Die deutsche Revolution von 1848/49 - Weshalb ist sie gescheitert?


Seminararbeit, 2007
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Paulskirchenparlament – Eine historische Einordnung
2.1 Die Märzrevolution
2.2 Die Bildung der Frankfurter Nationalversammlung
2.3 Die zentralen Debatten der Paulskirche

3 Die Ursachen für das Scheitern der Revolution
3.1 Zu wenig oder zu viel Revolution? – Zwei Gegensätze treffen aufeinander
3.1.1 Liberalistisch contra demokratisch – Eine kurze Beleuchtung der beiden Strömungen
3.1.2 Das Prinzip der Vereinbarung
3.1.3 Die Furcht vor einer „roten Revolution“
3.1.4 Der September 1848 – Der endgültige Bruch der Revolution
3.2 Kein Rückhalt im Volk – keine Revolution
3.3 Das Scheitern der Revolution – ein strukturelles Problem?
3.4 Der außenpolitische Einfluss auf die Revolution

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die deutsche Revolution von 1848/49 ist ohne Frage die Basis für die weitere demokratische Entwicklung Deutschlands. Durch sie wurde der nationalstaatliche und freiheitliche Gedanke so tief in das Bewusstsein der Bevölkerung verankert, so dass diese fortschrittliche Entwicklung nicht mehr aufzuhalten oder gar umzukehren war. Durch die Revolution war nichts mehr so wie vorher, denn die Emanzipation der Bürger konnte durch den Sieg der Reaktion nur aufgeschoben, nicht aber auf Dauer verhindert werden.[1]

Gemäß dieser hohen Bedeutung der Revolution, kommt man nicht umher auch die Ursachen für ihre unglückliche Entwicklung zu untersuchen. Und genau darum geht es in dieser Arbeit: Weshalb also, ist die deutsche Revolution von 1848/49 gescheitert?

Um der Antwort dieser Frage näher zu kommen, werde ich zunächst im ersten Teil der Arbeit den groben historischen Verlauf der Revolution sowie die zentralen Begrifflichkeiten darstellen.

Im Anschluss werde ich mich der Fragestellung der Arbeit widmen. Hierbei werden die Bedeutung und die Folgen der Spaltung des revolutionären Lagers den Schwerpunkt bilden. War die Politik der Liberalen zu gemäßigt oder die der Demokraten zu radikal?

Auch diese Frage wird in der Arbeit beantwortet.

Des Weiteren wird geklärt inwiefern die Volksstimmung, das deutsche Strukturproblem sowie die Außenpolitik die Entwicklung der Revolution beeinflusst haben.

Was die Bewertung der Ursachen für das Scheitern angeht, kristallisierten sich in den Historikerkreisen polarisierende Kontroversen heraus, die auch in dieser Arbeit hervortreten werden: Thomas Nipperdey als Verfechter des liberal orientierten Ansatzes sowie Karl Griewank und Dieter Langewiesche als Repräsentanten des demokratisch orientierten Ansatzes. Die Abwägung dieser verschiedenen Positionen bildet die Herangehensweise meiner Arbeit und ist die notwendige dialektische Methode um objektiv danach zu fragen, weshalb die Revolution von 1848/49 letztendlich gescheitert ist.

2 Das Paulskirchenparlament – Eine historische Einordnung

Um die Ursachen für das Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung zu ergründen, bedarf es zunächst einer knappen Darstellung des historischen Verlaufs der deutschen Revolution von 1848/49. Im Folgenden werden also die wichtigsten geschichtliche Fakten dargelegt, um eine Grundlage für die Analyse des Scheiterns der Revolution zu schaffen.

2.1 Die Märzrevolution

In den Jahren vor der Revolution herrschte in Deutschland bereits ein weit verbreiterter Pauperismus, weshalb ein Revolutionsausbruch zu dieser Zeit nicht sehr überraschend gewesen war. Schließlich war es wie 1830 eine Revolution in Frankreich – dieses Mal die Februarrevolution von 1848 – die dem revolutionären Potential in Deutschland den maßgeblichen Schub gab.

