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Eine Untersuchung zu Wolfgang Büschers Buch: „Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß.“


Zwischenprüfungsarbeit, 2003

33 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person des Autors

3. Analyse des Reiseberichtes „Berlin-Moskau“
3.1 Reiseabschnitt Ostdeutschland
3.2 Reiseabschnitt Polen
3.3 Reiseabschnitt Weißrussland
3.4 Reiseabschnitt Russland

4. Anregungen für ethnologische Untersuchungen

5. Vergleich mit anderen Reiseschriftstellern

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

„Ne Reise also! Reisen und

Dergleichen nichtig Zeug hab’ ich genug

Wie albern seid Ihr doch gewesen,

Das Land Kreuz und in die Quere zu durchziehn,

Um zu beschreiben, was schon längst beschrieben war“[1]

So antwortete der unbekannte Verleger, in dem satirischen Bericht des Dr. Syntax Reise, dem Titelhelden, als dieser ihm sein Skript zum Druck anbot. Doch nicht durch Zufall wurde diese zurückweisende Bemerkung im 19. Jahrhundert geäußert. Denn das Reisen und vor allem das literarische Niederschreiben gehörte spätestens seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert zu den üblichen Kulturpraktiken des europäischen Bürgertums.[2] Daher ist es wenig verwunderlich, dass der Buchmarkt mit Reisebeschreibungen überflutet wurde.[3]

Auch die wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahrzehnten, dieses Thema für sich (wieder-)entdeckt. Historiker, Volkskundler oder Kulturanthropologen haben die Reisen der vergangenen Tage studiert und reflektiert.

Von der mittelalterlichen Pilgerfahrt bis zum modernen Massentourismus, beinahe alle Länder und Arten zu Reisen wurden analysiert und beschrieben. So scheint die Wehklage des Verleger auch heute noch aktueller den je.[4]

„Zwischen ihnen widmen sich Tausende anderer Reiseberichte kleinen wie großen Phänomenen in Nähe und Ferne, von der detaillierten Beschreibung von Karnevalsbräuchen in rheinländischen Dörfern bis zu komplexen Überlegungen über Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen fernen Kulturen und Zivilisationen.“[5]

Es gibt Reiseberichte, die vorsätzlich in den Dienst der Wissenschaft gestellt sind. Der Name Alexander von Humboldt soll hier stellvertretend für zahllose andere Autoren stehen. Viele Reisebeschreibungen besitzen zunächst lediglich eine persönliche Relevanz und gewinnen erst später Bedeutung für die historische Forschung. Andere Texte gehören zum Hofstaat der Literatur. Dichter und Denker greifen traditionell gern zur Feder, wenn sie auf reisen sind.

Ich möchte im Folgenden untersuchen, inwiefern ein aktuelles Werk, das ohne wissenschaftliche Ambition verfasst wurde, dennoch Gehalte aufweist, die mit den Wissenschaften in Verbindung stehen. Dabei wird die spezielle Perspektive von Interesse sein, die aufschlussreiche Einblicke und Überblicke gewähren kann. Das Problem besteht heute ja keineswegs darin, dass ein Mangel an Wissen zu beklagen wäre. Das, was der Reisende zu Gesicht bekommt, hat er häufig bereits im TV-Programm gesehen. Informationslücken gibt es kaum - im Gegenteil, die „Gutenberg-Galaxis“ der Bücher hält ebenso eine Informationsflut bereit wie das mit Suchmaschinen zu durchforstende Internet. Immer erneut stellt sich die Aufgabe, Informationen nicht nur zu sammeln, sondern in persönliches Wissen zu verwandeln. Ob es sich dabei nun um aktuell praktisch anwendbares oder theoretisch verallgemeinertes Wissen handelt, ist zunächst nebensächlich. Entscheidend ist vielmehr, dass eine Reise offenbar den Zusammenhang stiften und Anordnungsstrukturen prägen kann. Diese These kam mir bei der Lektüre von Wolfgang Büschers Buch „Berlin-Moskau: Eine Reise zu Fuß“ in den Sinn. Bemerkenswert ist auch, dass dessen Reise „zu Fuß“ absolviert worden ist. Das Wandern war schon für Friedrich Nietzsche eine Bewegungsart, die die Reflexion begünstigt. Leider muss ich zugeben, dass meine folgenden Ausführungen nicht aus der Bewegung heraus entstanden sind, sondern nach theoretischem „Sitzfleisch“ riechen. Ich hoffe jedoch, dass sich für den Leser dennoch darin etwas Aufschlussreiches findet.

