In der hier vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk. 15, 11-32) beschäftigen.
Der Grund für die Auswahl dieser Thematik liegt für mich in der Besonderheit der Perikope des Lukasevangeliums, dieses verdeutlicht im Besonderen die Einstellung des Verfassers. Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, diese Eigentümlichkeit im Hinblick auf die lukanischen Verlorenen-Gleichnisse herauszustellen.
Im Anschluß an allgemeine Informationen über die Merkmale des Lukasevangeliums werde ich mich mit der literarischen Gattung ‚Gleichnis’ beschäftigen und mich anschließend der dieser Arbeit zugrunde liegenden Perikope nähern, indem ich diese in den Kontext des Evangeliums einordne, Schlüsselbegriffe kläre und das Gleichnis vom verlorenen Sohn gliedere. Darauf folgend wird Exegese, die Gegenüberstellung der lukanischen Verlorenen-Gleichnisse mündet, wodurch die Aussageabsicht des Gleichniskapitels 15 verdeutlicht werden soll. Für die zu nennenden Bibelstellen werde ich die Elberfelder Übersetzung zugrunde legen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. DAS LUKASEVANGELIUM
3. DIE GLEICHNISSE JESU
3.1 GLEICHNIS UND PARABEL
3.2 BEISPIELERZÄHLUNG
3.3 ALLEGORIE
3.4 ERZÄHLUNGSGESETZE VON GLEICHNIS UND PARABEL
4. EXEGESE VON LK 15. 11-32
4.1 GLEICHNIS VOM VERLORENEN SOHN (TEXTGRUNDLAGE)
4.2 EINORDNUNG IN DEN KONTEXT DES EVANGELIUMS
4.3 SCHLÜSSELBEGRIFFE
4.4 GLIEDERUNG
4.5 EXEGESE
5. DIE VERLORENEN- GLEICHNISSE
6. SCHLUSSBETRACHTUNGEN
7. NACHWORT
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse des Gleichnisses vom verlorenen Sohn (Lk 15, 11-32). Das primäre Ziel ist es, die spezifische Eigentümlichkeit des Lukasevangeliums im Umgang mit den sogenannten „Verlorenen-Gleichnissen“ herauszuarbeiten und die darin enthaltene Aussageabsicht Jesu sowie den Kontext der Adressaten (Pharisäer und Schriftgelehrte) zu beleuchten.
- Literarische Gattungen der Gleichnisse Jesu
- Strukturelle und inhaltliche Analyse des Gleichnisses vom verlorenen Sohn
- Lukanische Theologie der Sünderliebe und Zuwendung zu den Unterprivilegierten
- Vergleich der drei lukanischen Verlorenen-Gleichnisse
- Die Rolle der Rechts- und Sozialverhältnisse im Kontext der Parabel
- Die Funktion der Erzählungsgesetze bei der Interpretation
Auszug aus dem Buch
4.5 Exegese
Vers 11: Nach einer knappen Einleitung in V. 11a, die auf V. 1-3 und damit auf das vorangestellte Zwillingsgleichnis zurückgreift, wird von einem Menschen erzählt, welcher zwei Söhne hatte. Dieser Mensch ist ein Bauer, der viele Tagelöhner hat, die keinen Mangel leiden (V. 17). Außerdem hat er Sklaven auf dem Hof (V. 22). Seine beiden Söhne sind unverheiratet, also noch nicht älter als etwa 20 Jahre. Der Vater ist noch unter 6o Jahre, denn er leitet und bewirtschaftet seinen Hof noch selbst.
Vers 12: Der jüngere Sohn bittet den Vater um den ihm zustehenden Teil des Vermögens. Diese Bitte kann nicht als tadelnswert beurteilt werden, denn zu der Zeit war es nicht ungewöhnlich, dass der Erbteil schon zu Lebzeiten des Erblassers ausgezahlt wurde. Nach Dtn. 21, 17 erhält der jüngere ein Drittel, der erstgeborene Sohn zwei Drittel des bewegbaren Vermögens. Während der heutige Leser die Bitte als unverschämte Forderung auffassen könnte, wird es Jesu Zuhörer nicht verwundert haben, dass der Vater dieser Bitte ohne Zögern nachkam. Die Forderung nach dem Teil des Vermögens, ist im Vorhaben des Auswanderns zu sehen (V. 13). Auswanderungen standen an der Tagesordnung, da Palästina seine Bewohner (aufgrund von Hungersnöten) nicht ernähren konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Besonderheiten der Perikope im Lukasevangelium anhand der Elberfelder Bibel zu untersuchen.
2. DAS LUKASEVANGELIUM: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Struktur, Verfasserschaft, Adressatenkreis und das grundlegende Christusbild des Lukas.
3. DIE GLEICHNISSE JESU: Hier erfolgt eine Definition und Differenzierung der literarischen Gattungen Gleichnis, Parabel, Beispielerzählung und Allegorie.
4. EXEGESE VON LK 15. 11-32: Das Hauptkapitel bietet eine detaillierte Auslegung der Textstelle, inklusive Kontextualisierung, Begriffsdefinitionen und struktureller Gliederung.
5. DIE VERLORENEN- GLEICHNISSE: Dieses Kapitel ordnet das Gleichnis vom verlorenen Sohn in die Trilogie der Verlorenen-Gleichnisse ein und deutet die theologische Tendenz.
6. SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Eine abschließende Reflektion über die ursprüngliche Einheit der zweigipfeligen Erzählung und die beabsichtigte Provokation der Zuhörer.
7. NACHWORT: Ein kurzer persönlicher Rückblick der Verfasserin auf den Arbeitsprozess und die gewonnenen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Lukasevangelium, Gleichnis, Parabel, verlorener Sohn, Exegese, Sünderliebe, Barmherzigkeit, Theologie, Bibel, Evangelist Lukas, Schriftgelehrte, Pharisäer, Umkehr, Heilsgeschichte, verlorene Drachme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser theologischen Hausarbeit?
Die Arbeit analysiert exegetisch das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15, 11-32) und ordnet es in das lukanische Evangelium sowie in den Kontext der Verlorenen-Gleichnisse ein.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die literarische Gattung der Gleichnisse, die sozialen Verhältnisse zur Zeit Jesu, die lukanische Sicht auf Sünder und die Interpretation der Vater-Sohn-Beziehung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die spezifische Eigentümlichkeit der lukanischen Verlorenen-Gleichnisse und deren Aussageabsicht gegenüber den Kritikern Jesu herauszustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exegetische Methode angewandt, die den Text nach Kontext, Schlüsselbegriffen, Gliederung und historisch-kulturellem Hintergrund auslegt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine versweise Exegese des Gleichnisses, gefolgt von einer Untersuchung, wie Lukas diese Parabel thematisch in die Trilogie des 15. Kapitels einbettet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Barmherzigkeit, Umkehr, Sünderliebe, lukanisches Sondergut und die erzählerische Struktur der Gleichnisse.
Warum ist das "Schwein" für das Verständnis des Gleichnisses wichtig?
Das Schwein gilt im Judentum als unreines Tier; die Tätigkeit des Schweinehütens verdeutlicht somit den tiefen sozialen und religiösen Fall des jüngeren Sohnes.
Welche Rolle spielt der ältere Sohn für die Aussageabsicht der Parabel?
Er repräsentiert die Perspektive der Kritiker (Pharisäer/Schriftgelehrte), die Jesu Umgang mit Sündern ablehnen, und zwingt die Zuhörer zur Selbstreflexion über ihr eigenes Verhalten.
- Quote paper
- Dagmar Klosowski (Author), 2005, Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72967