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Erzähltheoretische Analyse: Walter Kempowskis "Herzlich Willkommen" und "Tadellöser & Wolff" im Vergleich

Title: Erzähltheoretische Analyse:  Walter Kempowskis "Herzlich Willkommen" und "Tadellöser & Wolff" im Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anna Damm (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Sechs Romane und drei Befragungsbänden umfasst die „Deutsche Chronik“ Walter Kempowskis. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen vor allem die Themen Vergangenheit und Schuld. Erschienen sind die Romane zwischen 1971 und 1984. Schon immer stark mit der eigenen Biographie beschäftigt, schildert Kempowski in seiner Chronik die Geschichte einer Rostocker Familie zwischen 1885 und 1958. Alle Romane sind als fiktive Erzählungen angelegt, auch wenn ein großer Teil der Erzählung auf realen Vorlagen basieren dürfte.
Die in dieser Arbeit behandelten Romane haben jeder für sich eine besondere Stellung in der Chronik. Gleichwohl „Tadellöser & Wolff“ zwar nicht den Anfang der Chronik darstellt, so ist es doch als erstes Buch derselben erschienen. Die Behandlung der Zeit des Dritten Reiches mag einen großen Teil dazu beigetragen zu haben, dass es, sogar verfilmt, das erfolgreichste Buch der Chronik wurde. Die Sonderstellung von „Herzlich Willkommen resultiert aus einer anderen Ursache. Es bildet, als zuletzt erschienenes Buch, den Abschluss der Chronik.
In der vorliegenden Arbeit wird zu untersuchen sein, wie der Autor in erzähltechnischer Hinsicht vorgegangen ist. Nach einer Erzähltheoretischen Analyse, die eine Grundlage für das darauf Folgende schaffen soll, werden zwei Hauptthemen untersucht werden.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Erzähltheoretische Analyse von „Herzlich Willkommen“

2.1. Fiktionale Erzählung

2.2. Wie wird der Roman erzählt?

2.2.1. Die Zeit der Erzählung:

2.2.2. Der Modus der Erzählung

Wie mittelbar wird erzählt?

Aus welcher Sicht wird erzählt?

2.2.3. Erzählerstimme

Wann wird erzählt?

Wie stark ist der Erzähler am Geschehen beteiligt?

2.2.4. Vergleich mit „Tadellöser & Wolff“

3. Figurenrede

3.1. Einordnung nach Genette

3.2. Die narrativisierte Figurenrede

3.3. Die direkte Figurenrede

3.4. Die transponierte Figurenrede

4. Erzählerperspektive und Intention des Autors

5. Collagetechnik

5.1. Definition des Begriffs Collage

5.2. Einordnung nach Volker Hage und Anwendung in den Romanen

6. Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltechnischen Besonderheiten in Walter Kempowskis Romanen „Herzlich Willkommen“ und „Tadellöser & Wolff“, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer Stellung innerhalb der „Deutschen Chronik“. Ziel ist es, die Unterschiede in der Figurenrede und die Anwendung des Collage-Prinzips zu analysieren, um die erzählerische Intention des Autors in Bezug auf die Darstellung von Zeitgeist und Familiengeschichte zu ergründen.

  • Erzähltheoretische Analyse der Zeitstruktur und des Modus der Erzählung.
  • Untersuchung der verschiedenen Formen der Figurenrede und deren Wirkung auf die Distanz des Lesers.
  • Vergleichende Analyse des Collage-Prinzips und der Zitatmontage als Stilmittel.
  • Erforschung der Erzählerperspektive und deren pädagogische sowie aufklärerische Funktion.
  • Kontrastierung der Erzählhaltung von „Herzlich Willkommen“ und „Tadellöser & Wolff“.

Auszug aus dem Buch

3.3. Die direkte Figurenrede

Die Verwendung der zweiten Art der Figurenrede, der direkten Rede, ermöglicht es dem Autor/Erzähler die Figuren direkt zu Wort kommen zu lassen. Es erscheint dem Leser so, als ob er die Figur, wie in einem Drama, selbst reden hörte, keinerlei Filter scheinen dazwischen geschaltet sein. Im dramatischen Modus kann die sog. autonome direkte Figurenrede ohne Kommentare eines Erzählers, verba dicendi oder auch Distanz schaffende Anführungszeichen auskommen. Die Distanz zum erzählten Geschehen erscheint sehr stark herabgesetzt zu sein. Bis hin zu einem vollständigen Verschwinden derselben. Eine Vermittlungsinstanz zwischen Erzähler und Leser scheint nicht mehr vorhanden zu sein. (vgl. M/S, S. 51)

