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Architektur und Ästhetik des Berliner Holocaust-Mahnmals

Title: Architektur und Ästhetik des Berliner Holocaust-Mahnmals

Presentation (Elaboration) , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Lutz Mueller (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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In der Vergangenheit haben Denkmäler immer schon einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen. Es gibt unzählige Gedenklisten, eine Vielzahl an Monumenten für unterschiedlichste politische Gruppen und großen Persönlichkeiten oder ganze Museen, die an gewisse Ereignisse gedenken sollen.
Berlin ist nicht nur Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch die Hauptstadt der Denkmäler. Aufgrund der historischen und politischen Vergangenheit gibt es in Berlin eine hohe Anzahl an Gedächtnisstätten. In erster Linie sind Orte wie die Berliner Mauer, das Brandenburger Tor oder Checkpoint Charlie Anlaufstellen für Touristen aus der ganzen Welt. Seit 2005 hat Berlin ein außergewöhnliches und zwiespältiges Mahnmal dazu erhalten. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas wurde in diesem Jahr fertig gestellt. Der Architekt, Peter Eisenman, hat es in Verbindung mit dem Ort der Information inmitten Berlins errichten lassen. Schon vor Beginn der Planungen wurde über dieses Denkmal sehr kontrovers diskutiert. Ob ein Einschluss von anderen ermordeten Menschengruppen wie Sinti und Roma oder Homosexuellen stattfinden sollte, wurde von Anfang an abgelehnt.
Selbst nach der Fertigstellung des Denkmals sind die Meinungen immer noch sehr unterschiedlich. Dennoch ist es Publikumsmagnet und zog in den vergangenen zwei Jahren seit der Eröffnung am 12.5.2005 über 3 Millionen Besucher an.
Nach 60 Jahren Kriegsende hat die Bundesrepublik Deutschland einen zentralen Erinnerungsort für die ermordeten Juden durch den Holocaust. Nichtsdestotrotz wird dieser Ort nicht überall begrüßt. Die Bundesregierung hat erst nach langer Debatte entschieden, dass Peter Eisenman seinen Entwurf verwirklichen darf. Wenn ein Denkmal schon im Vorfeld solch eine Diskussion hervorruft, kann es den Sinn erfüllen, an die Toten des Nationalsozialismus zu erinnern? Der Architekt hat die Möglichkeiten, dies zu schaffen. Er muss Mittel finden, mit denen er bezweckt, alle Gruppen von Menschen, gleichwohl was der Grund für den Besuch des Denkmals ist, zu erreichen. Er muss die Verbindung zwischen Mensch und Denkmal herstellen und aufrecht erhalten.
In der folgenden schriftlichen Ausarbeitung zum Thema „Architektur und Denkmal III – Das Holocaust Mahnmal - Architektur und Ästhetik des Mahnmals“ werde ich mich mit den gestalterischen Mitteln von Peter Eisenman auseinandersetzen und das Denkmal näher beschreiben, um aufzuzeigen, wie das Mahnmal wirkt und wirken kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1. Der Architekt: Peter Eisenman

2.2. Dekonstruktivismus

2.3 Werke und Bauten

3. Allgemeines zum Mahnmal

4. Architektur und Ästhetik

4.1. Das Mahnmal:

4.2. Ort der Information:

4.3. Eindrücke und Emotionen:

5. Fazit: Gelungene Kombination aus Emotionen und Wissen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das "Denkmal für die ermordeten Juden Europas" in Berlin, um die architektonische Wirkung und ästhetische Konzeption von Peter Eisenman zu untersuchen und aufzuzeigen, wie das Bauwerk einen individuellen Denkprozess beim Besucher anregen kann.

  • Biografie und architektonische Philosophie von Peter Eisenman
  • Die Stilrichtung des Dekonstruktivismus im Kontext des Denkmals
  • Detaillierte Analyse der baulichen Struktur und Daten des Mahnmals
  • Die Funktion und Vermittlungsebene des "Ortes der Information"
  • Untersuchung der emotionalen Wirkung auf den Betrachter

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Mahnmal:

Die Stelen sind in unterschiedlichsten Höhen aufgestellt worden. Die Weite reicht von ebenerdig bis zu über 4 Metern Höhe. Auch hat Eisenman ein gewisses Raster angeordnet, da alle Abstände zwischen den Stelen genau 0,95 Meter betragen. Jedoch hat er die Neigung der einzelnen Betonpfeiler von 0,5° bis zu 2° ausgerichtet. So entstehen keine einheitlichen Durchgangswege, sondern jeder Abschnitt wirkt anders, da Höhe und Neigung die Wege verschieden wirken lassen. Das komplette Mahnmal kann von allen vier Seiten betreten werden. Es gibt keinen Eingang oder Ausgang, keine Mitte und auch kein Ende, das gesamte Bauwerk ist frei zugänglich und jederzeit betretbar. Der Besucher ist selbst angehalten, sich den Weg durch den Stelenwald zu suchen. Länge, Dauer und individuelle Wege werden dadurch selbstbestimmt und sind Resultat des Verzichts von herkömmlichen Eingängen und Ausgängen.

