Die Marschen an der Nordsee


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

32 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Gliederung der Marschen
2.1 Gliederung nach Sedimentationsräumen
2.2 Gliederung nach Höhenunterschieden
2.3 Altersgliederung
2.4 Naturräumliche Gliederung

3. Klima/Vegetation

4. Die Seemarsch
4.1 Die Entstehung von Marschland
4.1.1 Der historischer Entstehungsprozeß des Marschlandes der Nordsee
4.1.2 Entstehung des Marschlandes in Dithmarschen und Nordfriesland
4.2 Die Problematik der Entwässerung
4.2.1 Speicherbecken
4.2.2 Vorfluter
4.2.3 Schöpfwerke
4.2.4 Sieltore
4.3 Landschaftsgestaltende Faktoren
4.3.1 Besiedlung
4.3.3 Deichbau
4.3.4 Landgewinnung
4.4 Bodenregion der Seemarschen
4.4.1 Salzmarsch
4.4.2 Die Kalkmarsch
4.4.3 Die Kleimarsch
4.4.4 Die Knickmarsch

5. Die Flußmarsch

6. Die Brackmarsch

7. Die Moormarsch

8. Halligen

9. Die Landwirtschaft in den Marschgebieten

10. Literatur

1. Einleitung

Wenn Kinder in der Schule mit dem Thema der Marschen an der Nordsee vertraut gemacht werden sollen, empfiehlt sich ein Einstieg mittels Dias oder fotografischen Abbildungen auf Projektorfolien.

Anhand der Abbildungen kann der Lehrer herausarbeiten, daß es sich bei Marschland um Tiefland, sogar um eine Tiefebene handelt.

Anhand der Bilder kann er deutlich machen, daß Marschland sehr flach ist, und daß sich keine Erhebungen emporstellen. Die Marsch ist völlig eben und liegt z.T. unter dem Meeresniveau. Zusätzlich kann er erklären, daß Höhenunterschiede von höchstens 5 Metern ( +2,5m bis – 2,5m) vorkommen, aber daß Höhenunterschiede von +1,4m bis – 0,5m normal sind. Diese verteilen sich auf ausgedehnte Räume. Da wundert es nicht, daß die am tiefsten gelegene Stelle Deutschlands das Marschland der Krummhörn bei Emden (-2,3m) ist. (Haversath 1997, S. 17). Er sollte dazu anregen, diese Unterschiede nicht als gering abzutun, denn die geringen Unterschiede sind von größter Bedeutung. Ein Höhenunterschied von wenigen Dezimetern kann entscheidend für den Wasserhaushalt des Bodens und damit für den Bodenwert und die Anbaubedingungen sein.

Damit verdeutlicht er, daß man in dem Bereich der Marsche nicht von einer Reliefstruktur sprechen kann, da mittels der marinen Sedimentation horizontale, ebene Schichten abgelagert werden.

Er sollte herausstellen, daß die Marschen kennzeichnend für die Oberflächenformen des Küstenraums und der Flußmündungsgebiete sind.

Anhand der Photographien wird den Schülern deutlich, daß im Marschland wenig Bäume vorhanden sind.

Der Lehrer kann ausführen, daß man dem bloßem Auge über weite Strecken bis zum Geestrand oder zum Deich blicken kann und der Blick nicht durch Wälder behindert wird.

Hier kann der Lehrer auch zur Belustigung das Sprichwort anführen: „Da sieht man heute, wer morgen zu Besuch kommt“.

Die Schüler werden auch auf die zahlreichen Wasserarme aufmerksam werden. Hier kann der Lehrer die Wasserproblematik bereits andeuten.

Auch die Kühe werden den Kindern nicht entgehen. Der Lehrer kann an dieser Stelle die landwirtschaftliche Nutzung ansprechen.

Doch nun genug der didaktischen Vorgehensweise.

Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf die inhaltliche Thematik der Marschen an der Nordsee.

„Unter Marsch (niederdeutsch; friesisch Marsk, englisch Marsh) versteht man die fast ebenen, aus Feinsanden und Schlick aufgebauten sumpfigen, von Seen und Wasserarmen durchsetzten Landflächen, die nacheiszeitlich unter Gezeiteneinwirkung angeschwemmt und später überwiegend melioriert, d. h. eingedeicht, entwässert und kultiviert, und somit dem direkten Einfluß des Stroms entzogen wurden“ (Lexirom 2.0).

Die Seemarschen ziehen sich in einem 5 bis 20 km breiten Streifen vor der niederländischen Küste bis zur dänischen Grenze der deutschen Nordseeküste entlang.

Die Gesamtfläche der Marsch in der BRD beträgt etwa 650.000 ha.

Abbildung Prozentualer Anteil des Marschlandes an der Gesamtfläche Deutschlands

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Liedtke/Marcinek 1994

Fast die gesamte deutsche Nordseeküste ist eine Watten- und Marschenküste. Dementsprechend sind Marschgebiete auch in den Niederlanden und in Dänemark zu finden, von Westfriesland bis zur Nordseeküste von Dänemark.

Nur an drei Stellen wird die Marsch durch die bis ans Meer herangetretene Geest unterbrochen (südlich Wilhelmshaven, westlich Cuxhaven, nördlich Husum).

Die rückwertigen Abgrenzungen des Küstenhinterlandes ist oft unscharf. Es hängt davon ab, ob man die Verbreitung von Meeressedimenten, oder den abnehmenden Einfluß des Küstenklimas abgrenzt.

Legt man der Abgrenzung die Verbreitung nacheiszeitlicher Meeresablagerungen zugrunde, die den Naturraum der Marsch kennzeichnen, so endet das Hinterland an der Grenze der Marsch zur Geest.

