Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert - Wandel und Merkmale der Sicherheitspolitik zur Zeit des Kalten Krieges bis heute


Hausarbeit, 2007

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen: Der Ost-West-Konflikt
2.1 Bipolare Welt und ihre sicherheitspolitischen Merkmale
2.2 Neue Dimension von Krieg

3. Analyse der Gründe und Entstehungszusammenhänge für den Wandel der Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert – Neues Verständnis von Sicherheit

4. Die moderne Sicherheitspolitik und ihre Aufgaben

5. Wege und Möglichkeiten künftiger Sicherheitspolitik

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Seit dem Ende des Kalten Krieges, indem sich zwei hochgerüstete Staatenblöcke gegenüber standen, entfalteten sich weltweit kleine, sub- und zwischenstaatliche Konflikte, sowie ethnische und religiöse Auseinandersetzungen. Zeitgleich vollzog sich auch ein Wandel des Krieges, der heutzutage immer häufiger in Form vom “kleinen Kriegen“ ausgetragen wird. In vielen Teilen der Welt, besonders in ordnungsschwachen Staaten, brechen militärische Auseinandersetzungen aus und der Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts stellen sich neue Aufgaben, die das Konfliktpotenzial einzudämmen versuchen.

Das zentrale Thema der Hausarbeit befasst sich mit dem Wandel der Sicherheits-politik im 21. Jahrhundert, wobei ebenfalls auf die sicherheitspolitische Zeit des Kalten Krieges eingegangen wird. Daraus ergibt sich folgende Fragestellung: Durch welche sicherheitspolitischen Merkmale ist die bipolare Welt nach dem Zweiten Weltkrieg gekennzeichnet und hatte die Beilegung des Ost-West-Konflikts auch das Ende von Kriegen zur Folge? Ist der Einsatz von sanfter Macht, verbunden mit dem sicherheitspolitischem Ansatz der Kooperativen Sicherheit, der Schlüssel zum Erfolg moderner Sicherheitspolitik?

Bevor ich im Hauptteil diesen Fragestellungen nachgehe, möchte ich zuerst im ersten Teil, aus Verständnisgründen, die historischen Grundlagen des Ost-West-Konflikts und der bipolaren Welt mit ihren sicherheitspolitischen Merkmalen darstellen und die neue Dimension des Krieges erläutern. Anschließend gehe ich im Hauptteil zur Analyse meiner Fragestellungen und benenne die Ursachen und Entstehungs-zusammenhänge für den Wandel der Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert. Anknüpfend dazu werde ich die moderne Sicherheitspolitik und ihre Aufgaben beleuchten und alternative Wege und Möglichkeiten künftiger Sicherheitspolitik anführen, womit jene drei Kapitel den Hauptaspekt meiner Arbeit bilden. Im Schlussteil erfolgt dann eine pointierte Zusammenfassung der Ergebnisse gekoppelt mit einer abschließenden Meinung.

Der Darstellung meiner Hausarbeit liegen hauptsächlich drei Bücher, sowie zwei Fachzeitschriften und Veröffentlichungen der Bundeszentrale für politische Bildung zugrunde und bestimmen somit die Art meiner Erkenntniswege. Im Rahmen dieser Hausarbeit konnte ich leider nicht auf alle Aspekte der Sicherheitspolitik eingehen. Dazu gehören die differenzierte Betrachtung des weltweit agierenden Terrorismus, sowie die Armut in vielen Ländern der Erde. Ebenfalls nicht explizit eingegangen konnte auf die Globalisierung und die Existenz aller internationalen Regime und Institutionen.

2. Grundlagen: Der Ost-West-Konflikt

Der Ost-West-Konflikt wird als „weltweit geführter ideologischer und machtpolitischer Konflikt zwischen der UdSSR und den USA […] bezeichnet. Ausgangspunkt war die Ausbreitung des kommunistischen Herrschaftssystems nach dem Zweiten Weltkrieg in Osteuropa, die zur Blockbildung und Militarisierung der Ost-West-Beziehung führte“[1].

Die als Sieger aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangenen fünf Mächte hatten einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und lange Zeit waren die Entwicklung und der Besitz von Nuklearwaffen ihnen vorbehalten. Im Kalten Krieg bestimmte der Ost-West-Konflikt die zentrale Dimension der Weltpolitik. Der macht- und ordnungspolitische Konflikt zwischen den beiden “Supermächten“, der Sowjetunion und den USA, offenbarte unvereinbare Gegensätze zwischen einer kommunistisch-egalitären und liberal-individualistischen Gesellschaftsordnung und führte zu einem weltweiten Konflikt. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion waren diejenigen Mächte, die als einzige strategische Arsenale an Interkontinentalraketen besaßen und somit in der Logik des Ost-West-Konflikts Stabilität sicherstellen konnten. In vieler Hinsicht war die Ost-West-Beziehung ein ordnungspolitischer Konflikt, der sich vor allem darin unterschied, dass beide “Supermächte“ differenzierter Auffassung waren, was politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung betraf. Im Mittelpunkt stand die Marxistisch-Leninistische Politikvorstellung der westlichen Idee und Werteorientierung gegenüber[2]. Es entstand eine bipolare Weltordnung, die eine Auflösung der multipolaren Vorkriegswelt voraussetzte.

