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Flucht und Vertreibung in der Poenichen Trilogie von Christine Brückner

Title: Flucht und Vertreibung in der Poenichen Trilogie von Christine Brückner

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anna Damm (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Die Odyssee einer Frau in unserem Jahrhundert. Eine Frau in Krieg und Frieden: Sie sollte aus dem Osten stammen, aus ihrer Heimat vertrieben werden und fortan eine Heimatlose und Ruhelose sein.“ So beschreibt Christine Brückner ihr Konzept für die drei Poenichen Romane. Entstanden zwischen 1975 und 1985 ist die Verarbeitung des Themas Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten ein ganz typisches für diese Zeit. Christine Brückner ist zu diesem Zeitpunkt jedoch die erste Autorin, die sich mit dieser Thematik befasst, ohne selbst eine Vertriebene zu sein. Die Hessin ist nach eigener Aussage lediglich eine erschriebene Pommerin. Vielleicht ist es gerade diese Tatsache, die es ihr ermöglicht sehr sachlich und wertneutral an das Thema heranzugehen. Ihr Ziel ist es nicht eine Vergeltung oder Hassgefühle zu propagieren. Die Aufgabe dieser Arbeit wird es sein, genau das herauszuarbeiten. Zunächst wird auf den zeitgeschichtlichen Kontext näher eingegangen werden, welcher für das Verständnis des Romangeschehens unerlässlich ist. In dem darauf folgendem Kapitel wird auf die Vorwürfe gegen Erzählungen der Vertreibungsliteratur näher einzugehen sein, die dann im Hauptteil auf die Poenichen Trilogie von Christine Brückner bezogen werden sollen. Das Ziel dieser Arbeit soll es sein diese Vorwürfe in Bezug auf die untersuchten Romane mithilfe einer Textanalyse zu entkräften.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Klärung des zeitgeschichtlichen Kontextes

3. Definition der Begriffe Flucht und Vertreibung

4. Vorwürfe gegen die Vertreibungsliteratur

4.1. Abgrenzung der Begriffe Vertreibungsliteratur und Vertriebenenliteratur nach L.F. Helbig

5. Christine Brückners Poenichen-Trilogie als Gegenbeispiel

5.1. Zur Autorin

5.2. Abriss der Romanhandlung:

5.3. NS-Ideologie in den Romanen

Viktor Quint

Maximiliane

Joachim von Quindt

5.4. Die Darstellung der Flucht

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die "Poenichen-Trilogie" von Christine Brückner vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Debatte um sogenannte "Vertreibungsliteratur". Ziel ist es, den Vorwurf einer verharmlosenden oder NS-Ideologie-affinen Darstellung durch eine detaillierte Textanalyse der Romanfiguren und ihrer Fluchterfahrungen zu entkräften und die literarische Qualität des Werks in diesem Kontext neu zu bewerten.

  • Historischer Kontext von Flucht und Vertreibung aus den deutschen Ostgebieten.
  • Differenzierung zwischen Vertriebenen- und Vertreibungsliteratur nach L.F. Helbig.
  • Analyse der Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie anhand zentraler Romanfiguren.
  • Untersuchung der narrativen Darstellung der Flucht und deren Wirkung auf die Leser.
  • Bewertung der Autorin Christine Brückner als Vermittlerin historischer Traumata.

Auszug aus dem Buch

Viktor Quint

Zunächst einmal gilt das Augenmerk Viktor Quint. Er ist ein überzeugter Nationalsozialist und hat sein Leben schon früh in den Dienst Hitlers gestellt. „Da an Studium nicht zu denken war, meldete er sich zum freiwilligen Arbeitsdienst, wo er es bereits im Gau Mittelschlesien bis zum Obertruppenführer gebracht hatte. Er war ehrgeizig und entschlossen, Großes zu erreichen.“ Bereits bei dem ersten Treffen mit Maximiliane auf dem Familientag, hier begegnet er auch dem Leser zum ersten Mal, wird seine politische Gesinnung deutlich. Er verehrt Hitler fast wie einen Gott und ist bereit diesem bedingungslos zu folgen. Er hinterfragt dessen Ideologie nicht. Auch als Ehemann folgt er dem Klischee des typischen Nazi. Seine Frau dient einzig dem Zweck seine Kinder zu gebären und sie großzuziehen. Sein Ziel ist es, im Osten neuen Lebensraum für das deutsche Volk zu erschließen und diesen mit seinen eigenen Nachkommen zu besiedeln. „Er sah Poenichen als eine Art von Brutstätte an, Mutterboden, auf dem seine Kinder gedeihen sollten.“ In seinen Briefen berichtet er Maximiliane regelmäßig vom Voranschreiten des Krieges, sie könnten fast schon als Propaganda für die „große Sache“ gewertet werden. Auch seine Reden während seiner Aufenthalte in Poenichen machen seine politische Einstellung und seine Ziele deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der Poenichen-Romane ein und formuliert das Ziel, Vorwürfe gegen die Vertreibungsliteratur durch Textanalyse zu entkräften.

