Bis heute gilt Sir Thomas Lawrence (1769-1830)sowohl als Porträtmaler der Aristrokraten, reichen Bürger und bedeutenden Persönlichkeiten der Londoner Gesellschaft als auch durch Gemälde von Staatsmännern, der europäischen Gesellschaft, wie dem russischen Zar Alexander I. oder Frederick III., König von Preussen nach Ende des Napoleonischen Krieges. Doch damit ist die Bandbreite der Porträtierten nicht erfasst. Unter seinen Modellen finden sich auch einfache Leute aus der damaligen Mittelklasse. Porträts wie das des Kindermädchens der Angersteins oder die Kinder der Calmady-Familie zeugen davon. Einen nicht zu unterschätzenden Teil seiner Porträts nehmen die Freunde des natürlich talentierten Malers ein, die er unter Bürgerfamilien und anderen Künstlern fand.
Inhalt:
1. Einleitung S. 3
2. Die Familien Boucherette, Angerstein und Lock S. 4- 5
3. Bildgeschichte: Das doppelte Kinderporträt S. 5- 6
4. Bildbeschreibung S. 7
5. Bildaspekte:
I. Das Familienporträt und die neue Moral S. 8
II. Komposition, Farbe und Inszenierung S. 9- 11
6. Erkenntnisse und Fazit S.11-12
7. Bibliographie
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Familien Boucherette, Angerstein und Lock
3. Bildgeschichte: Das doppelte Kinderporträt
4. Bildbeschreibung
5. Bildaspekte:
I. Das Familienporträt und die neue Moral
II. Komposition, Farbe und Inszenierung
6. Erkenntnisse und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Ölgemälde „Die Angerstein-Kinder“ (1807) von Sir Thomas Lawrence im Hinblick auf seine künstlerische Gestaltung, seine Bildgeschichte sowie seine Bedeutung innerhalb der familiären und gesellschaftlichen Kontexte des frühen 19. Jahrhunderts.
- Künstlerische Biographie von Sir Thomas Lawrence im Kontext seiner Zeit
- Historische Einordnung der Dargestellten und der familiären Beziehungen
- Bildgeschichte und Abgrenzung zu ähnlichen Kinderporträts
- Analyse der Komposition, Farbgebung und Lichtführung
- Theoretische Einbettung in das Familienporträt der Epoche und die Kunstgeschichte
Auszug aus dem Buch
4. Bildbeschreibung
Das mit den Ausmassen 184,3 cm mal 148,8 cm zu den gößeren Bildern der Gemäldegalerie in Berlin zählende hochformatige Proträt zeigt vier spielende Geschwister in einer Parklandschaft.
Die Kinder selbst befinden sich sitzend oder stehend auf dem Waldboden. In der Mitte des Bildes umarmt die ältere Schwester behütend ihre kleines Geschwisterchen, das sich einen Spaten gegriffen hat. Das kleine Kind zeigt sich in seiner natürlich spielenden Bewegung. Am rechten Bildrand steht der ältere Bruder. Der Betrachter sieht seine Rückansicht und - durch eine leichte Drehung des Kopfes - das Profil seines Gesichts. Seine Hände umgreifen den Stil eines Besens im unteren Bereich und am oberen Ende.
In der linken Bildecke sitzt die vermutlich zweitjüngste Schwester und betrachtet den Bruder mit dem Besen. Das Bild ist in warmen bis gedeckten Farben, die eine romantische Stimmung vermitteln, gehalten. Zusätzliche Lichtakzente und blendend helle Weißtöne erstrecken sich von der Bildmitte bis ins untere Drittel. Farblich zeichnet sich das Bild vor allem im Hintergrund durch Erdtöne von Braun bis Grün aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk von Sir Thomas Lawrence ein und erläutert die Relevanz des seltenen Gruppenbildnisses „Die Angerstein-Kinder“ für die Kunstgeschichte.
2. Die Familien Boucherette, Angerstein und Lock: Das Kapitel beleuchtet die engen freundschaftlichen und familiären Verbindungen der porträtierten Familien zum Künstler.
3. Bildgeschichte: Das doppelte Kinderporträt: Hier wird die Identität des im Louvre befindlichen Gemäldes kritisch hinterfragt und von den „Angerstein-Kindern“ abgegrenzt.
4. Bildbeschreibung: Eine detaillierte formale Analyse des Gemäldes, die Komposition, Licht und die Anordnung der dargestellten Kinder beschreibt.
5. Bildaspekte: Dieses Kapitel vertieft die Analyse der moralischen Konnotationen des Familienporträts sowie die künstlerischen Mittel der Farb- und Lichtinszenierung.
6. Erkenntnisse und Fazit: Die Autorin zieht Schlüsse über mögliche historische und sakrale Bezüge zur Historienmalerei und fasst die Ergebnisse ihrer Untersuchung zusammen.
Schlüsselwörter
Sir Thomas Lawrence, Angerstein-Kinder, Bildanalyse, Familienporträt, 19. Jahrhundert, Kunstgeschichte, Ölmalerei, Komposition, Kindheit, Repräsentation, Historienmalerei, Berliner Gemäldegalerie, Porträtmalerei, Sozialgeschichte, Emotion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Gemälde „Die Angerstein-Kinder“ von Sir Thomas Lawrence unter Berücksichtigung von Bildgeschichte, künstlerischen Gestaltungsaspekten und biografischen Hintergründen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Familienporträts im 19. Jahrhundert, die Rolle des Künstlers in der Londoner Gesellschaft und die formale Bildkomposition.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte bildanalytische Untersuchung, die das Werk sowohl in seinen historischen Kontext als auch in das Schaffen des Künstlers einbettet.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf formale Bildbeschreibung, kunsthistorische Stil- und Ikonografieanalyse sowie die Auswertung zeitgenössischer Quellen und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Klärung der Bildidentität durch historische Abgrenzung, eine detaillierte Beschreibung der visuellen Elemente und eine Interpretation der sozialen Moral im Porträt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Porträtmalerei, Kindheitsdarstellung, Historienmalerei, gesellschaftliche Repräsentation und künstlerische Inszenierung.
Was unterscheidet dieses Gemälde von anderen Porträts der Zeit?
Das Porträt hebt sich durch die ungezwungene, natürliche Darstellung der Kinder und die Einbindung in eine (scheinbare) Spielszene von den sonst üblichen, steiferen Repräsentationsbildnissen ab.
Welche Rolle spielt die „Historienmalerei“ für das Verständnis des Bildes?
Die Autorin vermutet, dass der Künstler durch bewusste Posen und Lichtinszenierungen Motive aus der Historienmalerei aufgreift, um den Kindern eine stärkere symbolische Bedeutung zuzuschreiben.
- Quote paper
- Nadin Becker (Author), 2007, Über Sir Thomas Lawrence: Die Angerstein-Kinder , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73275