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Das Gallische Sonderreich unter Postumus: 260 n.Chr. - 269 n.Chr.

Title: Das Gallische Sonderreich unter Postumus: 260 n.Chr. - 269 n.Chr.

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Selle (Author)

World History - Early and Ancient History
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Während der Reichskrise des 3. Jahrhunderts, sah sich Rom einer permanenten und zunehmenden Bedrohung seiner Grenzen ausgesetzt. Die Sassaniden griffen den Osten an, die Goten bedrohten die Donaugrenze und die Franken und Alamannen drangen wiederholt über die Rheingrenze tief in römisches Gebiet ein#. Kaiser Valerian (253-260n.Chr.) reagierte auf dieses Problem und ernannte seinen Sohn Publius Licinius Egnatius Gallienus umgehend zum Mitregenten. Er war von da an für den Westteil, Valerian für den Ostteil des Reiches verantwortlich. Diese Entscheidung, die Last eines Mehrfrontenkriegs auf zwei Schultern zu verteilen, erwies sich für die weiteren Jahre seiner Regierung als durchaus erfolgreich. Das Jahr 260n.Chr., das Jahr seiner Gefangennahme durch den Sassanidenkönig Shapur I. , setzte dem positiven Trend jäh ein Ende. Da Gallienus von nun an allein die Verantwortung für das überdehnte Gesamtreich trug, entstand in vielen Reichsteilen ein Machtvakuum, das von Gallienus nicht auszufüllen war. Zumeist äußerte sich das in Usurpationen, die von Gallienus oder seinen Generälen erfolgreich niedergeschlagen werden konnten. In den drei gallischen Provinzen jedoch entstand unter Marcus Cassianus Latinius Postumus eine Art Sonderreich, das bis ins Jahr 274n.Chr. bestand hatte.
Welche Vorgänge genau zu dieser Entwicklung geführt haben, will ich in meiner Arbeit untersuchen. Ich werde mich bei der Analyse auf den Zeitraum von 260n.Chr. , der Gründung des Sonderreichs, bis 269n.Chr. , dem Todesjahr des Postumus, konzentrieren. Hierbei gilt es die Frage zu klären, ob das Gallische Sonderreich als Resultat eines gallischen Separatismus oder als normale Usurpation zu betrachten ist? Dazu muss besonders die Tatsache analysiert werden, dass es während der ganzen Zeit von 260n.Chr. bis 274n.Chr., von gallischer Seite aus, nie den Versuch gegeben hat die Herrschaft auf das Gesamtreich zu erweitern. Wollte Postumus ein dauerhaft von Rom getrenntes Reich? Warum hat Gallienus nur einen einzigen Versuch unternommen, die westlichen Provinzen wieder unter seine Kontrolle zu bekommen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des Gallischen Sonderreichs

2.1 Die Situation an den Grenzen

2.2 Die gallischen Provinzen vor der Usurpation

2.3 Der Wunsch nach Kaisernähe

2.4 Valerians Gefangennahme und ihre Folgen

3. Gallischer Separatismus oder Usurpation

3.1 Aufbau und Organisation des Teilreichs

3.2 Gallienus Reaktion auf Postumus

3.3 Postumus Ambitionen auf das Zentralkaisertum

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und die Entwicklung des Gallischen Sonderreichs zwischen 260 n.Chr. und 269 n.Chr. Ziel der Analyse ist es, zu klären, ob die Errichtung dieses Teilreichs unter Postumus primär als Ausdruck eines bewussten gallischen Separatismus oder lediglich als eine innerhalb der römischen Reichskrise übliche Usurpation zu bewerten ist.

  • Die Auswirkungen der Reichskrise des 3. Jahrhunderts auf die Grenzsicherheit.
  • Die sozioökonomische Situation in den gallischen Provinzen vor der Machtübernahme durch Postumus.
  • Die Rolle der kaiserlichen Präsenz und des Bedürfnisses nach lokaler Verteidigungskompetenz.
  • Die strukturelle Organisation des Sonderreichs und dessen Anlehnung an das römische Verwaltungssystem.
  • Die militärische und politische Interaktion zwischen dem Zentralkaiser Gallienus und dem Gegenkaiser Postumus.

