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Praktikumsbericht über Anerkennungsjahr in der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe e.V. zum Erwerb der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge

Title: Praktikumsbericht über Anerkennungsjahr in der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe e.V. zum Erwerb der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge

Internship Report , 2002 , 29 Pages

Autor:in: Katrin Klemme (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Mein Berufspraktikum habe ich bei der Lebenshilfe Seesen-Bad-Gandersheim
e.V. absolviert. In dieser Zeit arbeitete ich in der Tagesbildungsstätte
für geistig Behinderte. Während meines Studiums hatte ich mich mit dem Bereich
Arbeit mit Behinderten nur sehr wenig beschäftigt. Daher stellte sich für
mich die Frage, was überhaupt Behinderung bedeutet.
Als geistig behindert gilt, ÄZHULQIROJHHLQHURUJDQLVFKJHQHWLVFKHQRGHUDQ
GHUZHLWLJHQ6FKlGLJXQJLQVHLQHUSV\FKLVFKHQ*HVDPWHQWZLFNOXQJXQGLQVHL
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(QWZLFNOXQJHLQKHU³ (KANTER 1977, S. 242). Eine klare Zuordnung ist aber
erst ab dem Schulalter möglich. Der Anteil geistig behinderter Kinder an der
Gesamtzahl der Kinder eines Jahrganges wird auf 0,6% geschätzt (OERTER/
MONTADA 1998, S. 928).
BACH ( 1982, S. 138) charakterisiert geistige Behinderung als ein stark abweichendes,
längerfristiges Vorherrschen anschaulich-vollziehendes Denkens, das
durch noch wenig ausgeprägte Vorstellungen von Gegenständen und ihren Beziehungen
gekennzeichnet ist.
Im Bundessozialhilfegesetz (BSHG) heißt es: Ä*HLVWLJZHVHQWOLFKEHKLQGHUW
VLQG3HUVRQHQEHLGHQHQLQ)ROJHHLQHU6FKZlFKHLKUHUJHLVWLJHQ.UlIWHGLH
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HLQWUlFKWLJWLVW³
In der Medizin gibt es hierfür den Begriff 2OLJRSKUHQLH, also psychische Zustände,
die vererbt oder frühzeitig erworben wurden und hauptsächlich die Intelligenz
betreffen. Die Psychologie achtet hierbei vor allem auf die Retadierung
der Intelligenz (IQ unter 65), dabei wird jedoch außer acht gelassen, dass
bei einer geistigen Behinderung nicht immer eine allgemeine Retardierung
vorliegt, sondern manchmal auch nur bestimmte geistige Fähigkeiten betroffen
sind. Die Ursachen geistiger Behinderung sind eher organische Ursachen (ca. 71%),
hierbei bilden die Chromosomanomalien die größte Gruppe (20-40%). Weitere
Ursachen können u.a. Infektionen und Vergiftungen, Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen,
unbekannte pränatale Einflüsse, Traumata und physische
Schädigungen, grobe Hirnerkrankungen, Umwelteinflüsse oder andere Ursachen
sein (vgl. HENSLE 2000, S. 136f).
Im folgenden werde ich die Einrichtung Lebenshilfe e.V. und die Rahmenbedingungen
für die Arbeit mit geistig Behinderten darstellen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Institutionsbeschreibung

2.1 Entstehung, Aufbau und Struktur

2.2 Lebenshilfe Bad Gandersheim-Seesen e.V.

2.3 Tagesbildungsstätte

3. Meine praktischen Tätigkeiten

3.1 Allgemeine Aufgaben

3.2 Fallbeispiel P. P.

3.2.1 Vorgeschichte

3.2.2 Beobachtung und Förderung

3.2.3 Reflexion des Schwerpunktthmeas

3.3 Kooperationsprojekt „Werkstatt“

4. Abschlussgedanken

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Der vorliegende Bericht dokumentiert die Erfahrungen einer angehenden Sozialarbeiterin während ihres Anerkennungsjahres in einer Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe. Im Fokus steht die pädagogische Arbeit mit geistig behinderten Kindern sowie die Reflexion der eigenen beruflichen Praxis und institutioneller Rahmenbedingungen.

  • Struktur und pädagogische Konzepte der Lebenshilfe
  • Arbeit mit geistig behinderten Kindern in der Grundstufe
  • Pädagogische Fallstudie zu Entwicklungsförderung und Verhaltensauffälligkeiten
  • Kooperationsmodelle zwischen Tagesbildungsstätten und Berufsschulen

Auszug aus dem Buch

3.2.2 BEOBACHTUNG UND FÖRDERUNG VON P.

Nach meiner Einführungszeit, in der ich den täglichen Ablauf kennenlernte, hatte ich mich für die Arbeit mit P. entschieden.

