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Eine neue Macht: Franken als Politiker in München im 19. Jahrhundert

Title: Eine neue Macht: Franken als Politiker in München im 19. Jahrhundert

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Selle (Author)

History - Miscellaneous
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1. Einleitung
Mit der Entstehung des Königreichs Bayern ist vor allem eine enorme Gebietsvergrößerung verbunden. Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803, Napoleons Bemühungen Bayern als schlagkräftigen Mittelstaat im europäischen Machtkosmos zu etablieren und der Wiener Kongress im Jahre 1814 ließ Bayerns Fläche in beträchtlichem Maße anwachsen. Dabei entstand ein Gebiet mit erheblichem Strukturgefälle und mit sehr gegensätzlichen Traditionen. Die sogenannte “ Revolution von oben”, angeführt durch den allmächtigen Minister Montgelas, nahm zunächst keinerlei Rücksicht auf althergebrachte Rechte, Privilegien, Mentalitäten, Befindlichkeiten, auf kommunale Autonomien oder konfessionelle Verhältnisse, wenn es darum ging die altbayerischen mit den neubayerischen Gebieten zu vereinen. Es war jedoch offensichtlich, dass dem äußeren Zusammenschluss auch eine politische und soziale Integration der neuen Untertanen folgen musste, wollte man die Stabilität und den Frieden im Königreich dauerhaft erhalten.
Im Folgenden soll es vor allem um die Einbindung der Franken in das politische Geschehen Bayerns gehen. Einer der Schwerpunkte dieser Arbeit liegt hierbei beim Beamtentum. Erstens soll untersucht werden in welchem Maß die fränkischen Beamten in den Dienst des bayerischen Königs übernommen wurden. Zweitens gilt es zu erklären, warum sich im Laufe der Zeit sogar eine Art fränkische Dominanz innerhalb der Verwaltung einstellte. Während bei dieser Betrachtung der gesamte Existenzzeitraum des bayerischen Königreichs, also von 1806 bis 1918, einbezogen wird, soll es im zweiten Abschnitt der Hausarbeit nur um die Zeit von 1818 bis 1848 gehen. Hierbei soll die Rolle Frankens in der Ständeversammlung betrachtet werden. Die Verfassung von 1818 eröffnete der bayerischen Bevölkerung erstmals politische Partizipationsmöglichkeiten und dem mediatisierten Adel ein neues Betätigungsfeld. Besonders fränkische Abgeordnete verstanden dieses Forum für sich und für ihre Anliegen zu nutzen. Im Folgenden soll der Anteil der fränkischen Landtagsmitglieder dargestellt und ihr Einfluss auf die Arbeit im Parlament untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die bayerische Beamtenschaft 1806-1918

2.1 Der fränkische Anteil an der bayerischen Spitzenbeamtenschaft

2.1.1 Minister und Ministerverweser

2.1.2 Ministerialreferenten

2.1.3 königliche Kabinettssekretäre

2.1.4 Regierungspräsidenten

2.1.5 Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofs

2.1.6 Militärbehörden

2.1.7 kirchliche Oberbehörden

2.1.8 Zusammenfassung der Ergebnisse

3. Franken als Mitglieder der Ständeversammlung

3.1 Die Kammer der Reichsräte

3.2 Die Kammer der Abgeordneten

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Integration der fränkischen Bevölkerung in das Königreich Bayern im 19. Jahrhundert. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, in welchem Umfang Franken durch ihr Wirken im bayerischen Beamtentum sowie in der Ständeversammlung maßgeblich an der Gestaltung des neuen Staates beteiligt waren und welche Faktoren diese Integration begünstigten.

  • Einbindung fränkischer Beamter in den bayerischen Staatsdienst
  • Analyse der Repräsentation Frankens in verschiedenen Verwaltungsressorts
  • Rolle fränkischer Abgeordneter in der Ständeversammlung zwischen 1818 und 1848
  • Bedeutung der bayerischen Verfassung von 1818 für die politische Partizipation
  • Zusammenwirken von gesellschaftlichen, konfessionellen und bildungspolitischen Faktoren

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Minister und Ministerverweser

Am 2. Februar des Jahres 1817, dem Tag des Sturzes Montgelas, wurde eine Verordnung verabschiedet, die die Bildung und Einrichtung der obersten Stellen des Staates neu ordnete. Die oberste vollziehende Stelle, nach dem König, bildete der Ministerrat. Um eine Machtanhäufung einzelner Personen zu verhindern, musste jedes Ressort von je einem Minister geführt werden. Im Jahr 1817 gab es zunächst fünf Ministerien, das Ministerium des Hauses und des Äußeren, der Justiz, des Inneren, der Finanzen und der Armee. In den Jahren 1847/1848 kam das Ministerium des Inneren für kirchliche Angelegenheiten und das Ministerium für Handel und offentliche Arbeiten hinzu. Letzteres wurde mit der Gründung des Deutschen Reiches allerdings wieder abgeschafft. Die wachsende Bedeutung des Eisenbahn- und Postwesens machte schließlich auch ein eigenes Ministerium für Verkehrsangelegenheiten (1904-1920)notwendig.

