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Stalins Machteroberung und der Bruch mit dem Bolschewismus

Title: Stalins Machteroberung und der Bruch mit dem Bolschewismus

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hannes Heine (Author)

Politics - History of Political Systems
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In den Politik- und Geschichtswissenschaften wird immer wieder die Frage nach der Kontinuität zwischen den frühen Bolschewiki und der stalinistischen Herrschaft debattiert. In dieser Arbeit steht zunächst die politische Praxis und ideengeschichtliche Einordnung der frühen Bolschewiki im Vordergrund, um anschließend auf die Politik der russischen Kommunistischen Partei unter Stalin, bis zur Ausschaltung der „Linken Opposition“ 1929 und dem Beginn der Säuberungen, einzugehen. Dabei wurden sowohl Primärquellen, als auch Texte renommierter Sozial- und Geschichtswissenschaftler herangezogen. Die auch in der bundesdeutschen Geschichts- und Politikwissenschaft häufig propagierte Parallelen zwischen der frühbolschewistischen Politik unter Lenin und Trotzki und der stalinistischen Epoche seit Ende der 1920er sind aus Sicht des Autors nicht nur bedenklich, sondern auch unangemessen und irreführend. Folgerichtig wurden den Positionen Lenins und Trotzkis der Politik Stalins gegenübergestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Quellenlage

2. Definitionen

3. Ideengeschichtliche und politische Positionen der Bolschewiki

3.1. Das marxistische Insistieren auf den Internationalismus

3.2. Revolutionärer Defätismus und permanente Revolution

3.3. Imperialismusanalyse und die internationalistische Perspektive

4 Die Oktoberrevolution und die bolschewistischen Exponenten

4.1 Lenin

4.2 Trotzki

4.3. Stalin

5 Machteroberung und Etablierung Stalins

5.1 Stalins Ausgangspositionen

5.2 Die Rückständigkeit Russlands , der Kriegskommunismus und die NEP

5.3 Lenins Tod und die Machtkämpfe

5.4 Die stalinistische Restauration

5.5 Zentralisierung und Bürokratisierung

5.6 „Sozialismus in einem Land“ und die Macht des Apparats

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Kontinuität zwischen den frühen Bolschewiki und der stalinistischen Herrschaft, um die in der Wissenschaft häufig propagierte zwangsläufige Entwicklung kritisch zu hinterfragen und die Positionen von Lenin und Trotzki der Politik Stalins gegenüberzustellen.

  • Ideengeschichtliche Einordnung der frühen Bolschewiki
  • Politische Praxis und theoretische Ansätze unter Lenin und Trotzki
  • Aufstieg Stalins und die Etablierung der stalinistischen Macht
  • Bruch mit den bolschewistischen Prinzipien (Sozialismus in einem Land)
  • Analyse der bürokratischen Restauration

Auszug aus dem Buch

3.1. Das marxistische Insistieren auf den Internationalismus

Der später unzählig oft adaptierte Begründer der kommunistischen Idee in der Moderne, Karl Marx, schrieb in seiner „Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, vom Proletariat als einer Klasse, die „die Auflösung aller Stände ist, einer Sphäre, welche einen universellen Charakter durch ihre universellen Leiden besitzt." Dem schloss sich später die These an, dass die Arbeiterklasse kein Vaterland habe, deren Klassenkampf zwar der Form nach national ist, nicht aber seinem Inhalt nach.

Demnach ist Internationalismus aus marxistischer Sicht eine der strategischen Grundlagen kommunistischer Politik. Bereits der Bund der Kommunisten, für den Karl Marx und Friedrich Engels 1848 das „Manifest der kommunistischen Partei“ verfassten, war eine internationale Organisation geworden. Es verkündete programmatisch: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“

Deuteten Marx und Engels schon im März 1850 an, dass eine Arbeiterpartei „möglichst organisiert, möglichst einstimmig und möglichst selbständig auftreten muss“, so legt das zwar rhetorisch die Basis für spätere diktatorische Politikformen, meint aber selbstständig nicht im Sinne einer Oligarchie, sondern der Gesamtorganisation, einer Assoziation beteiligter Arbeiter. Die aus der Debatte entstehende I. Internationale litt dann auch wie befürchtet unter heftigen Diskussionen und Fraktionskämpfen zwischen Marx und den Anarchisten um Michael Bakunin. Sie begründete so auch die theoretische Akribie der späteren Kommunisten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt die Fragestellung nach der vermeintlichen Kontinuität zwischen dem frühen Bolschewismus und dem Stalinismus.

