Der Zusammenhang zwischen der Führung durch die Lehrkraft bzw. durch die Eltern und der Leistung, die die Kinder in der Schule erbringen, wurde in der modernen Literatur von vielen Autoren untersucht und diskutiert. Beginnend bei Lewin, der sich erstmals 1933 Gedanken zum Führungsstil eines Lehrers an deutschen und amerikanischen Schulen machte, über das Ehepaar Tausch, das 1964 das erste zweidimensionale Modell zur Klassifizierung der Führungsstile entwickelte, bis hin zu Rosen und D’Andrade, die Ende der 1950er Jahre erstmals den Zusammenhang zwischen Erziehung und Leistung untersuchten, gehen die wissenschaftlichen Meinungen weit auseinander. Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, den bestehenden Zusammenhang zwischen dem Führungs- bzw. Erziehungsstil und der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit von Schulkindern zu betrachten. Zu diesem Zweck werde ich Untersuchungen bekannter Autoren zu diesem Thema darstellen und erläutern. Zusätzlich habe ich eine Eltern-Kind-Beobachtung in einer Anfängerschwimmgruppe vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Leistung
2.2. Führungsstil / Erziehungsstil
3. Konzepte von Führungsstilen
3.1. Auswirkung des Führungsstils des Lehrers auf die Leistung des Schülers
4. Elterliche Erziehung und ihre Auswirkungen auf die Leistung ihres Kindes
4.1. Rosen & D’Andrade: Die psychosozialen Ursprünge des Leistungsmotivs
4.2. Werner Stangl: Elterliches Erziehungsverhalten und schulische Befindlichkeit
4.3. Zusammenfassung meiner Beobachtungsergebnisse
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Führungs- und Erziehungsstils von Lehrkräften sowie Eltern auf die schulische Leistungsbereitschaft und -fähigkeit von Kindern. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie unterschiedliche Interaktionsstile die Motivation und den Erfolg von Schülern beeinflussen.
- Grundlagen der Führungsstillehre und deren Entwicklung (Lewin, Tausch)
- Einfluss des Lehrerverhaltens auf das Leistungsverhalten im Unterricht
- Psychosoziale Ursprünge des Leistungsmotivs durch elterliches Erziehungsverhalten
- Zusammenhang zwischen elterlicher Erziehung und schulischer Befindlichkeit
- Praktische Beobachtung der Auswirkung von Erziehungsverhalten in einer Schwimmgruppe
Auszug aus dem Buch
3.1. Auswirkungen des Führungsstils des Lehrers auf die Leistung des Schülers
In diesem Kapitel möchte ich mich mit der Beziehung zwischen dem angewendeten Führungsstil eines Lehrers und dem daraus resultierenden Leistungsverhalten des Schülers beschäftigen.
Schon Lewin et al. fanden heraus, dass die Führungsstile zum Teil fatale Auswirkungen auf das Verhalten und die Entwicklung des Schülers haben können. In Gruppenexperimenten wurden die drei Führungsstile in vier Gruppen von 10-jährigen Jungen angewandt. Bei der Beobachtung „kamen Lewin et al. zu folgenden Hauptergebnissen:
1. In den laissez-faire-Gruppen wurde weniger und zudem weniger erfolgreiche Arbeit geleistet. Ein Teil der Jungen schien orientierungslos.
2. In den autokratischen Gruppen war die Quantität der Arbeit hoch – solange der Führer anwesend war. [...] Der autokratische Führungsstil erzeugte bei vielen Jungen Unzufriedenheit und häufiger als unter den anderen Bedingungen Feindseligkeit und Aggression. [...]
3. In den demokratisch geführten Gruppen war die quantitative Arbeitsleistung zunächst nicht höher als in den autokratisch geführten Gruppen – es wurde jedoch auch bei Abwesenheit des Führers selbsttätig weitergearbeitet. [...] Es stellte sich hier eine ausgeprägt freundliche Atmosphäre mit gegenseitiger Unterstützung, gegenseitigem Lob und zudem mit klarer Bevorzugung dieses Führungsstils durch die Gruppenmitglieder ein.“ (Schlag 1995, S. 69).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Lehrer- und Elternführung ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen diesen Stilen und der Leistungsfähigkeit von Schülern zu beleuchten.
2. Begriffsbestimmungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Leistung, Leistungsmotivation, Führungsstil und Erziehungsstil definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Konzepte von Führungsstilen: Dieses Kapitel behandelt die historischen Grundlagen der Führungsstillehre, beginnend bei Kurt Lewins Modell bis hin zur zweidimensionalen Klassifizierung durch das Ehepaar Tausch.
3.1. Auswirkung des Führungsstils des Lehrers auf die Leistung des Schülers: Hier werden die empirischen Ergebnisse zu den Auswirkungen autoritärer, demokratischer und laissez-faire Stile auf das Schülerverhalten und die Arbeitsleistung analysiert.
4. Elterliche Erziehung und ihre Auswirkungen auf die Leistung ihres Kindes: Das Kapitel widmet sich dem elterlichen Einfluss und stellt die Bedeutung der leistungsorientierten Werthaltung sowie der elterlichen Beteiligung für das Kind heraus.
4.1. Rosen & D’Andrade: Die psychosozialen Ursprünge des Leistungsmotivs: Dieses Kapitel erläutert die bahnbrechenden Studien zu elterlichen Interaktionsmustern und deren Wirkung auf die Leistungsmotivation von Söhnen.
4.2. Werner Stangl: Elterliches Erziehungsverhalten und schulische Befindlichkeit: Hier wird Stangls Untersuchung zu Kontroll- und Unterstützungsdimensionen elterlicher Erziehung und deren Auswirkung auf die schulische Angst und das Interesse der Kinder vorgestellt.
4.3. Zusammenfassung meiner Beobachtungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die subjektiven Ergebnisse einer praktischen Beobachtung in einer Anfängerschwimmgruppe bezüglich elterlicher Erziehungseinflüsse.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und dem Fazit, dass die Förderung eines positiven Leistungsmotivs durch Eltern und Lehrer eine essenzielle pädagogische Aufgabe darstellt.
Schlüsselwörter
Leistungsmotivation, Führungsstil, Erziehungsstil, Schulleistung, Leistungsmotiv, Kurt Lewin, Unterrichtsqualität, Autokratische Führung, Demokratische Führung, Laissez-faire, Elterliches Erziehungsverhalten, Schulangst, Pädagogische Psychologie, Selbstständigkeit, Motivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen dem Führungsstil von Lehrkräften bzw. dem Erziehungsstil von Eltern und der Leistungsentwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Führungsstillehre, die Leistungsmotivationsforschung sowie die Auswirkungen elterlicher Erziehungsmuster auf die schulische Befindlichkeit und Leistung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Diskussion zu diesen Themenfeldern darzustellen und zu erläutern, welchen Einfluss die pädagogische Führung auf die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit hat.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse bekannter Studien (z. B. Lewin, Rosen & D’Andrade, Stangl) sowie auf eine ergänzende, praxisnahe Beobachtung in einer Schwimmgruppe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begriffe, die Konzepte der Führungsstile und deren Wirkung auf Schüler sowie eine detaillierte Untersuchung elterlicher Erziehungseinflüsse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Leistungsmotivation, Führungsstil, Erziehungsstil, demokratische vs. autoritäre Führung und elterliche Unterstützung.
Welche Rolle spielt die Münchener SCHOLASTIK-Studie für die Argumentation?
Die Studie dient als empirischer Beleg dafür, dass die Art und der Umfang der Unterstützung durch Lehrkräfte maßgeblich die Leistung und Motivation von Grundschülern beeinflussen.
Was zeigt die Zusammenfassung der Beobachtungen aus der Schwimmgruppe?
Die Beobachtungen bestätigen, dass Kinder, deren Eltern interessiert und unterstützend agieren, im Training motivierter und weniger angstbesetzt sind als Kinder, deren Eltern Desinteresse oder Strenge zeigen.
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- Sarah Piecha (Author), 2005, Führung und Leistung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72868