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Unabhängige Kulturszene ab Ende der 1970er Jahre. Die Punkbewegung in der DDR

Title: Unabhängige Kulturszene ab Ende der 1970er Jahre. Die Punkbewegung in der DDR

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katrin Wissentz (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Mit dem Ende der 1970er Jahre entwickelte sich in der DDR, fern ab von der staatlich dosierten Kulturkost, eine äußerst lebendige Musik- und Kulturszene. Eine wichtige Rolle spielte dabei meiner Meinung nach die Punkbewegung. Dieser wichtigen Rolle möchte ich mit meiner Themenwahl gerecht werden und habe somit innerhalb der unabhängigen Kulturszene den Fokus auf die ostdeutsche Punkbewegung gelegt. In Anbetracht meines sehr politiklastigen Studiums zog mich mein Interesse zu den politischen Hintergründen der Bewegung. Ich beschloss meine Forschung auf die Frage der politischen Motivation und Ambition der Punkbewegung zu konzentrieren. So lautet denn auch meine Ausgangsfrage „Inwiefern war die ostdeutsche Punkbewegung politisch motiviert und ambitioniert?“. Bei der nun folgenden Literatursuche musste ich jedoch Kompromisse eingehen, denn die Materiallage erwies sich insofern als schwierig, als dass es keine wissenschaftliche Literatur zu meiner Fragestellung gab. Es stand viel Literatur in Form von Quellen zur Verfügung, die ich dann auch in meine Arbeit einfließen ließ.
Die Klärung meiner Frage habe ich in drei verschiedene Phasen eingebettet, die vorweg von einer kurzen Übersicht zur Entstehungsgeschichte des Punks begleitet werden. Innerhalb der Phasen werde ich verschiedene Punkte abarbeiten, die meiner Meinung nach für einen Überblick über die ostdeutsche Punkbewegung unerlässlich sind. Dabei verliere ich jedoch die Frage nach politischer Motivation und Ambition nicht aus den Augen. Die erste Phase, von mir festgelegt auf den Zeitraum 1977-80, gibt einen Einblick in die Anfangszeit der Punkbewegung, als Punks auf öffentlicher Straße noch als Ausnahmeerscheinung galten und Punkmusik noch in Garagen geboren wurde. Die zweite Phase, festgelegt auf die Jahre 1981-83, widmet sich dem Übergang der Kultur zur Massenbewegung. Ähnlich strukturiert wie die erste Phase, dient Phase zwei als direkte Gegenüberstellung und verdeutlicht dadurch um so mehr die Entwicklung der Punkbewegung. Die dritte Phase, begrenzt auf die Jahre 1984-89, fällt um einiges kürzer aus als die beiden vorherigen und dient dazu die gesamte Arbeit abzurunden und ein schlüssiges Gesamtbild zu erschaffen. Erkenntnisse und Ergebnisse meiner Forschung werden schließlich in meiner Schlussbetrachtung zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungsgeschichte

3. Erste Phase (1977-1980)

3.1 Punk als Randgruppenerscheinung

3.2 Philosophie und politische Motivation

3.3 Artikulation über Musik

3.4 Reaktion des Staates

4. Zweite Phase (1981-83)

4.1 Punk als Massenbewegung

4.2 Politische Ambitionen

4.2.1 Friedensbewegung

4.2.2 Antifaschistische Bewegung

4.3 Artikulation über Musik

4.4 Reaktion des Staates

4.4.1 Beispiel Band Namenlos

5. Dritte Phase

5.1 Punk als Auflösungserscheinung

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ostdeutsche Punkbewegung ab Ende der 1970er Jahre, wobei das primäre Ziel darin besteht, die politische Motivation und Ambition der Szene im Kontext des DDR-Regimes zu analysieren und die Frage zu beantworten, inwiefern die Bewegung als politisch motiviert gelten kann.

  • Entwicklung der ostdeutschen Punkszene in drei zeitlichen Phasen.
  • Wechselwirkung zwischen staatlicher Repression und der Politisierung der Punks.
  • Die Rolle der Punkmusik als Artikulationsorgan und Widerstandsmedium.
  • Beziehungen zu anderen oppositionellen Strömungen wie der Friedensbewegung.
  • Schicksal und Kriminalisierung einzelner Formationen, exemplarisch an der Band "Namenlos".

