Im Rahmen der Veranstaltung „Märchenanalyse“ habe ich mich mit den Themen: Hexen in den Märchen der Gebrüder Grimm, Spinnerinnen in den Märchen der Gebrüder Grimm und die Frau im Märchen der Gebrüder Grimm beschäftigt. Hierfür gehe ich zunächst auf die geschichtlichen Hintergründe ein, da Märchen immer im Kontext des Zeitgeschehens entstehen. So beschäftige ich mich zusätzlich mit den Themen: Hexen in der Geschichte, Spinnerinnen in der Geschichte und, weniger ausführlich, mit dem Frauenbild des 19. Jahrhunderts.
Anschließend vergleiche ich nach jedem Hauptkapitel die geschichtlichen Hintergründe mit den in den Grimmschen Märchen wiederkehrenden Aspekten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Hexen – in der Geschichte und in den Märchen der Gebrüder Grimm
1.1 Die historische Figur
1.1.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs
1.1.2 Historischer Wandel des Hexens-/ Hexereibildes
1.1.3 Folterung von Hexen
1.1.4 Hinrichtung durch Verbrennen
1.1.5 Stimmen der Vernunft
1.2 Die fiktive Figur
1.2.1 Das Hexenbild an Hand Märchen der Gebrüder Grimm
Schneewittchen
Hänsel und Gretel
Die sechs Schwäne
Rapunzel
1.2.2 Tötungsarten der Hexen im Märchen
1.3 Vergleich historische Hexe / Hexenbild im Märchen der Gebrüder Grimm
2 Spinnerinnen – in der Geschichte und in den Märchen der Gebrüder Grimm
2.1 Die Figur im Volksglauben
2.2 Die historische Figur
2.3 Die Figur im Märchen der Gebrüder Grimm
Die drei Spinnerinnen
Rumpelstilzchen
Frau Holle
2.4 Vergleich historische Spinnerin / Spinnerin im Märchen
3 Die Frau im Märchen der Gebrüder Grimm
3.1 Ursprung der Grimmschen Märchen
3.2 Das Frauenbild zu Zeiten der Gebrüder Grimm
3.3 Das Frauenbild im Märchen der Gebrüder Grimm
3.3.1 Der passive Typ
Dornröschen
Rotkäppchen
3.3.2 Der aktive Typ
Die Sterntaler
Frau Holle
3.3.3 Der gemischte Typ
Hänsel und Gretel
Aschenputtel
Der Froschkönig
König Drosselbart
3.3.4 Vergleich der drei Typen und Bezug auf das 19. Jahrhundert
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Hexen, Spinnerinnen und dem Frauenbild in den Märchen der Gebrüder Grimm durch eine historische Kontextualisierung und einen anschließenden Vergleich mit den narrativen Strukturen der Märchen, um zu ergründen, inwieweit das Frauenbild des 19. Jahrhunderts in diesen Erzählungen konserviert wurde.
- Historische Herkunft und Wandel von Hexenbildern
- Soziokulturelle Bedeutung der Spinnstuben
- Typologisierung weiblicher Rollenmodelle (aktiv, passiv, gemischt)
- Einfluss christlicher Werte und patriarchaler Normen
- Spiegelung des Frauenbildes des 19. Jahrhunderts in Märchen
Auszug aus dem Buch
1.1.2 Historischer Wandel des Hexens- bzw. Hexereibildes
Laut dem Brockhaus Konversations-Lexikon sind die Hexen vermutlich aus den weisen Frauen (Priesterinnen), des germanischen Altertums hervorgegangen.