Wolfgang Büschers Buch öffnet m.E. erweiterte Perspektiven und bietet interessante Darstellungsweisen von Wissen. In meiner Arbeit werde ich versuchen, hinsichtlich des Seminarthemas „Reisen als Wissenschaft“ historische, psychologische, soziologische und ethnologische Aspekte in Büschers Reisebeschreibung zu markieren.

2. Zur Person des Autors

Wolfgang Büscher ist kein Wissenschaftler, sondern Journalist. Er wurde am 20. Mai 1951 in der Nähe von Kassel geboren, studierte Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und war mehrere Jahre lang freier Autor für die unterschiedlichsten Tageszeitungen und Magazine (u.a. „Der Spiegel“, „Süddeutschen Zeitung“, „Die Zeit“, die Zeitschrift „Geo“, „Neue Zürcher Zeitung“). Seit 1998 ist er Redakteur der „Welt“. Dort leitet er seit 2002 das Ressort „Reportagen und Magazine“. Wolfgang Büscher publizierte mehrere Bücher, darunter 1998 „Drei Stunden Null. Deutsche Abenteuer“. 2002 erhielt er den Theodor-Wolff-Journalistenpreis für eine journalistische Arbeit: für den Beitrag „Land der Väter“, der am 21. April 2001 in der Zeitung „Die Welt“, erschien. Darin hat er erzählt, wie Bundeskanzler Schröder als 57-Jähriger zum Grab seines Vaters pilgert. Schröders Vater war im Krieg gefallenen und liegt in einem rumänischen Dorf begraben. Mit Anspielungen zum unvollendetem Roman „Der erste Mensch“ von Albert Camus' zeichnet Büscher darin ein psychologisches Porträt über den Vaterverlust.

Mit seinem Buch: „Berlin-Moskau: Eine Reise zu Fuß“ kommt nun auch die eigene subjektive Befindlichkeit des Autors ins Spiel. Nicht sein Vater, sondern sein Großvater ist im Zweiten Weltkrieg gefallen. Dessen Grab will der wandernde Autor nun „streifen wie der Wind“. Weitere persönliche Motive sind zu vermuten. Büscher interessiert sich schon seit längerem für den Osten. Seine schriftstellerische Arbeit übersteigt natürlich die rein persönliche Reflexionsebene. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird Büschers Leistung von einem Rezensenten folgendermaßen beschrieben:

„Wie nur bei wirklich großen Reportagen zu beobachten, leistet Büscher Verdichtungsarbeit. Er vereint Landschaftsbilder mit Reflexionen, Porträts mit Analysen zu einer Genauigkeit, die gelegentlich vor Aufladung nur so knistert. Büscher [den der Rezensent mit dem berühmten Syrakus-Wanderer Gottfried Seume vergleicht – M.H.] ist bis unters Dach voll mit historischem Wissen“[6]

Wolfgang Büscher ist also zu Fuß von Berlin nach Moskau gelaufen. Auf jener Route, die im wesentlichen auch schon Napoleon bei seinem Russlandfeldzug 1812 eingeschlagen hatte und die ziemlich genau dem Weg der Heeresgruppe Mitte der deutschen Wehrmacht im Jahr 1941 entspricht. Die riesige Strecke misst rund 2.500 Kilometer. Für seine Fußreise benötigte der Autor zirka 3 Monate. Büscher muss also physische Kondition besitzen und relativ rüstig sein.

3. Analyse des Reiseberichtes „Berlin-Moskau“

Bei der Analyse kann man sich an der Gliederung orientieren, die geographisch strukturiert ist. Wolfgang Büschers „Pilgerreise“ ist von ihm selbst in 3 Teile (Teil 1: Berlin vergessen, Teil 2: Im weißen Land und Teil 3: Russische Weiten) untergliedert. Der Autor überquert verschiedene Flüsse: die Oder, die Weichsel, die Memel, die Beresina und den Dnjepr und überschreitet auch Ländergrenzen. Ich habe zur besseren Übersicht eine Einteilung gemäß der 4 Staaten gewählt, die Büscher durchquert.

Bei der Lektüre von Büschers Reisebericht sind mir gewisse Parallelen zur Ethnologie aufgefallen. Aber auch zu anderen Wissenschaften, wie der Geschichte, der Soziologie oder auch Psychologie, lassen sich Berührungspunkte finden. Sein „methodisches Werkzeug“ ist keineswegs nur literarisch geprägt. Büscher breitet vielschichtige Beobachtungen aus und nutzt wissenschaftliche Kenntnisse für seine ’Verdichtung’ von Menschen, Orten und Ereignissen. Das (bewusste oder unbewusste) Anwenden von empirischen Methoden ist m.E. aufschlussreich für den Fachbereich der Europäischen Ethnologie.

