Kommunikative Fähigkeiten, Teamgeist und gute Umgangsformen sind Eigenschaften, die neben dem Fachwissen im Beruf sehr gefragt sind. Arbeitgeber achten zunehmend auf die so genannten „soft skills“ bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern. Unternehmen bieten Seminare an, in denen emotionale und soziale Fähigkeiten gefördert und trainiert werden sollen. Im Bücherhandel gibt es ganze Regale mit Ratgebern zur Sozialkompetenz.
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, was genau soziale Kompetenzen sind und wie es möglich ist, diese in Integrationsklassen zu fördern und didaktisch zu vermitteln. Ich werde anhand einiger Problemfelder Möglichkeiten aufzeigen, wie der Lehrer gezielt an Konflikten mit seiner Klasse arbeiten kann. Hierbei werde ich bestimmte methodische Ansätze zeigen. Anschließend werde ich noch einige Modelle wie das Streitschlichterprogramm vorstellen, die ich für sinnvoll erachte in Bezug auf den Erwerb sozialer Kompetenz.
In den von mir angeführten Quellen wird je nach Autor von sozialer Kompetenz, soft skills, sozialem Verhalten, emotionaler Intelligenz oder sozialer Kognition gesprochen. Ich werde diese Begriffe im weiteren Verlauf synonym verwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was bedeutet Integration?
3. Was bedeutet soziale Kompetenz?
4. Entwicklung der Sozialkompetenz
5. Unterstützende Aspekte der Sozialkompetenz
6. Die Förderung sozialen Verhaltens in einer I-Klasse
6.1. Spiele in der Grundschule
6.2. Sich mit der Behinderung auseinander setzen
6.3. Das Rollenspiel
„Rollenspiel mit Anpassungsfunktion:
Rollenspiel mit Emanzipationsfunktion:
6.4. Regeln und Rituale in der Klasse
6.5. Interaktionspädagogik
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung sozialer Kompetenz für Kinder in Integrationsklassen und analysiert didaktische Ansätze zur gezielten Förderung dieses Verhaltens im schulischen Alltag. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lehrer durch spezifische methodische Konzepte, wie Rollenspiele oder Interaktionspädagogik, die soziale Entwicklung von Kindern mit und ohne Behinderung gleichermaßen unterstützen können.
- Definition und theoretische Grundlagen sozialer Kompetenz
- Entwicklungspsychologische Aspekte des sozialen Lernens
- Methoden zur Förderung prosozialen Verhaltens im Integrationsunterricht
- Die Rolle von Regeln, Ritualen und Rollenspielen
- Konfliktbewältigung als zentrales didaktisches Element
Auszug aus dem Buch
6.3. Das Rollenspiel
Eine weitere didaktische Methode ist das Rollenspiel. Hierzu schlüpfen zwei oder mehrere Schüler in soziale Rollen und interagieren zusammen. Es gibt das theatralische Rollenspiel, in welchem sich die Spieler an vorgegebenen Stücken orientieren, und das soziologische Rollenspiel, bei dem es um die Verabreitung sozialer Konflikte oder das Erproben von Verhalten oder Problemlösungsstrategien geht (vgl. Warm, 1981, S. 88). Um diese Art des Rollenspiels soll es im weiteren gehen.
Des weiteren unterscheidet man zwischen dem nichtangeleiteten Rollenspiel und dem angeleiteten Rollenspiel. Bei ersterem entscheiden die Kinder selbst über die Form und den Inhalt. Die Schüler spielen ein spontanes Spiel mit der Absicht, die Wirklichkeit nachzuahmen oder etwas darzustellen. Es wird aus dem eigenen Erfahrungsbereich der Kinder geschöpft und sie beginnen das Spiel von sich aus. Diese Form wird auch in didaktischen Schriften „das freie Spiel“ genannt (vgl. Warm, S. 91f.) und ich behandele es in dieser Arbeit unter dem Punkt 5.1..