Somit kam es zunächst in Süddeutschland zu Volksbegehren, in deren Rahmen zahlreiche Forderungen an die Regierungen gestellt wurden und später in den so genannten „Märzforderungen“ zusammengefasst wurden. Um einer Eskalation der Revolution zuvorzukommen, kamen die Regierungen jenen Märzforderungen schnell nach. Lediglich in Wien und Berlin kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, den so genannten „Barrikadenkämpfen“. Aber auch hier siegte zunächst die Revolution: in Wien, indem Fürst Metternich abdanken musste und in Berlin indem der preußische König Friedrich Wilhelm IV. dem „nationalen Willen [...] kraftvolle Organe gesamtdeutschen politischen Wesens“[2], also eine deutsche Einheit, versprach. In vielen Ländern wurden die Regierungen durch „Märzministerien“, bestehend aus liberalen Politikern, ersetzt.[3]

2.2 Die Bildung der Frankfurter Nationalversammlung

Ein Ausschuss des Vorparlamentes arbeitete im April ein Wahlrecht aus, das zu dieser Zeit das „modernste in Europa“[4] gewesen war. Anfang Mai wählten fast alle deutschen volljährigen Männer die erste deutsche Nationalversammlung, welche dann am 18. Mai zum ersten Mal zusammentreten konnte. Allerdings existierten neben der Frankfurter Nationalversammlung in Preußen (Berlin) und Österreich (Wien) noch zwei weitere deutsche Nationalversammlungen, gegen die das Paulskirchenparlament „ihre Autorität als Souverän der Nation behaupten und durchsetzen“[5] musste. In dieser Arbeit beschränke ich mich jedoch auf die Frankfurter Nationalversammlung, da sonst der Rahmen einer Referatsverschriftlichung gesprengt würde.

2.3 Die zentralen Debatten der Paulskirche

Die eigentliche Aufgabe der Nationalversammlung war die Ausarbeitung einer Reichsverfassung, in der auch Grundrechte enthalten waren. Diese Grundrechte regelten in insgesamt 48 Paragraphen die „Aufhebung der ständischen Gesellschaft und der Adelsprivilegien“, die „Abschaffung des Polizeistaats und [die] Sicherung des liberalen Rechtsstaats“, die „Religionsfreiheit“ und schlussendlich die „Schulfrage“. Am 27. Dezember 1848 konnten jene Grundrechte verkündet werden.[6]

Schwieriger war bei der Ausarbeitung der Verfassung die Frage, „aus welchen Teilen eigentlich die Nation bestand“[7]. Hierbei stießen Verfechter der „kleindeutschen“ Lösung, also unter Ausschluss Österreichs, und der „großdeutschen“ Lösung, unter Einbeziehung Österreichs, entgegen. Die Nationalversammlung entschied schließlich auf einen Ausschluss der Habsburger, da der österreichische Vielvölkerstaat unter keinen Umständen den Gesamtstaat auflösen wollte.

Eine weitere wichtige Kontroverse der Verfassungsdebatte war die Frage nach dem Reichsoberhaupt. Nach langen Auseinadersetzungen stimmte die Nationalversammlung am 27. März 1849 mit nur 267 zu 263 Stimmen für ein „Erbkaisertum“. Am selben Tag wurde die Reichsverfassung verabschiedet. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. wurde in einer ebenfalls knappen Abstimmung (290 Jastimmen gegen 248 Enthaltungen) zum deutschen Kaiser gewählt. Dieser lehnte am 3. April das von 32 Frankfurter Abgeordneten herangetragene Angebot der Kaiserkrone ab. Damit endete die Arbeit der Frankfurter Nationalversammlung endgültig und die Revolution war gescheitert.[8]

[...]


[1] Nipperdey, T.: Deutsche Geschichte 1800 – 1866 – Bürgerwelt und starker Staat, München 1993, S. 670

[2] Valentin, V.: Geschichte der deutschen Revolution von 1848 – 1849, Bd. 2, Bis zum Ende der Volksbewegung von 1849, Berlin 1931, S. 545.

[3] Boldt, H.: Deutsche Verfassungsgeschichte – Politische Strukturen und ihr Wandel, Bd. 2, Von 1806 bis zur Gegenwart, München 1990, S. 92-100.

[4] Ribhegge, W.: Das Parlament als Nation. Die Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, in: APuZ, B. 3-4, 1998, S. 11-27, hier: S. 14.

[5] Ribhegge, W.: Frankfurter Nationalversammlung, S. 15.

[6] ebd., S. 17ff.

[7] ebd., S. 25.

[8] ebd., S. 27.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die deutsche Revolution von 1848/49 - Weshalb ist sie gescheitert?
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar Parlamentarismus in Deutschland
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V72586
ISBN (eBook)
9783638628631
ISBN (Buch)
9783638813884
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit der Frage, weshalb die deutsche Revolution von 1848/49 gescheitert ist.
Schlagworte
Revolution, Weshalb, Proseminar, Parlamentarismus, Deutschland
Arbeit zitieren
Lukas Hermann (Autor), 2007, Die deutsche Revolution von 1848/49 - Weshalb ist sie gescheitert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72586

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