In den folgenden Gliederungspunkten werde ich anhand von Beispielen versuchen, das ethnologisch relevante Wissen aus dem Reisebericht herauszuarbeiten und mit theoretischen Methoden in Zusammenhang zu bringen. Selbst wenn dieser Zusammenhang teilweise konstruiert ist ( - und der Autor denselben dementieren würde), ergibt sich daraus die Gelegenheit, die von Büscher dargestellten Wissensbestände unter einer bestimmten Perspektive zu sichten und (hoffentlich) fruchtbar zu machen.

3.1 Reiseabschnitt Ostdeutschland

Büscher wandert aus Berlin heraus und man hat von Beginn an den Eindruck, er würde bei seinem Vorhaben dem Serendipity-Modell folgen. Bei dieser Methode geht es um das Auffinden von Unvorhersehbarem. Das heißt, dem Zufall oder besser gesagt der Kontingenz wird eine große Rolle zugewiesen.[7]

Andererseits wird anhand des Textes (z.B. auch bei der Danksagung) deutlich, dass Büscher bei der Vor- und Nachbereitung seiner Reise zahlreiche Erkundigungen eingeholt hat. Vor der Stadtgrenze von Berlin angelangt breitet er sogleich historisches Wissen aus. Er ruft militärgeschichtliche Fakten in Erinnerung, die die Schlacht bei den Seelower Höhen kennzeichnen: Am 16.04. 1945, um 3 Uhr früh hat die Schlacht begonnen - „[...] neuntausend russische Geschütze und Granatwerfer brüllen los [...] und jetzt gehen hundertdreiundvierzig russische Flakscheinwerfer auf einmal an.“[8]

Im Seelower Kriegsmuseum hatte man ihm erklärt, dass er auf der „Allee der Gehenkten“ entlang gegangen sei, die jetzt „Straße der Freundschaft“ heißt.

3.2 Reiseabschnitt Polen

Der Reisende Büscher wird in Polen belächelt und beschimpft: „ Auf den Höhen dort lebte ein alter Soldat, heute früh hatte ich ihm gesagt, wohin ich ging, und er hatte mich beschimpft. >Sie jagen einer Phantasie nach, Mann, Sie sind ein Phantast!<“[9] Außerdem bekam er von einem anderen Polen zu hören: „>Nach Moskau, so, so.< Er grinste. >Sie haben was gut zumachen, wie?< Er hielt es für einen Bußgang, er war Katholik.“[10]

Der Katholizismus ist typisch für Polen und kommt hier zum Vorschein.

Auch ich habe mich beim Lesen mehrfach gefragt, warum nimmt Büscher diese Strapazen auf sich und läuft zu Fuß nach Moskau. Was ist sein Ziel? Es wird ja wohl kaum ein sportliches Motiv sein. Vielleicht gilt für ihn die Spruchweisheit: „Der Weg ist das Ziel.“ Oder die Beschäftigung mit dem gefallenen Großvater steckt dahinter. Vielleicht sollte seine Reportage auch eine Bewährungsprobe sein. In jedem Fall strebt er Grenzerfahrungen an. Es lohnt aber nicht, über die Motive zu spekulieren. Das Augenmerk sollte vielmehr auf die Resultate gerichtet werden, die aus dieser extremen Reise gewonnen wurden.

In Polen findet Büscher oft Gelegenheit, um historisches Wissen einzustreuen. In Küstrin greift er auf die Geschichte von dem preußischen Kronprinzen (und späteren Friedrich dem Großen) und seinem Jugendfreund Hans Hermann von Katte zurück.[11] Diese historische Begebenheit ist in den Standardwerken nachzulesen und wurde auch literarisch ausgemalt.[12]

