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Liberaler Intergouvernementalismus

Title: Liberaler Intergouvernementalismus

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Martin Kacprzycki (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Was ist eine Theorie und welche Funktion soll sie haben? Auf diese Antwort gibt es eine Vielzahl von Antworten. Zum ersten sollen Theorien u.a. eine Selektions-, Ordnungs- und Erklärungsfunktion übernehmen. Zum zweiten versteht man Theorien als „Sätze von Aussagen, die in einem logischen Zusammenhang stehen, die einer wissenschaftlichen Untersuchung als Bezugsrahmen dienen, eine begrifflichsystematische Ordnung der Ergebnisse ermöglichen und zu praktischem Handeln befähigen können.“ Ein „szientistischer“ Theoriebegriff hingegen lautet, dass „Theorien streng genommen nur Systeme generalisierender Hypothesen, die Wirkungszusammenhänge zwischen verschiedenen Phänomenen bestimmen und dadurch ursächliche Erklärungen anbieten.“
Diese Funktionen soll auch die Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus (LI) übernehmen, die Andrew Moravcsik 1993 in seinem Aufsatz Preferences and Power in the European Community: A Liberal Intergovernmemtalist Approach entwickelte.

Dabei vereint er Annahmen zweier Großtheorien der Internationalen Beziehungen (IB), des Realismus und des Liberalismus, die sich in zahlreichen Annahmen unterscheiden, um den Integrationsprozess in Europa zu erklären.
Moravcsik stellt fest, dass vor jedem größeren Integrationsschub seit den Römischen Verträgen 1957 es zu einer Konferenz der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten kam. Aufgrund dessen ist „an understanding of the preferences and power of its Member States (...) a logical starting point for analysis.“ Es steht für Moravcsik also fest, dass die Staaten die wichtigste Rolle im Integrationsprozess übernehmen. Folglich stehen diese im Zentrum seiner Untersuchung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zentrale Dimensionen des Liberalen Intergouvernementalismus

2.Theoriegeschichtlicher Hintergrund

2.1 Realismus

2.2 Liberalismus

3. Integrationsmodell des Liberalen Intergouvernementalismus

3.1 Der Präferenzbildungsprozess

3.2 Der Verhandlungsprozess

3.3 Die Herausbildung neuer Institutionen

4. Supranationales Gegenmodell

5. Kritik am Liberalen Intergouvernementalismus

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Theorie des Liberalen Intergouvernementalismus von Andrew Moravcsik fundiert darzustellen und zu analysieren. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie dieser theoretische Ansatz den europäischen Integrationsprozess durch die Synthese realistischer und liberaler Annahmen erklärt, welche methodischen Schritte er umfasst und wie er sich gegenüber supranationalen Gegenmodellen positioniert.

  • Grundlagen des Liberalen Intergouvernementalismus und seine epistemologischen sowie methodologischen Dimensionen
  • Theoriegeschichtliche Einordnung durch den Vergleich mit Realismus und Liberalismus
  • Analyse des dreistufigen Integrationsmodells (Präferenzbildung, Verhandlungsprozess, Institutionenbildung)
  • Gegenüberstellung mit dem supranationalen Modell und dessen spill-over Mechanismus
  • Kritische Würdigung der Staatszentrierung und der empirischen Erklärungsstärke der Theorie

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Herausbildung neuer Institutionen

Die Herausbildung oder die Errichtung neuer Institutionen bildet die dritte und letzte Stufe des Integrationsmodells. Dabei ist die Schaffung neuer Institutionen kein Widerspruch zum Liberalen Intergouvernementalismus. „Strong supranational institutions are often seen as the anthitesis of intergovernmentalism. Wrongly so.“ Sie verbleiben nämlich im Schatten der souveränen Mitgliedsstaaten. Die Institutionen sind, wie dem Realismus zu entnehmen, lediglich Instrumente der Länder. Die Institutionen stärken sogar die Macht der Regierung. Zum ersten, wie schon oben erwähnt, steigern sie die Effizienz der zwischenstaatlichen Verhandlungen und zum anderen stärken die Institutionen die Autonomie der Staats- und Regierungschefs gegenüber den innerstaatlichen sozialen Akteuren. Gleichzeitig dienen Institutionen als supranationale Kontrollorgane. Diese sind effektiver, als „eine rein intergouvernementale Überwachung und Kontrolle, die sich als zu schwach erweisen könnte – gerade, wenn mächtige Mitgliedstaaten die Regelverletzer sind.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die wissenschaftstheoretische Funktion von Theorien und Vorstellung der Relevanz des Liberalen Intergouvernementalismus für die europäische Integration.