Innerhalb des entwicklungsorientierten Lernbereichs (Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Denken) ist festzustellen, dass P. im Bereich der Feinmotorik nicht altersgemäß entwickelt ist. Sowohl der Umgang mit Stift oder Prickelnadel wirken unbeholfen; beim Schreiben hält er den Stift im Klemmgriff, wodurch ein starker Druck entsteht und beim Ausmalen von vorgegebenen Formen die Begrenzungen kaum einhalten werden; hier sind Beeinträchtigungen in der visuellen Wahrnehmung festzustellen. Der Mund ist stets geöffnet, was ich auf die in der Sozialhygienischen Stellungnahme festgestellten Muskelhypotonie zurückführe.

Auch die Grobmotorik wirkt insgesamt unbeholfen, P. hat z.B. große Schwierigkeiten, aus dem Sitz in den Stand zu kommen oder Treppen zu steigen; dies wird noch dadurch erschwert, dass P. übergewichtig ist. Darüber hinaus stößt er beim Gehen häufig gegen andere an, es fällt aber auch auf, dass er dieses mitunter mit Absicht macht, d.h. mit den Händen schubst.

Im Bereich Sprache kann P. sich durch Mehrwortsätze ausdrücken und dadurch seine Wünsche und Bedürfnisse äußern. Konsonanten wie m oder k kann P. auch bei Aufforderung nicht bilden und ersetzt sie durch r oder t. Beim Sprechen lässt er häufig Artikel, Präpositionen und Konjunktionen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre Beweggründe für das Praktikum bei der Lebenshilfe und erläutert medizinische und rechtliche Definitionen von geistiger Behinderung.

2. Institutionsbeschreibung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung und Struktur der Lebenshilfe, von der Bundesvereinigung bis zur lokalen Tagesbildungsstätte in Seesen.

3. Meine praktischen Tätigkeiten: Die Autorin reflektiert ihre pädagogischen und administrativen Aufgaben, analysiert den Fall eines Schülers und beschreibt ein Kooperationsprojekt mit einer Berufsschule.

4. Abschlussgedanken: Ein zusammenfassendes Fazit über die im Praktikum gesammelten Erfahrungen, die Herausforderungen der Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern und den persönlichen Bedarf an weiterer Theoriebildung.

Schlüsselwörter

Lebenshilfe, Tagesbildungsstätte, geistige Behinderung, pädagogische Praxis, Anerkennungsjahr, Sozialpädagogik, Förderplanung, Fallbeispiel, Entwicklungsverzögerung, Psychomotorik, Inklusion, Kooperationsprojekt, Wahrnehmungsförderung, Behindertenarbeit, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist ein Praktikumsbericht, der den Arbeitsalltag und die pädagogischen Aufgaben während eines Anerkennungsjahres in einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen beschreibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Organisationsstruktur der Lebenshilfe, die pädagogische Förderung von Kindern in der Grundstufe sowie die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Darstellung und Reflexion der eigenen beruflichen Handlungskompetenz und der Entwicklung von Förderzielen im Kontext der Sonderpädagogik.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf der teilnehmenden Beobachtung, der Dokumentation von Fallbeispielen sowie der Reflexion pädagogischer Praxis auf Basis fachspezifischer Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Institution, der pädagogischen Arbeit mit einem spezifischen Schüler (P.P.) sowie der Analyse eines Kooperationsprojekts mit Berufsschülern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Lebenshilfe, Tagesbildungsstätte, pädagogische Praxis, Behindertenarbeit und Reflexion.

Welche Rolle spielt die Fallstudie zu P.P. für den Bericht?

Die Fallstudie dient als praktisches Beispiel, um Schwierigkeiten in der Wahrnehmungs- und Sprachförderung sowie die Notwendigkeit von Grenzensetzung bei herausforderndem Verhalten aufzuzeigen.

Wie wird das Verhalten von P.P. im Hinblick auf ein mögliches Tourette-Syndrom bewertet?

Die Autorin diskutiert die Symptome kritisch anhand fachlicher Literatur und kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der Einzelsituationen und der Kontextabhängigkeit des Verhaltens keine medizinische Erkrankung vorliegt.

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Details

Title
Praktikumsbericht über Anerkennungsjahr in der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe e.V. zum Erwerb der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel
Author
Katrin Klemme (Author)
Publication Year
2002
Pages
29
Catalog Number
V7285
ISBN (eBook)
9783638145961
Language
German
Tags
praktikumsbericht anerkennungsjahr tagesbildungsstätte lebenshilfe erwerb anerkennung sozialarbeiter/sozialpädagoge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Klemme (Author), 2002, Praktikumsbericht über Anerkennungsjahr in der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe e.V. zum Erwerb der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7285
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