Eine andre Art von historischem Wissen, stellen Geschichten dar, die er (angeblich) von Personen erzählt bekommt, die er während der Reise trifft. Ein Beispiel dafür ist der Graf Mankowski. „Lassen sie mich eine Anekdote erzählen [...][13] so beginnt der Graf Mankowski seine Geschichte und er berichtet über seine Mutter, die während der Zeit der Besetzung von Winnogras sonderbare Abenteuer erlebte. Hier handelt es sich offensichtlich um Oral History. Diese Erinnerungswissenschaft ist folgendermaßen gekennzeichnet: „[...]Die gelebte Realität soll im Erinnerungsgespräch zur Sprache kommen und zur Rekonstruktion vergangener Wirklichkeit führen“[14] Die „biographische Wirklichkeit" wird nicht detailgetreu abgebildet, sondern mit jedem Erzählen neu entworfen. Selektivität und Perspektivität des Gedächtnisses sind die Schlagworte mit den man sich bei der „Erinnerungswissenschaft“ eingehend auseinandersetzen muss. Denn die Erinnerung ist nie nur eine individuelle Angelegenheit, sondern auch ein kollektives Ereignis. Der französische Sozialpsychologe Maurice Halbwachs hatte hierzu bereits in den 1920er Jahren eine Theorie entwickelt.[15] Natürlich geht Büscher keineswegs so systematisch streng vor, wie Frieder Stöckle dies in seinem Aufsatz „Zum praktischen Umgang mit Oral History“ empfiehlt.[16] Dennoch hält sich der Autor an die wichtigsten Eckpunkte Stöckles: 1. die Vorbereitung (- er erkundigte sich beispielweise vor Reiseantritt bei Historikern),

2. Erhebungsunterlagen (er führt ein Notizbuch),
3. Durchführen des Gesprächs und
4. Auswertung/Nacharbeiten (Niederschrift des Buches).

Er hat sich wahrscheinlich spontan aus der Situation heraus für eine assoziative Informationsbeschaffung entschieden. Zu berücksichtigen ist auch die Tatsache, dass Wolfgang Büscher Journalist ist. Er kann professionell Interviews durchführen und ist in der Lage, Gespräche in eine bestimmte Richtung zu lenken. Sicherlich besitzt er auch Erfahrungen darin, wie man im Nachhinein das gewonnene Material selektiert. Schon David G. Mandelbaum hat festgestellt : „Such an account [account of a life – M.H.] obviously involves some kind of selection“.[17] Büscher folgt gewissermaßen sogar dem wissenschaftlichen Gebot zum Veröffentlichen der „Forschungsergebnisse“.

Ein weiteres Exempel für die schon erwähnte Serendipity-Methode findet sich dann in der Episode, die damit beginnt, dass ein Vertreter für Melkanlagen ihn im Auto mitnimmt. Er landet im Wald von Pniewy und übernachtet bei einem ehemaligen Richter. Allerdings folgt aus diesem Ereignis wiederum ein festes Gerüst für den folgenden Reiseabschnitt: „Seine Frau war Deutschlehrerin, eine erfolgreiche Begegnung, denn ab jetzt spannte sich, ohne dass ich etwas dafür tat, ein, wie sich zeigen sollte, ziemlich reißfestes Netz aus Telefonleitungen zwischen Warthe und Weichsel und sogar noch weiter: Als ich am anderen Morgen aufbrach, steckte ein kleiner, eng beschriebener Zettel mit Deutschlehrerinnennummern in meiner Hemdtasche, und wenn ich tatsächlich einmal davon Gebrauch machte, stellte ich jedes Mal fest, dass ich bereits erwartet wurde. Ich konnte nicht verloren gehen, Polen hatte ein Auge auf mich.“[18]

Im weiteren Verlauf der Reise mischen sich dann immer öfter zufällige Bekanntschaften und Landschaftsbeschreibungen sowie historische Fakten. Manches klingt wie abgewandelte Informationen aus dem Reiseführer, die mit Büschers persönlichen Erinnerungen verknüpft sind: „Es war das Posener Land, durch dass ich lief, nördlich an der Stadt vorbei, und tatsächlich prägten die roten Häuser der Kaiserzeit das Bild vieler Ortschaften. Ämter, Schulen, Fabriken, Bauernhöfe, Bahnhöfe, dazu Kasernen. Das Reich hatte hier vor dem ersten Krieg den Landaufkauf forciert und sogar deutsche Musterdörfer angelegt. Noch in meiner Jugend, lange nach dem zweiten Krieg, wurden Verwandte die zu Wilhelms Zeit hierher ausgewandert waren und, als das Gebiet nach Versailles an Posen fiel, in ihre alte Heimat zurückkehren mussten, die Posener genannt.“[19]

[...]


[1] Des Doktor Syntax Reise. Ein Gedicht in 26 Gesängen nebst 30 kolorierten Steinstichen. Herausgegeben zum Besten der Königlich Preußischen General-Post-Armen-Kasse. Berlin 1822.

