Einleitung
Anfang dieses Jahrzehnts erlebte die technische Idee der Web-Services einen gewissen Hype. Man begann in dieser Zeit eine Gruppe vom Technologien zu standardisieren, die vom Begriff Web-Service umschrieben werden. In diesem Zusammenhang immer wieder erwähnte Vorzeigebeispiele sind die Web-Services von Amazon, Google und eBay.
Inzwischen ist es zwar etwas ruhiger um den Web-Service-Begriff geworden, was aber auch daran liegt, dass sich Web-Services inzwischen etabliert haben. Nichtsdestotrotz werden derzeit verschiedene Web-Service-Technologien von Standardisierungskonsortien
wie dem ”World Wide Web Consortium“ (W3C) weiterentwickelt.
Web-Services erm¨oglichen eine Kommunikation von Systemen auf unterschiedlichen Plattformen und in verschiedensten Programmiersprachen untereinander. Interessant ist dies
zum einen innerhalb von Firmen, die verschiedene, über die Zeit getrennt voneinander entwickelte Software-Systeme miteinander integrieren wollen. Zum anderen ermöglichen
Web-Services die Kommunikation zwischen Software-Systemen verschiedener Geschäftspartner.
Die vorliegende Arbeit dokumentiert die Entwicklung eines Web-Service für einen solchen Business-to-Business Anwendungsfall.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Aufgabenstellung
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Fachliches Umfeld - Web-Service-Technologien
2.1. Web-Services
2.1.1. Definition
2.1.2. Einsatzgebiete
2.1.3. Web-Service-Interoperabilität
2.1.4. Web-Service-Sicherheit
2.2. Web-Service-Vorläufer und -Alternativen
2.3. XML-RPC
2.4. SOAP
2.5. REST
2.6. WSDL
2.6.1. WSDL-Aufbau
2.6.2. Nachrichtenstil und Kodierungsstil
2.7. UDDI
2.8. Serviceorientierte Architektur (SOA)
3. Ist-Beschreibung des Xtranet Staging Site Systems
3.1. Aufbau und grundsätzlicher Nutzen des Systems
3.2. Begrifflichkeiten
3.3. Funktionalitäten des Systems für den Kunden
4. Anforderungsdefinition des Xtranet-Web-Service
4.1. Zielbestimmungen
4.1.1. Musskriterien
4.1.2. Wunschkriterien
4.1.3. Abgrenzungskriterien
4.2. Produkteinsatz
4.2.1. Anwendungsbereiche
4.2.2. Zielgruppen
4.2.3. Betriebsbedingungen
4.3. Produktumgebung
4.3.1. Software
4.3.2. Hardware und Orgware
4.4. Produktfunktionen und Produktdaten
4.5. Produktleistungen
4.6. Benutzungsoberfläche
4.7. Testszenarien und Testfälle
5. Entwurf
5.1. Wahl der zu verwendenden Technologien
5.2. Wahl der zu verwendenden Entwicklungswerkzeuge und -umgebungen
5.3. Entwurf des Xtranet-Web-Service
5.3.1. Datenobjekte
5.3.2. Listenobjekte
5.3.3. Fehlerbehandlung
5.3.4. Die Xtranet-Web-Service-Klasse
5.3.5. E-Mail-Benachrichtigungen
5.3.6. Web-Service-Client
6. Realisierung des Xtranet-Web-Service
6.1. WSDL-Beschreibung der SOAP-Nachrichten
6.2. Realisierung des SOAP-Servers
6.2.1. Realisierung der Xtranet-Web-Service-Klasse
6.2.2. Realisierung der Error-Klasse
6.2.3. Realisierung der Daten- und Listenklassen
6.2.4. Realisierung des SOAP-Endpunkts
6.3. Realisierung der SOAP-Clients
6.3.1. Realisierung des PHP5-SOAP-Clients
6.3.2. Realisierung des Java-Axis-SOAP-Clients
6.3.3. Realisierung des SOAP-Clients in Flash 8 Actionscript
7. Test des Xtranet-Web-Service
7.1. Funktionale Tests
7.2. Interoperabilitätstests
7.3. Leistungstests
8. Schlussbetrachtung
8.1. Zusammenfassung
8.2. Bewertung und Ausblick
A. Datenbankstruktur des Xtranet-Systems
B. Verzeichnisse
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist der Entwurf und die prototypische Implementierung einer Web-Service-Schnittstelle (API) für das bestehende "Xtranet Staging Site System". Dadurch soll es Kunden einer Werbeagentur ermöglicht werden, passwortgeschützt und automatisiert auf ihre im Extranet hinterlegten Projektinformationen und Dateien zuzugreifen, um diese in ihre eigenen Systeme zu integrieren.
- Grundlagen moderner Web-Service-Technologien wie SOAP, WSDL und REST.
- Analyse und Anforderungsdefinition für den Zugriff auf Extranet-Daten mittels einer API.
- Architekturentwurf eines objektorientierten Web-Service-Servers auf Basis von PHP5.
- Realisierung beispielhafter Web-Service-Clients zur Demonstration der Interoperabilität (PHP, Java, Flash/Actionscript).
- Durchführung funktionaler Tests und Leistungsmessungen sowie Überprüfung der WS-I Konformität.
