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Empowerment – Schlagwort oder realistische Perspektive?

Titre: Empowerment – Schlagwort oder realistische Perspektive?

Dossier / Travail , 2007 , 20 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Kerry Herrmann (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der pädagogischen Arbeit mit geistig behinderten Menschen werden oftmals Entscheidungen „über die Köpfe der Betroffenen hinweg“ gefällt, zu denen sie eigentlich selbst in der Lage wären. Häufig werden sie nicht nach ihrer Meinung, ihren Wünschen, Vorstellungen, Lebensentwürfen und Zielen gefragt. Auf Seiten der Assistenten fehlt der Mut, ihnen die Übernahme von Verantwortung zuzutrauen. Nicht selten aber können sie aufgrund von Zeitmangel nicht in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Verhalten wir uns dadurch aber nicht respektlos und entmündigend? Denn auch Menschen mit Behinderungen haben Rechte, die es nicht zu verletzen gilt. Sie haben Anspruch auf die freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit und ein selbst- und eigenständiges Leben ohne Bevormundung und ohne sich den Vorstellungen von Organisationen, Heimen und einzelnen Pädagogen unterzuordnen.
Bei der Umsetzung dieser Gedanken in die Praxis kann das Empowerment-Konzept die Antwort sein, das in dieser Hausarbeit vorgestellt werden soll.
Dabei dürfen wir den Blick nicht nur auf die Betroffenen richten, sondern werden auch anschauen müssen, was von uns Pädagogen beim Empowermentansatz im Umgang mit diesen Menschen verlangt wird. Welche Einstellungen und Menschenbilder sind dann auf keinen Fall mehr möglich? Was muss ich bei mir selbst überdenken? Als drittes sind noch die Organisationen und Einrichtungen Ziel von Empowerment, denn auch sie müssen sich verändern, um ein erfolgreiches Gesamtkonzept zu erhalten.
Ich werde in dieser Hausarbeit auch versuchen, die Stärken und Schwächen dieses Konzeptes darzustellen. Denn jemanden in die Selbständigkeit entlassen, heißt auch, ihm die Verantwortung für sein Handeln zu übertragen. Viele unserer Klienten sind vielleicht gerade dadurch überfordert. Wie wir noch sehen werden ist auch Empowerment ein schwieriger Grad zwischen Förderung/Unterstützung und „loslassen“ können. Sich als Helfer überflüssig machen, ist einer der Grundgedanken dieses Konzeptes. Ob das immer so funktioniert, welche Voraussetzungen ich als Pädagoge dafür brauche, werden wir sehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. geistige Behinderung

2.1. Definitionsversuche

2.2. „Begriffsgeschichte“ und der Wandel in der Heilpädagogik

3. Empowerment – Definition

4. Die Entwicklung der sozialpädagogischen Hilfe bis hin zum Empowermentgedanken

5. Chancen und Risiken des Empowerment-Kozeptes

5.1. Aus Sicht der „Assistenten“

5.2. aus Sicht der Betroffenen selbst

5.3. im gesellschaftlichen Bereich

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Empowerment-Konzept im Kontext der Heilpädagogik, insbesondere im Umgang mit geistig behinderten Menschen, und hinterfragt, ob es sich dabei um eine realistische Perspektive oder lediglich um ein Schlagwort handelt. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der notwendigen Rollenänderung der pädagogischen Fachkräfte sowie der strukturellen Anpassung von Einrichtungen.

  • Kritische Analyse traditioneller versus moderner Hilfsansätze
  • Die Bedeutung von Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen
  • Anforderungen an pädagogische Fachkräfte als "Unterstützer"
  • Chancen und Risiken bei der praktischen Umsetzung des Empowerment-Gedankens
  • Strukturelle Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Wandel

Auszug aus dem Buch

5.1. Aus Sicht der „Assistenten“

Die Rolle der „Experten“ der sozialen Arbeit als Problemlösungsinstanz hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ebenso veränderten sich die Anforderungen an diesen Job. Der Mensch sollte „als ganzes“ gesehen und nicht durch Diagnosen abklassifiziert werden. Es ist nun von den Stärken auszugehen, negative Bewertungen sind zu vermeiden. Das stellvertretende Handeln und das Fällen von Entscheidungen, ohne die Beteiligung des Betroffenen, sind zunehmend in Kritik geraten. Denn viele Hilfsmaßnahmen schränkten dessen Unabhängigkeit ein. Heutzutage wird aber gerade auf die Autonomie (soviel wie der jeweilige Grad der Behinderung zulässt) sehr viel Wert gelegt, weil endlich erkannt wurde, dass Menschen mit geistiger Behinderung keine „Betreuer“, sondern vielmehr „Unterstützer“ brauchen und sie durchaus in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen und auch Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Denn nur durch eigenes Tun kann man Erfahrungen machen, Neues lernen, seine Kompetenzen erweitern und Selbstbewusstsein erlangen. Die Assistenten können nur versuchen durch ihr unterstützendes Handeln, Perspektiven zu eröffnen und dadurch neue Erfahrungen zu ermöglichen, dem Betroffen also Alternativen aufzeigen, die ihm alleine verschlossen geblieben wären.25 Dazu müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Ideen des Konzepts zulassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die oft fremdbestimmte Situation von Menschen mit Behinderungen und stellt das Empowerment-Konzept als einen möglichen, aber anspruchsvollen Gegenentwurf für die pädagogische Praxis vor.