[2] Pröve, Ralf: Wege ins Ungewisse. Reisen in der frühen Neuzeit. 1500-1800. Frankfurt a. M. 1997.

[3] Der deutsche Leser soll bis 1784 der Hauptkonsument von Reisebeschreibungen in Europa geworden sein; 80% des Buchhandels soll aus Reiseliteratur bestanden haben. In: Reise und Reisebeschreibungen im 18. und 19. Jahrhundert als Quellen der Kulturbeziehungsforschung. Hrsg.: Krasnobaev, B.I. Berlin 1980.

[4] Pröve, Ralf: Wege ins Ungewisse. a. a. O.

[5] Kaschuba, Wolfgang: Einführung in die Europäische Ethnologie. München 1999.

[6] Rezensent: Hintermeier, Hannes. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14.06.2003. Vgl. auch weitere Rezensionen im Anhang.

[7] Das „Serendipity-Prinzip“ basiert auf einem Märchen aus Persien, dass im 16. Jahrhundert in Venedig unter dem Titel „Peregrinaggio di tre giovani figliuoli del re di Serendippo“ („Die Pilgerfahrt der drei jungen Söhne des Königs von Serendippo“) publiziert wurde. Serendip ist die alte Bezeichnung für Ceylon, das heutige Sri Lanka. Der englische Literaturwissenschaftler Horace Walpole äußert sich in einem Brief von 1754 folgendermaßen über dieses Märchen: „I once read a silly fairy tale, called: The Three Princes of Serendip: as their Highnesses travelled, they were always making discoveries, by accidents and sagacity, of things which they were not in quest of: for instance, one of them discovered that a mule blind of the right eye had travelled the same road lately, because the grass was eaten only of the left side, where it was worse than on the right - now do you understand Serendipity ?“ So machen die 3 Prinzen durch zufällige Begebenheiten und Scharfsinnigkeit, Entdeckungen von Dingen, nach denen sie nicht auf der Suche waren. Vgl. König,G.: Wort und Weise Serendip. Aus: Sprache im technischem Zeitalter, 97/1986, S. 51-66, hier S. 65.

[8] Büscher, Wolfgang: Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß. Hamburg 2003, S. 18.

[9] Ebenda, S. 19.

[10] Ebenda, S. 31.

[11] Ebenda, S. 23 f.

[12] Schon Heinrich Mann hat ein Fragment mit dem Titel „Die traurige Geschichte von Friedrich dem Grossen“ hinterlassen, in dem die gescheiterte Flucht des Kronprinzen und das tragische Ende seines Freundes dargestellt wurde. Es gibt außerdem ein Stück von W. Knuth: „Friedrich und Katte“. Auch Heiner Müller hat in dem Stück „Leben Gundlings / Friedrich von Preußen / Lessings Schlaf Traum Schrei“ den Fall dramatisch verarbeitet. Eine Kammeroper mit dem Titel „Kronprinz Friedrich“ wurde von Siegfried Matthus zur Eröffnung des Schlosstheaters von Schloss Rheinsberg am 31.12.1999 uraufgeführt.

[13] Ebenda, S. 42.

[14] Stöckle, Frieder: Zum praktischen Umgang mit Oral History. Aus: Vorländer, H.: Oral History. Göttingen 1990, S. 131.

[15] Vgl. Dejung ,Christof: Eine Brücke zwischen Zeitzeugen und Historikern. Oral History - Erfragte Vergangenheit als Erweiterung der Quellenbasis Neue Zürcher Zeitung, Zeitfragen, 3./4. Juni 2000.

[16] Vgl. Stöckle, Frieder: Zum praktischen Umgang mit Oral History. Aus: Vorländer, H.: Oral History. Göttingen 1990, S.131.

[17] Mandelbaum, David G.: The Study of Life History. Im Reader für Empirische Methoden. WS 01/02.

[18] Büscher, Wolfgang: Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß. Hamburg 2003, S. 26 f.

[19] Ebenda, S. 29.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
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Untertitel
Eine Untersuchung zu Wolfgang Büschers Buch: „Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß.“
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
33
Katalognummer
V72684
ISBN (eBook)
9783638634229
ISBN (Buch)
9783638674775
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Navigieren, Informationsflut, Reisen, Wissen
Arbeit zitieren
Mariann Klein (Autor), 2003, Navigieren in der Informationsflut: Wie durch Reisen Wissen aufbereitet werden kann , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72684

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