Muttersprachlicher Unterricht in Deutschland


Hausarbeit, 2007

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Muttersprachlicher Unterricht
2.1. MSU in Nordrhein-Westfalen
2.2. KOALA – eine Alternative?
2.3. Wo finde ich Informationen über MSU?

3. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In den letzten Jahren ist es im deutschen Bildungssystem ruhig um das Thema „Muttersprachlicher Unterricht“ (im Folgenden mit MSU abgekürzt) geworden.

Daher halte ich es für interessant, mich im Rahmen dieser Hausarbeit näher mit diesem dennoch nicht unaktuell gewordenen Thema zu befassen.

Dabei wird es zu Beginn um die Bedeutung des MSU für die sprachliche Entwicklung von zwei- oder mehrsprachig aufwachsenden Kindern gehen.

Danach werde ich einige Fakten über den MSU in Deutschland und insbesondere in Nordrhein-Westfalen zusammenstellen.

Als Alternative zum „klassischen MSU“ gibt es etwa seit 1991 das KOALA Projekt. Da ich festgestellt habe, dass es im „klassischen MSU“ zu Problemen in Organisation und Durchführung kommen kann, ist die Frage nach einer Alternative durchaus beachtenswert.

Das KOALA-Projekt möchte ich näher vorstellen und kritisch beleuchten.

Und zum Schluss werde ich mich der Problematik widmen, aktuelle Informationen zum Thema MSU zu bekommen.

Auf der Suche nach Informationen in gedruckter Form gestaltet sich das Finden von aktuellen Veröffentlichungen als sehr schwierig.

Zur Übersicht werde ich eine Liste mit Quellen erstellen, in denen man Informationen zum Thema MSU und auch speziell zu KOALA erhält.

2. Muttersprachlicher Unterricht

Heutzutage ist es durch so genannte Gastarbeiterfamilien in dritter Generation, Zuwanderung durch Kriege in den 90-er Jahren des 20. Jahrhunderts und schließlich durch Globalisierung nicht mehr gegeben, dass Kinder in ihrer Familie die Sprache lernen, die auch in dem Land gesprochen wird, in dem sie leben und zur Schule gehen.

Für die meisten Kinder ergibt sich daraus leider keine Chance, sondern eher ein Problem in ihrer schulischen und damit auch in ihrer beruflichen Entwicklung.

MSU ist ein Angebot, dass es etwa seit den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt.[1]

Damals wurde er eingeführt, damit den sog. „Gastarbeiterkindern“ die Möglichkeit offen steht, wieder in ihre Heimat zurück zu kehren, ohne dass sie ihre Muttersprache verlernen oder sie nie gelernt haben.

In den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde klar, dass die meisten Familien in Deutschland bleiben und es wurde aus einigen Ecken befunden, dass die Ausbildung in der Muttersprache der Integration in Deutschland im Wege steht. Aufgrund dieser Tatsache wurden Stimmen laut, die MSU für überflüssig hielten.

1984 gab das Kultusministerium Nordrhein-Westfalens als erstes Bundesland „Empfehlungen für den Unterricht ausländischer Schüler“ heraus. Damit war die Grundlage für die Aufrechterhaltung des MSU geschaffen.

Durch Globalisierung und andere Umstände reißt der Strom an Zuwanderern nicht ab, so dass der Bedarf an MSU bis heute sehr hoch ist und auch das Angebot weiterhin besteht.[2]

Darüber hinaus ist sowohl das berufliche als auch das private Umfeld heute nicht mehr klar einer homogenen kulturellen Gruppe zuzuordnen.

MSU sensibilisiert Schüler/Innen Kinder für andere Sprachen und Kulturen und bereitet somit auf die (spätere) Lebenswirklichkeit der Schüler/Innen vor.[3]

Die Muttersprache hat eine ganz besondere Bedeutung für die sprachliche Entwicklung eines Kindes.

Findet sich ein Kind in seiner Muttersprache gut zurecht und kann sich verständigen, kommt es beim Erlernen einer zweiten Sprache nicht mehr auf grundsätzliche Dinge an, sondern es geht „nur“ noch darum, neue Vokabeln zu erlernen.