2. geistige Behinderung: Dieses Kapitel klärt die Begrifflichkeiten, diskutiert unterschiedliche Definitionsansätze und thematisiert die Stigmatisierung, die durch pathologisierende Bezeichnungen entstehen kann.

2.1. Definitionsversuche: Es werden wissenschaftliche, medizinische und psychologische Perspektiven auf "Behinderung" gegenübergestellt und deren Auswirkungen auf die soziale Arbeit hinterfragt.

2.2. „Begriffsgeschichte“ und der Wandel in der Heilpädagogik: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Diskurs nach, von der Ausgrenzung in Anstalten bis hin zu ersten Ansätzen der Integration und Humanisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

3. Empowerment – Definition: Hier wird der Empowerment-Begriff als Förderung von Selbstbestimmung, persönlichem Wachstum und der Stärkung eigener Ressourcen für Menschen mit Behinderungen definiert.

4. Die Entwicklung der sozialpädagogischen Hilfe bis hin zum Empowermentgedanken: Es wird die historische Abkehr vom defizitorientierten, medizinischen Modell hin zur sozialwissenschaftlichen Betrachtung und der "Entprofessionalisierung" als Grundlage von Empowerment beschrieben.

5. Chancen und Risiken des Empowerment-Kozeptes: Das Kapitel reflektiert die Implikationen des Konzepts auf die verschiedenen Akteure und das gesellschaftliche Umfeld.

5.1. Aus Sicht der „Assistenten“: Der Fokus liegt auf der neuen Rolle des Pädagogen als Unterstützer, der hohe Anforderungen an Selbstreflexion und die Gestaltung einer partnerschaftlichen Beziehung erfüllen muss.

5.2. aus Sicht der Betroffenen selbst: Es wird erörtert, wie Empowerment den betroffenen Menschen Rechte und Partizipationsmöglichkeiten einräumt, aber auch die Risiken der Überforderung bei plötzlicher Verantwortungsübertragung diskutiert.

5.3. im gesellschaftlichen Bereich: Abschließend werden die strukturellen Grenzen von Empowerment thematisiert, die durch ökonomischen Druck, Personalknappheit und gesellschaftliche Erwartungen an Normalisierung entstehen.

6. Schlussbetrachtung: Die Autorin befürwortet Empowerment als Leitbild, betont jedoch, dass strukturelle Veränderungen und ein gesellschaftliches Umdenken notwendig sind, um es von einem Schlagwort zur realistischen Perspektive zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Empowerment, Heilpädagogik, geistige Behinderung, Selbstbestimmung, Selbsthilfegruppen, soziale Arbeit, Autonomie, Assistenz, Partizipation, soziale Ressourcen, Stigmatisierung, Entmündigung, Fachkräfte, Dienstleistungskultur, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Rolle und Wirkung des Empowerment-Konzepts in der Heilpädagogik im Hinblick auf den Umgang mit geistig behinderten Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören die Definition und Geschichte des Begriffs Empowerment, die notwendigen Veränderungen im Menschenbild der Pädagogen sowie Chancen und Grenzen der Umsetzung im Alltag und in gesellschaftlichen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob Empowerment ein valider und umsetzbarer Ansatz für die Arbeit mit behinderten Menschen ist, um Bevormundung durch professionelle Helfer abzubauen und echte Teilhabe zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit Fachdiskursen der Heilpädagogik und Sozialarbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Behindertenbegriffs, die theoretische Fundierung von Empowerment sowie eine differenzierte Analyse der Chancen und Risiken aus Sicht der Assistenten, Betroffenen und der Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Empowerment, Selbstbestimmung, Heilpädagogik, Autonomie, Assistenz und Partizipation.

Warum ist das Thema der "Entprofessionalisierung" so wichtig für den Ansatz?

Laut Theunissen dient Entprofessionalisierung als Grundlage, da sie eine Abkehr von autoritären, medizinischen Expertenmodellen hin zu einer kooperativen, subjektzentrierten Beziehungsgestaltung zwischen Helfer und Klient fordert.

Warum spielt der "Faktor Zeit" für die Autorin eine zentrale Rolle?

Die Autorin hebt hervor, dass die Umsetzung von Empowerment zeitintensiver ist als bevormundendes Handeln. Zeitdruck in Einrichtungen führt oft zu Überforderung des Personals und verhindert die notwendige Reflexion und individuelle Unterstützung.

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Résumé des informations

Titre
Empowerment – Schlagwort oder realistische Perspektive?
Université
University of Applied Sciences Düsseldorf
Note
1,3
Auteur
Kerry Herrmann (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
20
N° de catalogue
V73124
ISBN (ebook)
9783638633376
ISBN (Livre)
9783638793902
Langue
allemand
mots-clé
Empowerment Schlagwort Perspektive
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kerry Herrmann (Auteur), 2007, Empowerment – Schlagwort oder realistische Perspektive?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73124
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Extrait de  20  pages
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