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Pandora Revisited - Figurenkonzeption und Handlungsstruktur in "Tomb Raider - The Cradle of Life"

Title: Pandora Revisited - Figurenkonzeption und Handlungsstruktur in "Tomb Raider - The Cradle of Life"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 21 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Laura Heuer (Author)

Film Science
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Pandora ist Zeus Rache am betrügerischen Prometheus und den Menschen: er lässt die Götter des Olymp eine schöne Frau formen, die „von allen Göttern beschenkte“, damit sie Verderben über die Männer bringe, die ihrer Schönheit nicht widerstehen können. Durch sie kommen Krankheiten, Seuchen und andere Übel in die Welt und das bisher sorglose Leben der Menschheit. Wie die biblische Eva trägt Pandora damit die Schuld für die Verbannung des Menschen aus dem paradiesischen Urzustand und wie Eva gilt sie als Urahnin aller Frauen. Im 21. Jahrhundert macht sich eine moderne Kunstfrau auf die Suche nach der sprichwörtlich gewordenen Büchse der Pandora: in Tomb Raider - The Cradle Of Life (USA 2003, Regie: Jan de Bont) muss die Grabjägerin Lara Croft (Angelina Jolie) verhindern, dass der größenwahnsinnige Bio-Waffen Experte Jonathan Reiss (Ciarán Hinds) die Schatulle in die Hände bekommt, die, seit Jahrtausenden in der „Wiege des Lebens“ versteckt, das Geheimnis des Daseins und die Gefahr schrecklicher Seuchen birgt.
Tomb Raider 2 bietet sich für eine Untersuchung des Zusammenspiels postklassischer Figurenkonzeption mit den kausalen Handlungsketten filmischer Narration an, insbesondere da die Titelheldin, wie kaum eine andere, als Computerspielfigur und virtuelle Persönlichkeit gerade durch und mit den Medien existiert, die die Reizflut unserer heutigen Großstadtkultur ausmachen, welche mit dem viel beschworenen postmodernen Wandel in Gesellschaft, Kultur und Bewusstsein assoziiert wird. Lara Croft hat als ‚allbeschenkte’ Kunstfrau auch etwas von dem Konstruktcharakter, in dem sich das fragmentarische und heterogene Wesen der Postmoderne spiegelt. Demgegenüber stehen die Ansprüche klassischer linearer Handlungsverläufe und Konsistenz der Figur, die sich als Elemente der Narration in den Jahren der Hollywood Studio-Ära etabliert haben. Wie diese beiden Positionen miteinander vereinbart werden, wie sie sich wechselseitig beeinflussen und wie tradierte Rollenzuschreibungen und Konzepte im Zuge dessen unterlaufen werden, ist Gegenstand der folgenden Untersuchung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Lara Croft und die Büchse der Pandora

2. Die Bedeutung der Figur für die Narration

2.1. Lara Croft als ideale Frau

2.2. Parallelen zur Computerspielfigur im Film

2.3. Lara Croft als ‚klassische’ Filmfigur

3. Die Handlungsstrukturen

3.1. Postklassische Lesart: Computerspiel-Logik

3.2. ‚Klassische’ Lesart: Der Liebesplot

3.3. ‚Klassische’ Lesart: Die lineare Entwicklung der Figur

4. Die Cyber – Pandora

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen einer postklassischen Figurenkonzeption und den kausalen Handlungsketten in der Filmproduktion "Tomb Raider – The Cradle of Life", um zu analysieren, wie sich die virtuelle Identität der Titelheldin in klassische filmische Erzählstrukturen einfügt.

  • Konzeption der Figur Lara Croft als virtuelle Ikone
  • Anwendung von Computerspiel-Logik auf die filmische Narration
  • Strukturanalyse des klassischen Liebesplots innerhalb des Actionfilms
  • Untersuchung der linearen versus statischen Figurenentwicklung
  • Hybridität von männlichen und weiblichen Rollenbildern

Auszug aus dem Buch

3.1. Postklassische Lesart: Computerspiel-Logik

„[…] although video-games texts produce an excess of visual and aural stimuli rapidly circulating on the screen, videology also offers the promise of reliable rules.”