2. Klärung des zeitgeschichtlichen Kontextes: Dieses Kapitel erläutert die historische Besiedlung der deutschen Ostgebiete, die politischen Verschiebungen ab 1939 und den Verlauf von Flucht und Eingliederung nach 1945.

3. Definition der Begriffe Flucht und Vertreibung: Hier wird der Vertreibungsbegriff als mehrschichtiger Prozess definiert, der Evakuierungen, Deportationen und die Flucht im Jahr 1945 umfasst.

4. Vorwürfe gegen die Vertreibungsliteratur: Das Kapitel fasst allgemeine Vorwürfe der Verharmlosung und Heimatnostalgie in der Literatur über die Vertriebenen zusammen.

4.1. Abgrenzung der Begriffe Vertreibungsliteratur und Vertriebenenliteratur nach L.F. Helbig: Es erfolgt eine literaturwissenschaftliche Unterscheidung zwischen "Vertriebenenliteratur" als Gebrauchsliteratur und "Vertreibungsliteratur" als kritischer Reflexion.

5. Christine Brückners Poenichen-Trilogie als Gegenbeispiel: Das Kapitel begründet, warum Brückners Werk als kritische Vertreibungsliteratur einzuordnen ist.

5.1. Zur Autorin: Es wird die Biografie Christine Brückners dargelegt, insbesondere ihre intensive Recherchearbeit und Motivation für das Thema.

5.2. Abriss der Romanhandlung: Eine chronologische Übersicht der Lebensgeschichte der Protagonistin Maximiliane wird geboten.

5.3. NS-Ideologie in den Romanen: Die kritische Auseinandersetzung mit den Romanfiguren Viktor Quint, Maximiliane und Joachim von Quindt hinsichtlich ihrer politischen Einstellung steht hier im Fokus.

5.4. Die Darstellung der Flucht: Dieses Kapitel analysiert, wie die Autorin die Fluchtereignisse narrativ umsetzt und die Wirkung auf die Leser thematisiert.

6. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass die Vorwürfe einer Verharmlosung des Nationalsozialismus nicht auf die Romane zutreffen, wenngleich die Fluchtdarstellung aus Kindersicht den Schrecken abmildert.

Schlüsselwörter

Christine Brückner, Poenichen-Trilogie, Vertreibungsliteratur, Flucht, NS-Ideologie, Maximiliane, historische Aufarbeitung, deutsche Ostgebiete, Vertriebenenliteratur, Literaturanalyse, Identität, Heimatverlust, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die "Poenichen-Trilogie" von Christine Brückner und prüft, ob die gegen sie erhobenen Vorwürfe bezüglich einer verharmlosenden Darstellung des NS-Regimes und der Vertreibung berechtigt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die NS-Ideologie in der Literatur, die Flucht aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und die literarische Aufarbeitung von Heimatverlust.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Entkräftung von Vorwürfen gegenüber der "Vertreibungsliteratur" anhand einer textnahen Untersuchung der untersuchten Romane.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch historische Kontextualisierung und den Vergleich mit theoretischen Definitionen (u.a. von L.F. Helbig) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Biografie der Autorin, den Inhalt der Romane sowie die Charaktere Viktor Quint, Maximiliane und Joachim von Quindt in ihrem Umgang mit der NS-Ideologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen der Autorin und dem Werk sind Begriffe wie Vertreibungsliteratur, NS-Ideologie, Fluchtdarstellung und historische Aufarbeitung zentral.

Wie steht die Autorin Christine Brückner zur NS-Zeit?

Laut der Arbeit zeichnet Brückner ein realistisches Bild der Zeit, indem sie verschiedene politische Haltungen in ihren Charakteren darstellt, ohne die Ideologie zu verharmlosen.

Warum wird Maximiliane in der Arbeit als "Mitläuferin" eingestuft?

Im Rahmen des Spruchkammerverfahrens innerhalb des Romans wird Maximiliane als Mitläuferin klassifiziert, da sie sich zwar an Aktivitäten beteiligte, aber keine explizit politische Überzeugung oder Unterstützung von Verbrechen zeigte.

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Details

Title
Flucht und Vertreibung in der Poenichen Trilogie von Christine Brückner
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
Der 2. Weltkrieg in der deutschen und russischen Literatur
Grade
2,0
Author
Anna Damm (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V72549
ISBN (eBook)
9783638629607
Language
German
Tags
Flucht Vertreibung Poenichen Trilogie Christine Brückner Weltkrieg Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Damm (Author), 2005, Flucht und Vertreibung in der Poenichen Trilogie von Christine Brückner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72549
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