Auszug aus dem Buch

3.1 Aufbau und Organisation des Teilreichs

Schon der formale Aufbau des Sonderreichs zeigte, dass Postumus und auch seine Nachfolger am römischen System festhalten wollten. Die römischen Konsuln wurden abgelehnt und stattdessen eigene ernannt. Wie auch in Rom wurde eine der Konsulatsposten oft vom Augustus persönlich besetzt. Der Gegenkaiser verfügte über eine eigene Prätorianergarde und wurde jährlich mit der tribunizischen Gewalt ausgestattet. Postumus verzichtete auf einen großangelegten Personalwechsel. Er behielt den militärischen Führungsapparat genauso bei, wie die Beamtenschaft. Nur einzelne, wichtige Posten in der Verwaltung besetzte er mit engen Vertrauten neu. Ob er einen eigenen Senat gründete, ist in der Forschung umstritten. Ein gallischer Senat, in Konkurrenz zu Rom, würde natürlich für eine geplante Abspaltung vom Gesamtreich sprechen, kann aber nicht wirklich nachgewiesen werden. Was jedoch bewiesen werden kann, ist die jährliche Versammlung des gallischen Adels. Diese rief Postumus ins Leben, um die Aristokratie, die anfangs wenig von der Usurpation begeistert war, zufriedenzustellen. Als Gegenstück zum römischen Senat darf diese Versammlung aber nicht angesehen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Reichskrise des 3. Jahrhunderts und Formulierung der Forschungsfrage zur Natur des Gallischen Sonderreichs.

2. Die Entstehung des Gallischen Sonderreichs: Analyse der Ursachen der Usurpation des Postumus, insbesondere der unzureichenden Grenzverteidigung und der Ereignisse nach der Gefangennahme Kaiser Valerians.

3. Gallischer Separatismus oder Usurpation: Untersuchung der Verwaltungsorganisation, des Verhältnisses zum Zentralkaiser Gallienus und der politischen Ziele des Postumus.

4. Schlussbetrachtung: Einordnung des Sonderreichs als sowohl symptomatisches als auch stabilisierendes Element innerhalb der römischen Reichskrise.

Schlüsselwörter

Gallisches Sonderreich, Postumus, Gallienus, Reichskrise, 3. Jahrhundert, Usurpation, Separatismus, Rheingrenze, Imperium Romanum, Soldatenkaiser, Provinzialverwaltung, Verteidigung, Münzpolitik, Provinzen, Machtvakuum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Gallische Sonderreich unter Postumus in der Zeit von 260 bis 269 n.Chr. und untersucht dessen Rolle innerhalb der größeren Reichskrise.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die militärische Instabilität an den Grenzen, die innenpolitische Organisation des Sonderreichs sowie das politische Spannungsverhältnis zwischen Rom und den gallischen Provinzen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Gallische Sonderreich als Resultat bewussten Separatismus oder als bloße Usurpation zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse angewandt?

Die Arbeit nutzt eine historiographische Analyse auf Basis existierender Sekundärliteratur, um die politischen und militärischen Handlungen des Postumus zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehungsgeschichte des Sonderreichs, die Analyse seiner inneren Organisation und die Interaktion mit dem Zentralkaiser Gallienus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gallisches Sonderreich, Reichskrise des 3. Jahrhunderts, Usurpation, Postumus und Gallienus.

Warum war die militärische Anwesenheit des Kaisers in den Grenzprovinzen so entscheidend?

Da die Kommunikation im Riesenreich erschwert war, diente die Präsenz des Kaisers oder eines Repräsentanten der schnellen Abwehr von Invasoren und verhinderte gleichzeitig den Aufstieg rivalisierender Heerführer.

Welche Rolle spielte die Münzpolitik des Postumus für seine Legitimation?

Postumus versuchte durch die Aufwertung des Silbergehalts und die Einführung einer Bronzewährung die wirtschaftliche Stabilität zu sichern und so seine Machtposition gegenüber Rom zu festigen.

Warum lehnte Gallienus ein Duell mit Postumus ab und wie reagierte er stattdessen?

Gallienus priorisierte die Sicherheit des restlichen Reiches und die Bekämpfung anderer Usurpatoren, weshalb er zunächst eine Pattsituation akzeptierte, bis er später eine militärische Offensive startete.

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Details

Title
Das Gallische Sonderreich unter Postumus: 260 n.Chr. - 269 n.Chr.
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Alte Geschichte)
Course
Die Soldatenkaiserzeit (235-285 n.Chr.)
Grade
1,7
Author
Sebastian Selle (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V72514
ISBN (eBook)
9783638732376
ISBN (Book)
9783638769532
Language
German
Tags
Gallische Sonderreich Postumus Soldatenkaiserzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Selle (Author), 2007, Das Gallische Sonderreich unter Postumus: 260 n.Chr. - 269 n.Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72514
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