Das Vergnügen an Computerspielen liegt in dem Versuch die Regeln des Spiels zu erlernen und zu meistern, und um dies zu ermöglichen, haben sich verschiedene Strukturen entwickelt, aus denen sich die digitale Narration eines Spiels zusammensetzt. Thomas Elsaesser und Warren Buckland identifizieren in ihrem Buch „Studying Contemporary American Film“ einige dieser Merkmale und übertragen sie auf den filmischen Zusammenhang. Zu diesen Strukturen gehören die Wiederholung von Handlungen um Punkte zu sammeln und die Regeln zu erlernen, Zeit- und Raumsprünge, magische Transformationen und Verkleidungen, sofortige Belohnung und Bestrafung, Tempo, eine Vielzahl von Levels die zu meistern sind und Interaktivität. Im Gegensatz zu Hypertexten oder Computerspielen ist der Film natürlich nicht interaktiv, d.h. der Zuschauer kann nicht gestalterisch auf ihn einwirken, keine Entscheidungen treffen, was er sehen oder tun will; daher muss dieser Punkt aus der Untersuchung ausgeschlossen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lara Croft und die Büchse der Pandora: Einführung in den mythologischen Hintergrund der Büchse der Pandora und dessen Bezug zur filmischen Suche von Lara Croft.

2. Die Bedeutung der Figur für die Narration: Untersuchung der Konzeption der Figur als "ideale Frau" und deren Auswirkungen auf den Handlungsverlauf.

3. Die Handlungsstrukturen: Analyse des Zusammenspiels von postklassischer Computerspiel-Logik und klassischen narrativen Elementen im Film.

4. Die Cyber – Pandora: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerung zur hybriden Rolle von Lara Croft als Frauenfigur in einem postklassischen Medienraum.

Schlüsselwörter

Lara Croft, Tomb Raider, Postklassik, Computerspiel-Logik, Narration, Figurenkonzeption, Medienwissenschaft, Handlungsketten, Liebesplot, Cyberheldin, Popkultur, Filmtheorie, Hypertext, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der filmischen Analyse von "Tomb Raider – The Cradle of Life" unter besonderer Berücksichtigung der Figurenkonzeption von Lara Croft und deren Einfluss auf die Erzählstruktur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Adaption von Computerspielmechaniken für filmische Erzählweisen, die Analyse von klassischen versus postklassischen narrativen Strukturen und die soziokulturelle Konstruktion von Lara Croft als virtuelle Ikone.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Figur Lara Croft, die aus einer Computerspielumgebung stammt, eine Brücke zwischen der statischen Logik virtueller Spiele und der kausalen Narration des klassischen Kinos schlägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich auf theoretische Konzepte der Postmoderne sowie auf narratologische Definitionen von Kausalketten und Plotstrukturen stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Figurenkonzeption, die Analyse der Computerspiel-Logik (Level-Struktur, Tempo, Wiederholung) und eine kritische Auseinandersetzung mit dem klassischen Liebesplot.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Postklassik, Computerspiel-Logik, Narration, Figurenkonzeption, Cyberheldin und intertextueller Medienraum.

Warum wird Lara Croft als "Cyber-Pandora" bezeichnet?

Die Autorin zieht Parallelen zwischen dem mythologischen Unheilbringer Pandora und der filmischen Lara Croft, wobei sie betont, dass Lara als moderne Konstruktion aus "Pixelbrei" agiert, die traditionelle Rollenbilder verschiebt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Scheitern des Happy Ends?

Die Autorin argumentiert, dass ein klassisches Happy End der romantischen Zusammenführung für Lara Croft unpassend ist, da sie als androgynes Konstrukt alle Gegensätze bereits in sich vereint.

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Details

Title
Pandora Revisited - Figurenkonzeption und Handlungsstruktur in "Tomb Raider - The Cradle of Life"
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Pastklassisches Hollywoodkino
Grade
1-
Author
Laura Heuer (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V73261
ISBN (eBook)
9783638740555
ISBN (Book)
9783638822558
Language
German
Tags
Pandora Revisited Figurenkonzeption Handlungsstruktur Tomb Raider Cradle Life Pastklassisches Hollywoodkino
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Laura Heuer (Author), 2005, Pandora Revisited - Figurenkonzeption und Handlungsstruktur in "Tomb Raider - The Cradle of Life", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73261
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