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, die These zu überprüfen, ob subkulturelle Bewegungen in der modernen Kulturindustrie ihre kritische Substanz verlieren und ob Techno tatsächlich ein politisches Statement darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse sozialwissenschaftlicher Fachliteratur sowie auf die Auswertung von Stellungnahmen und Dokumenten aus der Szene selbst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Szene-Entwicklung, die Untersuchung der sozialen Herkunft der Raver, die Analyse der Spaßgesellschaft und die kritische Beleuchtung des Sponsorings.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Techno, Jugendprotestbewegung, Spaßgesellschaft, Politikverdrossenheit, Kommerzialisierung und Subkultur.

Warum wird die Love Parade als Paradebeispiel für die Kommerzialisierung genannt?

Die Love Parade zeigt laut Autor den Wandel von einer ursprünglichen, politisch motivierten Demonstration hin zu einer massentauglichen, kommerziell gesponserten Großveranstaltung, in der der Konsum dominiert.

Welche Rolle spielt das Konzept der „Spaßgesellschaft“ für die Techno-Szene?

Das Konzept dient als Erklärungsmodell für die vermeintliche politische Apathie der Jugendlichen, wobei der Autor differenziert, dass diese Haltung eher eine Ablehnung verkrusteter Institutionen als ein generelles Desinteresse an gesellschaftlichen Themen ist.

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Details

Title
Techno - Die Jugendprotestbewegung der 90er?
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Soziologie)
Course
Jugendprotest und Musik im 20. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Christian Quapp (Author)
Publication Year
2002
Pages
26
Catalog Number
V7243
ISBN (eBook)
9783638145602
Language
German
Tags
Techno Musik Protest Jugend
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Quapp (Author), 2002, Techno - Die Jugendprotestbewegung der 90er?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7243
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