Auszug aus dem Buch
2.1. Web-Services
Wenn man die Bedeutung zunächst nur vom Begriff Web Service abzuleiten versuchen würde, könnte es zu Missverständnissen kommen. Man könnte vermuten, ein Benutzer greift mit Hilfe eines Clients – also z. B. eines Browsers – über ein Netzwerk ("Web") auf die Funktionalitäten ("Services") einer Applikation auf einem entfernten Server zu, welcher eine Antwort zurückliefert, die auf dem Browser dargestellt wird, wie z. B. beim Bestellen von Artikeln in einem Webshop. Es stellt sich also eine klassische Mensch-Maschine-Kommunikation dar, worum es sich bei Web-Services aber genau nicht handelt!
2.1.1. Definition
Paul Prescod formuliert zunächst sehr allgemein:
"A web service is a set of functionality offered on the public Internet or a private intranet designed to be used by another computer without real-time human oversight." [Pre06a]
Ohne auf bestimmte Protokolle oder Technologien einzugehen, stellt Prescod einen Web Service allgemein als eine Funktionalität dar, die ein Computer über das Internet oder in einem Intranet automatisch verwenden kann. Das heißt, es handelt sich bei Web Services um eine Maschine-Maschine-Kommunikation. Nicht ein Mensch, sondern eine Applikation ist der Web-Service-Client (WS-Client), der auf die Funktionen (den "Service") zugreift, die eine andere, entfernte Applikation bereitstellt. Man spricht davon, dass ein WS-Client einen Web-Service "konsumiert".
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Web-Services ein, beschreibt die Aufgabenstellung zur Anbindung des "Xtranet Staging Site Systems" und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Fachliches Umfeld - Web-Service-Technologien: Dieses Kapitel definiert den Begriff Web-Service, stellt verschiedene Technologien wie XML-RPC, SOAP, REST und WSDL vor und erläutert das Konzept der serviceorientierten Architektur.
3. Ist-Beschreibung des Xtranet Staging Site Systems: Hier werden der Aufbau, der grundsätzliche Nutzen, die Begrifflichkeiten und die bestehenden Funktionalitäten des Werbeagentur-Extranets für den Kunden detailliert beschrieben.
4. Anforderungsdefinition des Xtranet-Web-Service: In diesem Kapitel werden die funktionalen Anforderungen, Muss- und Wunschkriterien sowie die Produktumgebung für den zu entwickelnden Web-Service spezifiziert.
5. Entwurf: Dieser Abschnitt beschreibt die Auswahl der Technologien, der Entwicklungsumgebungen und den objektorientierten Entwurf des Web-Service inklusive der Daten- und Listenobjekte.
6. Realisierung des Xtranet-Web-Service: Hier wird die praktische Umsetzung der WSDL-Beschreibung, des SOAP-Servers, der Fehlerbehandlung sowie der verschiedenen SOAP-Clients beschrieben.
7. Test des Xtranet-Web-Service: Dieses Kapitel dokumentiert die funktionalen Tests, Interoperabilitätstests und Leistungsmessungen zur Sicherstellung der Funktionalität und Konformität des Systems.
8. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse sowie einer Bewertung und einem Ausblick auf potenzielle Weiterentwicklungen.
Schlüsselwörter
Web-Services, SOAP, WSDL, XML-RPC, REST, PHP5, Web-Service-Schnittstelle, Xtranet, Extranet, Maschine-Maschine-Kommunikation, Serviceorientierte Architektur, SOA, Interoperabilität, API, SOAP-Server
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Web-Service-Schnittstelle, um das "Xtranet Staging Site System" einer Werbeagentur für Kunden programmatisch zugänglich zu machen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Grundlagen von Web-Services, der Anforderungsdefinition, dem objektorientierten Systementwurf und der praktischen Realisierung von SOAP-Schnittstellen und -Clients.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, eine Web-Service-API zu schaffen, die es Kunden ermöglicht, Daten aus dem Agentur-Extranet automatisiert in ihre eigenen internen Systeme zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Realisierung verwendet?
Es wird ein Top-Down-Ansatz verfolgt, bei dem zunächst die WSDL-Beschreibung der SOAP-Kommunikation entwickelt wurde, auf deren Basis dann die Klassen in PHP5 implementiert wurden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Entwurf der Systemarchitektur (Datenobjekte, Klassen), die detaillierte Realisierung des SOAP-Servers und der Clients sowie die abschließende Testphase.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind Web-Services, SOAP, WSDL, Interoperabilität, Extranet-Integration, PHP5 und objektorientierte Systemmodellierung.
Warum wurde für die Realisierung SOAP anstelle von REST gewählt?
SOAP bietet mit WSDL einen standardisierten Weg zur Schnittstellenbeschreibung, der die automatische Generierung von Proxy-Objekten und Code-Gerüsten unterstützt, was im Vergleich zu REST für dieses Projekt vorteilhafter war.
Welche Rolle spielt die PHP5-SOAP-Erweiterung in diesem Projekt?
Sie dient als Basis für den SOAP-Server und den primären Web-Service-Client, da sie eine performante, in C geschriebene Implementierung für PHP-Umgebungen bietet.
Was ergab der Test der Actionscript-basierten SOAP-Implementierung in Flash?
Der Versuch war nur teilweise erfolgreich, da die Flash-Implementierung komplexe Datentypen nicht vollständig korrekt in Actionscript-Objekte deserialisieren konnte, was eine manuelle Nachbearbeitung erforderlich machte.
- Quote paper
- Tilman Thederan (Author), 2006, Ein Werbeagentur-Extranet als Web-Service-Prototyp, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73094