Mit der einleitenden Frage „Was ist ein soziologischer Tatbestand?“ verrät Émile Durkheim bereits worum es in seinem ersten Kapitel aus Die Regeln der soziologischen Methode geht.
Es wird eine Definition entwickelt, mit der man begreifen kann, was ein soziologischer Tatbestand umfasst und was nicht; aber auch, wie man selbigen erkennt, d.h. was die Indikatoren für einen solchen Tatbestand sind. Ziel dieser Definition ist es, der Soziologie als empirischer Tatsachen-Wissenschaft einen Gegenstand zuzuordnen, mit dem sie sich beschäftigen kann, wie jede andere Wissenschaft auch und der sie davon befreit, eine rein ideologische und normative Wissenschaft zu sein.
Inhaltsverzeichnis
- Biographie Émile Durkheims
- Historischer Kontext
- Theorie der „Soziologische Tatbestände“
- Eine erste Definition
- Allgemeinheit/Kollektiv
- Endgültige Definition
- Kritische Würdigung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit "Die Regeln der soziologischen Methode" von Émile Durkheim widmet sich der grundlegenden Frage, was einen soziologischen Tatbestand ausmacht und wie dieser zu verstehen ist. Durkheim verfolgt das Ziel, die Soziologie als empirische Wissenschaft zu etablieren, die sich mit objektiven, außerhalb des individuellen Bewusstseins existierenden Phänomenen beschäftigt. Die Arbeit beleuchtet die Bedeutung von gesellschaftlichen Strukturen und Normen für das menschliche Handeln und Denken.
- Definition und Charakterisierung soziologischer Tatbestände
- Unterscheidung zwischen individuellen und kollektiven Phänomenen
- Die Rolle von sozialem Zwang und Sanktionen
- Bedeutung von Normen und Werten für die gesellschaftliche Ordnung
- Das Verhältnis von Individualität und gesellschaftlicher Einbindung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Arbeit beschäftigt sich mit der Definition des soziologischen Tatbestands. Durkheim argumentiert, dass dieser nicht einfach als eine Summe individueller Handlungen zu verstehen ist, sondern eine eigene Realität darstellt, die unabhängig vom Willen einzelner Individuen existiert. Der soziologische Tatbestand zeichnet sich durch seinen zwingenden Charakter aus und äußert sich in Formen des Denkens, Handelns und Fühlens, die von der Gesellschaft vorgegeben werden.
In weiteren Kapiteln werden verschiedene Aspekte des soziologischen Tatbestands genauer untersucht, wie z.B. die Rolle von Sanktionen, die Bedeutung von Normen und Werten sowie das Verhältnis von Individualität und Gesellschaft. Durkheim analysiert, wie gesellschaftliche Strukturen und Normen das menschliche Verhalten und Denken beeinflussen und wie die gesellschaftliche Ordnung durch den Druck soziologischer Tatbestände aufrechterhalten wird.
Schlüsselwörter
Soziologischer Tatbestand, Gesellschaft, Individuum, sozialer Zwang, Sanktionen, Normen, Werte, soziale Strukturen, Ordnung, empirische Soziologie, Methoden der Soziologie.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein „soziologischer Tatbestand“ nach Durkheim?
Es handelt sich um Arten des Handelns, Denkens und Fühlens, die außerhalb des Individuums existieren und einen zwingenden Charakter auf es ausüben.
Warum wollte Durkheim die Soziologie als empirische Wissenschaft etablieren?
Er wollte sie von ideologischen und normativen Ansätzen befreien und ihr einen objektiven Gegenstand geben, den man wie in den Naturwissenschaften untersuchen kann.
Was bedeutet der „zwingende Charakter“ sozialer Normen?
Soziale Normen üben Druck aus; wer gegen sie verstößt, erfährt Sanktionen (z. B. rechtliche Strafen oder soziale Ausgrenzung).
Können Individuen soziologische Tatbestände verändern?
Nur bedingt, da diese Tatbestände eine kollektive Realität besitzen, die über das Bewusstsein des Einzelnen hinausgeht.
Was ist der Unterschied zwischen individuellen und kollektiven Phänomenen?
Individuelle Phänomene entspringen der persönlichen Psyche; kollektive Phänomene (wie Religion oder Recht) sind Merkmale der Gesellschaft als Ganzes.
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- Felix Heinemann (Author), 2007, Émile Durkheim - Was ist ein soziologischer Tatbestand?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73235