Die Terrorherrschaft, auch bekannt als „La Terreur“ (die Schreckenszeit), war eine Periode der Französischen Revolution 1793-1794, die durch die brutale Unterdrückung aller als konterrevolutionäre Verdächtigten gekennzeichnet war. Die Terrorherrschaft wurde vom Wohlfahrtsausschuss, einem Komitee von zwölf Männern, einschließlich des Führers Maximilien de Robespierre, angeführt, der später selbst seiner eigenen Terrorkampagne zum Opfer fiel.
Vorwand für die Massentötungen waren mehrere, einander ablösende angebliche Verschwörungen, die den politischen Gegnern (ob nun Royalisten, romtreue Katholiken, Girondisten oder Anhänger Dantons) kriminelle Ziele und Methoden unterstellten.
Die Bezeichnung „Terror“ war überaus treffend gewählt. Tausende unschuldiger Bürger wurden gefoltert und getötet, manchmal für ihre politischen Anschauungen oder Aktivitäten, aber häufiger aus nichtigen Anlässen. Die Hinrichtung wurde normalerweise durch die Guillotine oder 'Madame Guillotine', wie man sie auch nannte, vollzogen. Der Terror begann am 5. September 1793 mit dem Beschluss des Konvents zur Einführung von Terrormaßnahmen zur Unterdrückung konterrevolutionärer Aktivitäten. Die folgende "Terrorherrschaft" dauerte bis zum Frühjahr 1794 und forderte 35.000 bis 40.000 Todesopfer. Diese Herrschaft war die letzte und blutigste Phase der Revolution.
Im folgenden Abschnitt gehe ich kurz auf die Person Robespierre ein. Ich beschäftige mich mit der Legitimationsrede vom 5. Februar 1794 und werde versuchen, die Begriffe „Terror und „Tugend“ in ihrer Relation zueinander als prinzipielle Hauptmerkmale der französischen Revolution und ihrer Ideen näher zu beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. KURZER ABRISS ÜBER ROBESPIERRES LEBEN
3. DIE VERSCHIEDENEN POLITISCHEN GRUPPIERUNGEN
3.1 LES SANSCULOTTES
3.2 DIE JAKOBINER
3.3 DIE GIRONDISTEN
4. ROBESPIERE UND DIE REDE VOM 5. FEBRUAR 1794 ÜBER DIE PRINZIPIEN POLITISCHER MORAL DIE LEGITIMATION DER „TERREUR“
4.1. ZEITLICHE EINORDNUNG:
4.2 INHALT
4.3 DIE GLIEDERUNG DER REDE
4.4 ZIELE
4.5 DEMOKRATIE
4.6. PRINZIPIEN: TUGEND UND TERROR
4.6.1 Tugend
4.6.2 Terror
4.7 TUGEND UND TERROR IM VERHÄLTNIS ZUEINANDER
4.8 DER ANGRIFF AUF DIE OPPOSITION
4.9 AUFRUF
5. DIE SCHRECKENSHERRSCHAFT, DIE EINORDNUNG IN DAS JAHRHUNDERT UND IHR BEZUG ZUM KOMMUNISMUS
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rechtfertigungsstrategien Maximilien Robespierres für die Schreckensherrschaft („La Terreur“) während der Französischen Revolution, insbesondere auf Basis seiner Grundsatzrede vom 5. Februar 1794. Dabei wird analysiert, wie er Terror und Tugend theoretisch verknüpfte, um Gewalt als notwendiges Instrument der Demokratie zu legitimieren.
- Biografische Einordnung Robespierres
- Analyse politischer Gruppierungen der Revolutionszeit
- Legitimation des Terrors durch das Tugendprinzip
- Rolle des „allgemeinen Willens“ nach Rousseau
- Kritische Reflexion der historischen Wirkung und Totalitarismusbezüge
Auszug aus dem Buch
4.6. Prinzipien: Tugend und Terror
In der Fortführung seiner Rede beschäftigt sich Robespierre mit den Prinzipien, die das Staatswesen untermauern sollen. Als das die Demokratie stützende und tragende Prinzip nennt er zunächst die Tugend. Er definiert sie unter anderem: „Ich meine die allgemeine Tugend,…die nichts anderes ist als die Liebe zu Vaterland und Gesetz… die Tugend ist nicht nur die Seele der Demokratie, sie kann auch nur in dieser Regierungsform bestehen“.
