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Literaturverfilmungen - Adaption oder unabhängige Kunst? Eine vergleichende Analyse von Camilo José Celas Roman „La Colmena“ und seiner Verfilmung durch Mario Camus

Title: Literaturverfilmungen - Adaption oder unabhängige Kunst? Eine vergleichende Analyse von Camilo José Celas Roman „La Colmena“ und seiner Verfilmung durch Mario Camus

Term Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Heide Junker (Author)

Romance Studies - Interdisciplinary
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Literatur ist seit Anbeginn des Filmzeitalters Thema des Filmes gewesen. Schon in der Stummfilmzeit widmeten sich renommierte Regisseure wie bspw. Friedrich Wilhelm Murnau1 bekannten Werken der Weltliteratur. Aber auch die Literatur hat sich, beeinflusst durch das Medium Film, verändert. Filmische Erzählweisen werden literarisch umgesetzt und verändern die Rezeption der Leser. Die heutigen Formen der Intertextualität und Intermedialität verwischen die Grenzen der einzelnen Medien immer stärker.
Nachdem der postmoderne Film der 90er Jahre scheinbar beliebig intertextuelle Bezüge in exzessivem Maße aufgenommen hatte, vollzog sich in den letzten Jahren eine Kehrtwende in der Form, dass nun explizit wieder einzelne künstlerische Werke und kulturhistorische Aspekte zum Thema der Filme gemacht werden. Seit Beginn dieses Jahrhunderts sind viele Remakes und insbesondere mehrere Literaturverfilmungen entstanden. Im Zuge der Aktualität dieses Themas halte ich es für interessant, sich eingehender mit diesem Phänomen zu befassen. Was genau ist die Verfilmung eines Romans? Ist es die bloße Adaption eines literarischen Werkes? Kann der Film neben dem Anspruch den die Literatur als Kunstwerk erhebt, bestehen? Oder müssen Literaturverfilmung als eigenständiges (Kunst-)Werk gesehen werden? Diese und weitere Fragen stellen sich einem bei dem Vergleich von Literatur und ihrer Verfilmung, und ihnen möchte ich in dieser Hausarbeit nachgehen. Ich werde mich dabei an dem Beispiel des Romans „La Colmena“ von Camilo José Cela orientieren, dessen Verfilmung aus dem Jahre 1982 ein preisgekrönter und für den Oscar nominierter Film ist. Auch wenn der Rahmen dieser Hausarbeit teilweise recht eng gesteckt ist, will ich im Folgenden einige Zusammenhänge zwischen Film und Literatur aufdecken, aber auch Unterschiede deutlich kennzeichnen. Am Ende, so hoffe ich, wird ein kleiner Überblick geschaffen sein, der verdeutlicht, welche Faszination die literarischen Stoffe auf die Filmszene ausüben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Exkurs: Intertextualität und Intermedialität

2.1 Intertextualität

2.2 Intermedialität

3 Literatur und Film

4 La Colmena

4.1 Der Roman „La Colmena“

4.2 Der Film „La Colmena“

4.2.1 Raum und Zeit

4.2.2 Figuren

4.2.3 Semiotik und stilistische Mittel

5 Zusammenfassung

6 Anhang: Sequenzprotokoll „La Colmena“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der literarischen Vorlage „La Colmena“ von Camilo José Cela und dessen gleichnamiger Verfilmung durch Mario Camus, um zu klären, ob Literaturverfilmungen als bloße Adaptionen oder als eigenständige Kunstwerke zu betrachten sind.

  • Intertextualität und Intermedialität als theoretischer Rahmen für Literaturverfilmungen.
  • Vergleichende Analyse von räumlichen und zeitlichen Präzisierungen im Film.
  • Untersuchung der Figurenkreation und deren Identifikationsmöglichkeiten im Medium Film.
  • Analyse semiotischer und stilistischer Mittel bei der Transformation in das Medium Film.
  • Bewertung des Einflusses von Zensur und politischem Kontext auf die Adaption.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Raum und Zeit

Raum und Zeit sind im Film von besonderer Bedeutung und letztlich nicht voneinander zu trennen. Sie besitzen eine symbolische Funktion, die dem Rezipienten einen gewissen Erwartungsrahmen der Handlung eröffnet und mögliche Interpretationen bietet (vgl. Mikos 2003, S. 109 ff.). So findet in „La Colmena“ eine Beschreibung des städtischen Lebens in Madrid um 1943 statt. Unabhängig, ob es sich hierbei um Fiktion oder Dokumentation handelt, wird durch diese zeitliche und räumliche Positionierung eine Erwartung des Rezipienten aufgebaut, die diese Zeit und den Raum (Madrid fungiert hier als Raum) beinhaltet; bspw. würde sicherlich aufgrund des Ortes und der Zeit erwartet, dass in irgendeiner Form das Francoregime und seine politische Auswirkung angesprochen würde.