Auszug aus dem Buch

3.4 Reaktion des Staates

Als Ende der 70er Jahre die ersten Jugendlichen dunkel geschminkt und mit zerrissener Kleidung das ostdeutsche Straßenbild säumten, wurde diese Erscheinung noch als Ausnahmefaupax gegen das sittliche Werte- und Moralgefüge des sozialistischen Einheitsstaates registriert. Natürlich konnte der Staat solch provokante Individuen nicht unbehelligt walten lassen, galt doch ein jeder Punk in einem Staat, in dem es keine Arbeitslosen gab und in dem alle Bürger freudig zum Gemeinwohl beitrugen, als offener Angriff. Als wichtiges Instrument des Staates zur Bekämpfung der Punkbewegung erwiesen sich die Staatsmedien. Diese mühten sich um den Nachweis, „dass die Kultur einzig und allein deshalb erfunden wurde, um die Jugend vom ehernen Klassengegensatz und dem daraus resultierenden Klassenauftrag abzulenken und die Front der sozialistischen Einheitlichkeit zu schwächen.“ Diese Berichterstattung förderte das allgemeine Unverständnis der Kultur und führte gleichzeitig zu einer Kriminalisierung der Bewegung. Weitere Schikanen des Staates, die das Aufkeimen der Bewegung verhindern sollten, manifestierten sich in polizeilichen Tätlichkeiten, Hausdurchsuchungen oder auch Verschleppungen, die zum nächsten Polizeirevier führten und letztendlich mit der Wegnahme sämtlicher Punkutensilien einschließlich Haarrasur endeten. Man erhoffte sich von diesen Methoden eine abschreckende Wirkung auf die Jugendlichen. Die Hoffnungen blieben jedoch unerfüllt, denn trotz oder vielmehr gerade wegen des polizeilichen Vorgehens nahm die Bewegung an Bedeutung zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Thema dar, definiert die zentrale Forschungsfrage zur politischen Motivation der Punkbewegung und beschreibt den Aufbau der Arbeit in drei historischen Phasen.

2. Entstehungsgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet den Ursprung der Punkbewegung in Großbritannien als Reaktion auf die sozioökonomische Lage der dortigen Jugend nach.

3. Erste Phase (1977-1980): Es wird die Anfangsphase der ostdeutschen Punkszene beschrieben, die sich primär durch eine bewusste Abgrenzung von gesellschaftlichen Normen auszeichnete.

4. Zweite Phase (1981-83): Dieses Kapitel analysiert die Ausweitung des Punks zur Massenbewegung sowie die zunehmende staatliche Politisierung der Szene.

5. Dritte Phase: Der Abschnitt befasst sich mit der Auflösung der Szene Mitte der 80er Jahre unter dem Druck staatlicher Repression und Anpassungsversuche.

6. Schlussbetrachtung: Die Autorin zieht das Fazit, dass die Punkbewegung keine originär politische Bewegung war, sondern durch das DDR-Regime selbst erst in eine politische Oppositionsrolle gedrängt wurde.

Schlüsselwörter

DDR, Punkbewegung, Widerstand, Politische Motivation, Staatsfeind, Untergrund, Jugendkultur, Namenlos, Friedensbewegung, Antifaschismus, Repression, Staatssicherheit, Sozialismus, Rebellion, Subkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entstehung und Entwicklung der unabhängigen Punkbewegung in der DDR ab Ende der 1970er Jahre bis zu ihrem Zerfall.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Punkszene in drei Phasen, der Bedeutung der Musik als Widerstand und dem Umgang des DDR-Staates mit dieser Jugendkultur.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Autorin geht der Frage nach, inwiefern die ostdeutsche Punkbewegung politisch motiviert und ambitioniert war.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?

Es wird eine literatur- und quellenbasierte Analyse durchgeführt, da keine explizite wissenschaftliche Literatur zur Fragestellung existierte.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Phasen, die den Wandel vom Randgruppenphänomen über die Massenbewegung bis zur Auflösung der Szene dokumentieren.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind DDR, Punkbewegung, staatliche Repression, Widerstand, Politisierung und Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit.

Wie reagierte der Staat auf die Punkszene?

Die Reaktion reichte von einer anfänglichen Kriminalisierung in den Medien bis hin zu massiven polizeilichen Verfolgungen, Inhaftierungen und Infiltration durch das Ministerium für Staatssicherheit.

Welches Beispiel wird für die staatliche Verfolgung detailliert angeführt?

Die Arbeit nutzt das Schicksal der Berliner Punkband "Namenlos" als Fallbeispiel, deren Mitglieder aufgrund ihrer provokanten Texte inhaftiert wurden.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der politischen Motivation?

Das Fazit lautet, dass die Punks primär aus einem kulturellen Protest gegen das "Spießbürgertum" handelten und erst durch die staatliche Verfolgung in die Rolle eines politischen Staatsfeindes gedrängt wurden.

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Details

Title
Unabhängige Kulturszene ab Ende der 1970er Jahre. Die Punkbewegung in der DDR
College
University of Osnabrück
Course
Widerstand in der DDR
Grade
1,3
Author
Katrin Wissentz (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V72651
ISBN (eBook)
9783638635646
ISBN (Book)
9783638774185
Language
German
Tags
Unabhängige Kulturszene Ende Jahre Punkbewegung Widerstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Wissentz (Author), 2006, Unabhängige Kulturszene ab Ende der 1970er Jahre. Die Punkbewegung in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72651
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