Haben Kinder zum Beispiel gelernt, wie man im Deutschen die Begriffe „rechts“ und „links“ verwendet, müssen die in der neuen Sprache noch die Vokabeln dafür lernen, die Bedeutung der Sache müssen sie jedoch nicht noch einmal neu verstehen.[4]

Mit Hilfe des MSU kommt man der Tatsache nach, dass eine zweite Sprache erst dann effizient erlernt werden kann, wenn ein Kind seine Muttersprache beherrscht.[5]

2.1. MSU in Nordrhein-Westfalen

In den Großstädten Nordrhein-Westfalens wachsen etwa 30% der Kinder mehrsprachig heran, womit ein besonders hoher Bedarf an MSU gerechtfertigt ist.[6]

In Nordrhein-Westfalen liegt MSU im Zuständigkeitsbereich des Landes. Das bedeutet, dass die Lehrkräfte durch das Land eingestellt und somit auch finanziert werden.[7]

Verlangt wird vom Land NRW von den Anwärtern auf eine Lehrerstelle für MSU eine abgeschlossene Lehrerausbildung und je nach Sprache mehrjährige Erfahrung als Lehrkraft für das Fach Islamische Unterweisung. Zusätzlich ist es gerne gesehen, dass die Lehrkraft Islamwissenschaft bzw. Religionsdidaktik studiert hat.[8]

Im Schuljahr 2004/05 haben in Nordrhein-Westfalen rund 106.000 Schüler/Innen an MSU in 19 verschiedenen Sprachen teilgenommen (Albanisch, Arabisch, Bosnisch, Farsi, Griechisch, Italienisch, Koreanisch, Kroatisch, Kurmanci, Makedonisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Slowenisch, Serbisch, Spanisch, Tamil, Türkisch und Vietnamesisch).[9]

Davon ist zweifelsohne nicht jede Sprache in gleicher Stärke frequentiert. Türkisch ist die Sprache mit der größten Nachfrage, gefolgt von Italienisch, Griechisch, den Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens, Kurdisch, Arabisch, Spanisch usw.[10]

Angeboten wird der MSU in den Jahrgangsstufen 1-10.

Zustande kommen die Gruppen, wenn eine „ausreichende“ Anzahl an Kindern Interesse an MSU bekundet. Dabei ist es auch möglich, dass in einer Stadt Schüler/Innen verschiedener Schultypen und Altersklassen zusammengefasst werden (so auch in Münster).

Des Weiteren muss eine sachkundige Lehrkraft zur Verfügung stehen und die gewünschte Sprache muss vom Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung genehmigt worden sein.

Die Entscheidung, ob ein Kind am MSU teilnimmt oder nicht, liegt bei den Kindern selber und ihren Eltern, haben sie sich jedoch zur Teilnahme entschlossen und angemeldet, ist diese verpflichtend.

[...]


[1] Lehrplan MSU 1-6, Seite 4

[2] http://www.elise.uni-essen.de/elise/elise_01_01/elise_01_05_01.pdf 3.02.2007

[3] Lehrplan MSU 1-6, Seite 8

[4] Wandruszka: Muttersprache: Seite 39

[5] Rixius, Thürmann: Muttersprachlicher Unterricht für ausländische Schüler, Seite 14

[6] http://www.raa.de/KOALA/aktsitu.html

[7] http://www.bonn.de/bildungsberater/133_MSU.pdf 5.02.2007

[8] http://www.bezreg-duesseldorf.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/themen/Schule_und_Kultur/Grundschulen/Muttersprachlicher_Unterricht8397.php 03.02.2007

[9] http://www.learn-line.nrw.de/angebote/sprachpruefung/index.html 20.01.2007

[10] http://www.elise.uni-essen.de/elise/elise_01_01/elise_01_05_01.pdf 03.02.2007

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Muttersprachlicher Unterricht in Deutschland
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Sprachenvielfalt im Unterricht
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V73139
ISBN (eBook)
9783638633451
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Muttersprachlicher, Unterricht, Deutschland, Sprachenvielfalt, Unterricht
Arbeit zitieren
Katja Bruckhaus (Autor), 2007, Muttersprachlicher Unterricht in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73139

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