In beiden Werken von „La Colmena“ werden etwa vier bis sechs Tage im Jahre 1943 beschrieben, in denen einzelne Lebensauschnitte unterschiedlicher Menschen gezeigt werden. Cela beschreibt diese Szenen ausschnitthaft und ohne klar erkennbare Zusammensetzung. Die Vielfalt an Menschen und Schauplätzen, gepaart mit dem ständigen Springen von einer Szene zur nächsten, vermitteln den Eindruck des Treibens in einem Bienenkorb, wie dies im Titel anklingt. Im Film setzt Camus eine klare zeitlich chronologische Struktur ein, die aus den einzelnen Szenen klare Abläufe von Geschichten entstehen lässt, die einem Spannungsbogen von linearen Erzählungen entsprechen. Verstärkt wird diese Ordnung durch die Reduzierung von unterschiedlichen (Neben-)Geschichten.

Es wird, wie bereits erwähnt, das Leben in Madrid im Jahre 1943 gezeigt. Während im Roman der Leser selbst Bilder aus dieser Zeit auferstehen lassen muss, inszeniert Camus den Raum historisch korrekt und lässt so einen Blick zurück in die Zeit des Francoregimes zu. Unterstützend setzt er nicht nur die passende Mise-en-scéne ein, sondern integriert Originalaufnahmen aus der Zeit (siehe Sequenz 36 und 74), die die Historizität des Filmes verstärken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Literaturverfilmungen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob der Film als Adaption oder eigenständiges Kunstwerk zu bewerten ist.

2 Exkurs: Intertextualität und Intermedialität: Dieses Kapitel definiert die Begriffe der Intertextualität und Intermedialität als theoretische Grundlage für die Analyse der Medienbeziehungen.

3 Literatur und Film: Der theoretische Rahmen wird hier konkretisiert, indem Kategorien der Literaturverfilmung nach Borstnar erläutert und medienspezifische Herausforderungen beim Medienwechsel diskutiert werden.

4 La Colmena: Der Hauptteil bietet eine vergleichende Analyse des Romans und Films anhand der Kriterien Raum/Zeit, Figuren sowie semiotischer Mittel.

5 Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert die Analyseergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die Verfilmung als eigenständige künstlerische Interpretation der Vorlage zu betrachten ist.

6 Anhang: Sequenzprotokoll „La Colmena“: Der Anhang bietet eine tabellarische Auflistung aller Filmszenen inklusive Zeitangaben und inhaltlicher Besonderheiten.

Schlüsselwörter

La Colmena, Camilo José Cela, Mario Camus, Literaturverfilmung, Intermedialität, Intertextualität, Adaption, Medienwechsel, Francoregime, Madrid, Figurenanalyse, Narrativik, Interpretation, Literatur, Film.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der vergleichenden Analyse des Romans „La Colmena“ von Camilo José Cela und dessen filmischer Adaption durch Mario Camus unter besonderer Berücksichtigung medienspezifischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind Intertextualität, Intermedialität, der Prozess der Literaturadaption, sowie die filmische Umsetzung literarischer Raum-, Zeit- und Figurenkonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit Literaturverfilmungen als bloße Adaptionen des Ausgangstextes oder als eigenständige künstlerische Interpretationen gesehen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Filmanalyse auf Basis der Kategorien von Borstnar angewandt, ergänzt durch theoretische Ansätze zur Intermedialität.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Raum und Zeit, die Figurendarstellung sowie semiotische und stilistische Mittel im Vergleich zwischen dem Roman und dem Film.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Literaturverfilmung, Intermedialität, Adaption und die spezifische Analyse von Cela und Camus charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Zeitgestaltung im Film vom Roman?

Während der Roman durch narrative Anachronie und Zeitsprünge geprägt ist, führt Camus eine lineare, chronologische Erzählstruktur ein, um die Narration zu straffen.

Welche Rolle spielt die politische Situation für die filmische Adaption?

Die Arbeit stellt fest, dass Camus in einer Zeit ohne Zensur arbeiten konnte und somit direktere Kritik am Francoregime übt als der Roman, der zur Zeit der franquistischen Zensur entstand.

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Details

Title
Literaturverfilmungen - Adaption oder unabhängige Kunst? Eine vergleichende Analyse von Camilo José Celas Roman „La Colmena“ und seiner Verfilmung durch Mario Camus
College
University of Göttingen
Grade
1,0
Author
Heide Junker (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V72734
ISBN (eBook)
9783638732567
ISBN (Book)
9783638733168
Language
German
Tags
Literaturverfilmungen Adaption Kunst Eine Analyse Camilo Celas Roman Colmena“ Verfilmung Mario Camus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heide Junker (Author), 2006, Literaturverfilmungen - Adaption oder unabhängige Kunst? Eine vergleichende Analyse von Camilo José Celas Roman „La Colmena“ und seiner Verfilmung durch Mario Camus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72734
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