1 Quellenlage: Bewertet die verfügbare Primär- und Sekundärliteratur sowie die methodische Herangehensweise.

2. Definitionen: Klärt die Begriffsverwendung von Bolschewismus und Stalinismus im Kontext der Arbeit.

3. Ideengeschichtliche und politische Positionen der Bolschewiki: Erörtert die theoretischen Grundlagen wie Internationalismus, Defätismus und die permanente Revolution.

4 Die Oktoberrevolution und die bolschewistischen Exponenten: Analysiert die Rolle von Lenin, Trotzki und Stalin im Kontext der Machtübernahme.

5 Machteroberung und Etablierung Stalins: Beschreibt Stalins Aufstieg durch bürokratische Kontrolle und den Bruch mit ursprünglichen bolschewistischen Idealen.

6 Fazit: Führt aus, dass der Stalinismus kein zwangsläufiges Produkt der Ideen Lenins ist, sondern ein Bruch mit diesen darstellt.

Schlüsselwörter

Stalinismus, Bolschewismus, Lenin, Trotzki, Marxismus, Internationalismus, Oktoberrevolution, Permanente Revolution, Bürokratisierung, Sozialismus in einem Land, Machtapparat, Linke Opposition, Kriegskommunismus, NEP, Totalitarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den historischen Übergang vom frühen Bolschewismus unter Lenin und Trotzki zum stalinistischen System und analysiert, ob zwischen diesen Phasen eine inhaltliche Kontinuität bestand.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die ideengeschichtlichen Grundlagen des Bolschewismus, die politische Rolle der Hauptakteure während und nach der Oktoberrevolution sowie die bürokratischen Mechanismen der Machtkonsolidierung durch Stalin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die oft behauptete Kontinuität zwischen der frühbolschewistischen Politik und der stalinistischen Epoche zu hinterfragen und aufzuzeigen, dass der Stalinismus einen Bruch mit den ursprünglichen marxistischen Prinzipien darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse von Primärquellen kommunistischer Klassiker sowie von Sekundärliteratur renommierter Sozial- und Geschichtswissenschaftler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung theoretischer bolschewistischer Konzepte, die Analyse der Akteure Lenin, Trotzki und Stalin, sowie die detaillierte Darstellung des machtpolitischen Aufstiegs Stalins und der Etablierung seines bürokratischen Regimes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stalinismus, Bolschewismus, Internationalismus, Permanente Revolution und Bürokratisierung beschreiben.

Inwiefern spielt der Begriff "Sozialismus in einem Land" eine Rolle?

Dieser Begriff markiert laut dem Autor den entscheidenden Bruch des Stalinismus mit dem traditionellen Bolschewismus, da er den Internationalismus aufgab, um eine hierarchische, nationalistische Machtstruktur aufzubauen.

Wie bewertet der Autor Stalins Vorgehen im Vergleich zu Lenin?

Der Autor stellt dar, dass Stalin den Verwaltungsapparat nutzte, um sich von Lenins politischem Erbe zu distanzieren und eine Machtentfaltung zu betreiben, die weitgehend von opportunistischem Denken statt von ideologischer Tiefe geprägt war.

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Details

Title
Stalins Machteroberung und der Bruch mit dem Bolschewismus
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,3
Author
Hannes Heine (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V72597
ISBN (eBook)
9783638632669
ISBN (Book)
9783638675499
Language
German
Tags
Stalins Machteroberung Bruch Bolschewismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannes Heine (Author), 2004, Stalins Machteroberung und der Bruch mit dem Bolschewismus , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72597
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