Ursprünglich sah man in Hexen dämonische Wesen. Sie hatten sowohl positive als auch negative Eigenschaften. Dämonisch hieß in diesem Zusammenhang ausschließlich, dass sie nicht-menschliche Fähigkeiten hatten. Erst mit der Christianisierung wurden die Hexen vermenschlicht, jedoch mit dämonischem Hintergrund. Damit war nun gemeint, dass sie mit dem Bösen im Bündnis waren – was ein Religionsverbrechen war. Der Hexenbegriff der mittelalterlichen Theologie lag in der christlichen Dämonologie begründet und basiert auf aus der Bibel gewonnenen Anschauungen, auf dualistischen gnostischen Lehren, auf dem Neuplatonismus. Die Kirche gestand den heidnischen Göttern wirkliche Existenz in Form von Dämonen zu.
Um 1480 waren mit dem Begriff `Hexe´ neben Pakt und Buhlschaft mit dem Teufel auch Vorstellungen über Ketzerei, Schadenszauber und Flug durch die Luft sowie Tierverwandlung verbunden. Die Vorstellung, dass Hexen einen Pakt mit dem Teufel eingehen und Ketzerei betreiben, entstammt mittelalterlichem, kirchlichem Glauben, die Vorstellung des Schadenszaubers und die des Fluges durch die Luft sind auf uraltem Volksglauben zurück zu führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Hexen – in der Geschichte und in den Märchen der Gebrüder Grimm: Dieses Kapitel analysiert den historischen Ursprung und Wandel des Hexenbildes sowie dessen stereotype Darstellung als Gegenspielerinnen in den Märchen der Gebrüder Grimm.
2 Spinnerinnen – in der Geschichte und in den Märchen der Gebrüder Grimm: Der Text beleuchtet die Rolle der Spinnerin im Volksglauben und im realen Alltag der Spinnstuben und setzt diese in Beziehung zu märchenhaften Figuren wie Frau Holle.
3 Die Frau im Märchen der Gebrüder Grimm: Hier erfolgt eine Kategorisierung weiblicher Märchenfiguren in drei Reifungstypen – aktiv, passiv und gemischt – unter Berücksichtigung der soziokulturellen Normen des 19. Jahrhunderts.
Schlüsselwörter
Märchenanalyse, Gebrüder Grimm, Hexen, Spinnerinnen, Frauenbild, Historischer Wandel, Spinnstuben, Rollenmodelle, 19. Jahrhundert, Patriarchat, Sozialisation, Reifungsprozesse, Christianisierung, Volksglaube, Emanzipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die drei thematischen Schwerpunkte Hexen, Spinnerinnen und das allgemeine Frauenbild in den Märchen der Gebrüder Grimm im Kontext ihrer historischen Entstehung.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung von Hexenbildern, die soziologische Bedeutung des Spinnens für Frauen und die Kategorisierung weiblicher Reifungsprozesse in den Grimmschem Erzählungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Einflüsse und das Frauenbild des 19. Jahrhunderts die in den Märchen präsentierten weiblichen Rollenbilder geformt und konserviert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert historische Kontextualisierung mit einer vergleichenden Analyse zwischen historischen Fakten (z.B. Hexenverfolgung, Spinnstuben) und den erzählerischen Elementen der Grimmschem Märchen.
Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils erst die historischen Hintergründe beleuchten, diese dann auf ausgewählte Märchen anwenden und abschließend in Tabellenform vergleichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Märchenanalyse, Hexen, Frauenbild, Spinnstuben, Rollenmodelle, 19. Jahrhundert und Emanzipation.
Welche Rolle spielt der "Hexenhammer" für die Argumentation?
Der Hexenhammer dient als historisches Dokument, um den Wandel des Hexenbegriffs und die Systematik der Hexenverfolgung zu belegen, was als Kontrastfolie zum märchenhaften Hexenbild dient.
Wie werden die Reifungsphasen der Frauen in den Märchen unterteilt?
Die Autorin unterscheidet zwischen einem passiven Typ (warten/schlafen), einem aktiven Typ (handfeste Arbeit/Leistung) und einem gemischten Typ (Entwicklung von Passivität hin zu aktiver Heldentat).
- Quote paper
- Friederike Schmidt (Author), 2005, Märchenanalyse. Eine Analyse dreier Märchen der Gebrüder Grimm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72615