Das Wörterbuch übersetzt den englischen Begriff stake mehrdeutig mit dem Wort Einlage, Anteil oder Beteiligung. Ein Stakeholder kann demnach als Inhaber eines Anteils oder einer Beteiligung an einer Sache verstanden werden.
Erste in diese Richtung gehende Gedanken äußerte bereits 1759 der britische Moralphilosoph und Ökonomen ADAM SMITH. 200 Jahre später wurde der Begriff des „Stakeholder“ erstmalig vom STANFORD RESEARCH INSTITUTE verwendet um ein Modell zu beschreiben, in dem eine Unternehmung nicht ohne die Unterstützung seiner „Stakeholder“ überleben kann. Die ersten ausführlichen Gedanken über den Umgang von Unternehmen mit Stakeholdern äußerte R. Edward FREEMAN 1984 seinem Buch „Strategic Management: A Stakeholder Approach“. Er wird seitdem auch als Begründer des „Stakeholder Management“ bezeichnet.
Bis zum heutigen Tage wurden zahlreiche Beiträge zum Stakeholder Ansatz und Stakeholder Management Konzept veröffentlicht. Dennoch herrscht weiterhin eine kontroverse Debatte über die theoretischen Grundlagen und Fragen der praktischen Umsetzung in Unternehmen.
Der Stakeholder Ansatz fordert das unternehmerische Handeln an den Ansprüchen seiner Stakeholder auszurichten. SCHUPPISSER bezeichnet diesen Ansatz als „äußerst fruchtbar, weil er es ermöglicht, die traditionell auf Märkte, Branchen, Ressourcen und den Wettbewerb ausgerichtete Steuerung [.] von Unternehmungen substanziell zu ergänzen um eine auf eine breiter gefasste Umwelt fokussierte Perspektive“ zu ermöglichen. Dabei sehen DEIX/ ROHRER / WIRT in der „Erweiterung des Horizontes von [.] zu berücksichtigenden Ansprüchen über die der Anteilseigner hinaus auf weitere Anspruchsträger“ die Grundlage für den langfristigen Erfolg eines Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriffsdefinition
1.2 Entstehungsgeschichte
2 Der Stakeholder Ansatz
2.1 Das Unternehmen als soziale Veranstaltung
2.1.1 Ansprüche vs. Interessen
2.2 Drei Dimensionen des Stakeholder Ansatzes
3 Stakeholder Management
3.1 Ziel des Stakeholder Managements
3.2 Drei Management Ebenen
3.2.1 Stakeholder Identifizierung
3.2.2 Stakeholder Strategien in Führungsprozessen
3.2.3 Stakeholder Transaktion
4 Stakeholder Management in der Praxis
4.1 Praxisbeispiel – Stakeholder Management bei der HASPA
4.1.1 Qualitätsmessung mit TRI*M
4.1.2 Beschwerdemanagement
4.1.3 The HASPA ideas market
4.2 Stakeholder Management und E-Business
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung
5.2 Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung des Stakeholder-Managements in Unternehmen, mit dem Ziel zu klären, wie ein strategischer Umgang mit verschiedenen Anspruchsgruppen den langfristigen Unternehmenserfolg sichern kann.
- Grundlegende Begriffsbestimmung und historische Einordnung des Stakeholder-Ansatzes
- Differenzierung der drei Dimensionen des Stakeholder-Ansatzes (deskriptiv, instrumentell, normativ)
- Strukturen des Stakeholder-Management-Prozesses (Identifikation, Integration, Interaktion)
- Praxisbeispiel zur Anwendung von Stakeholder-Management-Instrumenten bei der HASPA
- Einschätzung der Bedeutung von Stakeholder-Management im Kontext von E-Business
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Identifizierung von Stakeholdern
In diesem ersten Schritt wird versucht alle Stakeholder eines Unternehmens genau zu identifizieren bzw. zu personifizieren – ihnen somit ein Gesicht zu geben. Andere Autoren bezeichnen diesen Schritt auch als „Stakeholder Analysis“ oder „Stakeholder Scanning“. Dabei werden alle möglichen Stakeholder aufgelistet und anschließend anhand verschiedener Attribute wie Macht, Einfluss oder Legitimität Ihrer Ansprüche charakterisiert.
Häufig werden die Ergebnisse in einer sog. „stakeholder map“ festgehalten. Auf dieser „Landkarte“ lassen sich dann mit einem Blick alle wichtigen Stakeholder erfassen. Doch es existieren „stakeholder maps“ verschiedener Autoren, die sich strukturell und in der Wahl des normativen Ansatzes bei der Berücksichtigung von Ansprüchen unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Stakeholder und skizziert die historische Entwicklung des Ansatzes ausgehend von frühen wirtschaftsphilosophischen Ansätzen bis hin zu R. Edward Freeman.
2 Der Stakeholder Ansatz: Hier wird das Unternehmen als Netzwerk von Interessengruppen betrachtet und die theoretische Fundierung in deskriptive, instrumentelle und normative Dimensionen unterteilt.
3 Stakeholder Management: Dieses Kapitel erläutert den Prozess des Stakeholder-Managements, von der Identifizierung der Anspruchsgruppen über deren strategische Integration bis hin zur konkreten Interaktionsgestaltung.
4 Stakeholder Management in der Praxis: Anhand des Beispiels der HASPA werden konkrete Instrumente wie TRI*M, Beschwerdemanagement und ein Ideenmarkt vorgestellt sowie die Relevanz im E-Business diskutiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bewertet kritisch die praktische Anwendbarkeit sowie den Stellenwert des Stakeholder-Ansatzes als modernes Management-Konzept.
Schlüsselwörter
Stakeholder Management, Anspruchsgruppen, Unternehmensführung, Stakeholder-Strategie, Stakeholder Map, TRI*M, Kundenbindung, Mitarbeiterbeteiligung, Unternehmensethik, Strategische Unternehmensführung, E-Business, Prozessoptimierung, Unternehmensinteressen, Stakeholder-Identifikation, Legitimität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem Stakeholder-Ansatz und untersucht, wie Unternehmen die Interessen verschiedener Anspruchsgruppen systematisch in ihre strategische Planung einbeziehen können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Definition und Historie, die theoretischen Dimensionen, die Prozessstufen des Managements sowie eine praktische Anwendung und die Relevanz für das E-Business.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen eines strukturierten Stakeholder-Managements für den langfristigen Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, ergänzt durch die Untersuchung eines konkreten Praxisbeispiels (Hamburger Sparkasse).
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Prozessbeschreibung des Stakeholder-Managements und die Analyse praktischer Umsetzungsinstrumente in einem Finanzinstitut.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Stakeholder-Management, Unternehmensführung, Anspruchsgruppen, Stakeholder-Analyse und langfristiger Unternehmenserfolg.
Welche Rolle spielt das Praxisbeispiel der HASPA?
Die HASPA dient als konkretes Anwendungsbeispiel, um die praktische Implementierung von Messinstrumenten wie dem TRI*M-Index und Ideenmanagement-Plattformen zu veranschaulichen.
Wie bewertet der Autor die Diskussion um moralisch-ethische Legitimität?
Der Autor hinterfragt, ob die moralisch-ethische Diskussion in der Praxis nicht oft zugunsten der rein nutzenorientierten Frage „Welchen Nutzen bringt es dem Unternehmen?“ in den Hintergrund tritt.
- Quote paper
- Christian Kunzendorf (Author), 2005, Stakeholder Management. Überblick und Beispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73075