Watt und Marsch zusammen bilden daher einen Übergang zwischen dem Meer und der Geest.

2. Gliederung der Marschen

In den Marschgebieten ist eine verschiedenartige Untergliederung möglich:

2.1 Gliederung nach Sedimentationsräumen

Nach Sedimentationsräumen wird zwischen Seemarschen, Flußmarschen und Brackwassermarschen unterschieden.

a) Seemarsch

Die Seemarsch liegt an der gezeitenbeeinflußten Küste und besteht aus kalkreichen, marinen Schlick, der beim Stillstand des Wassers abgelagert wird..

b) Flußmarsch

Bestehen aus Ablagerungen von Feinsedimenten im Uferbereich der Flüsse, die unter Gezeiteneinwirkung stehen, und deshalb weite Uferbereiche mit periodischem Stillwasser aufweisen.

Im Gegensatz zu den See- und Brackmarschen entstehen die Flußmarschen im Süßwasserbereich.

Der Begriff Flußmarsch bezieht sich auf den Ablagerungsraum und charakterisiert keinen Bodenentwicklungszustand.

c) Brackmarsch

Die Brackmarsch befindet sich im Mischungsbereich von Meer und Flußwasser.

Insgesamt bedeutet diese Unterscheidung jedoch nicht, daß die Marsche sich in ihrer Entstehungsweise unterscheiden (nach Stewig 1978, S. 36).

2.2 Gliederung nach Höhenunterschieden

Trotz der geringen Höhenunterschiede kann man Schichten in ihrer absoluten Höhenlage über NN unterscheiden. Der geringe Höhenunterschied von nur wenigen Zentimetern oder Dezimetern wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn dieser nicht bedeutsame Folgen für den Landschaftshaushalt hätte, und somit nicht die Unterscheidung zwischen Marschsietland (tiefer gelegen) und Marschhochland bedingen würde.

Das Sietland befindet sich am Endsaum der Überschlickung, also unmittelbar am Geestrand. Hier entsteht eine rinnenartige Vertiefung, in der sich von der Geest abfließende Wassermassen sammeln.

Die stärkere Aufschwemmung von Schlick und Sand unmittelbar in Küstennähe (vor dem Deichbau) führt zur Ausbildung des ufernahen Hochlands. Die feineren Tonmaterialien wurden weiter binnenwärts abgelagert, so daß sich das Sietland (Binnenmarsch) ausbildete.

Dementsprechend kann man zwischen:

a) Der hochgelegenen, tonärmeren, sandhaltigen Marsch in Ufernähe (Hochland)
b) dem schweren, wasserstauenden, niedrig gelegenen Sietland

unterscheiden.

Daher findet das Wasser der Binnenmarsch keinen natürlichen Ablauf zum Wattenmeer und staut sich. Diese Zone versumpft und vermoort, und es kommt zur Bildung der für die Marschgebiete typischen Randmoore. Die Entwässerung dieser Gebiete stellt ein ausgesprochenes Problem dar, das später noch ausführlich erläutert wird.

2.3 Altersgliederung

Die Marsch ist die jüngste Landschaft Deutschlands.

a) Junge Marsch/Jungmarsch

Die Jungmarsch liegt hinter den Hauptdeichen.

Sie ist hochliegend (bis zu 2m über NN) und gut entwässert.

Sie hat ein lockeres, stabiles Bodengefüge mit guter Wasserdurchlässigkeit und Durchlüftung.

Ihre Böden sind sehr fruchtbar. Daher wird sie überwiegend zum Getreide- und Feldgemüseanbau, aber auch als Grünland genutzt.

b) Alte Marsch/Altmarsch

Die Altmarsch stellt das älteste Marschgebiet dar.

Sie liegt geestnäher, und somit weiter von der Küstenlinie entfernt.

Aufgrund von Sackungen ist ihr Niveau tiefer als das der Jungmarsch. Sie ist schlechter zu entwässern und hat nicht mehr so gute Böden. Dementsprechend wird sie vorwiegend als Grünland genutzt.

Insgesamt betrachtet findet man in den Marschgebieten sehr gute Böden:

2.4 Naturräumliche Gliederung

Entsprechend der naturräumlichen Gliederung werden grob folgende 3 Marschgebiete unterschieden:

Die Ostfriesischen Marsche, verschiedene Flußmarsche und die nordfriesischen Inseln und Marsche.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

a) Emsmarsch 555,3 qkm

Sie wird in ihrem Südteil durch den Lauf von Ems und Leda bestimmt.

b) Ostfriesischen Seemarschen 1175 qkm

c) Wesermarschen 1624,7 qkm

Der Naturraum der Wesermarschen umfaßt die Unterweser und das Mündungsgebiet der Weser.

Er erstreckt sich von der Gegend um Bremen bis zum Jadebusen bei Varel und bis zum Ausklingen der Fluß- und Seemarschen westlich der Cuxhafener Geestspitze.

d) Schleswig-Holsteinischen Marsche

Der Naturraum reicht von der Mündung des Nordostseekanals bis zur dänischen Grenze.

e) Nordfriesischen Marschinseln und Halligen 109,2 qkm

Zu deren Naturraum gehören die beiden Inseln Nordstrand und Pellworm, 10 Halligen (Langeneß, Oland, Gröde, Habel, Hamburger Hallig, Nordstrandischmoor, Hooge, Norderoog, Süderoog, Südfall)

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Die Marschen an der Nordsee
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Deutsche Landschaften
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
32
Katalognummer
V7312
ISBN (eBook)
9783638146159
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marsch, Nordsee, Deich, Sturmflut
Arbeit zitieren
Ariane Struck (Autor), 2000, Die Marschen an der Nordsee, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7312

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