Das angeleitete Rollenspiel bedarf einer Vorbereitung, Strukturierung und Nachbereitung durch oder mit dem Lehrer. Dieser verfolgt mit dem Rollenspiel ein mehr oder weniger differenziertes Lernziel. Die Lernchancen für die Schüler können sehr hoch liegen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind: eine angenehme Unterrichts atmosphäre, ausreichende psycho-soziale Voraussetzungen der Klasse sowie die ausreichende Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit der einzelnen Schüler, ein geregelter Lehrereinfluss und erreichbare Zielperspektiven.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung sozialer Fähigkeiten im Beruf und Alltag und begründet, warum die Schule als Lernort für soziales Lernen entscheidend ist.
2. Was bedeutet Integration?: Hier wird der Begriff der Integration hergeleitet und die besondere Struktur von Integrationsklassen sowie die pädagogischen Grundsätze der gemeinsamen Beschulung erläutert.
3. Was bedeutet soziale Kompetenz?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Sozialkompetenz und führt zentrale Teilbereiche wie Einfühlungsvermögen und Perspektivenübernahme ein.
4. Entwicklung der Sozialkompetenz: Es wird die chronologische Entwicklung sozialer Kognitionen vom Säuglings- bis zum Grundschulalter dargelegt.
5. Unterstützende Aspekte der Sozialkompetenz: Dieses Kapitel diskutiert Faktoren wie Familiengröße, Intelligenzniveau und Persönlichkeitsmerkmale, die das prosoziale Verhalten von Kindern beeinflussen.
6. Die Förderung sozialen Verhaltens in einer I-Klasse: Dies ist das Hauptkapitel, in dem methodische Ansätze wie Spiele, Rollenspiele, Regeln und Interaktionspädagogik zur aktiven Konfliktarbeit vorgestellt werden.
7. Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass soziale Kompetenz aktiv erlernt werden muss und die Integrationsklasse ein ideales Umfeld bietet, um dieses Training strukturiert durchzuführen.
Schlüsselwörter
Integrationspädagogik, Sozialkompetenz, Soziales Lernen, Rollenspiel, Interaktionspädagogik, Konfliktlösung, Grundschule, Inklusion, Emotionale Intelligenz, Prosoziales Verhalten, Schulpädagogik, Kommunikation, Teamgeist, Persönlichkeitsentwicklung, Unterrichtsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung sozialer Kompetenzen bei Kindern in Integrationsklassen durch gezielte pädagogische Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die theoretische Bestimmung sozialer Kompetenz, deren kindliche Entwicklung sowie praktische unterrichtliche Konzepte wie Rollenspiele und Ritualisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch didaktische Ansätze soziale Fähigkeiten und Konfliktlösekompetenzen in einer heterogenen Klassengemeinschaft vermitteln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener pädagogischer und psychologischer Ansätze, die in einen praxisorientierten Rahmen für Integrationsklassen übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete didaktische Strategien vorgestellt, darunter Spiele, die Auseinandersetzung mit Behinderungen, der Einsatz von Rollenspielen sowie die Etablierung von Klassenregeln und interaktionspädagogischen Gesprächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Integrationspädagogik, soziale Kompetenz, Rollenspiel, Konfliktmanagement und soziales Lernen im Grundschulalter.
Warum ist die Integration behinderter und nicht behinderter Kinder für die soziale Entwicklung wichtig?
Die Autorin argumentiert, dass das frühe Erleben von Vielfalt und „Anderssein“ in einer Integrationsklasse Stereotype abbaut und das gegenseitige Verständnis sowie die soziale Handlungskompetenz stärkt.
Welche Rolle spielt der Lehrer bei der Konfliktbewältigung?
Der Lehrer fungiert als Mediator, der Konflikte nicht unterdrückt, sondern als Anlass für Lernprozesse nutzt, um den Schülern eigenständiges und konstruktives Verhalten zu vermitteln.
- Quote paper
- Julia Brückmann (Author), 2004, Sozialkompetenz erlernen in Integrationsklassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72558