1. Zentrale Dimensionen des Liberalen Intergouvernementalismus: Untersuchung der erkenntnistheoretischen und methodischen Voraussetzungen, insbesondere des methodologischen Individualismus.

2.Theoriegeschichtlicher Hintergrund: Darstellung der theoretischen Wurzeln durch die Verbindung von realistischen Machtvorstellungen und liberalen Interessenkonzepten.

3. Integrationsmodell des Liberalen Intergouvernementalismus: Erläuterung des dreistufigen Modells, das die Präferenzbildung, Verhandlung und Institutionalisierung umfasst.

4. Supranationales Gegenmodell: Abgrenzung zum Supranationalismus, der eine eigendynamische Transformation durch Institutionen annimmt.

5. Kritik am Liberalen Intergouvernementalismus: Auseinandersetzung mit den Schwächen, insbesondere der Vernachlässigung eigenständiger Akteursqualitäten supranationaler Institutionen.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Theorie hinsichtlich ihrer empirischen Nützlichkeit und ihrer Grenzen bei der Vorhersage zukünftiger Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Liberaler Intergouvernementalismus, Europäische Integration, Andrew Moravcsik, Internationale Beziehungen, Realismus, Liberalismus, Präferenzbildung, Verhandlungsprozess, Supranationalismus, Interdependenz, Institutionen, Europäische Union, Staatliche Akteure, Spill-over, Politikanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Liberalen Intergouvernementalismus, einer zentralen Theorie zur Erklärung der europäischen Integration, die von Andrew Moravcsik entwickelt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert auf die theoretischen Annahmen, die methodologische Ausrichtung, die drei Stufen der Integration sowie den Vergleich zu konkurrierenden Modellen wie dem Supranationalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die systematische Darstellung und kritische Prüfung der Theorie, um zu verstehen, wie nationale Interessen und zwischenstaatliche Verhandlungen den europäischen Integrationsprozess prägen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener Ansätze der Internationalen Beziehungen, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit den Werken von Moravcsik und dessen Kritikern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Dimensionen, den historischen Kontext, das dreistufige Integrationsmodell und eine kritische Auseinandersetzung mit Gegenmodellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Liberaler Intergouvernementalismus, Präferenzbildung, Interdependenz, Supranationalismus und Europäische Integration definiert.

Warum spielt der Realismus eine Rolle für den Liberalen Intergouvernementalismus?

Der Realismus liefert das Fundament für die Annahme, dass Staaten die zentralen Akteure im Verhandlungsprozess bleiben und Institutionen lediglich Instrumente ihrer Machtausübung sind.

Wie unterscheidet sich der Supranationalismus vom Ansatz von Moravcsik?

Während der Liberale Intergouvernementalismus die Staaten als „Gate-Keeper“ sieht, geht der Supranationalismus von einer Eigendynamik der Integration aus, bei der Institutionen und soziale Gruppen den Staat als primären Vermittler umgehen können.

Was kritisiert die Arbeit am Liberalen Intergouvernementalismus?

Ein zentraler Kritikpunkt ist die starke Staatszentrierung, die ignoriert, dass Institutionen wie der Europäische Gerichtshof ein Eigenleben entwickelt haben, das über die ursprünglichen Absichten der Mitgliedsstaaten hinausgeht.

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Details

Title
Liberaler Intergouvernementalismus
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Einführung in die Probleme der Europäischen Integration
Grade
1,00
Author
Martin Kacprzycki (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V72822
ISBN (eBook)
9783638738859
ISBN (Book)
9783638769631
Language
German
Tags
Liberaler Intergouvernementalismus Einführung Probleme Europäischen Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Kacprzycki (Author), 2007, Liberaler Intergouvernementalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72822
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