2.1 Bipolare Welt und ihre sicherheitspolitischen Merkmale

Über vier Jahrzehnte der Bipolarität, zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, war die Welt, hinsichtlich der sicherheitspolitischen Dimension, relativ übersichtlich. Für sicherheitspolitische Fragen ließ der Ost-West-Gegensatz nur wenig Spielraum offen. Jeder Block konzentrierte sich darauf, der anderen Seite keinen quantitativen, vor allem aber keinen qualitativen Vorsprung zu ermöglichen, da ansonsten die Abschreckungslogik in sich kollabieren würde. In dieser Zeit etablierten sich zwei gegensätzliche Bündnisse, die NATO (North Atlantic Treaty Organization) im Westen und der Warschauer Pakt im Osten, die zum festen Mittel der Politik und Macherhaltung beitrugen. Es bildete sich ein Gleichgewicht des Schreckens heraus, da kein nuklearer Erstschlag den Feind so verheerend vernichten würde, dass kein Gegenschlag möglich wäre. Das Machtvakuum in Europa und Asien, die Niederlage Deutschlands und Japans und der Niedergang der beiden Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien hatten zur Folge, dass sich einzelne Staaten zu den West- bzw. Ostmächten, mehr freiwillig oder zum Teil, gezwungen gruppierten. Die westeuropäischen Länder, so äußerte sich Präsident Nixon, „können nicht an der Sicherheitsfront die Beteiligung und Kooperation der USA haben und an der wirtschaftlichen und politischen Front eine Konfrontation“[3]. Es entstanden zwei ebenbürtige Pole, die die “balance of power“, also das atomare Patt, in Händen hielten. Es herrschte ein “Gleichgewicht des Schreckens“ bei gleichzeitiger Stabilität in Europa.

In den siebziger Jahren entwickelte sich dann, vor dem Hintergrund der militärischen Fähigkeiten der UdSSR und den USA, die Entspannungspolitik, die später in beiderseitigem Interesse in Abrüstungsmaßnahmen und Rüstungskontrollpolitik mündete. Doch erst Ende der achtziger Jahre bekamen letztendlich reformierte Kräfte in der UdSSR einen enormen Auftrieb und der Prozess von Glasnost und Perestroika wurde von Gorbatschow eingeleitet, der die vorherrschende politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Situation in der bipolaren Welt schlagartig veränderte. Mit der Auflösung des Warschauer Pakts und dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde der gegenwärtige Stabilitätsmechanismus hinfällig. Zwar hatte die wechselseitige atomare Bedrohung zahlreiche Konflikte in anderen Regionen der Welt verschleiert, doch keineswegs aus der Welt geschafft. Frühzeitliche Ressentiments, ethnischer und religiöser Antagonismus wie auch zwischenstaatliche Grenzkonflikte, die in der Zeit des Kalten Krieges in den Hintergrund geraten waren, entfachten zum “neuen Leben“. Die “Stellvertreterkriege“ in Drittweltstaaten und die Kriege im Zusammenhang mit der Auflösung Jugoslawiens zwischen Serben und die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Kroaten und Muslimen in Herzegowina sind dafür ein blutiger Beleg[4].

2.2 Neue Dimension von Krieg

Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts und der gleichzeitigen Auflösung des atomaren Patts, endeten sekundär auch überwiegend die “Stellvertreterkriege“ der beiden Supermächte oder ihrer Verbündeten in Asien und Afrika. Es breitete sich die trügerische Erwartung aus, dass Kriege der Vergangenheit angehören würden. Zwar war die Epoche des klassischen zwischenstaatlichen Krieges zu Ende und friedenspolitische Maßnahmen standen an der Tagesordnung, „jedoch ließ sich dieses europäische “Erfolgsmodell“ nicht globalisieren“[5]. Bewaffnete Auseinandersetzungen im Kosovo, der erste Golfkrieg, vor allem aber die Kriege in Afrika, offenbarten eine neue Dimension und die bis dahin fremden zu Tage tretenden Elemente des Krieges. Der Kreis von Akteuren, die zur Kriegsführung fähig sind, hat sich besonders an den Rändern der Wohlstandszonen dramatisch ausgeweitet. „Der Gestaltwandel des Krieges ist durch eine kriminelle Gewaltökonomie, brutale Gewaltstrategien und durch zahlreiche private Gewaltakteure charakterisiert“[6]. Durch das Zusammenwirken dieser Gewaltarten, ergeben sich drei Typen von Kriegen, die die Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts bestimmen: Pazifizierungskriege, Ressourcen-kriege und terroristisch motivierte Verwüstungskriege.

[...]


[1] Zit. Wilzewski, Jürgen: Ost-West-Konflikt, in: Internationale Politik, 2001, S. 19

[2] Vgl. Naßmacher, Hiltrud: Ost-West-Konflikt, in: Politikwissenschaft, 2003, S. 399

[3] Zit. nach Schöllgen, Gregor: Ein Rückblick in die Zeit der bipolaren Welt: die „geordnete Welt“ des Kalten Krieges, in: Internationale Politik, 2001, S. 19

[4] Plate, Bernanrd von: Außen- und Sicherheitspolitik vor neuen Herausforderungen, in: Globalisierung, 2003, S.39

[5] Zit. Münkler, Herfried: Die neuen Kriege, in: Der Bürger im Staat, 54. Jahrgang, Heft 4, 2004, S. 179

[6] Zit. Ebenda

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert - Wandel und Merkmale der Sicherheitspolitik zur Zeit des Kalten Krieges bis heute
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V72925
ISBN (eBook)
9783638733441
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sicherheitspolitik, Jahrhundert, Wandel, Merkmale, Zeit, Kalten, Krieges
Arbeit zitieren
Walter Wolf (Autor), 2007, Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert - Wandel und Merkmale der Sicherheitspolitik zur Zeit des Kalten Krieges bis heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72925

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