Im gesamten Verlauf der Geschichte des bayerischen Königreichs gab es insgesamt 68 ordentliche Minister und 10 Ministerverweser. Das Ministerium der Armee ist bei dieser Betrachtung ausgenommen wurde und soll später in einem eigenen Abschnitt genauer betrachtet werden. Mit etwa 40% spielte der Adel im Kabinett zwar nicht dominierende Rolle, proportional wurde er bei der Ämtervergabe jedoch offensichtlich bevorzugt. Zwar stand den Söhnen aller Schichten der Weg an die Spitze der Verwaltung offen, doch hatte der Adel, durch die oft bessere Bildung, meist mehr Chancen. Wesentlich interessanter ist allerdings der Anteil der Minister aus Franken. Betrachtet man den Gesamtzeitraum, findet man 33 fränkische Minister, was einer Prozentzahl von 43,4% entspricht. Überraschend ist nicht nur die Tatsache, dass Franken somit überproportional zu seinem Bevölkerungsanteil (schwankte zwischen 36,1% im Jahr 1837 und 33,6% im Jahr 1900)im Kabinett saß, sondern auch, dass ein neubayerisches Territorium mehr Minister stellte als Altbayern. Gab es zu Beginn des 19.Jahrhunderts noch einen bestimmenden Einfluss altbayerischer Elemente in der Ministerriege, überwogen spätestens ab 1870 die Franken. Ein deutliches Zeichen, dass die Integration der Neubayern hervorragend funktioniert hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Gebietsvergrößerung Bayerns im 19. Jahrhundert ein und umreißt die Fragestellung bezüglich der politischen Rolle Frankens im Beamtentum und Parlament.

2. Die bayerische Beamtenschaft 1806-1918: Dieses Kapitel analysiert die Integration der fränkischen Beamten in die bayerische Verwaltung, wobei der Fokus auf verschiedenen Spitzenämtern und den sozialen Voraussetzungen für diese Karrierewege liegt.

3. Franken als Mitglieder der Ständeversammlung: Hier wird die Rolle der Franken im bayerischen Parlament zwischen 1818 und 1848 beleuchtet, unterteilt in die Kammer der Reichsräte und die Kammer der Abgeordneten.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Franken sich in den Institutionen etablieren konnte, warnt jedoch vor der Annahme einer tatsächlichen "fränkischen Regierung", da die Abhängigkeit vom monarchischen Prinzip fortbestand.

Schlüsselwörter

Bayern, 19. Jahrhundert, Franken, Beamtentum, Ständeversammlung, Integration, politische Geschichte, Staatsbildung, Minister, Landtag, Verwaltung, Reichsräte, Abgeordnete, Verfassung von 1818, Politische Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Integration der neubayerischen Region Franken in das bayerische Königreich im 19. Jahrhundert, insbesondere durch das Beamtentum und die parlamentarische Vertretung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Zusammensetzung der bayerischen Beamtenschaft, der fränkische Anteil an Spitzenämtern sowie die politische Arbeit in der Ständeversammlung zwischen 1818 und 1848.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie erfolgreich Franken in den bayerischen Staatsapparat integriert wurden und welchen Einfluss sie auf die politische Gestaltung des Königreichs nahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse unter Auswertung von Statistiken und biographischen Daten zur Zusammensetzung der Beamtenschaft und der Abgeordneten des bayerischen Landtags.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Verwaltungsposten (vom Minister bis zum Referenten) und der parlamentarischen Struktur mit ihren beiden Kammern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die "Integration", das "Beamtentum", die "Ständeversammlung", "fränkische Domänen" und das "monarchische Prinzip".

Warum spielt das Bildungswesen eine Rolle für die fränkische Dominanz in der Verwaltung?

Der Autor führt an, dass die fränkischen Kreise durch die Universitäten in Würzburg und Erlangen einen Vorsprung in der juristischen Ausbildung hatten, was die Besetzung hochrangiger Justiz- und Verwaltungsposten begünstigte.

Wie verhielten sich die Reichsräte im Vergleich zu den Abgeordneten?

Während die Reichsräte als konservatives Gegengewicht fungierten und oft nur zur Wahrung eigener Privilegien aktiv wurden, bildeten die gewählten Abgeordneten das modernere Element der Ständeversammlung.

Konnte man von einer "fränkischen Regierung" sprechen?

Nein, trotz der teils hohen Repräsentation in Ministerien war eine einheitliche fränkische Politik nicht gegeben, da die Interessen der Einzelpersonen zu unterschiedlich waren und die Abhängigkeit vom König die übergeordnete Macht blieb.

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Details

Title
Eine neue Macht: Franken als Politiker in München im 19. Jahrhundert
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Landesgeschichte)
Course
Die Entstehung eines Königreichs - Das Königreich Bayern im 19.Jhd.
Grade
1,0
Author
Sebastian Selle (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V72513
ISBN (eBook)
9783638732369
ISBN (Book)
9783638769525
Language
German
Tags
Eine Macht Franken Politiker München Jahrhundert Entstehung Königreichs Königreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Selle (Author), 2007, Eine neue Macht: Franken als Politiker in München im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72513
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