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Der Klassenbegriff bei Marx und Weber - Ein beurteilender Vergleich

Title: Der Klassenbegriff bei Marx und Weber - Ein beurteilender Vergleich

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Triebe (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Karl Marx gilt als derjenige, der den Klassenbegriff am konsequentesten entwickelt und im Kontext seines historischen Materialismus populär gemacht hat. Aber auch Max Webers Definition lässt sich eigentlich in jedem Einführungswerk über Klassen und soziale Ungleichheit finden. Manche Autoren wie zum Beispiel Gregor Schöllgen sind allerdings der Meinung, dass Weber die Klassentheorie Marxens ein halbes Jahrhundert später weitestgehend übernommen und nur leicht modifiziert hätte.
Die Hausarbeit untersucht deshalb, inwieweit Weber mit seinem Entwurf tatsächlich auf Marxens Klassenbegriff aufbaut. Dazu wird in einem Vergleich zuerst die Klasse bei Marx dargestellt und dieser anschließend Webers Definition gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Klassenbegriffen der beiden Autoren aufzuzeigen. Da am Ende der Gegenüberstellung die Unterschiede zu überwiegen scheinen, geht die Arbeit auch auf die Bewertungen anderer Autoren zu dem Thema ein und setzt sich insbesondere mit Schöllgens Argumentation zum „Weberschen Marxismus“ auseinander.
Die Untersuchung kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass Weber gegenüber Marx eine eigenständige Klassenkonzeption entwickelt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Klassenbegriff bei Marx

2.1. Herleitung aus dem Historischen Materialismus

2.2. Von der Klassenlage zum Klassenkampf

2.3. Zusammenfassung

3. Die Gegenüberstellung zu Webers Klassenbegriff

3.1. Besitz-, Erwerbs- und soziale Klassen

3.2. Klasseninteresse, Klassenhandeln, Klassenkampf

3.3. Zusammenfassung

4. Die Bewertung anderer Autoren

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis der Klassenkonzepte von Karl Marx und Max Weber. Dabei soll geklärt werden, ob Weber den Klassenbegriff von Marx lediglich kopiert und modifiziert hat oder ob er eine eigenständige, von Marx unabhängige Konzeption entwickelt hat, um gesellschaftliche Strukturen zu beschreiben.

  • Herleitung des Klassenbegriffs bei Marx aus dem Historischen Materialismus
  • Detaillierte Analyse der marxschen Theorie von Klassenlage, Klasseninteresse und Klassenkampf
  • Gegenüberstellung mit Webers Typologie von Besitz-, Erwerbs- und sozialen Klassen
  • Untersuchung der Unterschiede in Bezug auf soziale Mobilität und gesellschaftliche Prognosen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur zu diesem Vergleich

Auszug aus dem Buch

3.1. Besitz-, Erwerbs- und soziale Klassen

Max Weber formulierte sein Klassenkonzept zwar wie Marx nicht an einer konkreten Stelle, indes finden sich all seine Erläuterungen dazu in einem Werk, nämlich in „Wirtschaft und Gesellschaft.“ Er untersucht die Klassen dort gemeinsam mit den Ständen und Parteien, was damit begründet wird, dass es sich bei ihnen um die „Phänomene der Machtverteilung innerhalb einer Gemeinschaft“ handele. Darunter versteht Weber hauptsächlich die Verteilung von ökonomischer und politischer Macht, sowie von sozialer Ehre beziehungsweise Prestige. Um die Art der Verteilung dieser Ressourcen zu benennen, führt er gesellschaftliche Ordnungsbegriffe ein. So beschreibe die „soziale Ordnung“ die Verteilung von sozialer Ehre und die „Wirtschaftsordnung“ die Verteilung von ökonomischen Gütern und Leistungen. Beide Ordnungen befänden sich außerdem in einer Wechselwirkung mit der „Rechtsordnung“.

