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Aspekte deutscher Auswanderung nach Lateinamerika

Das Beispiel Brasilien

Title: Aspekte deutscher Auswanderung nach Lateinamerika

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lars Degen (Author)

Romance Studies - Latin American Studies
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Im 19. Jahrhundert kam es vor allem im Bereich des damaligen Deutschen Reiches zu einer Auswanderungswelle ungeahnten Ausmaßes, von Horst Rößler in seinem Artikel (Rößler, S.148) sogar als Massenexodus bezeichnet. So findet man für die Zeit von 1820-1930 eine Zahl von 5,9 Millionen Auswanderern allein in die Vereinigten Staaten. In meiner Hausarbeit möchte ich mich jedoch den 10% (ebd.) der restlichen Auswanderer widmen, die nicht dorthin gingen.

Interessanterweise sollte Brasilien als Auswanderungsland an zweiter Stelle folgen, und somit bot Lateinamerika sogar schon vor dem II. Weltkrieg einer großen Menge Deutscher Zuflucht. Besondere Beachtung verdienen diese Zahlen meiner Ansicht nach zusätzlich dadurch, dass diese nicht einmal nach dem Erwerb von eigenen deutschen Kolonien übertroffen wurden.

Daher möchte ich in meiner Arbeit untersuchen, wer und aus welchen Gründen Interesse an den Deutschen als Einwanderer hatte, wie groß der Siedlungsstrom in dieses Gebiet war und welche möglichen Ursachen wir auf der anderen Seite für eine Auswanderung finden. Abschließend möchte ich untersuchen, wo die Deutschen siedelten und inwiefern man in jenen Gebieten noch ihre Spuren finden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Hauptteil

2.1. Die Haltung Brasiliens

2.2. Zahlenmäßige Dimension der deutschen Einwanderung

2.3 Gründe deutscher Auswanderung

2.4. Deutsche Siedlungsgebiete

3. Schlußbetrachtungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aspekte der deutschen Auswanderung nach Brasilien im 19. Jahrhundert. Ziel ist es, die Motive der Auswanderer, die Interessen der brasilianischen Regierung an deutschen Einwanderern sowie die geografische Verteilung und den qualitativen Einfluss der Siedler auf die Entwicklung des Landes zu analysieren.

  • Politische und wirtschaftliche Gründe für die Anwerbung deutscher Einwanderer durch Brasilien.
  • Analyse der Push- und Pull-Faktoren der Auswanderungswellen.
  • Untersuchung der sozialen und geografischen Siedlungsstrukturen in Brasilien.
  • Betrachtung des qualitativen Einflusses der deutschen Einwanderer auf die brasilianische Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Haltung Brasiliens

Die große Attraktivität gerade Brasiliens vor den zahlreichen weiteren Ländern Lateinamerikas liegt auch und vor allem in seiner einzigartigen politischen Situation zu Beginn des 19 Jahrhunderts begründet.

Denn während es im spanischen Kolonialreich durch die Absetzung des rechtmäßigen Herrschers zu einer Phase der Unsicherheit und Ungewissheit über die Zukunft kam, hatten die portugiesischen Überseegebiete das Glück, dass 1808 das Königshaus aus Portugal floh und sich in Brasilien niederließ. Somit entstand kein Machtvakuum, ganz im Gegensatz zu den spanischen Gebieten. Bezieht man dies nun besonders auf die Deutschen als Einwanderer, für die klimatisch vor allem die „Cono Sur“ Länder ideal erschienen, besaß Brasilien einen sehr großen Vorteil gegenüber Chile oder Argentinien.

Während also im Rest Lateinamerikas in den folgenden Jahren die großen Umbrüche stattfanden, die am Ende die Unabhängigkeit vom spanischen Festland bringen sollten, gab es in Brasilien durch die Anwesenheit des Prinzregenten Dom João in Rio eine relativ stabile politische Situation. Eine der ersten Aktivitäten der Regierung war die Öffnung der Häfen Brasiliens am 28. Januar 1808 auch für Nichtportugiesen und noch im selben Jahr ermöglichte der Prinzregent auch ihnen - sofern sie katholisch waren - den unentgeltlichen Erwerb von Staatsland, welches „sesmarias“ genannt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die massive deutsche Auswanderungswelle des 19. Jahrhunderts und formuliert die Forschungsfragen hinsichtlich der Beweggründe der Siedler sowie ihrer Bedeutung für die Entwicklung Brasiliens.

2.Hauptteil: Dieser Teil analysiert die brasilianische Migrationspolitik, die quantitativen Daten der Zuwanderung, die Ursachen für die Emigration aus Deutschland sowie die spezifische räumliche Verteilung der deutschen Siedlungskolonien.

3. Schlußbetrachtungen: Das Fazit stellt fest, dass die deutschen Einwanderer trotz ihrer vergleichsweise geringen Anzahl einen signifikanten qualitativen Einfluss auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Brasiliens, insbesondere in den südlichen Regionen, hatten.

Schlüsselwörter

Deutsche Auswanderung, Brasilien, 19. Jahrhundert, Siedlungskolonien, Einwanderungspolitik, Dom João VI, Wehrbauern, Soziale Mittelschicht, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Deutschbrasilianer, Kolonialgeschichte, Migration, Wirtschaftsgeschichte, Rio Grande do Sul.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Hintergründe, Verlauf und Auswirkungen der deutschen Auswanderung nach Brasilien im 19. Jahrhundert.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die brasilianische Einwanderungspolitik, die Ursachen der Auswanderung im Deutschen Reich und die Etablierung deutscher Siedlungskolonien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Untersuchung, warum Brasilien ein Interesse an deutschen Einwanderern hatte und wie diese das Land nachhaltig beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen und Fachliteratur zur Migrationsgeschichte des 19. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politische Haltung Brasiliens, statistische Daten, Auswanderungsgründe und die geografische Ansiedlung der Migranten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind deutsche Auswanderung, Brasilien, Siedlungskolonien, Migrationsmotive und qualitativer Einfluss.

Warum war Brasilien für deutsche Auswanderer attraktiv?

Brasilien bot durch eine stabile politische Lage unter dem portugiesischen Königshaus und die Bereitstellung von kostenlosem Land Anreize für Siedler, die in Europa unter sozialem Druck standen.

Welche Rolle spielten die sogenannten „Wehrbauern“?

Die Einwanderer sollten im Süden des Landes als Puffer gegen Ureinwohner fungieren und im Verteidigungsfall Militärdienst für den Monarchen leisten.

Warum wird der Einfluss der deutschen Siedler als „qualitativ“ bezeichnet?

Obwohl die Anzahl der deutschen Einwanderer im Vergleich zu anderen Gruppen gering war, prägten sie durch den Aufbau einer Mittelschicht und neue Produktionsmethoden die wirtschaftliche Struktur, insbesondere im Süden.

Welche Bedeutung hat das Beispiel Blumenau?

Blumenau dient als historisches Beispiel für eine erfolgreich etablierte deutsche Siedlung, die ihre kulturellen Traditionen bis in die Gegenwart bewahrt hat.

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Details

Title
Aspekte deutscher Auswanderung nach Lateinamerika
Subtitle
Das Beispiel Brasilien
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,7
Author
Lars Degen (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V73028
ISBN (eBook)
9783638696333
ISBN (Book)
9783640139477
Language
German
Tags
Aspekte Auswanderung Lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Degen (Author), 2004, Aspekte deutscher Auswanderung nach Lateinamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73028
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