Da die Gänge aufgrund der gleich bleibenden Breite von knapp einem Meter sehr eng gehalten wurden, ist es unausweichlich, dass man das Mahnmal für „sich selbst“ erkunden muss. Es ist unmöglich, nebeneinander die ganze Konstruktion zu erlaufen und zu erkunden. Unzählig viele möglichen Wege, die Höhe der Stelen und die Enge der Gänge bewirken, dass sich eine Besuchergruppe schnell „aus den Augen“ verliert und man sich einzeln durch die Stelen bewegen muss, bevor man seine eigentliche Gruppe wieder findet. Ein weiteres, prägendes Element des Mahnmals ist der „schwankende“ Boden. Die Kombination dieser verwendeten Mittel bewerkstelligt, dass der Boden das Gesamtbild eines wellenförmigen Eindrucks unterstreicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Denkmälern in Berlin dar und führt in die kontroverse Entstehungsgeschichte des Holocaust-Mahnmals ein.

2.1. Der Architekt: Peter Eisenman: Dieser Abschnitt beleuchtet den Werdegang und die architektonische Intention von Peter Eisenman, dessen Werk auf kritische Auseinandersetzung und Provokation abzielt.

2.2. Dekonstruktivismus: Hier wird die Architekturrichtung des Dekonstruktivismus definiert und erklärt, wie Eisenman fragmentierte Formen nutzt, um herkömmliche Konstruktionsregeln aufzubrechen.

2.3 Werke und Bauten: Ein Überblick über zentrale Bauwerke des Architekten, wie das Wexner Center oder das Holocaust-Mahnmal, verdeutlicht die Anwendung dekonstruktiver Gestaltungsprinzipien.

3. Allgemeines zum Mahnmal: Dieses Kapitel präsentiert die harten Fakten und Daten, darunter Maße, Materialwahl, Gewicht der Stelen und die Kosten des Projekts.

4. Architektur und Ästhetik: Dieses Hauptkapitel analysiert das ästhetische Zusammenspiel von Form, Raum und der Wirkung der Stelen auf den Besucher.

4.1. Das Mahnmal: Es wird beschrieben, wie die bauliche Anordnung der Stelen den Besucher zwingt, das Denkmal individuell und einsam zu erfahren.

4.2. Ort der Information: Hier wird erläutert, wie das unterirdische Museum die emotionale Erfahrung des Stelenfeldes durch Wissensvermittlung in vier Themenräumen ergänzt.

4.3. Eindrücke und Emotionen: Die subjektiven Erfahrungen und emotionalen Reaktionen der Betrachter, wie Verunsicherung oder Hilflosigkeit, werden in diesem Kapitel thematisiert.

5. Fazit: Gelungene Kombination aus Emotionen und Wissen: Das Fazit resümiert, dass die Verbindung aus emotionaler Raumgestaltung und sachlicher Information das Mahnmal zu einem zentralen Ort der Erinnerung macht.

Schlüsselwörter

Holocaust-Mahnmal, Peter Eisenman, Dekonstruktivismus, Architektur, Ästhetik, Erinnerungskultur, Berlin, Denkmal, Stelenfeld, Ort der Information, Gedenkstätte, Visuelle Kommunikation, Erinnerungsort, Betonstelen, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Holocaust-Mahnmal in Berlin aus einer architektonischen und ästhetischen Perspektive unter Berücksichtigung der gestalterischen Mittel von Peter Eisenman.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Biografie des Architekten, die dekonstruktive Stilrichtung, die physische Beschaffenheit des Stelenfeldes und die komplementäre Funktion des Informationszentrums.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die bewusste architektonische Gestaltung und das Fehlen einer eindeutigen Symbolik ein individueller Denkprozess beim Besucher initiiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Ausarbeitung, die durch Literaturrecherche und die Interpretation architektonischer Konzepte gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die Daten und Fakten des Mahnmals, die architektonische Ästhetik, die Konzeption des Informationsortes als auch die emotionale Wirkung auf den Betrachter detailliert erörtert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Holocaust-Mahnmal, Dekonstruktivismus, Peter Eisenman, Erinnerungskultur, Stelenfeld und ästhetische Wirkung.

Warum verzichtet das Mahnmal laut Eisenman auf Symbolik?

Eisenman verfolgt einen dekonstruktivistischen Ansatz, bei dem er durch den Verzicht auf eindeutige Symbole Provokation erzeugen möchte, damit sich der Betrachter aktiv mit der Thematik auseinandersetzt.

Welche Funktion erfüllt der "Ort der Information" in diesem Kontext?

Der Ort der Information dient dazu, die durch das Stelenfeld hervorgerufene rein emotionale Erfahrung durch fundiertes Wissen über die Opfer und Orte des Holocaust zu ergänzen und zu vertiefen.

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Details

Title
Architektur und Ästhetik des Berliner Holocaust-Mahnmals
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Visuelle politische Kommunikation - WS 06/07
Grade
1,4
Author
Lutz Mueller (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V73036
ISBN (eBook)
9783638716642
ISBN (Book)
9783638820936
Language
German
Tags
Architektur Berliner Holocaust-Mahnmals Visuelle Kommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Mueller (Author), 2007, Architektur und Ästhetik des Berliner Holocaust-Mahnmals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73036
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