„Da die Seele der Republik die Tugend, die Gleichheit ist…resultiert daraus, dass eure oberste Richtschnur sein muss, auf die Erhaltung der Gleichheit und auf die breite Entfaltung der Tugend abzustimmen.“
Da die Revolution noch nicht beendet war, warnt Robespierre vor einem Rückfall der Demokratie zur Aristokratie oder Monarchie. Er geht in seinen Ausführungen auf spezielle Anforderungen und Handlungsweisen ein, die wichtig für die Revolution sind und kommt als realistische Umsetzung des Tugendprinzips zur Rechtfertigung von Gewaltanwendung und Terror. Im Hinblick auf die Konterrevolutionäre sagt er: „…muss die oberste Maxime eurer Politik sein, das Volk durch Vernunft zu führen, die Feinde des Volkes durch Terror zu beherrschen.“ Damit begründet er den Terror und bezeichnet seine Anwendung als das „schlagfertige, unerbittliche, unbeugsame Recht“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Periode der „La Terreur“ und Zielsetzung der Untersuchung der Legitimationsrede vom 5. Februar 1794.
2. KURZER ABRISS ÜBER ROBESPIERRES LEBEN: Biografische Skizze Robespierres, seine Ausbildung, Ideale und sein Aufstieg zum einflussreichen Politiker.
3. DIE VERSCHIEDENEN POLITISCHEN GRUPPIERUNGEN: Darstellung der Akteure der Französischen Revolution, insbesondere Sansculotten, Jakobiner und Girondisten.
4. ROBESPIERE UND DIE REDE VOM 5. FEBRUAR 1794 ÜBER DIE PRINZIPIEN POLITISCHER MORAL DIE LEGITIMATION DER „TERREUR“: Zentrale inhaltliche Analyse der Rede Robespierres, inklusive der Definition von Tugend und Terror sowie dem Angriff auf politische Gegner.
5. DIE SCHRECKENSHERRSCHAFT, DIE EINORDNUNG IN DAS JAHRHUNDERT UND IHR BEZUG ZUM KOMMUNISMUS: Historische Einordnung der Schreckensherrschaft als Vorform totalitärer Systeme des 20. Jahrhunderts.
6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung von Robespierres Politik als fehlgeleiteter Versuch, eine philosophische Utopie durch gewaltsamen Fanatismus zu erzwingen.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Robespierre, Schreckensherrschaft, La Terreur, Jakobiner, Tugend, Terror, Jean-Jacques Rousseau, Demokratie, Gemeinwille, Girondisten, Sansculotten, Totalitarismus, Politische Moral.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Phase der „Schreckensherrschaft“ während der Französischen Revolution und der Rolle von Maximilien Robespierre bei der ideologischen Rechtfertigung von staatlicher Gewalt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Revolutionsregierung, die Rolle der Jakobiner, die Bedeutung des Tugendbegriffs sowie die historische Verbindung zum Totalitarismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Robespierre in seiner Rede vom 5. Februar 1794 Terror und Tugend als einander bedingende Elemente innerhalb seines Demokratieverständnisses legitimierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Reden (Quellen) sowie historischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der politischen Gruppierungen, die detaillierte Untersuchung der Legitimationsrede sowie den Vergleich mit totalitären Ideologien des 20. Jahrhunderts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind: Robespierre, Terror, Tugend, Französische Revolution und totalitäre Herrschaftsformen.
Wie definiert Robespierre das Verhältnis von Tugend und Terror?
Für Robespierre ist der Terror ein „Instrument der Tugend“. Er argumentiert, dass Tugend ohne Terror machtlos und Terror ohne Tugend unheilvoll sei.
Inwiefern zieht die Arbeit eine Parallele zum Kommunismus?
Die Arbeit zeigt auf, dass spätere totalitäre Regime, wie das unter Stalin, Robespierres Argumentationsmuster der „revolutionären Notwendigkeit“ und sein Konzept des „Despotismus der Freiheit“ übernahmen.
- Quote paper
- Peter Flasch (Author), 2006, "La terreur" - Die Schreckensherrschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72655