Jedem Ordnungsbegriff weist Weber eine Gruppierungsart zu: „Während die ‚Klassen’ in der ‚Wirtschaftsordnung’, die ‚Stände’ in der ‚sozialen Ordnung’ (…) ihre eigentliche Heimat haben (…), sind ‚Parteien’ primär in der Sphäre der ‚Macht’ zu Hause.“ Im Gegensatz zu den Ständen sind Klassen für Weber jedoch keine Gemeinschaften, „sondern stellen nur mögliche (und häufige) Grundlagen eines Gemeinschaftshandelns dar“, müssen das soziale Handeln von Menschen also nicht zwingend mitbestimmen. Deshalb definiert er sie im neueren Teil von „Wirtschaft und Gesellschaft“ folgendermaßen: „Klasse soll jede in einer gleichen Klassenlage befindliche Gruppe von Menschen heißen“, wobei Besitz und Besitzlosigkeit an Gütern und Produktionsmitteln die Grundkategorien aller Klassenlagen seien. In dem Punkt über die materielle Grundbestimmung von Klassenlagen folgt Weber Marx also. Dessen ungeachtet sieht er keinen Grund, die Gesellschaft in zwei dichotome Klassen einzuteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der sozialen Ungleichheit ein und stellt die Relevanz sowie die Forschungsfrage der Arbeit dar, das Verhältnis der Klassenbegriffe von Marx und Weber zu vergleichen.

2. Der Klassenbegriff bei Marx: Dieses Kapitel erläutert Marx' Klassenkonzept innerhalb des Historischen Materialismus, insbesondere den Zusammenhang zwischen ökonomischer Klassenlage, Klassenbewusstsein und dem revolutionären Klassenkampf.

3. Die Gegenüberstellung zu Webers Klassenbegriff: Dieser Abschnitt vergleicht Webers Kategorien (Besitz-, Erwerbs- und soziale Klassen) mit dem Marxschen Modell und arbeitet die Unterschiede in der methodischen Herangehensweise und den gesellschaftlichen Implikationen heraus.

4. Die Bewertung anderer Autoren: Hier wird die Sekundärliteratur kritisch betrachtet, insbesondere die Position, Weber habe den Marxschen Klassenbegriff nur modifiziert, was im Hinblick auf die Analyseergebnisse in Frage gestellt wird.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Weber zwar die materielle Grundbasis mit Marx teilt, darüber hinaus jedoch eine eigenständige, deskriptive Klassenkonzeption geschaffen hat, die nicht auf einem revolutionären Umsturz basiert.

Schlüsselwörter

Klassenbegriff, Karl Marx, Max Weber, soziale Ungleichheit, Historischer Materialismus, Klassenkampf, Klassenlage, Besitzklasse, Erwerbsklasse, soziale Klasse, Machtverteilung, Wirtschaftsordnung, soziale Ordnung, Klasseninteresse, Gesellschaftsstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden theoretischen Überblick über die Klassenbegriffe von Karl Marx und Max Weber in der Soziologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse konzentriert sich auf die Definitionen von Klasse, die ökonomischen Determinanten, die Rolle des Klassenkampfes sowie die Unterschiede zwischen Webers Ordnungsbegriffen und Marx' historisch-materialistischer Sichtweise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Weber auf Marx aufbaut oder ob er ein gänzlich eigenständiges Konzept zur Beschreibung moderner Gesellschaftsstrukturen entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode des beurteilenden Vergleichs und der Literaturanalyse, um die Theorien beider Autoren sowie deren Einordnung in der Sekundärliteratur zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Marx' Konzept des Historischen Materialismus und des Klassenkampfes sowie Webers Konzepte der Besitz-, Erwerbs- und sozialen Klassen detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Klassenbegriff, soziale Ungleichheit, Historischer Materialismus, Klassenkampf, Machtverteilung und Klassenlage geprägt.

Wie unterscheidet sich Webers Klassenbegriff von dem von Marx in Bezug auf den Klassenkampf?

Während Marx den Klassenkampf als notwendige Folge antagonistischer Klassenlagen betrachtet, sieht Weber Klassen als bloße Grundlagen für mögliches Gemeinschaftshandeln, ohne dass ein zwingender revolutionärer Kampf vorbestimmt wäre.

Warum kommt der Autor zu dem Ergebnis, dass Weber keine bloße Kopie von Marx liefert?

Der Autor argumentiert, dass Webers Einführung dreier Kategorien (Besitz-, Erwerbs- und soziale Klassen) und die Loslösung von der rein ökonomischen Determination ein neues, differenzierteres Instrument zur Beschreibung von Sozialstrukturen darstellt.

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Details

Title
Der Klassenbegriff bei Marx und Weber - Ein beurteilender Vergleich
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Einführung in die soziologische Theorie
Grade
1,3
Author
Benjamin Triebe (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V72497
ISBN (eBook)
9783638635622
Language
German
Tags
Klassenbegriff Marx Weber Vergleich Einführung Theorie Klasse Schöllgen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Triebe (Author), 2006, Der Klassenbegriff bei Marx und Weber - Ein beurteilender Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72497
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