„Und die Mutter noch mit hineingerissen, Junge, schämst du dich nicht? Tapfer, so tapfer deine Mutter, nicht ein einziges Wort der Klage, Zähne zusammengebissen und durch!“ (HW, S. 13)

Der Leser wird in das Geschehen mit hinein gezogen. Die fehlende Distanz kann beim Leser ein Gefühl von eigener Betroffenheit bewirken, er kann sich selbst angesprochen fühlen. Die direkte Rede bringt die subjektive Qualität der Äußerung unmittelbar zu Geltung. Dem starken Einbezug des Lesers in das Geschehen, wirkt die Abtrennung im Text ein wenig entgegen. Sie führt zu einer Unterbrechung des Erzählflusses.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die „Deutsche Chronik“ vor und definiert das Untersuchungsziel: die erzähltechnische Analyse der Romane „Herzlich Willkommen“ und „Tadellöser & Wolff“ mit Fokus auf Figurenrede und Collagetechnik.

2. Erzähltheoretische Analyse von „Herzlich Willkommen“: Es wird die Zeitstruktur (Ordnung, Dauer, Frequenz) sowie der erzähltheoretische Modus und die Erzählerstimme des Romans systematisch untersucht.

3. Figurenrede: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Arten der Figurenrede nach Genette und analysiert deren spezifische Anwendung und distanzschaffende Wirkung in beiden Romanen.

4. Erzählerperspektive und Intention des Autors: Die Untersuchung befasst sich damit, wie durch den Einsatz der Collage-Technik und die Perspektivwahl der Erzähler die Wahrnehmung des Lesers gelenkt wird.

5. Collagetechnik: Hier werden Definitionen des Collage-Begriffs erörtert und die Anwendung verschiedener Montage-Bauformen in Kempowskis Werken analysiert.

6. Abschlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Kempowski durch den Einsatz von Ich-Erzählern und spezifischen Stilmitteln ein aufklärerisches Ziel verfolgt, um die Fehler einer Generation kritisch zu reflektieren.

Schlüsselwörter

Walter Kempowski, Deutsche Chronik, Herzlich Willkommen, Tadellöser & Wolff, Erzähltheorie, Figurenrede, Collagetechnik, Zitatmontage, Genette, Martinez/Scheffel, Ich-Erzähler, Nationalsozialismus, Literaturanalyse, Erzähltechnik, Zeitgeist.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert erzähltechnische Mittel in Walter Kempowskis Romanen „Herzlich Willkommen“ und „Tadellöser & Wolff“ und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Struktur und Wirkung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Figurenrede, die Anwendung der Collagetechnik (bzw. Zitatmontage) sowie die Analyse der Erzählerperspektive und des Zeitverhältnisses.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Kempowski diese erzähltechnischen Mittel einsetzt, um die Alltagssituation im Dritten Reich darzustellen und eine aufklärerische Wirkung beim Leser zu erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt erzähltheoretische Grundlagen, insbesondere basierend auf Gérard Genette sowie Martinez/Scheffel, zur systematischen Textanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte erzähltheoretische Analyse von „Herzlich Willkommen“, eine Untersuchung der verschiedenen Typen der Figurenrede und eine Analyse der Collagetechnik in beiden Romanen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kempowski, Erzähltheorie, Figurenrede, Collagetechnik, Zitatmontage, Ich-Erzähler und die Deutsche Chronik.

Warum spielt die direkte Figurenrede in „Tadellöser & Wolff“ eine wichtigere Rolle als in „Herzlich Willkommen“?

In „Tadellöser & Wolff“ dient die direkte Rede stärker der Charakterisierung der Personen und der Einbettung von zeitgenössischen Zitaten, während sie in „Herzlich Willkommen“ zugunsten der indirekten Rede zurücktritt.

Welche Funktion hat die Collagetechnik in den untersuchten Romanen?

Die Collage ermöglicht es Kempowski, eine Atmosphäre des Alltags zu schaffen, Zeitgeist zu verdeutlichen und den Leser durch die Montage von Fremdtexten zur kritischen Reflexion über die erzählte Zeit anzuregen.

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Details

Title
Erzähltheoretische Analyse: Walter Kempowskis "Herzlich Willkommen" und "Tadellöser & Wolff" im Vergleich
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
"Die deutsche Chronik" von Walter Kempowski
Grade
2,0
Author
Anna Damm (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V72552
ISBN (eBook)
9783638629638
Language
German
Tags
Erzähltheoretische Analyse Walter Kempowskis Herzlich Willkommen Tadellöser Wolff Vergleich Chronik Walter Kempowski
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Damm (Author), 2006, Erzähltheoretische Analyse: Walter Kempowskis "Herzlich Willkommen" und "Tadellöser & Wolff" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72552
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