Bedeutung und Maßnahmen zur Bewältigung von Ängsten im Sportunterricht


Hausarbeit, 2002

7 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen von Angst

3. Angeborene und erworbene Ängste

4. Angstauslöser

5. Erwartungsangst

6. Soziale Angst

7. Symptome der Angst

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Schwimmunterricht nähert sich ein Schüler dem Wasserbecken. Er geht zügig nach vorn, dort verharrt er, schaut in das Wasser, zu Mitschülern und Lehrer und wieder auf das Wasser unter ihm. Wenn man annimmt, dass in diesem Fall die zum Gelingen der Aufgabe notwendigen sportmotorischen Voraussetzungen gegeben sind, liegt es nahe zu vermuten, dass Angstgefühle die Ursache des Vermeidens der gestellten Aufgabe, sich in das Wasser zu begeben, sind. Der Lehrer steht auch nicht mit Notenbuch an seiner Seite. Ganz im Gegenteil, er ist bestrebt, dem Schüler bei der Überwindung seiner Angst behilflich zu sein. Dieser Lehrer wird sich zunächst fragen, wovor der Schüler Angst hat und was in ihm vorgeht, denn nur wenn er die angstauslösenden Momente kennt, kann er ihm effektiv helfen.

2. Definitionen von Angst

Unter Angst versteht man im Allgemeinen als negative emotionale Zustände, die durch Bedrohung, starke Erregung, Überforderung, übergroße Spannung oder Unlust gekennzeichnet sind.[1] Diese werden als unangenehm erlebt, in der Regel wirken sie leistungsmindernd und veranlassen den Menschen, diese negativen Gefühlszustände zu vermeiden, zu beenden oder zu umgehen.

Ralf Schwarzer betrachtet die Angst als einen „Gefühlszustand, der als unangenehm erlebt wird“.[2] Dabei sei die Angstemotion ein „Ergebnis von kognitiven Prozessen“, die bewirken, dass auf Grund der Einschätzung eines Ereignisses als bedrohlich, sich Erregung ausbreite, „die vom Individuum in Übereinstimmung mit dem Bedeutungsgehalt der Situation als ängstliche Erregung interpretiert wird. Die Bedrohung kann auf die körperliche Unversehrtheit oder auf das Selbstkonzept gerichtet sein. […]

Es gibt Wissenschaftler, die zusätzlich eine Abgrenzung von Angst und Furcht vornehmen. Die Furcht bezieht sich auf einen konkreten Gegenstand, ein Ereignis. Die Angst bringt mehr die subjektbezogene Unsicherheit zum Ausdruck.[3] Furcht habe also einen Gegenstand, Angst aber nicht. Furcht ist ein einzelnes Gefühl (Affekt), sie bezieht

sich auf die Wirklichkeit (Realangst nach Freud). Die Angst dagegen ist eine Stimmung, sie bezieht sich auf eine Möglichkeit (Neurotische Angst nach Freud). Dieser Ansatz ist aber nur dann gültig, wenn man das Erlebnis der Angst zu Grunde legt. Auch die Angst ist auf etwas bezogen, nur kennt der Angsthabende häufig den Gegenstand seiner Angst nicht. Deshalb ist es sinnvoll, als Differenzierungsmerkmal zwischen Angst und Furcht nicht die Gegenstandslosigkeit, sondern die Unwissenheit über die Auslöser zu sehen.[4] Angst bezieht sich auf eine Gefahrensituation, Unsicherheitserlebnisse und Reaktionsblockierung. Die Situation ist oft mehrdeutig und unbestimmt. Eine Person, die Angst zeigt, weiß nicht, wie sie reagieren soll. Angst tritt dann auf, wenn die Person wahrnimmt, dass sie einer Herausforderung nicht gerecht wird oder eine Handlung nicht zufrieden stellend abschließen kann.

3. Angeborene und erworbene Ängste

Nach Freud entsteht Angst als Reaktion des Ichs auf eine Gefahr. Die Bedrohung kann drei Ursachen haben:

- eigene Treibansprüche des Es, des Unbewussten
- Bedrohungen des Über-Ich, Gewissensangst
- Wahrnehmung bedrohender Umweltreize, Realangst.[5]

Nach Spielberger kann man Angst als Eigenschaft oder als Zustand verstehen. Angst als Eigenschaft lässt sich als überdauernde Bereitschaft einer Person auffassen, auf Situationen, die als bedrohlich empfunden werden, mit Angst zu reagieren. Diese Angst wurde durch vergangene Lernerfahrungen erworben. Es ist die Angst vor Situationen, die das Selbstwertgefühl negativ beeinträchtigen könnten.[6] Diese Situationen können auch harmlos sein. Angst als Zustand steht im Zusammenhang mit bestimmten Umweltsituationen. Ein Sportler kann zu einem bestimmten Zeitpunkt, z.B. vor der Aktion eines Gegners Angst haben, d.h. die Zustandsangst ist gegenstandsbezogen. Mowrer, Vertreter des lernpsychologischen Ansatzes, versteht die Angst (Zustandsangst) als „gelernte emotionale Reaktion auf solche Reize, die ein bevorstehendes schmerzhaftes oder schädigendes Ereignis ankündigen“ (Mowrer, in Fröhlich 1965, S. 526).[7]

[...]


[1] Baumann, Sigurd: Psychologie im Sport. Aachen 1998, S. 237

[2] Schwarzer, Ralf: Stress, Angst und Hilflosigkeit: die Bedeutung von Kognitionen und Emotionen die Regulation von Belastungssituationen. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1981, S. 80

[3] Rókusfalvy, Pál: Sportpsychologie. Berlin 1980, S. 123

[4] Baumann, Sigurd: Psychologie im Sport. Aachen 1998, S. 238

[5] Baumann, Sigurd: Psychologie im Sport. Aachen 1998, S. 238

[6] Bierhoff-Alfermann, Dorothee: Sportpsychologie. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1986, S. 76

[7] Vormbrock, Friederun: Sportunterricht. Heft 10, 1982, S. 379

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Bedeutung und Maßnahmen zur Bewältigung von Ängsten im Sportunterricht
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl Sport)
Veranstaltung
Sport in der Grundschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
7
Katalognummer
V7247
ISBN (eBook)
9783638145640
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Maßnahmen, Bewältigung, Sportunterricht, Sport, Grundschule
Arbeit zitieren
Franziska Reichel (Autor), 2002, Bedeutung und Maßnahmen zur Bewältigung von Ängsten im Sportunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7247

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